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4. MAI 2019 – Samstag

04.05.2019 | Tageskommentar


Eine weltberühmte Filmszene: Peter Lorre in „M“-eine Stadt sucht einen Mörder. Die „Veroperung“ durch Moritz Eggert hat morgen, Sonntag, an der Komischen Oper Berlin Premiere Bildschirmfoto

YOUTUBE-VIDEO: Moritz Eggert über seine Oper

Opern-Uraufführung: M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Fritz Langs berühmter Kriminalfilm aus dem Jahre 1931 in einer Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert, in der sich Sprache, Geräusche und Musik zu einem irisierenden Klanggemälde vereinen. Im Zentrum von Barrie Koskys Inszenierung steht die schillernde Figur des von der Stadtmeute gehetzten Mörders, verkörpert von dem international erfolgreichen texanischen Bariton Scott Hendricks.
https://www.komische-oper-berlin.de/programm/a-z/m-eine-stadt-sucht-einen-moerder/
Fritz Langs Filmklassiker „M“ wird in Berlin zur Oper
„M – Eine Stadt sucht einen Mörder ist hochaktuell. Gerade erst startete ein Serien-Remake, jetzt kommt der Stoff auf die Opernbühne.
Berliner Morgenpost

HEUTE IM LINZER LANDESTHEATER: MÉDÉE (MEDEA). Premiere am Samstag, 4. Mai
OPER IN DREI AKTEN VON LUIGI CHERUBINI
Text von François-Benoît Hoffmann
In französischer Sprache mit Übertiteln und deutschen Dialogen
Koproduktion mit der Opéra de Nice und dem Theater Erfurt


Brigitte Geller. Foto: Reinhard Winkler

Premiere Samstag, 4. Mai 2019, 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

Für seine Zeitgenossen war Luigi Cherubini Vorbild, ja Lichtgestalt: „Ein großer Komponist, dessen Leben fast durchgängig allen jüngeren Künstlern als Muster aufgestellt werden kann“, verbeugte sich bei­spielsweise Hector Berlioz vor Cherubini. Im Jahr 1788 zog es den ge­bürtigen Florentiner nach Paris, wo er das Musikleben seiner Zeit als Komponist zentral prägte und ab 1822 auch als Direktor des Pariser Konservatoriums wirkte. Seine 1797 uraufgeführte Oper „Médée“ ist Cherubinis heute bekanntestes Werk, für das er auf den antiken Mythos in der Tradition der Tragödien von Euripides und Pierre Corneille zurückgriff.

Musikalische Leitung Bruno Weil
Inszenierung Guy Montavon
Créon, König von Korinth Martin Achrainer, Dircé, seine Tochter, Jasons Braut Theresa Grabner, Jason, Anführer der Argonauten Hans Schöpflin, Matjaž Stopinšek, Médée, seine verstoßene Gemahlin Brigitte Geller, Gotho Griesmeier, Néris, ihre Begleiterin Jessica Eccleston, Erste Frau aus Dircés Gefolge Margaret Jung Kim, Zweite Frau aus Dircés Gefolge Yoon Mi Kim-Ernst

Fast zwei Jahre Pause: Dirigent Zubin Mehta tritt wieder auf
Zubin Mehta hatte einen Tumor und musste eine Chemotherapie machen. Nun kehrt der 83-Jährige zurück an die Scala.
Die Presse

München/ Bayerische Staatsoper: TURANDOT am 2.5.

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Schlussapotheose im Bambuswald – Ensemble und Chor der Bayerischen Staatsoper  
    © Wilfried Hösl

…Anna Pirozzi als Turandot beeindruckt mit eisigen Spitzentönen, die nur in der Rätselszene einmal etwas schrill werden. Wenn sie vom Schicksal ihrer Ahnfrau erzählt, legt sie Wärme und Mitleid in die Stimme. Wenn sie mit Yonghoon Lee als Calaf zusammen das Hohe C erreicht, lässt die Phonstärke das Haus erzittern. Lee ist ja bekannt für seine Vorliebe für lautes Singen, da klingt seine Stimme auch am besten. Wenn er, wie in Nessun Dorma, mal eine Phrase im Piano versucht, wird die Stimme leider klanglos und fahl. Seine Gestik in dieser Arie wirkt wie die Parodie eines Operntenors: rechter Arm ausgestreckt, die Hand ballt sich zur Faust, Positionswechsel, linker Arm ausgestreckt, die Hand ballt sich zur Faust…

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Frankfurt: DIE WALKÜRE

Frankfurt: „DIE WALKÜRE“. Besuchte Vorstellung am 01. Mai 2019

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James Rutherford (Wotan), Christiane Libor (Brünnhilde). Foto: Barbara Aumüller

Perspektiv, magisch, visionär gleich einem Labsal für die Augen kam die Sichtweise Vera Nemirovas Ring-Produktion (anno 2011) daher und zwar zur WA „Die Walküre“ (Richard Wagner), ließ so manches anderweitig erlebte debil-absurde Regiedebakel der letzten Jahre verblassen. Eine Offenbarung ebenso die an Neu-Bayreuth orientierte Bühnen-Ästhetik (Jens Kilian) einer variablen Ringe-Konstruktion zum vortrefflichen Design (Olaf Winter) in optimaler Illustration ins rechte Licht gerückt. Die passenden Kostüme kreierte Ingeborg Bernerth. In überwältigender Optik erschloss sich der finale Feuerzauber: nach einem bewegenden Abschied erhob sich der Mittelring mit der schlafenden Brünnhilde zum Altar empor, vom Schnürboden senkte sich ein dimensionaler Feuerreif und umgürtete Wotans Lieblingstochter, welche grandios-geniale Lösung…

In warmgetönter Mittelbereich-Grundierung ihres Soprans verkündete Brünnhilde Walhalls Wonnen, leuchtend erklangen zuvor die Hojotohos,  in immensen Steigerungen führte  Christiane Libor die vokal anspruchsvollste aller Brünnhilden in wunderbare Höhensphären. Dazu berührte die Sängerin in dezenter Darstellung während emotionaler Momente: in betroffener Erkenntnis beim Erwachen der Liebe, der einfühlsamen Traurigkeit beim Dialog mit dem Vater und schließlich im überwältigenden Abschied. Zu herrlichen Nuancierungen ihres wandlungsfähigen Soprans brachte Libor diese Gefühlswelten in prächtiger Vokalise zum Ausdruck…

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Wiesbaden/ Maifestspiele

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Intendant und Regisseur UWE ERIC LAUFENBERG hat sich ein ambitioniertes Mozart Doppelprojekt für die diesjährige Eröffnung der Maifestspiele vorgenommen: Den frühen „Idomeneo“ und das Spätwerk „ La clemenza di Tito“.

Beide Opern handeln vom Herrschen, jedoch in unterschiedlichen Situationen. Die Klammer, die gefunden wurde, kann vom Rezensenten nicht beschrieben werden, da er nur im zweiten Teil zugegen war. Und dieser war äußerst gelungen und sehr schlüssig in Szene gebracht…

Zum Bericht von Karl Adler

Der doppelte Herrscher
Die Maifestspiele in Wiesbaden eröffnen mit Mozarts ernsten Opern „Idomeneo“ und „Titus“.
https://www.fr.de/kultur/theater/doppelte-herrscher-12244861.html

HOHENEMS / SCHUBERTIADE: Liederabend Daniel BEHLE mit dem Liederzyklus „DIE SCHÖNE MÜLLERIN“

 … und der Bach ist Protagonist …

Franz Schubert hat diese 20 Lieder nach Gedichten von Wilhelm Müller in den Monaten Oktober und November 1823 komponiert. Allem Anschein nach während eines längeren Spitalsaufenthaltes. Müllers Gedichtzyklus enthielt aber noch 3 weitere Gedichte: „Das Mühlenleben“, „Erster Schmerz, letzter Scherz“ – und „ Blümlein Vergissmein“. Müller hat aber auch einen Prolog und einen Epilog verfasst, in denen er in angeblich durchaus ironischer Weise als Vermittler der Texte spricht. Da hat Schubert – warum auch immer – auf eine Vertonung verzichtet. Der wie immer besonders gründliche Dietrich Fischer-Dieskau hat sich auch diese Texte nicht entgehen lassen und sie dann eben rezitiert …

Zum Bericht von Karl Masek

TEL AVIV: FOTOS: DIE PASSAGIERIN  „The Passenger“ von Mieczyslaw Weinberg als israelische Erstaufführung am 1.5.2019


Performing Arts Center Tel Aviv nach der Vorstellung. Foto: Klaus Billand


Copyright: Karl Forster

ZUM KURZBERICHT von Klaus Billand

Die Saison 2019/2020 am Staatstheater Nürnberg: Mit Anspruch unterhalten
Das Staatstheater Nürnberg präsentierte am 3. Mai den Spielplan der Saison 2019/2020. Es ist die zweite Spielzeit des neuen Führungsteams an dem Drei-Sparten-Haus um Staatsintendant Jens-Daniel Herzog und GMD Joana Mallwitz. „Inventare il vero“ – „das Wahre erfinden“: Mit diesem Zitat aus der Oper „Don Carlos“ von Giuseppe Verdi umschreibt Herzog, was er mit dem neuen Opernspielplan am Staatstheater Nürnberg bewirken möchte.
BR-Klassik

London: Semele review
Jupiter snarls and Handel’s heroine glows amid flaking stucco

The Guardian
Semele crashes and burns, but Louise Alder soars up at Ally Pally

bachtrack
Semele, Monteverdi Choir, EBS, Gardiner, Alexandra Palace review – Handel’s cornucopia lavishly served

https://theartsdesk.com/opera/semele-monteverdi-choir-ebs-gardiner-alexandra

Dallas Opera Review: “Falstaff’ at The Dallas Opera
https://mdtheatreguide.com/2019/05/opera-review-falstaff-at-the-dallas-opera/

EUROPABALLETT ST. PÖLTEN

Vor ausverkauftem Haus präsentierte am 27. April 2019 das Europaballett und das Choreo Center Europe Wolfgang Amadé, ein Ballett von Renato Zanella, frei interpretiert nach einer wahren Geschichte.

Bericht Seitenblicke

Weitere Termine „Wolfgang Amadé“:
Ariston Theater Sanremo 17. Mai 2019
Theater des Balletts St. Pölten 22. November 2019
Stadttheater Wiener Neustadt 23. November 2019
Kroatisches Nationaltheater Osijek 29. November 2019

WIEN / Volkstheater im Volx-Margareten / spätere Bezirks-Vorstellung:
DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER nach Goethe von Calle Fuhr
Premiere: 3. Mai 2019


Foto: Volkstheater

Das ist das Wunderbare am Theater: Man kann immer überrascht werden. Auch positiv. Sogar positiv. Die Ankündigung, Goethes stürmischer Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ (ursprünglich hieß es ja „Werthers“, aber diesen Genetiv hat die Nachwelt gestrichen, und es ist auch verständlich) werde auf die Bühne des Volx-Margareten gebracht, musste ja nicht von enthusiastischen Erwartungen begleitet sein, bedenkt man, was man bei Anna Bardora schon alles vorgesetzt bekommen hat.

Aber da springt plötzlich ein junger Mann aus dem Zuschauerraum vor das Publikum – und er trägt Werthers blauen Rock und die berühmte gelbe Weste. Und auch Lotte ist kein Pop-Girl, sondern optisch ein braves Mädchen von anno dazumal, Albert kein Fixer in Jeans, sondern ein solider Bürger – Calle Fuhr kam von Berlin nach Wien, um Goethe Gerechtigkeit widerfahren zu lassen…

Das Publikum wollte zu klatschen gar nicht aufhören. Kann es ein Werk tatsächlich verstehen, wenn man es in seiner Zeit belässt und nicht mit Gewalt und Äußerlichkeiten zu uns herholt? Schau, schau.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

ORF/ Dancing-Stars
Auch das Publikum konnte Stefan Petzner nicht mehr retten
Vor dem Finale fliegt er raus
Kurier

Nun ist der Spuk beendet (nein, nicht „Dancing Stars“, da werden wir uns wohl noch zumindest durch eine Folge durchquälen müssen), sondern der Auftritt des Anti-Tänzers.

Manege frei für die Langweiler. Möge die/der erträglichste davon gewinnen!

Deutscher Juso-Chef Kühnert hat antikapitalistische Aussagen „sehr ernst gemeint“
Kevin Kühnert hatte vorgeschlagen, BMW zu verstaatlichen. In den empörten Reaktionen sieht er einen Beleg dafür, „wie eng mittlerweile die Grenzen des Vorstellbaren geworden sind“.
Die Presse
Warum wir Kühnerts Utopia ernst nehmen müssen

Die Welt.de

Mit dem, was zu diesem Thema in die Redaktion flatterte, hätte ich allein diese Kolumne füllen können. Wir sind aber kein politischer Webauftritt, deshalb halte ich mich mit meiner Meinung dazu zurück.  Theater tun das übrigens nicht (Sie würden sich wundern, wenn Sie wüssten, was da alles an parteipolitisch gefärbten „Infos“ hereinkommt). Und dann gibt es Naivlinge unter den Lesern, die meinen, man soll Kunst/Kultur und Politik doch nicht vermischen. Kunst und Kultur sind Politik pur – nur ich soll mich da zurückhalten!

Völker, höret die Signale!

Einen schönen Samstag wünscht

A.C.

 

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