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31. MÄRZ 2022 – Donnerstag

31.03.2022 | Tageskommentar

Pianist Alessandro Amoretti und Erwin Schrott. Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper: Solistenkonzert Erwin Schrott (29.3.2022)

Nicht ausverkauft, aber gut besucht ist der Auftritt von Erwin Schrott, der für sein Solistenkonzert vor allem Opernarien ausgewählt hat und das Publikum – mit Henri Duparcs einleitend dargebotenem Chanson „L’Invitation ai Voyage“ – auf eine abwechslungsreiche Reise durch sein breitgefächertes Repertoire einlädt. Das Besondere an diesem Abend: Der aus Uruguay stammende Bassbariton wird nicht nur vom vorzüglichen Pianisten Alessandro Amoretti begleitet, sondern Schrott nützt sein Konzert auch als Podium für blutjunge Musiker, die so die Chance bekommen, sich an diesem besonderen Ort vor großem Publikum mit ihrem Können und ihren Talenten zu bewähren…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

HEUTE Stream aus der Wiener Staatsoper: WOZZECK

Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

https://play.wiener-staatsoper.at/calendar

Anna Netrebko macht Kehrtwende

Anna Netrebko stellt sich nun doch gegen Putin

Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht von ihr. Wegen noch einige Jahre auslaufende Karriere lässt sie sich in eine Aussage zwingen. Vom Krieg hat sie sich schon zuvor eindeutig distanziert, nun muss sie sich noch von Putin lossagen. Dabei glaube ich ihr sogar, dass ihre Kontakte zu Putin stark übertrieben dargestellt wurden (vielleicht hat sie sich auch in einer gewissen Einfalt darin gesonnt), aber der Kremlchef hat wohl andere Sorgen als den Umgang mit einer Opernsängerin. Dass er zum Netrebko-Fünfziger der Anna N. wohl die Location bereitstellt, selbst aber nicht einmal für wenige Augenblicke erschien,  bloß eine Grußbotschaft verlesen liess, war eigentlich eine kräftige „Watschn“. Ich bin nicht wegen des Inhalts ihrer Aussage von ihr enttäuscht (wie denn?, auch ich verurteile den Krieg zutiefst), sondern dass sie „eingeknickt“ ist. Hätte Sie diese Aussage vor drei Wochen gemacht, wäre zwar nicht alles vollkommen in Ordnung gewesen, es wäre ihr aber viel erspart geblieben.

STATEMENT FROM ANNA NETREBKO

FOLLOWING RECENT MEDIA REPORTS

„I expressly condemn the war on Ukraine and my thoughts are with the victims of this war and their families. My position is clear. I am not a member of any political party nor am I allied with any leader of Russia. I acknowledge and regret that past actions or statements of mine could have been misinterpreted. In fact, I have met President Putin only a handful of times in my entire life, most notably on the occasion of receiving awards in recognition of my art or at the Olympics opening ceremony. I have otherwise never received any financial support from the Russian Government, and live and am a tax resident in Austria. I love my homeland of Russia and only seek peace and unity through my art. After taking my announced break, I will resume performing in late May, initially in Europe.“

„Ich verurteile ausdrücklich den Krieg gegen die Ukraine und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien. Meine Position ist klar. Ich bin weder Mitglied einer politischen Partei noch mit irgendeinem Führer Russlands verbündet. Ich erkenne an und bedauere dass frühere Handlungen oder Äußerungen von mir falsch interpretiert werden könnten.Tatsächlich bin ich Präsident Putin in meinem ganzen Leben nur wenige Male begegnet, insbesondere anlässlich der Verleihung von Auszeichnungen für meine Kunst oder bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Ich habe ansonsten nie finanzielle Unterstützung von der russischen Regierung erhalten, lebe und bin steuerlich in Österreich ansässig, liebe meine Heimat Russland und suche Frieden und Einheit nur durch meine Kunst. Nach meiner angekündigten Pause werde ich wieder auftreten Ende Mai, zunächst in Europa.“

Netrebko distanziert sich von Putin: „Verurteile Krieg gegen Ukraine“
Sie sei „weder Mitglied einer politischen Partei“ noch „mit irgendeinem Führer Russlands verbunden“. Ab Ende Mai will sie wieder auftreten
DerStandard.at

Netrebko vollzieht Kehrtwende und distanziert sich von Putin
https://www.gmx.net/magazine/politik/russland-krieg-ukraine/anna-netrebko

Ukraine-Krieg und Kultur-Boykott Anna Netrebko verurteilt den Ukraine-Krieg jetzt ausdrücklich
Sie wollte sich nicht gegen Putin erklären und cancelte viele Auftritte. Nun sagt die Operndiva deutlichere Worte gegen den Krieg und betont allgemein ihre Distanz zu Putin.
Tagesspiegel.de

Ein „No name“ wie ich braucht solche Bocksprünge nicht vollführen. Ich habe mich noch nie zu einer Aussage zwingen lassen, kann diesbezüglich beruhigt in den Spiegel schauen. Arme Würstchen, diese eigentlich unfreien Menschen

Kulturpolitik
Herren über Zuckerbrot und Peitsche
Autokraten und ihre Künstler – ein Wechselbad von Liebe und Hass, das unversehens an Aktualität gewinnt.

..Man spricht im Moment nur mit russischen Künstlern, die gegen Putin sind, fragt jedoch Künstler, die für Putin sind, nicht nach ihren Gründen. Wäre aber nicht auch das interessant? – Demokratien haben mit Künstlern, die in Diktaturen oder Autokratien leben, schon immer Schwierigkeiten gehabt. Es fehlt in demokratischen Systemen oft das Fingerspitzengefühl für Künstler, die mit autoritären Strukturen umgehen müssen…
WienerZeitung.at

Intendantin des steirischen herbst äußert sich: Jemand wie Gergiev habe „mehr politische Macht als Oligarchen“
Entlassung als Chef der Münchner Philharmoniker sei gerechtfertigt – sagte Kuratorin Ekaterina Degot: „Ist nicht einfach jemand, der politisch passiv ist“.
KleineZeitung.at

Die Dame weiß auch die Gunst der Stunde zu nützen. Bis vor wenigen Tagen war mir ihr Name nicht geläufig, jetzt stolpere ich jeden Tag darüber.

WIENER STAATSBALLETT: PREMIERE „DIE JAHRESZEITEN“ (Uraufführung) am 30. APRIL

die jahreszeiten (uraufführung)
Premiere 30. April 2022, 18.30 Uhr, Wiener Staatsoper
Weitere Vorstellungen 5., 7., 10., 13., 17., 25. Mai 2022

Copyright: Peter Mayr

Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Gustav Mahler-Saal
Livestream der Premiere am 30. April 2022 kostenlos auf play.wiener-staatsoper.at

Sommereggers Klassikwelt 131: Eberhard Waechter

In dieser Woche sind es bereits 30 Jahre, dass der Bariton Eberhard Waechter völlig unerwartet einem Herzinfarkt erlag. Waechter, der erst 62 Jahre alt war, hatte kurz zuvor seinen Traum erfüllen können, und wurde zusammen mit Ioan Holender Direktor der Wiener Staatsoper. In den Jahrzehnten davor war Waechter eines der prominentesten Ensemblemitglieder des Hauses und war aus der Wiener Opernszene nicht wegzudenken. Der in Wien geborene Sänger entstammte einem alten Adelsgeschlecht, das aber seine Titel in Österreich nicht mehr führen durfte.
Klassik-begeistert.de

Staatsoper Budapest: Ferenc Erkel HUNYADI LÁSZLÓ am 27.3. 2022Neuinszenierung

Fotocredit: ©Attila Nagy / Hungarian State Opera

Der Begründer der ungarischen Nationaloper, Ferenc Erkel (1810-93), verband in seinen insgesamt neun Opern den italienischen Stil Rossinis mit ungarischen Volkstänzen. Musikalische Einflüsse von Beethoven, Donizetti, Halévy, Meyerbeer und Spontini lassen sich aber ebenso wenig verleugnen. Leider befinden sich im Repertoire der ungarischen Staatsoper nur Hunyadi László und Bánk Bán. Dauerhaften Erfolg erzielte Erkel jedoch mit seinem „Himnusz“, der Melodie zur ungarischen Nationalhymne. Béni Egressy (1814-51), ein ungarischer Komponist, Librettist, Übersetzer und Schauspieler, verfasste das Libretto zu dieser dreiaktigen romantischen Oper Hunyadi László nach dem Schauspiel „Két László“ (Zwei Lászlós) von Lőrinc Tóth (1814-1903). Der Titel setzt nach dem ungarischen Sprachgebrauch stets den Familiennamen vor den Vornamen und wäre nach deutscher Sprachkonvention mit Ladislaus Hunyadi zu übersetzen…

Das begeisterte Publikum schenkte den verdienten Interpreten dieser Nationaloper, deren Beginn um 11 Uhr vormittags war, zu einer Zeit also, in der Sänger oft noch nicht in Topform sind, begeisterten Beifall, dem sich der Rezensent mit Freuden anschließen konnte. Bravo!

Zum Bericht von Harald Lacina

Sin and Salvation: OperaVision announces April programme

 

In April, OperaVision streams four operas by two great figures of German opera: Richard Wagner and Kurt Weill. Richard Wagner, despite the controversies surrounding his life and political views, is a towering figure who revolutionised the 19th century. Kurt Weill was born in 1900, the son of a professional synagogue cantor. By the time he started to collaborate with the playwright Bertolt Brecht, a noted anti-Wagnerian, Weill was established as a leading composer in Weimar Germany.

The Seven Deadly Sins Weill – Opera North 8/4

Mehr darüber (April-Prgramm) in unseren „Infos des Tages“

Neues Orchestermaterial der Kantate „Der Tyroler Landsturm“ von Salieri

Martino Hammerle-Bortolotti: Ich habe in Zusammenarbeit mit der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien komplett neues, digitales Orchestermaterial der weltlichen Kantate „Der Tyroler Landsturm“ von Antonio Salieri erstellt. Zusätzlich wird es auch einen neuen Klavierauszug geben. Die Arbeiten befinden sich jetzt in der Schlussphase.

„Der Tyroler Landsturm“ ist eine patriotische Kantate aus dem Jahre 1799, zitiert die Marseillaise sowie die Kaiserhymne von J. Haydn und dauert etwa 40 min. Zusätzlich gibt es gesprochene Rezitative für einen Rezitator. Eine sehr schöne und festliche Musik für Soli, großen Chor und Orchester.

Das Festival „Napoleonische Festtage in Austerlitz“ zeigt bereits Interesse an einer Aufführung.

Und noch etwas: Wer glaubt, dass „Der Tyroler Landsturm“ ein abgeschmacktes Musikwerk ist, irrt sich gewaltig. Hier ein Stelle aus dem Libretto:

„NICHT ZU BEFREIN, DIE VÖLKER ZU
BERAUBEN BRACHT IHR IN FREMDE STAATEN EIN.
BETÖRT SIND, DIE EUCH HEUCHLERN GLAUBEN.“

Gibt es momentan ein aktuelleres Musikstück?

LINZ/ Blackbox des Musiktheaters: Ksenia Valentina (Skorokhodova)  in Georg Friedrich Händels Oper Oreste

Das Ensemble. Foto: ABPÜ

Das Institut für Gesang und Musiktheater der Anton Bruckner Privatuniversität gastiert in der BlackBox des Linzer Musiktheaters und präsentiert dort an vier Abenden von 31. März bis 3. April 2022 Georg Friedrich Händels Oper Oreste. Ksenia Valentina wird an den beiden Spieltagen 31. März und 2. April 2022 als Iphigenie auf der Bühne stehen.

WIEN / Kunsthistorisches Museum: IRON MEN – MODE IN STAHL
Vom 29. März 2022 bis zum 26. Juni 2022 

 

Viel schöner als im Kino

Ritter, Rüstungen, Turniere – das übt schon seinen besonderen Zauber auf uns aus, wenn wir die Information dazu auch meist aus dem Kino beziehen. „Iron Men“, der Titel der neuen Großausstellung im Kunsthistorischen Museum, klingt auch nach einem Science-Fiction-Film oder einem Historienschinken. Aber tatsächlich ist das, was man hier sieht, viel schöner – und fabelhaft aufbereitet. Die Welt der Renaissance entfaltet sich in ihren „eisernen“ Kleidungsstücken, die unendlich viel zu erzählen haben – der Begriff „geharnischt“ gewinnt ganz neue Dimensionen. Das Kunsthistorische Museum konnte bei dieser mit 170 Objekten aller Art reich bestückten Ausstellung auf die Schätze der eigenen Hof-, Jagd-und Rüstkammer zurück greifen, ergänzt von Beispielen aus den großen Museen der Welt.

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Filmstar Bruce Willis hört auf – schwere Erkrankung als Grund
Laut seiner Familie sind Willis‘ kognitive Fähigkeiten betroffen.
Kurier.at

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

«Bei einem Totalausfall von russischem Gas ginge es nicht ohne Rationierungen»: Der Ukraine-Krieg könnte Auswirkungen auf die Stromversorgung in der Schweiz haben, sagt Werner Luginbühl, der Präsident der Aufsichtsbehörde Elcom. Bei Gasknappheit und geringer Verfügbarkeit von Produktionskapazitäten in den Nachbarländern dürfte es kritisch werden.
Zum Interview
Alternativen zu Russland dringend gesucht – US-Anbieter wollen Westeuropa mit Flüssiggas beliefern: Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine versucht Europa eilig, sich von der Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien. Amerikanische Unternehmen wie Cheniere und Tellurian liefern zu hohen Preisen natürlich gerne. Beim Berlin Energy Transition Dialogue wollen ihre Gas-Manager gerade herausfinden, wie sich die Energiekrise bewältigen lässt.
Zum Bericht
Bei mitteleuropäischen Lastwagen- und Schiffsbetrieben fallen Arbeitskräfte aus: Logistikfirmen und Reedereien sind ständig auf der Suche nach günstigen Arbeitskräften. Fündig wurden sie bisher auch in der Ukraine und Weissrussland. Der Krieg bringt nun vor allem die mächtigen polnischen Transportfirmen in Schwierigkeiten. Auf Handelsschiffen drohen derweil auch Konflikte mit russischen Besatzungsmitgliedern.
Zum Bericht
Die Konfliktregion Südossetien will über den Beitritt zu Russland abstimmen: Russland hatte die Region Südossetien 2008 nach einem Krieg gegen Georgien als unabhängigen Staat anerkannt und dort Tausende von Soldaten stationiert. Der Machthaber der Region im Südkaukasus, Anatoli Bibilow, nennt die Vereinigung mit Russland «unser strategisches Ziel».
Zum Bericht

Neues Corona-Chaos – ab Freitag doch nur 5 Gratis-Tests
Heute.at

Reichster Oligarch der Ukraine: Der Strippenzieher
Rinat Achmetow liebt Fußball und verfügt über Milliarden. Lange hat er sich im Konflikt nicht festgelegt. Jetzt hat er sich positioniert.
https://taz.de/Reichster-Oligarch-der-Ukraine/!5840210/

Diskriminierung von russischen Menschen: Der Krieg auf dem Schulhof
Eine Schule in Bremen mit vielen russischen Schü­le­r:in­nen sucht nach einem Weg, mit drohenden Konflikten wegen des Krieges in der Ukraine umzugehen.

…„Auf welcher Seite stehst du?“ sei ihr neunjähriger Sohn am ersten Tag des Kriegs gefragt worden, nur weil er zu Hause russisch spreche, erzählt mir eine Sozialarbeiterin aus einem anderen Stadtteil, in dem ebenfalls viele russischstämmige Menschen leben. Auch der Oberstufenschüler Roman kennt einen Jungen, den er in Basketball trainiert, der schikaniert werde.

https://taz.de/Diskriminierung-von-russischen-Menschen/!5839133/

Heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Ist es anständig, russischstämmige Kinder in Deutschland nach der Meinung ihrer Eltern zum Ukraine/Russland-Krieg und speziell zu deren Meinung über Vladimir Putin zu befragen? Sogar Kinder werden nach ihrer Meinung befragt. Erst vorgestern sah ich im heimischen TV einen Bericht, in dem ukrainische Schüler nicht nur über ihrere Erlebnisse, sondern über ihre Meinung und auch über ihren Berufswunsch gefragt werden. Ein maximal 10jähriger sagte doch glatt „ich will Scharfschütze in einer Elitetruppe der Armee werden“.

Solche Fragen darf man ganz einfach nicht Kindern stellen.

Für mich ist die Antwort klar!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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