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14. MÄRZ 2022 – Montag

14.03.2022 | Tageskommentar

Die Wiener Staatsoper engagiert sich auch in einer Lichtinstallation an der Vorderfront für den Frieden

Wiener Staatsoper: „Die Entführung aus dem Serail“. Lisette Oropesa und Emanuela von Frankenberg, Christian Natter. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Nächste Vorstellung: Dienstag 15. März

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Heute: Salome (vorletzte Vorstellung der Serie. Gerüchten zufolge soll „Salome“ in der nächsten Saison neu inszeniert werden!

13.03.2022  Semperoper/Dresden/TV  „Aida“

Copyright: Semperoper/Ludwig Olah

Die Semperoper setzt auf klassisches Repertoire, da kann wenig schiefgehen, meint man. Das tolle Orchester, Christian Thielemann am Pult – wenngleich nicht in seinem Stammgebiet, der dramatischen deutschen Oper – und ein gut ausgewogenes Sängerensemble sollten keinen Misserfolg geben. Katharina Thalbach, eine nicht ganz unumstrittene Regisseurin, konnte sich manche mögliche Neu- und Umdeutung verkneifen. In einem etwas langweiligen Bühnenbild (Ezio Toffolutti), ein Einheitsbrei aus Holz, mit Kostümen ( ebenfalls Ezio Toffolutti), die zwischen Alltag im Nirgendwo und Festgewänder im Irgendwann anzusiedeln sind, passiert alles nach Plan. Die Rampe wird gerne heimgesucht, Hände werden gerungen, alles wie gehabt. Die Personenführung ist unauffällig, man hätte das ganze auch konzertant aufführen können…
…Zusammenfassend und zur eigenen Beruhigung könnte man sagen, dass anderswo auch nur mit Wasser gekocht wird.

Zum Bericht gesehen im Stream/TV von Johannes Marksteiner

Linz: PARSIFAL. Alternative zur Wiener Gulag-Inszenierung?

Katherine Lerner, Heiko Börner. Foto: Reinhard Winkler/Linzer Landestheater
Der Premierenbericht von Petra und Helmut Huber steht online

Meinung aus unserem Forum (dafür ist das Forum da, nicht für persönlichen Hick-Hack):

Noch eine kurze Anmerkung zur Inszenierung: 1.und 2.Akt durchaus brauchbar.Der 3.Akt hat mich sehr verärgert.Während des Karfreitagszaubers werden Mistsäcke angefüllt, Kundry stolpert über einen solchen.Parsifal haatscht zwischen den Mistsackln herum.Das ist einfach nicht schön.Und was die Anspielung auf Schicklgruber ganz am Schluss bedeuten soll, weiss ich nicht.Warum müssen immer wieder solche Blödheiten eingebaut werden? Nun ja, man muss heute leider schon dankbar sein, wenn man eine solche Inszenierung serviert bekommt, und nicht irgendeinen Gulag-Schmarren.

Der Ausflug hat sich jedenfalls wirklich ausgezahlt. („Figaro 1992)

Parsifal in Linz
Ein Parsifal als Wiedergänger Hitlers
Die NS-Wochenschau und Hitlers Zuhause am Obersalzberg – beides findet seinen Platz in der Inszenierung von Stephan Suschke. Der Parsifal tritt am Landestheater in Linz als „Heilsbringer“ auf. Die Oper von Richard Wagner wird dadurch aktueller denn je.
BR-Klassik-de

„Parsifal“ in Linz feierte großen musikalischen Erfolg
SalzburgerNachrichten

Auszug aus dem Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Auch Linz spielte bei der Parsifal-Uraufführung in Bayreuth eine – wenn auch kleine – Rolle.

 

Auszug aus dem Archiv der Stadt Linz

Eine gebürtige Linzerin soll dabei eine Rolle als Streitobjekt zwischen Cosima und Richard am 13. Februar 1883 gespielt haben – zufolge freilich sehr schlecht abgesicherter Gerüchte, die erst Jahrzehnte nach Wagners Tod in die Welt kamen. Verbrieft hingegen ist, daß diese Caroline „Carrie“ Mary Isabelle Pringle eines der Blumenmädchen bei der Uraufführung war, und daß sie am 19. März 1859, abends um ½ 8,  als Tochter eines in der Hauptstadt von „Österreich ob der Enns“ wohnenden Briten geboren wurde. Besagter Herr (Basil John Charles P.) wird im evangelischen Taufbuch als „Privatier“ angeführt; Mutter Isabella, née Latinovićš, stammte aus der ungarischen Hälfte des Habsburgerreiches. Bei der (Haus-)Taufe am 27. April durch den evangelischen Pfarrer stand wohl die Schwägerin oder Mutter von Basil Pate; sie scheint im Dokument alsCaroline Pringle, britische Captainsgattin, wohnhaft allhier“ auf.

Braunschweig: „DER WILDSCHÜTZ“ – Neugeburt für Albert Lortzing. Premiere 12.3.2022

Copyright: Staatstheater Braunschweig/Joseph Ruben

Über die Grazer Sopranistin Sieglinde Feldhofer hatte ich erfahren, dass in Braunschweig eine Neuinszenierung dieser Lortzing-Oper geplant sei, in der sie die Baron Freimann singen werde. Es stellte sich dann heraus, dass es unzählige Anreisende zu dieser Premiere gab, die ebenso seit langem bedauert haben, dass man diesen großartigen Theaterkomponisten heutzutage so selten spielt. Unsere Bremer Mitarbeiterin Gisa Habitz, mit der zusammen ich die Vorstellung besuchte, erzählte mir, dass Lortzing wesentlich zu ihrer lebenslänglichen Opernliebe beigetragen habe, so wie es auch mir dank der Aufführungen am Linzer Landestheater ergangen ist. Wir konnten nun beide feststellen, dass wir noch nie eine so wunderbare, köstliche „Wildschütz“-Inszenierung gesehen hatten wie gestern am Staatstheater Braunschweig…

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

„Les Enfants Terribles“ mit der Jungen Oper (JOiN) im  Nord am 12. 3. 2022/STUTTGART
Momentaufnahme mit traurigem Gesang

Philipp Nicklaus, Elliott Carlton Hines, Laia Vallies. Foto: Matthias Baus

Diese Tanzoper von Philip Glass mit dem Text von Susan Marshall und Philip Glass nach dem gleichnamigen Roman von Jean Cocteau zeigt in verschiedenen Sequenzen und Passagen ein eindringliches Beziehungsgeflecht, das nur schwer zu entwirren ist: „Dieses ansaugende, dieses verschlingende Zimmer, das sie zu verabscheuen glaubten, durchtränkten sie mit dem Element ihrer Träume.“ Die Regie von Corinna Tetzel (Bühne und Kostüme: Judith Adam) beleuchtet hier das Leben der Geschwister Paul und Elisabeth, die in beengten Räumlichkeiten leben. Offensichtlich verhalten sie sich wie ganz normale Geschwister und haben  keine Geheimnisse voreinander. Dritter im Bunde ist ihr gemeinsamer Freund Gerard, der heimlich in Elisabeth verliebt ist. Als Beobachter und Protokollant dieser abgründigen Geschwisterbeziehung kommt ihm allerdings eine sehr undankbare Aufgabe zu…

Zum Bericht von Alexander Walter

ARTE Concert bietet ARIADNE mit Davidsen und Cutler von Aix 2018
ZUM YOUTUBE-VIDEO

Grazer Musikverein: Rolando Villazón mit Liebe, Kunst und Guacamole
Bereits 2020 haben Tenor Rolando Villazón und Harfenist Xavier de Maistre auf dem Tonträger „Serenata Latina“ eine Reise durch die Liedtradition von Mittel- und Südamerika vorgelegt. Im Konzert im Musikverein Graz konnte man jetzt live erleben, dass sich hier zwei Künstler von Weltrang gefunden haben.
https://www.krone.at/2652728

Liebe, Kunst und Guacamole- musikreview
Ohrwürmer, Tico Tico auf der Harfe und zweimal La Bikina: Eine Serenata Latina mit Rolando Villazón und Xavier de Maistre im Musikverein Graz.
https://www.bohema-wien.com/musik/villazon-de-maistre

Wien/ Musikverein
Musikverein: Gute Stimmung bei John Williams und den Sternenkriegen
Die Wiener Philharmoniker, US-Komponist John Williams und Anne-Sophie Mutter arbeiteten sich im Musikverein durch „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Harry Potter“
Der Standard.at

Hamburg
Große Gefühle in der Staatsoper: „Turandot“ feiert Premiere (Podcast)
Die Oper spielt im alten China. Um sie zeitgemäß zu erzählen, hat Regisseurin Yona Kim sie von exotischen Klischees befreit.
NDR.de/fernsehen

Magiefaktor 10 und Bravostürme: „Turandot“ knüpft an die goldenen Zeiten der Staatsoper Hamburg an
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

Lübeck
„Nebelwände des Bösen“ – The Turn of the Screw – Oper von Benjamin Britten im Theater Lübeck
Wie einen schützenden Vorhang legt die verwundete Psyche sich oft einen dämmenden Filter zu, um Ängste und Verletzungen unter der Oberfläche zu halten. Es geht ums eigene Überleben, in der ständigen Furcht, dass der Vorhang sich öffnet und die Dämonen dahinter sichtbar und mächtig werden.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Benefizkonzert CS4PEACE – Sammlung für Ukraine. Univ.Prof.Dr. Peter Reichl (beim Konzert dabei auch seine Frau, die Opernsängerin Marena Balinova, sang selbst „Non ti scordar“

Univ.Prof. Dr. Peter Reichl schreibt:  Am vergangenen Freitag haben wir (sehr) kurzfristig anlässlich des Rektorstages der Uni Wien an der Fakultät für Informatik in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Chemie ein Benefizkonzert für ukrainische Flüchtlinge organisiert, nachdem ich am vergangenen Wochenende selbst mit einem Freund an der ukrainisch-moldawischen Grenze war, um die Flucht eines Teils seiner Familie zu organisieren. Näheres in der zweiten Hälfte dieses STANDARD-Artikels:

https://www.derstandard.at/story/2000133997500/ex-wissenschaftsminister-busek-raet-unis-kontakte-mit-russland-beizubehalten,

und hier der Uni-Link:

https://informatik.univie.ac.at/news-events/beitrag/news/cs4peace-benefizkonzert-zugunsten-ukrainischer-fluechtlinge-113-ab-1800-uhr/

Unsere Sammelaktion läuft noch bis Mittwoch – der Abend hat über 2.200 EUR eingebracht, und unsere Sponsorpartner OCG (www.ocg.at), AIT (www.ait.ac.at), SBA Research (www.sba-research.org) und VRVis (www.vrvis.at) haben nochmals 4.000 EUR zugesagt. Das Geld kommt der ukrainischen Flüchtlingshilfe der St. Barbara-Kirche im 1. Bezirk zugute (www.st-barbara-austria.org).

PS: von der Zugabe gibt es ein (schnell geschnittenes) Video als erster Eindruck:
„Non ti scordar“: Dr. Peter Reichl, Marena Balinova und ein Universitätschor

Bitte untenstehenden Link anklicken

https://www.youtube.com/watch?v=IecULB6BFVg

Die Hilfsbereitschaft der österreichischen Bevölkerung ist enorm. Ich besuchte gestern ein Benefizkonzert in der Linzerstraße /Wien-Hütteldorf), das recht gut besucht war. Die Spendenbox war mit Scheinen gefüllt!

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters : ADERN von Lisa Wentz
Uraufführung
Premiere: 13. März 2022 


Foto: Burgtheater/ Matthias Horn

Das einfache Leben ist heutzutage nicht unbedingt auf unseren Bühnen zuhause. Zu unspektakulär. Zu repetitiv. Zu langweilig. Ja, und das ist es auch, wenn man gut eineinhalb pausenlose Stunden im Akademietheater zusieht, was sich da unter dem pompösen, aber nicht wirklich sinnfälligen Titeln „Adern“ ergibt. Die Erzadern im Berg? Das Blut, das in den Adern fließt?

Warum die junge Tiroler Autorin Lisa Wentz in ihrem politisch so korrekten, weil den Fokus auf die „kleinen Leute“ richtenden Stück unbedingt die Nachkriegszeit beschwören muss, erschließt sich nicht. Die Epoche ist auch nur in einigen Details vorhanden, dass das Leben bescheiden war, dass die Frau ein uneheliches Kind von einem französischen Besatzer hatte, der auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist.

Erzählt wird in kurzen, vorüberflatternden Szenen die Geschichte von Aloisia, die für sich und ihre Tochter eine Familie sucht, weil sie offenbar mit Mutter und Schwester nicht leben will (die Schwester schleicht immer wieder wie eine Trauerweide vorbei, bedeutet aber nichts). Sie meldet sich auf das Inserat des Bergmanns Rudolf, der seine Frau verloren hat und quasi eine Hausfrau für seine fünf Kinder sucht. Sie sind beide wortkarge Menschen (die Tiroler sind so), aber doch anständig, nähern sich an einander an…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Optimismus vor neuer Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland. Gemäss übereinstimmender Berichte aus Kiew und Moskau sollen heute weitere Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland stattfinden. Unterhändler beider Nationen gaben sich am Sonntagabend erstmals verhalten optimistisch, in den kommenden Tagen Fortschritte bei den Verhandlungen zu machen. In der Nacht zum Montag erklärte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski, ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin anzustreben. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Sonntag ein Treffen der beiden Präsidenten nicht ausgeschlossen.
Zu den neusten Entwicklungen

US-Regierung fordert Klarheit von Peking zur Haltung gegenüber Russland: Am heutigen Montag wollen sich Chinas Top-Diplomat Yang Jiechi und der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, in Rom treffen. Es dürfte auch um die Frage einer möglichen Unterstützung Moskaus durch die chinesische Regierung gehen. Aber auch darum, ob die chinesische Regierung einen Beitrag leisten kann, um den Konflikt zu entschärfen.
Zum Bericht

Oscar-Preisträger William Hurt 71-jährig gestorben: Der amerikanische Schauspieler erzielte insbesondere in den 80er-Jahren Erfolge und gewann 1986 einen Oscar als bester Schauspieler für seine Darstellung in «Kuss der Spinnenfrau». Zuletzt war er in «The King’s Daughter» und «Black Widow» zu sehen.
Zum Nachruf

KAUNAS (Litauen): KULTURHAUPTSTADT EUROPAS 2022

Zusammenfluss von Memel und Neris. Foto: Robert Quitta

Kaunas (ausgesprochen: Koonas) ist die zweitgrösste Stadt Litauens und war (als Vilnius von Polen besetzt war) von 1920 bis 1940 sogar Hauptstadt des Landes. Irgendwie hat man es hier nie verwunden, wieder in die zweite Reihe zurückgestossen worden zu sein, und irgendwie betrachtet man sich hier immer noch als das eigentliche Zentrum Litauens. Heuer hat Kaunas zumindest die Genugtuung, wieder (kulturelle)Hauptstadt zu sein, und das (gemeinsam mit Esch-sur-Alzette in Luxemburg) gleich für ganz Europa…

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Feigheit vor dem Volk: Über Politik, die es allen recht machen will
Die Inflation läuft aus dem Ruder, die Energie- und Rohstoffpreise überschlagen sich mit neuen Höchstwerten. Und über allem liegt die wachsende Sorge über einen Krieg in der Ukraine, der alles übertrifft, was man bis vor wenigen Tagen in Europa für denkbar gehalten hat. In solchen Zeiten braucht es eine Regierung, die ruhig agiert und nicht täglich das Ruder herumreißt
Die Presse.com

Deutschland/ Fußball
Abwahl von DFB-Funktionär Koch: Das große Aufräumen
15 Jahre lang ging im Präsidium nichts ohne Rainer Koch, jetzt hat der DFB-Bundestag seine Ära jäh beendet. Die Abwahl des Ewig-Funktionärs war eine Überraschung. Kann der neue Boss des Fußballbunds jetzt freier handeln?
Der Spiegel.de

Coronavirus: Alles wie immer, nur schlimmer?
Vor zwei Jahren wurde der erste Lockdown verkündet. Nun bricht sich die „neue Normalität“ Bahn: Covid und die Folgen.
WienerZeitung.at

In Zeiten wie diesen sind Kommentare zu politischen Themen gefährlich. Dass sich in Deutschland ein hoher Fußballfunktionär zwischen zwei Sessel gesetzt hat, gehört nicht zur Politik, die gemeint ist. Das ist auch mir passiert, nachträglich gesehen war das ein Glücksfall!

Hoffentlich einigt man sich heute in der „großen Politik“, bevor Kiew schweren Schaden erleidet. Es geht gegen den „Gesichtsverlust! Um diese Gesichter wäre allerdings nicht schade!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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