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4. AUGUST 2020 – Dienstag

04.08.2020 | Tageskommentar

Der Himmel drohte, hatte aber doch in diesen schwierigen Zeiten weitestgehend Erbarmen. Foto: Sieglinde Pfabigan

WEINVIERTLERN FESTSPIELE: OPERNGALA am 2.8. – der Kampf mit dem Wetter

ZUM BERICHT von Sieglinde Pfabigan

Etwa 350 Besucher sind zwar mehr, als ursprünglich zu befürchten stand, aber angesichts des Staraufgebots dann noch wieder nicht. Aber selbst Salzburg kämpft mit der Auslastung – wie noch verfügbare Karten zeigen. Die Menschen haben Angst voreinander, diese Angst wird man nicht so bald wegbringen. Wahrscheinlich braucht es dazu sogar eine neue Generation. Ich würde mich aber gerne irren und hoffe, dass sich die Besucher in der Staatsoper selbst bei reduziertem Kartenangebot um die Karten „prügeln“ – nicht nur bei Kaufmann. Allein, ich glaube es nicht.

Blamieren Sie mich – und kaufen Sie Karten. Jetzt bereits, bei den privaten Initiativen im August („Jahreszeiten“ in Eisenstadt und Herzogenburg, Wagner-Premieren im Weinviertel bzw. in Nikolsburg, Groissböck und Blasmusik in Waidhofen an der Ybbs, Retz, Lech am Arlberg, Theater im Park in Wien – wo am 11.8. Camilla Nylund auf der Bühne steht und nach Besuchern ruft etc.)

VERONA: LA STELLE DELL‘ OPERA am 1.8.

Klaus Billand berichtet

Foto: Klaus Billand

ZUM BERICHT von Klaus Billand

Salzburger Festspiele: Die Zeitungen erheben die „Cosi“ zum Ereignis des Jahres

 

Foto: Salzburger Festspiele/ Monika Rittershaus

Nach den Jubelarien der Presse hat sich Renate Wagner den Stream angesehen, weil sie sich ein derartiges Ereignis nicht entgehen lassen wollte. Nun, unsere Rezensentin rückt die Dinge doch wohl in ein richtiges Licht:

…Es gab viel Vorreklame für die Dirigentin Joana Mallwitz, was gerade die Emanzen (es gibt uns noch immer) nicht schätzen werden: Dass jemand eine Frau ist, soll bei der Beurteilung der Leistung so wenig ins Gewicht fallen wie die des männlichen (oder sonstigen) Geschlechts (oder die Hautfarbe oder die Herkunft): Nur dann finden wir uns in einer gerechten Welt wieder (ohne sie im geringsten gleich schalten zu wollen). Und dass Frauen alles können, was Männer können, bezweifelt inzwischen (hoffentlich) ohnedies niemand mehr. Auch nicht, mit den Wiener Philharmonikern eine auf Lockerheit und Leichtigkeit ausgerichtete „Cosi fan tutte“ zu dirigieren, die dem durchschnittlichen Niveau des Ganzen angepasst ist (nein, davon wird man nicht „noch in Jahren“ reden)…

…Also, Fazit: Alle geben sich sehr viel Mühe, unglaublich locker zu sein. Für „festspielwürdig“ hätte man dergleichen früher nicht erachtet. Aber es sind ja nun wirklich andere Zeiten angebrochen. Vielleicht läuten „Elektra und Cosi Jungspund“ eine spürbar ganz neue Ära ein, die nachhaltig sein wird? Ein Ziel aufs innigste zu wünschen? Das möge jeder für sich entscheiden… Aber eines sei festgehalten: Eine Aufführung wie diese über die Maßen hoch zu jubeln, würde bedeuten, alles zu vergessen, was wir kennen und wissen – und dass wir all unsere alten Maßstäbe in den Orkus geworfen haben.

Zum Bericht von Renate Wagner

O ÄHNLICH SIND SICH DIE OPERNHELDINNEN VON HEUTE…

 
Fotos: Salzburger Festspiele, Bernd Uhlig und Monika Rittershaus

Salzburg/Opernkritik
„Cosi fan tutte“: Triumph der Frauen
Cosi fan tutte“ – „So machen’s alle Frauen“: Wenn man das nicht auf den Inhalt der Mozart-Da-Ponte-Oper bezieht, sondern auf die Premiere bei den Salzburger Festspielen, dann ist das ein Statement, das man gerne unterschreibt. Denn mit Joana Mallwitz am Pult der Wiener Philharmoniker und sehr starken Solistinnen wurde die Produktion zu einem mit langem Jubel gefeierten Erfolg.
https://orf.at/salzburgerfestspiele20/stories/3175573/

„Così fan tutte“: Ein wahres Festspielwunder
Ein fulminantes Ensemble und eine brillante Dirigentin schreiben mit einer Pandemie-bedingt reduzierten Fassung der Daponte-Oper Salzburger Festspielgeschichte.
https://www.news.at/a/salzburger-festspiele-cos-festspielwunder-11600430

„Cosi“ in Salzburg maximaler Erfolg mit Minimalismus
https://www.vol.at/cosi-in-salzburg-maximaler-erfolg-mit

Heute: 4.8.2020  Deborah VOIGT wird 60

Deborah Voigt ist 60. Foto: Facebook

Ihre Familie war ursprünglich deutscher Herkunft; ihr Großvater stammte aus Bremen. Ihre Familie lebte zuerst im Staat Illinois bei Chicago, verzog dann aber nach Kalifornien. Sie wurde im Merola-Programm der San Francisco Opera ausgebildet. Die junge amerikanische Sopranistin begann ihre eigentliche Karriere an der Oper von San Francisco, an der sie 1986-87 in kleineren Partien (Stimme vom Himmel in Verdis »Don Carlos«, Hirtin in »Jenufa« von Janácek, Kammerfrau in Verdis »Macbeth«, 1. Dame in der »Zauberflöte« und Anna in Verdis »Nabucco«) auftrat. Nachdem sie 1990 mit der Rosa Ponselle-Medaille ausgezeichnet worden war und sie 1990 den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und den Concours Voce Verdiani in Busseto gewonnen hatte, nahm ihre Karriere eine ungewöhnlich schnelle Entwicklung…

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ZU DEN GEBURTSTAGEN AUGUST 2020

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

KONSTANZ: OPEN AIR mit Barbara Frittoli, Gabriela Scherer, Michael Volle und Massimo Giordano

ZU INSTAGRAM – mit mehreren Fotos

ZUM VIDEO /INSTAGRAM

Waidhofen/ Ybbs: Wahn! Wahn! Überall Wahn! Günther Groissböck und die Trachtenmusikkapelle Windhag

 
Foto: Stadtgemeinde Waidhofen/ Ybbs
Wir greifen an diesem Abend die beliebte Tradition des 19. Jahrhunderts auf, bekannte Werke mit symphonischen Blasmusiken in Freiluftkonzerten wiederzugeben. Neu, aber auch naheliegend – gerade bei Wagner – ist, dass ein Opernstar von Weltrang von einem Blasorchester begleitet wird. Die Trachtenmusikkapelle Windhag ist ein herausragender Klangkörper; viele Bläser haben den Weg in große Orchester gefunden. Sie spielen unter anderem bei den Wiener Philharmonikern, in der Volksoper Wien, im Orchester des Bayerischen Rundfunks, unterrichten an Musikschulen in Waidhofen und Umgebung und sind trotz ihrer vielen Verpflichtungen noch immer aktive Mitglieder der Musikkapelle. Das Publikum sitzt am Fußballrasen, Günther Groissböck und die Trachtenmusikkapelle Windhag finden auf der Tribüne Platz. Bis zu 1.250 Personen können das Konzert besuchen
 
Buchbesprechung:

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Jan Caeyers : BEETHOVEN- Der einsame Revolutionär
Eine Biographie
833 Seiten, mit 47 Abbildungen und 24 Notenbeispielen.
Verlag C.H. Beck, München, 2020

Es ist Beethoven-Jahr, vor 250 Jahren wurde er geboren, und wenn Corona schon viele Veranstaltungen ganz gestrichen hat – Bücher sind davon nicht betroffen. Der Beck Verlag hat zum Thema zwar nichts Neues, aber Klassisches zu bieten. Schon seit die Biographie aus der Feder des flämischen Dirigenten Jan Caeyers 2012 erstmals erschienen ist, gilt das Buch als „Klassiker“. Neu bearbeitet bestätigt sich das bei der nunmehrigen Lektüre. So ausführlich ist wohl kaum einer der Kollegen das Thema „Beethoven“ angegangen. Auf 744 Seiten Text (der Rest gehört dem Anmerkungsapparat) lässt sich schon viel erzählen.

Dabei ist bemerkenswert, dass Caeyers absolut kein „Titanen“-Monument baut, sondern einfach – oder doch nicht einfach, weil mit kaum je erlebtem Detailreichtum – ein Leben schildert, chronologisch, von der Wiege bis zur Bahre, ein bisschen mehr noch: Es freut den flämischen Autor, Beethoven-Vorfahren in Flandern zu finden, und er nennt ihn einmal auch den „flämischstämmigen Immigranten aus der rheinischen Provinz“ in Wien…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Wir blicken gespannt in das Burgenland

Mit dem Bankenskandal kann kein Theater mithalten. Ist auch gut so, denn diese „Bühne“ kann von allen Interessenten ohne Limitierung eingesehen werden.

Mit Martin Pucher hatte ich vor vielen Jahren zu tun, als wir beide ziemlich zeitgleich sehr ambitioniert unsere Fußballvereine aufgebaut haben, Pucher in Mattersburg, ich in Wien. Das erste Spiel gewann mein Vereich 4:1, dann griff Pucher bereits tief in die Brieftasche (gefüllt mit Bankeinlagen?) und beim zweiten Aufeinandertreffen gingen wir mit 0:4 unter. Zwei oder drei Schritte versuchte ich mit Pucher mitzuhalten, dann habe ich die Sinnlosigkeit instinktiv erkannt und habe ihn in sein Glück (?) ziehen lassen. Da hatte ich als kleiner Gewerbetreibender keine Chance – und darauf habe ich reagiert (obwohl mir einige unserer Anhänger böse waren, aber denen war mein Schicksal bzw. das meiner Familie ziemlich wurscht).

Nostalgie ist wenig spannend, deshalb Schluss damit! Im Moment geht es höchst spannend zu , angeblich wurde nächtens zwei Stunden vor dem großen Crash versucht, Millionen zu verschieben – nicht einmal das ist gelungen. Wer hat verschoben bzw. versucht zu verschieben? Wer wusste vorzeitig, dass Feuer am Dach im Entstehen ist?

Der Fußballclub Mattersburg ist natürlich nicht Hauptprofiteur der Malversationen – aber er stand ziemlich am Anfang. Dann hat man (und „man“ ist offenbar der Bankier Pucher) gemerkt, wie leicht alles geht und hat „expandiert“. 

Eines kann ich Ihnen versichern: Ein Fußballclub ist wie eine Sucht. Auch die Presse trägt dazu bei: man muss Erfolg haben, dann steht man jeden Tag „in der Zeitung“. Verlierer sind nicht gefragt, bleiben unbeachtet am Rand. Schwache Charaktere können da nicht widerstehen, die greifen halt dann auf fremdes Geld zu, wahrscheinlich sogar im Glauben, das Gelb wieder zurückzahlen zu können!  Das ist aber kaum möglich, ein Fußballclub ist ein Faß ohne Boden!

Leuten, die nicht mit Eigenkapital in einen Verein einsteigen, sollten von solchen Funktionen ferngehalten werden. Die Verlockungen sind ganz einfach zu groß!

Die ganze Causa „Commerzialbank“ wird noch spannend! In einem reduzierten Festspielsommer kommen solche Ablenkungen auch den Theaterberichterstattern nicht ungelegen!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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