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31. OKTOBER 2021 – Sonntag

31.10.2021 | Tageskommentar

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Zeitumstellung: Die Krux mit der geschenkten Stunde
Am Sonntag wird der Zeiger wieder nach hinten gedreht. Wo die Winterzeit nicht existiert – und wie Hund und Katz darauf reagieren.
Kurier.at

SALZBURG: Herbstliche Osterfestspiele mit dem Mozart-Requiem gestartet

Christian Thielemann. Foto: Matthias Creutziger

Kirsten Liese berichtet aus Salzburg: Was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund, und in der Tat: Nachdem die Osterfestspiele, zweimal verschoben, nun verspätet an den Start gehen konnten, war mit Mozarts „Requiem“ ein fulminanter Auftakt zu erleben.

Wie schön, Christian Thielemann wieder einmal mit Mozart zu erleben! Seine Bruckner-, Brahms-, Wagner- und Strauss-Interpretationen gelten unangefochten als genial, mit Mozart kam er noch weniger zum Zuge, den kann er aber genauso gut! Davon konnte man sich schon einmal 2006 überzeugen, als er weiland mit den Münchner Philharmonikern eine Einspielung des Requiems vorlegte. In der Musikkritik allerdings war damals noch alles von Kopf bis Fuß auf Nikolaus Harnoncourt eingestellt und die von ihm vorgegebene Richtung der historischen Aufführungspraxis. Inzwischen ist man von dieser engen Sicht hoffentlich wieder etwas abgerückt…

Christian Thielemann eröffnet die herbstlichen Osterfestspiele mit Mozarts Requiem
Was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund, und in der Tat: Nachdem die Osterfestspiele, zweimal verschoben, nun verspätet an den Start gehen konnten, war mit Mozarts „Requiem“ ein fulminanter Auftakt zu erleben.
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Osterfestspiele im Herbst starteten mit Mozarts Requiem: Der Maestro setzt die Sänger in Szene
Christian Thielemann spielte zu Festivalstart seine kapellmeisterlichen Fähigkeiten aus.
Salzburger Nachrichten

Zum Start der Wagner Doku

Richard Wagner – Farblithographie von Karlheinz Beer nach einer Fotografie der Gebrüder Ghémar Brüssel von 1860 © Karlheinz Beer/VG Bild-Kunst

Er fängt in Venedig an, mit traumhaften Bildern aus der Lagunenstadt: Der Dokumentarfilm „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ von Axel Brüggemann, der am vergangenen Donnerstag in die Kinos kam, macht unter anderem Station in den U.S.A., in Israel, Japan, Abu Dhabi und Lettland. Aber natürlich liegt der Schwerpunkt in Bayreuth – wo sonst? Schließlich steht hier das Festspielhaus, das Richard Wagner eigens für die Aufführung seiner Werke erbauen ließ und damit aus der fränkischen Provinzstadt eine Weltstadt auf Zeit gemacht hat. Die 1876 eröffnete Mutter aller Festspiele wird seither fast jeden Sommer zum Pilgerort für Wagnerianer aus allen Kontinenten…

Glamour und Bratwurst
„Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ heißt ein sehenswerter Dokumentarfilm von Axel Brüggemann, der am 28. Oktober in die Kinos kommt.
von Monika Beer
http://rwv-bamberg.de/2021/10/glamour-und-bratwurst/

Scheußlicher Mensch, himmlische Musik
n Japan und Israel, bei den Schwarzen in Newark und beim Scheich von Abu Dhabi, aber auch bei einem fränkischen Metzger-Ehepaar findet man eine Faszination fürs gleiche Phänomen: Der Film „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ teilt sie instinktiv klug.
Frankfurter Allgemeine

CHEMNITZ: TRISTAN UND ISOLDE. Knallharte Liebesnacht

Er kann einfach nicht von seinem kleinen Revolver lassen: Szene aus dem 2. Akt mit Daniel Kirch als Tristan und Stéphanie Müther als Isolde Foto: Nasser Hashemi

Mit „Tristan und Isolde“ gelingt Elisabeth Stöppler in Chemnitz erneut ein Wagnerabend aus weiblicher Sicht, der hart und spannend ist wie ein Krimi. Daniel Kirch und Stéphanie Müther in den Titelrollen sind eine Wucht…

Bei dieser Produktion, die jede Fahrt nach Chemnitz lohnt, besticht nicht zuletzt die musikalische Interpretation. Die erste große Opernaufführung in Chemnitz nach der Corona-Zwangspause begann zwar im Orchester hörbar nervös. Was Dirigent Guillermo García Calvo aber dann aus der Robert-Schumann-Philharmonie und dem von Stefan Bilz einstudierten Herrenchor herausholte, wie er die Solisten stützte in den mal zarten, mal überwältigenden Klangwogen, lässt mich nach der „Götterdämmerung“ und dem ebenfalls brillanten „Lohengrin“ (Regie: Joan Anton Rechi) schon wieder zu dem großen Wort vom Opernwunder in Chemnitz greifen.

Besuchte Premiere am 23. Oktober. Weitere Vorstellungen am 31. Oktober, 17. und 28. November sowie am 27. Februar und 1. Mai 2022, Karten unter Telefon 0371/4000-430 sowie online unter https://www.theater-chemnitz.de/

Chemnitz
Knallharte Liebesnacht
Von Monika Beer
http://rwv-bamberg.de/2021/10/knallharte-liebesnacht/

München/ Bayerische Staatsoper
„Die Nase“: Erbaulich oder postfaktisches Hansi–Bubi-Theater?

Viel Gebaumel im Gesicht. Foto: Wilfried Hösl/Bayerische Staatsoper

Einlassung von Tim Theo Tinn. Ein antiquiertes Wort reflektiert „Die Nase“ an der Bayr. Staatsoper nicht!

Bewertet man die aktuelle Inszenierung „Die Nase“ an der Bayr. Staatsoper (Stream) gem. gediegener Bedeutung zum humanen Sein und unmittelbarem Verständnis eines Wirkens von Grund auf (also mit der Frage nach kreatürlich Erbaulichem, sinnlichem Erleben) s. o., bleibt wenig Substanz aber öde Trivialität in überlebter Konfektion/Konvention ca. 40jähriger „Regietheatertraditionen“. Erbaut mit Bezug auf vertiefenden Sinn menschlichen Seins wurde wenig. Das Bühnengeschehen irrlichtert irritierend, ignoriert irrationale ideale Ideen der Vorlage.

Komponiert wurde eine Allegorie über Identität und Anpassung als Fabel, in der gesellschaftliche Reputation durch angepasstes Sein die Harmonie in einer Gesellschaft bestimmt (altes Sozial-Theorem: Anpassung bedeutet Gratifikationsoptimierung!).

https://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-die-nase

Wien/“Neue Oper“/Theater Akzent: PROSERPINA von Wolfgang Rihm. Premiere am 29.10. (Öst. Erstaufführung)

Copyright: Neue Oper

„Bildungsbürgerliche Schmerz- und Wonneschauer“

„Proserpina“, Neue Oper Wien im Theater Akzent Die Kammeroper „Proserpina“ von Wolfgang Rihm wurde von der Neuen Oper Wien im Theater Akzent zur österreichischen Erstaufführung gebracht. Das Schicksal der Tochter der Ceres, die von Pluto in die Unterwelt entführt wird, ist ein zeitloser – wenn auch schon einigermaßen hinter unserem kulturellen Horizont verschwundener Stoff.

http://www.operinwien.at/werkverz/rihm/aproserp.htm / Dominik Troger/ www.operinwien.at

AUGSBURG/STAATSTHEATER: LA CLEMENZA DI TITO – Premiere am 23. Oktober 2021

Foto: Jan-Pieter Fuhr

Klaus Billand meint:  Theatralisch über ein an sich interessantes Ziel hinausgeschossen

Das Staatstheater Augsburg spielt seit Jahren in seinem Ausweichquartier Martinipark – ein recht schlichter Theaterraum mit guter Akustik und relativ großer Bühne – im Schatten der legendären Renovierungsverzögerungen großer Häuser wie der Staatsoper Berlin, mittlerweile ja fertig, und der Oper Köln, wo manche kaum noch an eine Fertigstellung glauben. So bekommt nicht jeder in der Opernszene mit, dass sich auch die Renovierung der schönen alten Oper Augsburg mittlerweile über alle Gebühr verzögert. Man denkt nun an 2025/26…

…Vor diesem Hintergrund muss mal wohl die Augsburger Inszenierung durch Wojtek Klemm sehen, für deren volles Verständnis man eben wieder einmal das Programmheft benötigt. Sonst würde man selbst bei gediegener Werkkenntnis einige Regieeinfälle nicht verstehen, wie beispielsweise die Erschießung Titos und Vitellias durch Annio am Schluss, als bekanntlich alle der Güte des Herrschers ultimativ huldigen und ihm ein langes Leben wünschen, sowie einiges mehr. Das gradlinige Bühnenbild von Magdalena Gut, eine bühnenbreite graue Wand mit mehreren Türöffnungen, die durch Lichtstreifen abgesetzt sind, verrichtet durchaus praktische Dienste bei Auf- und Abtritten der Protagonisten und des Chores. Von Rom oder auch nur dezenten Andeutungen der Ewigen Stadt natürlich keine Spur! …

Zum Premierenbericht von Klaus Billand

LUZERN: Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro • Luzerner Theater • Premiere: 30.10.2021

 The barber’s wedding

Nachdem Wagemut die Saison mit Kagels «Staatstheater» zu beginnen, hat sich die neue Operndirektion des Luzerner Theaters sich nun mit einer ersten «echten» Opern-Premiere vorgestellt. Figaros Hochzeit, «very british» umgesetzt, ist eine absolut überragende Ensembleleistung, die das Zeug hat, Kult zu werden.

Foto © Ingo Hoehn

Gerard Jones (Regie) lässt seine Inszenierung gegen Ende der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts in einem auf sehr sympathische Art und Weise nicht mehr ganz frischen Landsitz eines englischen Adligen (Bühne: Anna Yates) spielen…

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

NSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Kritz Krammer

Kristina Opolais probt in Buenos Aires/ Teatro Colon (Recital )


Veranstalterin Elisa Wagner, Kristina Opolais

ZU INSTAGRAM

WIEN / Volkstheater:  SECHS TANZSTUNDEN IN SECHS WOCHEN von Richard Alfieri
Premiere: 30. Oktober 2021

 

Diesen Abend war das Volkstheater als Institution (egal, wer gerade Direktor ist) einem seiner verdientesten Mitglieder schuldig: Doris Weiner. Mitte der siebziger Jahre kam sie ans Haus, ein kleines, zartes, quirliges Persönchen, das sich von Manker bis Badora, von Komödie bis Charakterstück durchs Volkstheater spielte. Sie ist, wie so viele ihrer Generation, dem Haus treu geblieben – und durfte von allen als Letzte gehen.

Denn als man nach Ende der Ära Schottenberg alle ihre noch verbliebenen Kollegen „entfernte“, war Doris Weiner unentbehrlich. Sie hat in den  letzten eineinhalb Jahrzehnten noch Besonderes geleistet – nämlich den „Thespiskarren“ des Hauses durch die Außenbezirke (was man heute, wer weiß warum, nicht mehr sagen darf) zu fahren. Und nur, wer ein bisschen Einblick hat, ahnt, welche Arbeit und Verantwortung es war, diese  Bezirksaufführungen zu betreiben und vor jeder Vorstellung noch selbst vor den Vorhang zu kommen und dem Publikum das Nötigste zu erzählen, über das Stück, über das Abo, was das Haus sonst noch macht, und es einzuladen, immer wieder ins Theater zu kommen…

Das war unter Michael Schottenberg noch einfach, denn das Publikum bekam einen klug zugeschnittenen Spielplan, es war unter Anna Badoras instinktlosem Regime fast unmöglich, wo die Abonnenten in Scharen gar nicht erst kamen und ihre Abos zurück gaben…

Die neue Direktion von Kay Voges schickte Doris Weiner in Pension und übergab  die Bezirksvorstellungen an Calle Fuhr. Die  geplante Abschiedsvorstellung für Doris Weiner, „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“, fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Immerhin, sie wurde jetzt nachgeholt. Zur Freude aller Beteiligten…

..So bleibt am Ende noch zu berichten, dass der Zuschauerraum an diesem Abend so voll war, wie man es seit Beginn der Ära Voges noch nie erlebt hat. Doris Weiner wurde mit langem Auftrittsapplaus bedacht, am Ende gab es Standing Ovations, und das Publikum ging erst nach Hause, als es eine Zugabe der „Swing“-Nummer gab… (Ein paar Dankesworte, wenn schon nicht von der jetzigen Direktion, so vielleicht von der AK, unterblieben…) Es war Nostalgie pur, die vielleicht letzte Gelegenheit zu erleben, wie Wiens „Lieblinge“ von Wiens Publikum ans Herz gedrückt und gefeiert wurden. Damals… und einmal noch heute.

Zum Bericht von Renate Wagner

Die Salzburger Nachrichten mit einem passenden Interview dazu: https://www.sn.at/kultur/allgemein/abschiedsrunde-von-doris-weiner-am-wiener-volkstheater-94759117

WIEN: Buchpräsentation Hannelore Fischer – Fahrt ins Glück

⏱ Sonntag der 31.10.2021, 20:30 – 21:30 Uhr

Hannelore Fischer präsentiert ihr neues Buch:
Fahrt ins Glück
Eine Pratergeschichte

 

Die Autorin liest gemeinsam mit Nicole Knuth und Angelika-Ditha Morosowa aus ihrem Buch.

Halloween war immer schon unser Fest Bezahlartikel
Von wegen amerikanischer Kulturimperialismus: Der schräge bis schrille Vorabend von Allerheiligen hat alle seine Wurzeln in good old Europe. Aber sind sie nun heidnisch, christlich oder gar satanisch?
Die Pressse.com

Heute ist Halloween. Meine Enkel stimmen sich schon voll darauf ein. Die dreijährige Leonie-Marie hängt sich ein weißes Leintuch um und läuft als Geist durch den Garten und auch durch den finsteren Keller. Der siebenjährige „Held“ Raffael traut sich nicht allein in den Keller (nur mit der kleinen Schwester), sieht dafür den ganzen Tag „Gruselfile“ – wie er diese nennt. Seine Begründung: Im finsteren Keller  ist eine Maus! Ich glaube ihm nicht, er ist im Gegensatz zur kleinen Schwester, die die Maus erschrecken will,  ganz einfach feige!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

 

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