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4. SEPTEMBER 2019 – Mittwoch

04.09.2019 | Tageskommentar


HEUTE in Wien: Irina Lungu als „Violetta“. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

HEUTE: Die erste Vorstellung der Staatsopernsaison 2019/2020 ist Verdis La traviata am Mittwoch, 4. September 2019. Irina Lungu verkörpert die Violetta, Charles Castronovo den Alfredo Germont und KS Thomas Hampson den Giorgio Germont. Giampaolo Bisanti leitet erstmalig La traviata im Haus am Ring.
Reprisen: 7. und 10. September

Am Donnerstag, 5. September 2019 wird Offenbachs Les Contes d’Hoffmann im Haus am Ring wiederaufgenommen: Anstelle des erkrankten Yosep Kang verkörpert Dmitry Korchak den Hoffmann und gibt damit sein Rollendebüt im Haus am Ring. Weiters sind erstmals an der Wiener Staatsoper Olga Peretyatko als Olympia, Antonia und Giulietta, Gaëlle Arquez als Nicklausse/Muse, Luca Pisaroni als Lindorf, Coppélius, Miracle und Dapertutto und Michael Laurenz als Andrès, Cochenille, Frantz und Pittichinaccio zu erleben. Es dirigiert: Frédéric Chaslin.
Reprisen: 8., 11. und 15. September

Ab Freitag, 6. September 2019 steht Verdis Don Carlo wieder auf dem Staatsopernspielplan. Ihre Rollendebüts im Haus am Ring geben Fabio Sartori in der Titelpartie und Dmitry Ulyanov als Großinquisitor. Anja Harteros ist erneut als Elisabetta zu erleben, KS René Pape als Philipp II., KS Simon Keenlyside als Rodrigo und Elena Zhidkova als Eboli. Jonathan Darlington dirigiert erstmals Don Carlo im Haus am Ring.
Reprisen: 9. und 12. September

BAYREUTH – NACHTRAG/ RÜCKBLICK/ VORSCHAU AUF DIE FESTSPIELE

 

MEHR INFO

Der Bayreuth-Auftrag katapultiert ihn an die Spitze  Bezahlartikel
Der Wiener (Anm.d.Red.: Herr Schwarz stammt aus Altmünster/ Oberösterreich) Regisseur und Ring-Award-Gewinner Valentin Schwarz ist erst 30 und muss sich bewähren. Schafft er das schon?
Salzburger Nachrichten

Und wieder ein Bezahlartikel. Es wird für mich immer schwieriger mit der Presseschau – aber ich halte durch!

Geld für schlechte Recherche? Ich habe gestern die Frage aufgeworfen, von wo in Österreich Herr Schwarz kommt. Das steht nämlich in keiner der noch nicht zahlreichen Biographien. Warum eigentlich? Natürlich hat das meine Neugierde geweckt und ich habe meinen „Geheimdienst“ eingeschaltet. Der wurde auch fündig: Valentin Schwarz stammt aus Altmünster in Oberösterreich – eine hervorragende Adresse! Warum lässt er sich verdächtigen, Wiener zu sein? Gratulation zum „Nicht-Wiener“!

Der „Bodyshaming-Skandal“ in Bezug auf den Salzburger „Orpheus“ zieht weite Kreise

 

Ein Kritiker ist dazu da, die Wahrheit zu bezeugen, all das zu schreiben, was er hört und sieht – und nichts davon zu verschweigen. Das geht in der heutigen Zeit immer weniger. Die mutigen Journalisten sterben leider langsam aus oder haben Chefs, die sie nicht mutig sein lassen.  Die US-Sopranistin Kathryn Lewek wettert gegen Manuel Brug, der sie wegen ihrer Bühnenerscheinung (und in erster Linie wegen ihrer Kostümierung, für die eigentlich Herr Kosky mitverantwortlich ist) als Eurydike kritisiert hat.  Übrigens hat nicht nur Herr Brug diesbezüglich Bemerkungen fallen lassen, der „Online-Merker“ ist diesmal ausnahmsweise unschuldig. Die Sängerin spielt die Medienklaviatur rauf und runter und wendet sich sogar an den Chef des Herrn Brug. Der stellt sich schützend vor seinen Mitarbeiter, was wiederum die „noch ein Jahr – Festspielpräsidentin“ auf den Plan ruft. Diese mischt sich doch glatt ein und wirft sich heldenhaft in das Programm. Deren Begründung ist einigermaßen drollig – nachzulesen unter untenstehendem Link. Demnach soll auf das Aussehen und somit auf die Glaubwürdigkeit im Zuge der Handlung kein Bezug genommen werden dürfen. Gleichzeitig macht sie eine abfällige Bemerkung über das Aussehen des Kritikers, ohne darauf Bedacht zu nehmen, dass der Kritiker ja nicht auf die Bühne drängt. Hätte Herr Brug etwa Chancen, in Salzburg den „Romeo“ zu mimen? Soviel ich weiß, will er das gar nicht!

Frau Präsident dient ihr letztes Jahr ab und will im Jubiläumsjahr 2020 noch einmal kräftig in Erscheinung treten. Skistar Marcel Hirscher hat ihr vorgezeigt, wie man rechtzeitig abtritt. Sie hat Frau Lewek wegen deren Attacke gegen den Journalisten (Meldung an den Vorgesetzten des Schreibers, in der Schule haben wir diese „Bitte Herr Lehrer ich weiß-Jünger“ heiß geliebt)  keineswegs zurückgepfiffen. Ich komme nun auf ein Beispiel aus meiner Redaktion zu schreiben. Ein Sänger war mit einer Kritik eines unserer Rezensenten nicht zufrieden und hat einen erbosten Brief mit Verwünschungen an die Chefredaktion geschrieben. Ich habe ihn zu beruhigen versucht, mich aber darauf berufen, dass der Rezensent bei besagter Vorstellung war – und nicht ich. Ich habe mich nicht an das (in Deutschland gelegende) Opernhaus gewendet, für mich war die Sache erledigt. Das Theater hat aber auch ohne mich von diesem Brief erfahren, möglicherweise hat sich der Sänger in Kollegenkreisen sogar damit gebrüstet. Daraufhin hat sich das Theater bei uns hochoffiziell entschuldigt und versichert, dass es dem Künstler erklärt hat, dass derlei Aktionen nicht im Sinne des Theaters sind.

Ich habe eine Entschudigung weder erwartet noch gewollt, habe aber nun meinerseits geredet – mit dem betreffenden Rezensenten – ein ernstes Wort!

LINZER LANDESTHEATER: SISTER ACT. Premiere am Samstag

Tertia Botha. Foto: Robert Josipovic

MUSIK VON ALAN MENKEN | GESANGSTEXTE VON GLENN SLATER | BUCH VON CHERI STEINKELLNER UND BILL STEINKELLNER

PREMIERE SA 7. SEPTEMBER 2019, 19.30 UHR, GROSSER SAAL MUSIKTHEATER

PREVIEW FR 6. SEPTEMBER

WEITERE TERMINE 14., 15., 20., 21., 23., 24., 26., 28. September; 2., 4., 5., 9., 19., 23., 25., 31. Oktober; 14., 17., 24., 30. November; 15., 19., 20., 27. Dezember 2019; 6., 9., 26. Jänner; 7., 11., 22. Februar; 17. März 2020; weitere Termine bis Mai 2020

Die Sängerin Deloris wird unfreiwillig Zeugin, wie ihr zwielichtiger Chef Curtis einen seiner „Mitarbeiter“ erschießen lässt, weil der bei der Polizei gesungen hat. Ihr ehemaliger Schulkamerad Eddie, inzwischen Police Officer, denkt sich ein spezielles Zeugenschutzprogramm für sie aus: Als „Schwester Mary Clarence“ gibt er sie in die Obhut eines Nonnenklosters. Dessen berüchtigt talentarmen Chor bringt Deloris binnen kurzem so auf Vordermann, dass die Gottesdienste plötzlich gesteckt voll sind und die Presse das Thema aufgreift – keine gute Idee, wenn man nicht gefunden werden will …

Berlin/ Musikfest 2019: Concertgebouw mit Tugan Sokhiev spielt Andriessen und Tschaikowsky
Schön, dass es sie überhaupt gibt. Aber dass die neuen Fahrradständer vor dem Haupteingang längst nicht ausreichen, zeigt sich besonders deutlich, wenn Besuch aus der Weltfahrradhauptstadt kommt. Dabei ist die Philharmonie schändlich unausverkauft, so als spielte hier die ADFC-Kapelle Wanne-Eickel und nicht eins der besten Orchester der Welt: das Amsterdamer Koninklijk Concertgebouworkest (was viel hübscher ist als „Royal Concertgebouw Orchestra“)
https://hundert11.net/musikfest2019-concertgebouw/

Schändlich unausverkauft“, wieder eine Wortschöpfung unseres Sprachkünstlers.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 3.– 9. SEPTEMBER 2019

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich  auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

7.9. DER TEUFEL AUF ERDEN (aus Chemnitz, Aufnahme v. 28.4.) Radio 4Hilversum- 19 Uhr
DIE FRAU OHNE SCHATTEN (aus Berlin, Aufnahme v. 1.9.) Deutschlandradio- 19.05 Uhr
I MASNADIERI (aus Mailand, Aufnahme v. 18.6.) ORF Ö1-19.30 Uhr
THE FAIRY QUEEN (aus Beaune, Aufnahme v. 27.7.) HR 2, WDR 3, SWR 2-20.04  Uhr
BENVENUTO CELLINI (aus London, Aufnahme v. 2.9.) Bayern 4-20.05 Uhr

Die Frage nach Correctness und Kunst: Nur wer aneckt, behält Recht
Gerade nach Fällen wie demjenigen von Plácido Domingo gilt: Die Achtung von Empfindlichkeit darf nicht auf Kosten der Radikalität von Kunst gehen
Der Standard

Wäre das Theater nicht in der Krise, man müsste es auf der Stelle schliessen
Die laute Kritik am Stadttheater ist eine selbstzerstörerische Prinzipienreiterei. Denn die Krise der Institution ist nichts anderes als die Krise der Kommune.
Neue Zürcher Zeitung

München: Bis zu 500 Millionen Euro Kosten: Das ist der Stand der Gasteig-Sanierung
Der Gasteig soll saniert werden. Geschäftsführer Max Wagner informierte im Münchner Presseclub über den Stand der Dinge.
Münchner Abendzeitung

Filme der Woche:

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Ja, wir wissen es, bis vor einem halben Jahrhundert (oder vielleicht auch länger) war es für die Außenseiter der Gesellschaft schwer. Langsam griff die Liberalisierung, schubweise begann man endlich die Geschichten zu erzählen, um das sich ein „straight white“ Kino gedrückt hatte. Schwule Schicksale. Wenn man es schon schaudernd von Männern glaubte – aber Frauen? Ja, sie hatten es schwer, und umso schwerer, je enger die gesellschaftlichen Verhältnisse waren, in denen sie sich bewegten.

Wenn uns „Der Honiggarten“ in eine kleine schottische Stadt der fünfziger Jahre mitnimmt, wo alles „Enge“ zu atmen scheint, könnte man das erst für ein soziales Drama halten (und wer gut Englisch spricht, wird den schottischen Akzent in seiner Unverwechselbarkeit lieben). Etwa, wenn es um Lydia Weekes geht, die von ihrem Gatten sitzen gelassen wurde (auch wenn er im gleichen Ort lebt) und ihren kleinen Sohn Charlie aufzieht. In der Fabrik arbeitet sie schwer, aber das Geld reicht nie, und dauernd droht die Delogierung. Wenn nun eine neue Ärztin in den Ort kommt, nicht ganz neu zwar, ihr Vater war hier Arzt, sie ging weg, übernimmt jetzt nach seinem Tod Praxis, das große Haus und die Bienenzucht in ihrem Garten – dann könnte es auch darum gehen, wie man sich auf einer Ebene sozialer Wärme hilft.

Aber der gleichnamige, 2009 erschienene Roman von Fiona Shaw (die englische Schriftstellerin ist nicht mit der irischen Schauspielerin gleichen Namens zu verwechseln) erzählt etwas anderes…

In kaum einer Branche löst Political Correctness so viele Debatten aus wie in der Werbung.
Aktuell werden die Sujets des Smoothieherstellers „True Fruits“ heftig diskutiert. profil hat mit Ina Mastnak, Leiterin der Watchgroup gegen sexistische Werbung, gesprochen.

Eine Watchgroup! Da sitzen Leute zusammen und werden am Ende noch dafür bezahlt (von wem eigentlich? Steuergelder?), damit sie nichts anderes tun als wie Hexenjäger jede Kleinigkeit aufzuspüren, die man vielleicht skandalisieren kann. Watchgroup!

Und wir regen uns über die Tugend- und Sittenwächter auf, die in Saudi-Arabien in den Straßen patrouillieren? (R.W.)

München: Körperverletzung – Bayern-Star Boateng angeklagt!
Die Staatsanwaltschaft München hat Jerome Boateng vom FC Bayern München wegen gefährlicher Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin angeklagt! „Nach umfangreichen Ermittlungen“ sei in einem seit Herbst 2018 laufenden Verfahren am 11. Februar Anklage zum Amtsgericht München erhoben worden.
https://www.krone.at/1989727

Ach, da war doch was vor zwei Jahren – eine heftige Debatte um Jerome Boateng im Deutschen Bundestag. Wenn es Sie interessiert, recherchieren Sie bitte selbst!

Für Nicht-Fußballer: Boateng mach derzeit im TV Werbung für Rasierapparate, täglich zeigt er uns vor, welch Klumpert wir zu Hause haben und wie perfekt sein Apparat funktioniert. Ich bin gespannt, wie lange die Werbung noch läuft!

AHNENFORSCHUNG? Die betreibe ich allerdings nicht.

In Brünn hat ein aufmerksamer Leser dieses Foto gemacht. Die Firma kenne ich nicht. Leider, oder zum Glück?

Foto: Martino Hämmerle-Bortolotti

Brno/ Veveři-Straße, ehem. Eichhorner-Straße (k.k Zeit)
Es ist ein Geschäft für Bastlerbedarf und Haushaltswaren. Auch da habe ich meinen Geheimdienst recherchieren lassen: Die Inhaberin ist eine angeheiratete, keine echte Cupák. Ich verzichte übrigens großzügig auf das Betonunszeichen über dem A.

Genießen Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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