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4. APRIL 2020 – Samstag

04.04.2020 | Tageskommentar

Ab heute: Salzburger Osterfestspiele in Traumbesetzungen – leider nur auf den Bildschirmen

Am heutigen  Samstag, dem 4. April 2020, wären die Osterfestspiele Salzburg 2020 mit der Premiere von Giuseppe Verdis Oper Don Carlo eröffnet worden. Bekanntermaßen wurde das diesjährige Festival aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie behördlich abgesagt.

Um Opern- und Musikinteressierten sowie Kunden und Freunden dennoch ein gewisses „Programm“ sowie einen besonderen Service zu bieten, starten die Osterfestspiele Salzburg ab morgen gemeinsam mit ihrem Medienpartner UNITEL ein kostenloses Video-Streaming-Angebot auf ihrer Website www.osterfestspiele-salzburg.at

Videoaufzeichnungen der Opernproduktionen aus der Ära Christian Thielemann/Sächsische Staatskapelle Dresden der Jahre 2013 bis 2017 werden im Zwei-Tages-Rhythmus gezeigt. Die Reihe beginnt am 4. April um 12:00 Uhr mit der Jubiläums-Walküre von 2017 und geht über Otello, Cavalleria rusticana, Pagliacci und Arabella chronologisch zurück bis zum Parsifal des Jahres 2013. Jedes Opernvideo bleibt für 48 Stunden verfügbar, jeweils zu Mittag wird alle zwei Tage ein neuer Film gepostet. Den detaillierten Spielplan finden Sie in unseren heutigen Infos des Tages!

Zur Absage der Bayreuther Festspiele: Opernproben brauchen Nähe
Die Bayreuther Festspiele sind abgesagt. Pietari Inkinen hätte den neuen „Ring des Nibelungen“ dirigieren sollen, doch er hält diese Entscheidung für verantwortungsvoll.
Frankfurter Allgemeine

Die Absage war alternativlos, weil Katharina Wagner praktisch keine Zeitreserve hatte. Da offenbart sich der Probenwahn der heutigen Zeit. Bayreuth hätte am 25. Juli beginnen sollen, Proben waren anscheinend bereits im April anberaumt! Muss das tatsächlich so sein? Ist das nicht maßlos übertrieben? Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich ein Künstler das im April geprobte Detail nicht bis in den Juli/August merken kann – zwischenzeitlich hat er auch Anderes zu zu tun! In normalen Zeiten freilich, diesmal eben nicht!

Dass Proben körperliche Nähe erfordern, ist einleuchtend. Diese ist behördlich untersagt, also stellt sich gar nicht die Frage, ob Katharina Wagners Absage „verantwortungsvoll“ war, sie hatte keine andere Wahl! Nachdem ich gehört habe, dass die Absage der Regisseurin Tatjana Gürbaca, die ja eigentlich noch vor Herrn Valentin Schwarz erste Wahl gewesen wäre, wegen „zu wenig Probenzeit“ erfolgt ist (und sich Herr Schwarz mit weniger begnügt hat, erst deshalb zu seinem Auftrag kam) , hatte die Bayreuther Festspielchefin auch zeitlich keinen Spielraum!

Die Frau Präsidentin in Salzburg hat da einen längeren Atem, vielleicht auch die besseren Nerven – und ist finanziell besser abgesichert. Sie spielt auf Zeit – und hofft auf eine Trendwende. So ganz glaube ich zwar nicht, dass man in der Krise Risikogruppen aufeinander loslassen wird (und mit Maske im heißen Theater ist eine Qual, für die man nicht noch dazu bezahlt – das wäre Masochismus pur), aber es liegen bis zur Dead-Line noch zwei Monate vor ihr. Wer weiß, was es da noch für politische Bocksprünge gibt. Frau Rabl-Stadler war ja selbst Politikerin (für die Kanzlerpartei) und hat dort politisches „Tempelhüpfen“ wohl auch erlebt!

Kulturveranstalter zwischen Hoffnung und Bangen

Oper Klosterneuburg, Stiftshof. Copyright: Roland Ferrigato/Oper Klosterneuburg

Oper Klosterneuburg und Sommertheater sind zuversichtlich, ihre Produktionen über die Bühnen bringen zu können.
Niederösterreichische Nachrichten

Auszug aus den „Niederösterreichischen Nachrichten“: Langsam steigt die Nervosität auch bei den Veranstaltern sommerlicher Kulturfestivals. Die Absage sämtlicher Festivals im Burgenland von Mörbisch über St. Margarethen bis Jennersdorf, Kobersdorf und Raiding bereits zum jetzigen Zeitpunkt löst vielerorts Irritationen aus. Wie stellt sich die Lage in Klosterneuburg dar?

Michael Garschall, Intendant der operklosterneuburg, mit über 160 Beschäftigten einer der großen Player im Rahmen des Theaterfests NÖ, ist natürlich besorgt, gibt sich aber noch zuversichtlich. Ein „toller Vorverkauf“ für Giuseppe Verdis „La Forza del Destino“ läuft „auf Superschiene“, so Garschall. Premiere ist am 4. Juli im Kaiserhof des Stifts. Mit der Stadtgemeinde als Veranstalter – Garschall: „Ein wunderbarer Partner“ – gehe man jedenfalls „alle Varianten durch“. Auch das Land NÖ gebe den Kulturschaffenden in der prekären Situation großen Rückhalt.

Es wäre natürlich eine große Chance, eines der wenigen Festivals austragen zu können. Garschall ist Pragmatiker – und wenn ich es einem zutraue, dann ihm. Freilich, aber „Höhere Gewalt“ kann auch er nicht aushebeln, wobei die Absage von Politikern als „Höhere Gewalt“ rechtlich umstritten ist. In diesem Fall müsste man einen Politiker mit einer „Gottheit“ gleichsetzen, aber bei allem Respekt vor dem rasanten Aufstieg unseres Kanzlers – von einer Gottheit ist er noch etwas entfernt.

Vielleicht kommt man mit weniger Probenzeit aus, was ganz sicher möglich sein müsste – und merkt sich das für die Zukunft. Der 4. Juli als Termin ist aber etwas knapp. Ein Vorteil: Eine Freiluftveranstaltung, bei der man es in kühleren Abendstunden eventuell auch mit Maske aushalten könnte.
Auch aus diesem Grund – viel Glück bei diversen Vorhaben!

Opern in der Zwangspause: Diese Hilfen gibt es für Betroffene
Die Corona-Krise zwingt Opernhäuser zu einer Zwangspause. Für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Musiktheaterbranche wurde nun ein Hilfsfonds eingerichtet. Immerhin läuft der Opernbetrieb neben den festen Ensembles zu einem großen Teil etwa mit freischaffenden Musikerinnen und Musikern, die für die jeweilige Produktion engagiert werden. Auch an sie richtet sich jetzt die Sängerhilfe. Hinter der Unterstützungsinitiative stehen die Fachzeitschrift „Oper!“ und die Manfred Strohscheer Stiftung.
https://www.mdr.de/kultur/corona-saengerhilfe-oper-musiktheater-100.html

Das ist eine nette Solidaraktion, aber wirklich „retten“ wird diese niemand können. Es rächt sich nun, dass auch Sänger darauf vertraut haben, dass es so störungsfrei weitergeht wie bisher. Ich verstehe das schon, wer nicht riskiert, der nicht gewinnt! Mit dieser Situation konnte wirklich niemand rechnen, aber da so ziemlich alle in einem Boot sitzen, wird es wohl nicht so arg werden!

Was ist höhere Macht: Sind Entscheidungen von Politikern mit „Höherer Macht“ gleichzusetzen? Sind Politiker Gottheiten?

Eine juristische Frage – es geht um viel Geld!

 

Viele prominente Sänger kämpfen für ihre Kollegen. Freischaffende Künstler sind besonders arg dran, weil sie, wenn „Höhere Macht“ angeführt wird, vollends durch die Finger schauen.  Jonas Kaufmann, Elisabeth Kulman sind dabei, Günther Groissböck und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke gehen die Sache an vorderster Front für ihre Kollegen von der juristischen Seite an.

Mal sehen, wie die Schlacht ausgehen wird, nachdem Politiker die Situation als „höhere Macht“ einstufen lassen, um so alle Verträge ohne Zahlungspflicht auflösen zu lassen und sich somit den Status einer Gottheit verleihen.

Dass es eine Gewalt war, unser Leben so runterzufahren, bestreitet ja niemand. Gestritten wird vermutlich um die Höhe der Gewalt!

Es ist wirklich unfassbar, was da derzeit abgeht.

Nachstehend sehen Sie ein Video eines Virologen, der in der letzten Woche gr0ß „in Mode“ und sogar zu Fernsehauftritten gekommen ist (nicht beim ORF, denn dort dürfen nur die „Staatsmediziner“ an ein Mikro heran)

EIN VIDEO

Es klingt alles so einleuchtend, auch wenn einer das Gegenteil behauptet.

Tim Theo Tinn (TTT) erörtert: ES GEHT WAS UM DIE WELT!

Wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen!  Es geht was um die Welt!

Verändert sich nicht nur der Theater-Background durch eine Seuche, wirtschaftliche Beschränkungen und neue Medien?

Die Pest (Arnold Böcklin, 1898) – Gibt es solch apokalyptische Reiter über unserem Weltgeschehen?

„Berichte über etwas, das nicht passiert ist, sind für mich interessant, denn wie wir wissen, gibt es Dinge, die wir wissen. Wir wissen auch, dass es Unbekanntes gibt, von dem wir wissen, dass es unbekannt ist. Wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.“

Es gibt kein Zurück: die Corona – Seuche offenbart nach wenigen Wochen manche gefälschte Realität, schafft neue Konsensrealitäten (https://www.goethe.de/de/kul/ges/21480851.html), Wahrheiten, entlarvt alte Lügen, deren Kettenreaktionen auch Auswirkungen auf theatral/dramatische Arbeit (Bühnenaufführungen) haben.

Zu den Ausführungen von TTT

Wenn man den aktuellen Stop der Investitionen für die Theaterbauten in Stuttgart und Frankfurt bewertet, sind TTTs Überlegungen zukunftsweisend und erheblich schneller eingetreten als erwartet!

Zwei „Einschlepper“ kommen zu Wort

Salzburg
Seit vier fünf Tagen fühlen wir uns wieder topfit
Frank Stadler, Konzertmeister des Mozarteumorchesters, Primgeiger des Stadler Quartetts, gefragter Solist und Widmungsträger von Violinwerken namhafter zeitgenössischer Komponisten, hat sie hinter sich, die Corona-Infektion. Er und seine Lebensgefährtin, Mirga Gražinytė-Tyla, Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra, haben das Virus im Februar aus Madrid mitgebracht.
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/im-portraet/14057-seit-vier-fuenf-tagen

Köln: Opern-Chefin Meyer zur Corona-Krise: „Vogelgezwitscher mitten in der Innenstadt“
https://www.report-k.de/Kultur/Musik/Opern-Chefin-Meyer-zur-Corona-Krise

Berliner Kulturleben nach Corona Opernhäuser präsentieren Spielpläne
Stiften Vorfreude: Die Lindenoper und das Musikfest Berlin geben ihre Pläne für die Zeit bekannt, wenn die Bühnen wieder offen sind
Tagesspiegel

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks stellt neue Saison vor
Ein Programm im Sinne des verstorbenen Mariss Jansons
BR-Klassik

Garmisch-Partenkirchen
Ämter zieren sich: Richard-Strauss-Festival noch nicht abgesagt

Ist das Richard-Strauss-Festival 2020 noch zu retten? Wirklich glaubt wohl niemand mehr daran, dass die Festspiele zu Ehren des weltbekannten Komponisten wie geplant von 19. bis zum 28. Juni stattfinden werden. Alle großen Veranstaltungen im Landkreis, wie die Passionsspiele in Oberammergau oder dasBMW-Biker-Meeting, sind bereits ein Opfer der Corona-Krise geworden und mussten abgesagt werden. Das gleiche Schicksal droht nun auch dem Strauss-Festival, für das der Kartenvorverkauf im Januar begonnen hat. Allerdings zieren sich die zuständigen Ämter noch.
Münchner Merkur

Ildar Abdrazakov in der Corona-Quarantäne (gefunden von Fritz Krammer)

 

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Paketdienste in der Corona-Krise. Was ich selbst erlebt habe

 

Ich weiß, ich bin ein Idiot. Meine Frau hat bereits gedroht, mich entmündigen zu lassen, wenn ich mit diesem Blödsinn nicht aufhöre. Ich spende zwar nicht, aber ich kaufe. Darunter sind Sachen, die ich nie brauche – zu stark überhöhtem Preis. Ich bin zwar kein „Gutmensch“, fühle mich aber als guter Mensch. Behindertenwerkstätte, Blindenverbände etc. finden bei mir leider viel zu oft ein zu offenes Ohr. Ich erwäge bereits, meine Telefonnummer zu ändern, denn diese scheint unter diversen „Keilern“ ein ganz heißer Tipp zu sein. So könnte ich die Städtischen Reinigungsbetriebe mit Kehrbesen sonder Zahl ausstatten, auch habe ich mindestens 20 Badetücher originalverpackt schon seit vielen Jahren auf meinem Dachboden deponiert. Jetzt habe ich mir ein einundzwanzigstes Badetuch von irgend einer Blindenwerkstätte zugelegt.

Ich habe meine Situation dieser Tage geschildert, ich bin ein „Überblicker“, weil ich hinter einer großen Glastüre sitze und von dort die Gegend beobachten kann. Ich sah also den Paketdienst in meine Gasse einbiegen und wollte die Ware in Empfang nehmen. Ich habe mich also erhoben, den Schlüssel gesucht und gefunden, die Türe aufgesperrt und aufgemacht – und sah den Paketflitzer nur mehr von hinten – bereits weit entflitzt. Dafür klebte ein Zettel an der Nebentüre, nachdem ich mir meine Ware in einem türkischen Supermarkt in der Lichtenberggasse in Meidling, wenigstens mein Heimatbezirk, abholen möge. Nun kennt kein Meidlinger die Lichtenberggasse, auch nicht unser Kanzler Kurz (ich arbeite wirklich im Zentrum Meidlings), im Internet fand ich sehr mühsam heraus, dass dies ein Gässchen „Am Schöpfwerk“ ist. Nun, zur Adresse Schöpfwerk möchte ich mich nicht äußern, fragen Sie dazu einen Polizisten. Es handelt sich um eine riesige Wohnhausanlage, als Fahrzeit gab der Routenplaner von meinem Standort aus 12 Minuten bekannt (nicht eben nahe). Gut, ich begab mich tags darauf auf Expedition  und fand sogar die Lichtenberggasse und besagten Supermarkt. Dort enluden bereits mehrere Paketdienste ihre Fahrzeuge, obwohl sich die Leute sich ja in Hausarrest befinden sollten und daher anzutreffen gewesen sein müssten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gar kein Zustellversuch gemacht wurde, sondern offenbar bereits vorgefertigte Benachrichtigungen in die Postkästen gesteckt werden. Da ich kein Schnurrbartträger bin, wurde ich zuerst mit Verachtung gestraft (ich bin eben ein Ungläubiger- und das merkt man), als ich igendwas vom „Arsch der Welt“ sagte, jaulte plötzlich die Begegschaft auf. Man versteht dort zumindest Deutsch! Mit saurer Miene bekam ich mein Paket und suchte raschest das Weite.

Ich weiß, diese Paketdienste bekommen für ihre Dienstleistung nicht viel Geld. Für das, was sie (sich) tasächlich leisten, ist das immer noch zuviel. Es ist kontraproduktiv, wenn sich die Paketempfänger aus ihren Wohnungen in ein „fremdes Territorium“, das sie auf kaum einem Plan finden können, begeben müssen, um dort das zu bekommen, was problemlos vor ihrer Tür abgelegt hätte werden können. Wenn Sie kein Auto haben, sind Sie ohnehin chancenlos!

Meine Frau braucht mich nach diesen Erfahrungen wohl nicht entmündigen lassen. Wenn mir künftig jemand Hilfsbereitschaft, Unterstützung für Behinderte einreden will, lege ich von selbst auf!

Es klappt so viel nicht in dieser Zeit und „gut gemeint“ ist das Gegenteil von gut!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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