Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

4. AUGUST 2018

04.08.2018 | Tageskommentar

HEUTE im ORF (20,15 h): Die Salzburger „Zauberflöte“. Adam Plachetka (Papageno) und Cristiane Karg (Pamina). Foto: Ruth Walz/Salzburger Festspiele

Die Zauberflöte wird so viel gehört und so häufig aufgeführt wie kaum ein anderes Werk der Operngeschichte. Seit weit über 200 Jahren wird ihre Rätselhaftigkeit und Vielgestaltigkeit diskutiert, einmal wird sie als Zauberoper, Singspiel oder heroisch-komische Oper inszeniert, dann wieder als Maschinenkomödie oder gar geheimnisvoll mit Freimaurerritus und ägyptischen Mysterien auf die Bühne gebracht.

Sehen Sie selbst, was Lydia Steier daraus gemacht hat!

SALZBURGER FESTSPIELE: SONNTAG PREMIERE „PIQUE DAME“

Evgenia Muraeva (Lisa). Copyright: Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

Über wen wird Barbara Rett diesmal besonders ins Schwärmen geraten?

Erste Berichte von der Generalprobe sind positiv, Altmeister Neuenfels ist ein Profi. Voraussichtlich werden wir uns in den nächsten Tagen intensiver mit „Pique Dame“ beschäftigen.

„DAS TÄGLICHE OPFER“ – diesmal kein „Sextäter“ : Der Generaldirektor des Slowakischen Nationaltheaters Bratislava stolpert über die Finanzen!

 

Die Kulturministerin Lassakova hat den Generaldirektor ses Slowakischen National Theater, Chudovsky, gefeuert. Die ganze technische Abteilung (Technik, Licht,…) hat mit einem Streik gedroht, weil sie“ keinen beweglichen Teil des Lohnes bekommen haben-die Prämien“. Es gibt keinen 13.und 14.Lohn in der Slowakei.
Der Chudovsky sagte, dass es keine Diskussion war,  obwohl er diskutieren wollte, hat er nur das Dekret zum Abtreten bekommen.

Meine Bemerkung :
Die selbe Partei (zu der genannte Ministerin gehört ) SMER, hat ihn aber viele Jahre toleriert, obwohl auch in den vorangegangenen Jahren das  Theater im Defizit war.

Bilanz :
2015 – 657 000 eur
2016 + 20 000 eur
2017 – 692 000 eur
Bis Juli 2018  – 1 037 000 eur.

Originalbericht (Obiges ist eine kurze Übersetzung)

An der Preßburger Oper dürfte es „Brösel“ geben.
https://operaslovakia.sk/ministerka-kultury-sr-lubica-lassakova-odvolala-mariana-chudovskeho/

BAYREUTHER FESTSPIELE: BERICHT VOM GESTRIGEN „HOLLÄNDER“ BEREITS ONLINE

Peter Rose, Rainer Trost, John Lundgren. Copyright: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Diesmal berichtet Christian Konz aus Bayreuth. Der Online-Merker bietet verschiedene Autoren an, Einseitigkeit ist somit ausgeschlossen:

...Musikalisch ist diese Wiederaufnahme bei AXEL KOBER in sehr guten Händen. Er verleugnet nicht die Vorläufer der deutschen Spieloper (Flotow, Nicolai, Lortzing), von denen Wagner ausgeht und mit Meisterhand Neues, Anderes und letzlich die große, ernste Oper formt…

RICARDA MERBETH als Senta ist inzwischen im Hochdramatischen angelangt, und wenn sie sich nicht zügelt, muss man von einem Kleine-Sekund-Vibrato sprechen. Der Holländer JOHN LUNDGREN verfügt über eine charaktervolle Heldenbaritonstimme, die er mehr mit Farben und Inhalt füttern könnte, um eine herausragende Leistung zu bieten. Manchmal wird es zwischen diesen beiden einfach nur laut und man versteht nicht, warum sich die beiden so anbrüllen müssen, wo das Orchester mit dem akustischen Vorteil doch mehr nachgibt als im Opernalltag draußen in den anderen Opernhäusern. Ein hochachtbarer Kampf ist es allemal, nur eben nicht das Außergewöhnliche…

Zum Bericht von Christian Konz

Bayreuther Festspiel-Publikum kämpft mit der Hitze

Auszug aus Hamburger Abendblatt: Es ist in diesem Jahr schweißtreibend, Festspiel-Besucher in Bayreuth zu sein. Das Festspielhaus – schon bei gemäßigteren Außentemperaturen eine Sauna – wird in diesen heißen Sommertagen, bei über 30 Grad im Schatten, zum Backofen.

Weil es keine Klimaanlage in Richard Wagners Festspielhaus gibt, steigen die Temperaturen im Opernsaal ins Unerträgliche. Wenn die Türen geschlossen sind, weht dort kein Lüftchen mehr. Einigen Besuchern macht die Hitze so sehr zu schaffen, dass sie die Vorstellung mittendrin verlassen, einige brauchen sogar medizinische Hilfe…

Eine Oper von Richard Wagner ist Schwerstarbeit – nicht nur für die Musiker
Hamburger Abendblatt

Wien man aus einer Bayreuther Sitzreihe rauskommt, wenn man in der Mitte sitzt, würde mich interessieren.

Dazu wird uns eine Anekdote geliefert. Wenn sie nicht stimmt, dann ist sie zumindest gut erfunden:

Ein älterer Festspielbesucher brach mitten in einer Reihe auf dem Stuhl zusammen und rutschte auf den Holzboden unter dem Sessel. Als man ihm gleich hinaufhelfen wollte, was in Bayreuth immer eine mehr als umständliche und auch geräuschvolle Prozedur ist, ließ er die Nachbarin Folgendes leise wissen: „Bitte lassen Sie mich hier unten liegen, ich kann ja hier wenigstens noch die Musik hören.“ Angesichts der des Öfteren heute zu erlebenden Optik, wie etwa im „Fliegenden Holländer“, ist das eigentlich gar keine so von der Hand zu weisende Bitte. Selbst wenn man noch sitzt…

Bayreuther „Fundstücke“

 

BAYREUTH: Die Bücherverbrennung, die keine war

https://www.nordbayerischer-kurier.de/inhalt.bayreuth-vor-50-jahren-die-buecherverbrennung-die-keine-war.d9ccf196-43d3-478f-9356-8e1e83226ea3.html

Die Wagner Familie schuldet noch immer die Offenlegung der Winifred – Adolf Briefe die bei der Lieblingsnichte in München hinterlegt sind, deren Einsicht Katharina Wagner schon zu Amtsantritt ankündigte, oder sie sind schon verschwunden?

https://www.zeit.de/2002/22/Winnie_und_Wolf

Hans Knappertsbusch – ein Bayreuthianer alter Schule

https://www.nordbayerischer-kurier.de/inhalt.festspiele-knappertsbusch-bayreuthianer-alter-schule.1413e0f8-41dd-4860-bacb-83f692827e2e.html

„Der fliegende Holländer auch anderswo – in Selzach/ Schweiz

Michael Koling berichtet: Den lokalen Erzählungen nach soll der Uhrenfabrikant Adolf Schläfli in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts auf einer Reise einen Deutschen kennen gelernt haben, der ihm von den Passionsspielen in Oberammergau erzählte und das Interesse des Schweizers dafür weckte. Der Deutsche, so wird erzählt, soll Richard Wagner gewesen sein. Schläfli besuchte also den Passionsspielort und war so beeindruckt, dass er so etwas auch bei sich zu Hause haben wollte. In seinem Heimatort Selzach, eine Gemeinde am Jurasüdfuß mit heute etwa 4400 Einwohnern, ließ er ein bis heute existierendes Passionsspielhaus errichten, das 1995 eingeweiht und erstmals bespielt worden ist. Passionsspiele gab es hier durch lange Jahre mit wechselndem Erfolg; die letzte Produktion, „Passion 72“ endete im finanziellen Desaster.

Mit der Premiere von Mozarts „Zauberflöte“ begann am 12.August 1989 eine neue Ära im unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Passionsspielhaus –  als Spielort für Opern.

Alexandra Lubchansky (Senta), Jordan Shanahan (Holländer). Copyright: Sommeroper Selzach

Zum Bericht von Michael Koling

München: Gar nicht gut geht es Sir Peter Jonas . aber er kämpft!

Ex-Staatsopern-Intendant Sir Peter Jonas kämpft erneut gegen den Krebs
Münchner Abendzeitung

Zum 50er: Alles Gute, Olga Neuwirth
ie unterscheidet nicht zwischen „high“ und „low“, integriert in ihrem Werk Einflüsse von Pop und Jazz, hat schon früh multimedial gearbeitet, sich mit ihrer musikalischen Sprache in die Universen der Texte von Elfriede Jelinek und Herman Melville versenkt und ist mit ihren gesellschaftskritischen Aussagen angeeckt.
https://oe1.orf.at/artikel/648071

Daniele Gatti zeigt sich überrascht von Vorwürfen sexueller Belästigung
Chefdirigent Daniele Gatti wurde wegen Vorwürfen sexueller Belästigung fristlos aus dem Concertgebouw-Orchester entlassen. Der Italiener behauptet, er sei überrascht über die Beschuldigungen.
Tagesspiegel
Chefdirigent Gatti weist Beschuldigungen zurück
Das 1888 gegründete Concertgebouw-Orchester zählt zu den besten Klangkörpern der Welt. Unter Gattis Vorgängern in Amsterdam waren die Dirigenten Bernard Haitink (1963–1988), Riccardo Chailly (1988–2004) und Mariss Jansons (2004-2015)
Hamburger Abendblatt
Ist Gattis Entlassung angemessen?
Danielle Gatti ist nach James Levine und Charles Dutoit der dritte Dirigent von Weltrang, der sich Metoo-Vorwürfen stellen muss. Aber w o verläuft die Grenze zwischen Straftat und unverzeihlichem Benehmen?
Tagesspiegel

Unter anderem prüfen die Berliner Philharmoniker, ob sie die Zusammenarbeit mit Herrn Gatti fortsetzen.
Ist „Unverzeihliches Benehmen“ ärger als eine Straftat? In den Augen der Kulturmanager offenbar schon, denn von einer Straftat ist im Fall Gatti keine Rede. Ist nur „lebenslange Ächtung“eine angemessene Strafe? Predigen die guten, „besseren“ Menschen nicht immer Toleranz, die wir normal Sterbliche walten lassen sollten – selbst bei Straftaten? Irgendetwas stimmt da in der Relation nicht.

Ich denke, dass die „Täter“ gelernt haben, dass sie so nicht weiter agieren können – und um sich künftig einen „Feuerwall“ bauen. Wir haben es ja nicht mit Vollidioten zu tun. Weiters werden die weitverbreiteten, meist aus Konkurrenzgründen getätigten Unterstellungen, wonach Sängerinnen (aber auch Sänger – immerhin befinden wir uns in der Theaterszene) ihre Karriere auf der „Besetzungscouch gemacht haben, nun auch der Vergangenheit angehören! Zumindest sollte man das meinen, in der Praxis wird es freilich anders aussehen.

Durch die Geschäftsstelle werde ich im Büro oft kontaktiert, manchmal auch besucht. Reaktionen am gestrigen Tag deuten darauf hin, dass sich ein Sinneswandel beim Publikum einstellt. „Net scho wieder, das wird fad!“. Nun, Fadesse darf kein Hinderungsgrund sein, ein „unverzeihliches Benehmen“ zu benennen und auch daraus Konsequenzen zu ziehen. Die Gefahr ist, dass das breite Publikum zu zweifeln beginnt. Die Entwicklung ist inflationär, wer will schon Inflation?

NEU IN UNSEREN INTERVIEWS: Benjamin Appl / Bariton

Benjamin Appl. Foto: Andrea Masek

Hitze, Oper und Badespaß in der Mozartstadt

Die tropischen Temperaturen machen auch vor der Mozartstadt nicht halt. Moretti, Reinsperger & Co. haben aber noch Schonfrist, und Grigorian hüpft einfach in den Mondsee.
https://www.krone.at/1748133

Einen Tag mit möglichst viel Schatten oder am Badeteich

wünscht A.C.

 

Diese Seite drucken