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4. DEZEMBER 2019 – Mittwoch

04.12.2019 | Tageskommentar


MAILAND/ TEATRO ALLA SCALA: VIDEO VON DER PRESSEKONFERENZ AM 2.12. IN VOLLER LÄNGE (46 MINUTEN)

In diretta dal Teatro alla Scala la conferenza stampa di presentazione di Tosca – 7 dicembre 2019

ZUM VIDEO

TOSCA am 7. Dezember. Übertragung auf ARTE

Szenenfoto mit Francesco Meli (sitzend) und Luca Salsi. Foto: Brescia & Amisano/ Teatro alla Scala

Floria Tosca Anna Netrebko / Saioa Hernández (2, 5, 8 gennaio)
Mario Cavaradossi Francesco Meli
Il barone Scarpia Luca Salsi

NEW YORK: METROPOLITAN OPERA: CAMILLA NYLUND ALS MARSCHALLIN IM „ROSENKAVALIER“

 

https://www.facebook.com/MetOpera/posts/early-rehearsals-are-underway-for-der-rosenkavalier-starring-soprano-camilla-nyl/10162832572310533/

Ab 13. Dezember: „Der Rosenkavalier (weiters 17./20./23./28.12., 1./4.1.)
Rattle
Nylund
Kozena/Brower
Schultz

Groissböck
Eiche

NEW YORK/ METOPERA: Anti-Harassment Workshop – Tuesday, December 3rd @ 9AM

 

From Diane Zola: Please plan to attend a mandatory anti-harassment workshop, which is scheduled for 9:00-10:15AM on Tuesday, December 3rd in the Belmont Room.

During this workshop, a representative from the Met’s Human Resources department will facilitate a discussion about sexual harassment—specifically, what it is, what to do if you experience or witness it at the Met, and how we all can help foster an environment that is not hospitable to harassing behavior. There also will be a conversation about how to ensure everyone is safe and comfortable within the unique context of rehearsal and staging processes…

Sänger und Mitarbeiter der Metropolitan Opera müssen sich diesem „Training“ unterziehen! Eigentlich ist das unfassbar – aber eben amerikanisch!

Lise Davidsen feiert Triumphe an der Met

Lise Davidsen, Yusif Eyvazov. Foto: Ken Howard/Metopera

Lise Davidsen’s Star Shines Bright in the Met’s Gloomy “Queen of Spades’
The Observer

Tchaikovsky’s tale of dark obsession sparkles with notable Met debuts
bachtrack

Review: A Young Soprano Meets the Hype at the Met Opera
The New York Times

Dirigent Mariss Jansons wird in St. Petersburg begraben
Nach Abschiedszeremonie am 5. Dezember.
Kurier

Deutsche Oper Berlin: eine große Nina Stemme singt Isolde
Nina Stemme hört man die 30 Jahre Bühnenerfahrung an, doch souverän meistert sie die Schwierigkeiten der Partie mit ihrem statuarischen, durch Farbe, Klang und natürliche Kraft dominanten Sopran. Die satte mittlere, die bravouröse tiefe und die flutende hohe Lage sind noch von unmittelbarer Wirkung. Neutraler in der Wirkung, doch hoch achtbar schlägt sich Stephen Gould als ihr Gegen- und Mitspieler, während Ante Jerkunica als Marke sängergestalterisch blass bleibt. Donald Runnicles‘ Dirigat wird der Tristanpartitur in hohem Maße gerecht.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2019/12/03/kritik-tristan

München: Jonas Kaufmann : nouvelle étape, nouveau triomphe
https://www.forumopera.com/die-tote-stadt-munich-jonas-kaufmann-nouvelle-etape

Berlin/ Komische Oper: Verdis „La traviata“ im digitalen Zeitalter
Tagesspiegel

Vom völligen Fehlen der Form
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/vom-voelligen-fehlen-der-form-li.2482

Goldener Schuss für „la traviata“
Berliner Morgenpost

TOULOUSE: DIALOGUES DES CARMÉLITES – Premiere. Ein „Salve Regina“, das man nicht vergisst…

Anaïs Constans (Blanche de la-Force), Janina Baechle (Madame de Croissy)© Patrice Nin

…Der Direktor des Verlegers Riccardi, Guido Valcarenghi, bat Poulenc 1952, eine geistliche Ballettmusik für die Mailänder Scala zu komponieren. Dieser leistete der Bitte keine Folge und bot im Jahr darauf an, eine Oper über ein mystisches Sujet zu schreiben. Valcarenghi schlug ihm vor, den Stoff der Carmélites aufzugreifen…

Zum Bericht
von Klaus Billand

HEUTE PREMIERE IN DER WIENER KAMMEROPER: GIUSTINO von G.F.Händel – Opera seria (1737)

Johannes Bamberger, Meili Li, Tatiana Kuryatnikova, Ilona Revolskaya, Kristjan Johannesson, Rafal Tomkiewicz, Jenna Siladie. Copyright: Barbara Zeininger

Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto basierend auf einer literarischen Vorlage von Nicolò Beregan und Pietro Pariati
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Die Oper Graz sucht Statisten! Casting heute

Copyright: Oper Graz

Für die Oper „Die Passagierin“, die auf differenzierte Weise berührende Schicksale aus der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert, werden Frauen und Männer als Statisten gesucht. Wenn Sie ein gewisses schauspielerisches Talent haben, Teil einer Opernproduktion sein möchten und außerdem folgende Eigenschaften mitbringen, dann bewerben Sie sich für das Casting am 4. Dezember!
Herren mit Glatze oder (auch teilweise) abrasierten Haaren bzw. Männer, die bereit wären, ihre Frisur von Maskenbildnern dementsprechend anpassen zu lassen
Damen mit sehr kurzgeschnittenen Haaren oder Glatze
Damen und Herren, die bereit sind, sich in bestimmten Szenen komplett zu entkleiden
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Leiter der Statisterie, Florin Ailenei, unter florin.ailenei@oper-graz.com

WIEN / Scala: ELEKTRA von Hugo von Hofmannsthal
Premiere: 3. Dezember 2019

Foto: Bettina Frenzel

Renate Wagner: Man fragt es sich jedes Mal, wenn man dem Stück auf der Bühne begegnet: „Geht“ die Elektra des Hugo von Hofmannsthal ohne die Musik von Richard Strauss? Zuletzt, als Michael Thalheimer 2012 im Burgtheater Stil vor Inhalt stellte, war es als „Theater“ (wenn auch nicht als überzeugendes Stück) möglich. Nun, in der Scala, wo Jungregisseur Matti Melchinger versucht, das Stück in seiner ganzen rasenden Radikalität auf die Bühne zu bringen, ist er ins offene Messer gelaufen. Die Antwort kann nur lauten: nein, ohne die Musik von Richard Strauss geht es nicht.

Die „Schuld“ liegt bei Hugo von Hofmannsthal, der in den feinsinnigen Welten eines „Schwierigen“, eines „Rosenkavaliers“ ideal aufgehoben war (schon die katholizierenden Schüttelverse des „Jedermann“ knarren). In „Elektra“ bedient er sich einer Sprache, die dauernd über ihren eigenen antikisierend-„dichterischen“ Anspruch stolpert und dabei nichts ist als parfumierter, aufgeblasener Jugendstil, der sich um eine Rache- und Blutorgie rankt…

Wirklich überzeugend konnte das Unternehmen nicht gelingen, dazu sind die Voraussetzungen zu schlecht. Immerhin hat das Team an der Scala ein Glaubensbekenntnis zu Hofmannsthal abgelegt, was ehrenhaft ist – wenn auch vergeblich.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

HEUTE IM WIENER AKADEMIETHEATER: PREMIERE „DER HENKER“ von Maria Lazar

Tilman Tuppy, Martin Reinke, Itay Tiran. Copyright: Barbara Zeininger

Mateja Koležnik wird den Einakter inszenieren. In diesem wird man Zeuge der letzten Stunden eines zum Tode verurteilten Mörders, der seinen Henker kennen lernen will und diesen zwingt, den Akt der Hinrichtung nicht als professionelle Pflichterfüllung, sondern aus tiefster persönlicher Überzeugung zu vollziehen.

Prozess um Gerhard Richters Altpapier
Ein 50-Jähriger entnahm dem Abfall des Malers mehrere Entwürfe. Prozess um Gerhard Richters Altpapier

Was macht ein Maler mit Skizzen und misslungenen Bildern? Er wirft sie weg. Doch wem gehört der Abfall?

Aus Gerhard Richters Altpapiertonne darf man sich jedenfalls ebensowenig wie aus dem Abfall anderer Künstler bedienen. Das hat das Landgericht Köln in einem Prozess am Dienstag nochmals klargestellt.

Das Gericht verurteilte einen 50-Jährigen, der mehrere Entwürfe aus Richters Abfall mitgenommen hatte, zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen a 20 Euro – also insgesamt 1200 Euro. Nach einer ersten Verurteilung zu 3150 Euro (90 Tagessätze zu je 35 Euro) war der Angeklagte in Berufung gegangen. Das Gericht reduzierte die Strafe, weil es ihm vor allem ein Geständnis anrechnete, das er ablegte. „Dennoch bleibt es ein Diebstahl“, sagte der Richter.
Wiener Zeitung

Also ich verstehe das nicht, ich habe mich bereits oft am städtischen Müllplatz umgeschaut und dort tolle Funde gemacht. Teilweise habe ich diese restauriert, teilweise stehen sie im Buchregal. Für mich ist klar, dass diese geborgenen Schätze nun mir gehören!

Einen „Richter“ aus der Mülltonne nehmen und als „Richter“ verkaufen – das geht freilich nicht. Hat der gute Mann das versucht? Im Erfolgsfall wäre er dann selbst gewissermassen Künstler, denn einen „echten Richter aus der Abfalltonne“ zu verkaufen – das gilt bei mir als ganz große Kunst! Folglich dürfte man dann auch nicht in seiner Mülltonne stöbern.

Filme der Woche

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Es ist ein alter Trick im Kino, das Publikum eine zeitlang im Ungewissen zu lassen, was vorgeht – bzw. die Neugierde zu wecken, was es mit einzelnen Schicksalen auf sich hat. Zu Beginn wähnt man sich in einem Flüchtlingslager, in einer Ecke wird geboxt, anderswo sieht man eine junge Frau mit zwei Kindern, die von einem älteren Mann brutal niedergeschlagen wird. Nach und nach wird man wissen, dass dies ein Ort ist, wo ein Roma-Clan in Rumänien lebt. Und die junge Frau wird von ihrem Vater gnadenlos verstoßen. Offenbar hat sie Unehre über die Familie gebracht…

Diese Ali ist die verstockte Heldin dieses Films von Hüseyin Tabak, dem in Deutschland arbeitenden Regisseur kurdischer Abstammung, der in seiner Biographie darauf hinweisen kann, an der Wiener Filmakademie bei Michael Haneke und Peter Patzak studiert zu haben. Das von ihm verfasste Drehbuch, die Sozial- und Milieustudie um die Rumänin, die als „Gypsy“, also „Zigeunerin“ (das Un-Wort) gilt, läuft glücklicherweise ein wenig anders als sonst… Und nie wird dankenswerterweise eine auf Tränendrüsen oder Zeigefinger abzielende Sozial-Schnulze daraus.

Dass Frauen, die aus dem Osten nach Deutschland ziehen, beim Putzen landen, ist nicht ungewöhnlich. Dass sie zuhause, als sie noch Papas Lieblingstochter war, zu einer veritablen Boxerin ausgebildet wurde, liegt auf einer anderen Ebene. Nun, im Westen untergetaucht, bei einer mitleidsvollen jungen Frau lebend, möchte sie nur die Zukunft ihrer Kinder sichern. Das heißt, Schulbildung für das halbwüchsige Mädchen, Sicherheit für das Baby, den Buben…

Warum Wien nicht wirklich die drittunfreundlichste Stadt der Welt ist
20.000 Personen wurden für das „Expat City Ranking 2019“ weltweit befragt. In Wien waren es exakt 184.
Kurier

Ein so ein Blödsinn – abgesehen davon, dass die typischen Wiener ohnedies bereits vom Aussterben bedroht sind und entsprechend geschützt werden müssten. Aber davon sind wir weit entfernt. Unfreundlich? Wenn Sie mir freundlich begegnen, bin ich auch zu Ihnen freundlich. Aber  ist das nicht überall so!

Ich wünsche freundlichst das, was Sie mir auch wünschen.  Somit geschieht Ihnen recht!

A.C.

 

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