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Die internationale Kulturplattform

4. DEZEMBER 2021 – Samstag

04.12.2021 | Tageskommentar

Don Giovanni-Premiere am Sonnntag in Wien – auch im TV. Kyle Ketelsen und Philippe Sly. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

„Don Giovanni“ ist nicht irgendeine Premiere, denn abgesehen von der Einschätzung als „Oper der Opern“ ist diese Premiere der Beginn des DaPonte-Zykluses – der Barrie Kosky anvertraut wurde. Und Mozart ist ein Eckpfeiler im Wiener Repertoire, speziell der „Giovanni“ und der „Figaro“. Leider werden wir am Sonntag nicht wissen, wie Kosky in Wien ankommt, Publikumsreaktionen sind ja ausgeschlossen, weil auch das Publikum ausgeschlossen ist.

Als besonderer Freund der Wiener ist Kosky bisher nicht bekannt, aber die Zeit hat sich seit der verunglückten „Lohengrin“-Produktion grundlegend geändert. Einen Buh-Orkan hätte Kosky auch bei voll besetztem Haus nicht zu erwarten gehabt. Auch liegt – was die Vorgänger-Inszenierung betrifft, die Latte nicht hoch!

Kyle Ketelsen (Don Giovanni)
Hanna-Elisabeth Müller (Donna Anna)
Philippe Sly (Leporello)
Kate Lindsey (Donna Elvira)
Patricia Nolz (Zerlina)
Stanislas de Barbeyrac (Don Ottavio)
Peter Kellner (Masetto)
Ain Anger (Komtur)

Patricia Nolz, Peter Kellner und Chor. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

 

In Deutschland dürfen schon Besucher anwesend sein, aber mit doch so großen Auflagen, dass die Freude am Theaterbesuch doch ziemlich eingeschränkt ist. Der Vorteil: Es kommen also nur die „Theatersüchtigen“ oder die „Kulturverliebten“ – wie sich der österreichische „Altkanzler“ auszudrücken pflegte. 

Deutschland
Kulturbranche nach Corona-Beschlüssen uneins
Vergleichsweise verschont blieb die Kulturbranche von den neuen Corona-Beschlüssen der Bund-Länder-Runde. Theater- oder Konzertbesuche sind weiterhin möglich, allerdings nicht im großen Rahmen.
Frankfurter Rundschau.de

MAILAND/ Teatro alla Scala: Placido Domingo küsst nach seinem Konzert den Bühnenboden

ZU INSTAGRAM mit Video

Beim Schlussapplaus zu sehen sind weiters Roberta Mantegna und Marco Armiliato

Unglaubliche Begeisterung für Domingo also!

Musikgeschichte: Ein Theaterfest für das Kaiserhaus: Antonio Cestis „Il pomo d’oro“
Die opulente Oper für Kaiserin Margarita bestand aus fünf Akten und dauerte ganze acht Stunden

 

…Il Pomo d’Oro“ ist eine Festa teatrale des Komponisten Antonio Cesti und des Textdichters Francesco Sbarra, die 1668 in Wien uraufgeführt wurde. Feste teatrali waren im 17. und 18. Jahrhundert Opernaufführungen mit staatstragendem Charakter, oft aus Anlass von Geburtstagen, Namenstagen und insbesondere Hochzeiten, die vor allem der Habsburger Hof im Sinne der Repräsentation veranstaltete.

Die Aufführung des „Pomo d’Oro“ war ursprünglich für die Hochzeitsfeierlichkeiten Kaiser Leopolds I. mit Margarita Teresa von Spanien in Auftrag gegeben worden. Diese setzten mit Margaritas Ankunft in Wien im Dezember 1666 ein…

Der Standard.at

Konzertgänger in Berlin“
Hörstörung (29): Eine Jacke nervt beim Quatuor Ebène
„Lust, meine Jacke auszuziehen und sie in hohem Bogen in das Gestrüpp zu werfen“, empfindet der Erzähler in Wilhelm Genazinos Ein Regenschirm für diesen Tag: weil das Wort Gestrüpp „die Gesamtmerkwürdigkeit des Lebens“ ausdrücke. Seine Konzertjacke hängt ein Herr im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie (bei einem der vermutlich letzten Konzerte, das vor der Niederkunft des nächsten Lockdowns noch stattfindet, einem Streichquartettabend des formidablen Quatuor Ebène) über die Holzplatte, die im Mittelknick von Block A zwischen linker und rechter Seite steht. Und bevor noch Joseph Haydns Streichquartett D-Dur Hob. III:34 beginnt, fragt er das auf der anderen Seite des Mittelknicks sitzende Paar, ob seine abgeworfene Jacke dort es störe?
https://hundert11.net/hoerstoerung29/

Britische Komponistin Hannah Kendall erhält Hindemith-Preis 2022
Der Preis ist mit Mit 20.000 Euro dotiert
DerStandard.at

Berlin/Deutsche Oper: DER RING DES NIBELUNGEN – NI vom 9. bis 14. November 2021

 Statt „Parsifal“-Bett nun „Ring“-Klavier, oder: Stefan Herheims Unterwäsche-Party im Koffer-Nirwana

Nun fand sie trotz aller Corona-Unsicherheit und -Verschiebungen doch endlich statt, die lang und mit Spannung erwartete zyklische Aufführung des neuen Berliner (DOB) „Ring des Nibelungen“ durch den norwegischen Regisseur Stefan Herheim, nachdem man noch 2019 den Vorabend, „Das Rheingold“, durchaus erfolgreich auf dem Parkdeck über die Bühne hatte gehen lassen. Damit ist nun die fast eine Ewigkeit gespielte und richtungweisende „Tunnel“-Produktion des „Ring“ von Götz Friedrich, die schon Kultstatus erreicht und verfestigt hatte, endgültig Vergangenheit – eine glorreiche für die DOB! Große Fußstapfen also, in die sich der Regisseur der neuen Produktion hineinwagen musste. Aber von Stefan Herheim, der sich mit dem Dramaturgen Alexander Meier-Dörzenbach auch als Wagner-Regisseur mit seinem beeindruckenden „Parsifal“ 2008 in Bayreuth und einem phantasievollen „Tannhäuser“-Potpourri in Oslo 2010 einen Namen machte, schienen diese nicht zu groß. Jörg Königsdorf kam an der Bismarck-Straße als weiterer Dramaturg hinzu. Was in dieser Neuproduktion zu sehen war, lässt allerdings keine große Hoffnung auf einen neuen Berliner „Ring“-Weitwurf von Friedrichschen Dimensionen zu.

Alberich und die Rheintöchter. Foto: Bernd Uhlig

Zum Bericht von Klaus Billand „Der Ring des Nibelungen“ an der Deutschen Oper Berlin

Giuseppe Verdi: La Traviata • Theater Basel • Vorstellung: 03.12.2021
(Produktion: Staatsoper Hannover; 5. Vorstellung • Premiere am 14.11.2021)

 Eine Regietheater-Performance nach Verdis «La Traviata»

Nach Hannover, Bremen und Luzern macht Benedikt von Peters Inszenierung von «La Traviata» nun in Basel Station. In der Hauptrolle, auf Grund des Inszenierungskonzepts kaum anders möglich und, nach dem Besuch der Vorstellung auch kaum anders denkbar, wiederum mit Nicole Chevalier…

Zum Bericht von Jan Krobot

Bühnen Graz Weihnachtsbonus ∙ € 10,- geschenkt!

 

Schenken Sie Emotionen mit Gutscheinen der Bühnen Graz und bringen Sie magische Momente unter den Weihnachtsbaum. Denn wenn in den Häusern der Bühnen Graz die Beleuchtung im Zuschauerraum erlischt, sich der Vorhang öffnet und die großartigen Künstlerinnen und Künstler jene Bretter erobern, die die Welt bedeuten – dann ist ein eindrucksvoller Abend mit großen Emotionen garantiert.

Der Bühnen Graz Weihnachtsbonus von 27.11. bis 26.12.2021
€ 10,- geschenkt beim Kauf von Bühnen Graz Gutscheinen im Wert von € 50,- im Aktionszeitraum.

Mehr darüber in unseren Infos des Tages!

Musikfestival Steyr bringt „Königin der Operette“ nach Schloss Lamberg

 

Von 21. Juli bis 6. August 2022 geht das Musikfestival Steyr mit der Operette „Die Fledermaus reloaded“ in seine 28. Spielsaison. Tickets sind ab sofort verfügbar.

Steyr (LCG) – Nach einem höchst erfolgreichen Musical-Sommer mit „Der Mann von La Mancha“ führt das Musikfestival Steyr in seiner 28. Spielsaison das Konzept „Operette reloaded“ fort. Von 21. Juli bis 6. August 2022 holt Intendant Karl-Michael Ebner „Die Fledermaus“ von Johann Strauss in den Steyrer Schlossgraben und präsentiert sie rundum erfrischt mit neuer Dialogfassung von Susanne Sommer und peppigen musikalischen Arrangements vom mehrfach ausgezeichneten Janoska Ensemble. Als „Die Fledermaus reloaded“ feiert die „Königin der Operette“ 2022 Weltpremiere in Steyr. Die Operette erzählt die Geschichte von Gabriel von Eisenstein, der zu einer Arreststrafe verurteilt wurde, nachdem er eine hohe Amtsperson beleidigt hat. Auf Rat seines Freundes Doktor Falke amüsiert er sich in der letzten Nacht vor seinem Haftantritt noch einmal beim Prinzen Orlofsky. In Wirklichkeit hat Doktor Falke jedoch vor, sich für einen ehemaligen Streich Eisensteins ihm gegenüber zu rächen. An insgesamt neun Spielabenden präsentiert das Musikfestival Steyr unter der Regie von Susanne Sommer den neuinterpretierten Operetten-Klassiker…

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

60 JAHRE FREUNDE DER OPER ZÜRICH • 60 JAHRE INTERNATIONALES OPERNSTUDIO •

Jubiläumsheft herausgegeben von den Freunden der Oper Zürich und dem Opernhaus Zürich

 25 Millionen in 60 Jahren

In den gut 60 Jahren ihres Bestehens haben die «Freunde der Zürcher Oper» mit 25 Millionen Franken zur Hauptsache die Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger im Internationalen Opernstudio unterstützt. Der 60. Geburtstag der beiden Institutionen, die eng zusammenhängen, würdigen die Freunde der Oper Zürich und das Opernhaus Zürich mit einer knapp hundertseitigen Festschrift.

© Freunde der Oper Zürich
Mehr darüber in den „Infos des Tages“

Wien/ Theater in der Josefstadt
Josefstadt bekommt 2,75 Millionen Zuschuß
„Einmalig Entschuldungsmaßnahme“ beschlossen.
WienerZeitung.at

Da muss der berühmter Polterer Föttinger eine lange Weile ruhig sein, denn Stadt und Bund müssen sein Theater „entschulden“

Ausstellungen/ Kunst: Konzeptkünstler Lawrence Weiner (79) verstorben
Der legendäre US-Konzeptkünstler Lawrence Weiner ist tot. Der gebürtige New Yorker verstarb am Donnerstag im Alter von 79 Jahren. Die Bindungen des US-Amerikaners an Österreich waren eng, er war auch in der Bundeshauptstadt aktiv. 1991 gestaltete er den Flakturm im Wiener Esterhazypark um.
https://www.krone.at/2571685

Auktion aus Karl Lagerfelds persönlicher Sammlung
Von der Kunst, mit der er lebte, bis in die Tiefen seines Kleiderschranks – 1200 Exponate aus der privaten Sammlung der Modeikone Karl Lagerfeld werden in Monaco, Paris und Köln sowie online auktioniert.
https://www.diepresse.com/6069645/auktion-aus-karl-lagerfelds-personlicher-sammlung

15 Beispiele für zivilen Ungehorsam, (die etwas bewirkt haben)
… durch Ungerechtigkeit … diejenigen herausfordern, die die Macht hatten. Akte des zivilen Ungehorsams müssen nicht extrem sein. Kleine Aktionen können zu größeren führen … inspirieren … den Weg zu weiterem Verständnis und globalen Veränderungen zu ebnen. … Forderung nach Gerechtigkeit und nach einer besseren Welt.
TTT’s Hinweise auf Psychosoziales (soziale Gegebenheiten, die unsere Psyche beeinflussen) haben immer deutlich relevantes „Gewicht“ für gegenwärtiges Theater.
https://rebellion.global/de/blog/2020/11/03/civil-disobedience-examples/

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Der Papst spricht in einem Flüchtlingslager von Sklaverei und Folter: Franziskus hat die Auswüchse der Migration und des Schleuser-Geschäfts mit harschen Worten kritisiert. «Wir sehen, was passiert», sagte er in Zypern zum Elend der Flüchtlinge. «Noch schlimmer, wir gewöhnen uns daran.» Das Oberhaupt der katholischen Kirche will 50 Asylsuchende von Zypern nach Rom bringen.
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  • Der Pariser Erzbischof stürzt über sein Verhältnis zu einer Frau: Überraschend schnell hat Papst Franziskus den Rücktritt von Michel Aupetit angenommen. Mit seinem autoritären Führungsstil hatte der Prälat Laien und Priester gegen sich aufgebracht. Zum Verhängnis wurde ihm aber eine Geschichte mit einer Frau.
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  • Frankreichs Konservative bestimmen ihren Präsidentschaftskandidaten: Bei der Wahl im April will die Partei zurück zu alter Grösse. Heute entscheiden die Républicains sich in einer Stichwahl entweder für Éric Ciotti, den Überraschungssieger der ersten Runde, oder für Valérie Pécresse. Sie kann auf die Unterstützung aller zuvor unterlegenen Kandidaten zählen.
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  • Der Türkei droht der Rauswurf aus dem Europarat: Die Weigerung, den Kulturmäzen Osman Kavala aus der Haft zu entlassen, hat erste Konsequenzen für die Türkei. Der Europarat leitet ein Verfahren ein, an dessen Ende der Ausschluss des Landes aus der ältesten zwischenstaatlichen Organisation des Kontinents stehen könnte.
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  • Der Traum von der eigenen Immobilie ist eine gefährliche Illusion: Bei den extrem hohen Preisen können sich immer weniger Menschen ein Eigenheim leisten. Aber Wohneigentum ist kein Menschenrecht, sondern für viele ein grosses finanzielles Klumpenrisiko. Jetzt ist nicht die Zeit, um Vorgaben zu lockern – im Gegenteil.
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Österreich hat seit gestern einen neuen Bundeskanzler und teilweise neue Minister

Der weitgehend neuen Regierung muss eine Schonfrist eingeräumt werden, wir wollen doch, dass sich die Damen und Herren auch um die Bewältigung der Coronapandemie kümmern können. Da wollen wir sie nicht in ihrer Arbeit stören – kritisieren können wir später immer noch.

Nur eine Episode: Wie Bildungsminister Faßmann seinen Job verlor. Der wollte nämlich weitermachen, aber er ist zu seinem Pech kein Steirer. Gerade aber ein Steirer fehlte noch in der ÖVP-Riege (Vizekanzler Kogler ist zwar Steirer, aber bei den „Grünen“): Dass die Steiermark seit dem wenig ruhmreichen Ausscheiden von Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher damit haderte, nicht mehr in der Bundesregierung vertreten zu sein, war kein Geheimnis. Das wusste freilich auch Karl Nehammer, also sprach er mit allen noch verbliebenen Ministern. Alle bis auf Bildungsminister Heinz Faßmann klammerten sich an ihren Sessel. Faßmann passierte ein politisches Hoppala, er betonte, dass Nehammer der Chef sei und sich sein Team aussuchen könnte. Schon war der Wissenschafter seinen Job los. Sein Nachfolger (der offenbar schon in den Startlöchern gescharrt hat), ist – wie überraschend – Steirer. Wirtschaftsministerin Schramböck kam ihre tirolerische Herkunft zugute (sonst hätte Herr Platter gepoltert). Zu Glück geht bei uns in Österreich die Qualifikation über alles!

Bericht von meiner Beobachtungswarte Dachgeschoßwohnung Meidling: Reger Flugverkehr über Wien. Ein gutes Zeichen!
Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

 

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