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31. JULI 2021 – Samstag

31.07.2021 | Tageskommentar

 

MÜNCHEN: HEUTE ENDET DIE ÄRA BACHLER. DIE BAYERSCHE STAATSOPER STREAMT „TRISTAN UND ISOLDE“

BEGINN 17 h

STAATSOPER/TV

Foto: Bayerische Staatsoper/ Wilfried Hösl

Nikolaus Bachler über die Bayerische Staatsoper: „München war unanstrengend“
Der letzte Münchner Arbeitstag ist am 31. Juli. Nach der Vorstellung von Wagners „Tristan und Isolde“ sagt Nikolaus Bachler Servus. 13 Jahre lang war er Intendant der Bayerischen Staatsoper. Musikalisch gesehen steht das Haus im internationalen Vergleich unangefochten an der Spitze. Dass die vielen Inszenierungen damit nur teilweise Schritt halten konnten, sei nicht verschwiegen. Im Interview mit unserer Zeitung zieht der 70-Jährige Bilanz.
Münchner Merkur

Bachlers Abschied als Münchner Opernintendant
Nikolaus Bachler beendet seine Intendanz an der Bayerischen Staatsoper nach rund 13 Jahren mit einem guten Gefühl. „
Münchner Abendzeitung

Bayerische Staatsoper: Unsere bayerische Streitkultur
Kunstminister Bernd Sibler ernennt Ehrenmitglieder und neue Kammersänger der Bayerischen Staatsoper.
Münchner Abendzeitung

HEUTE AUF 3 SAT: BAYREUTHER FESTSPIELPREMIERE „DER FLIEGENDE HOLLÄNDER“ – Aufzeichnung vom 25.7.

20,15 h bis 22,45 h

Georg Zeppenfeld, Asmik Grigorian. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele
Bayreuther Festspiele 2021: Der fliegende Holländer

3sat präsentiert die Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele mit Wagners romantischer Oper „Der fliegende Holländer“. Erstmals in der Geschichte der Festspiele trägt eine Frau die musikalische Verantwortung für eine Neuproduktion: Oksana Lyniv.

Viel haben wir darüber gelesen, auch unterschiedliche Meinungen. Heute haben wir die Chance, uns selbst – unbeeinflusst von Kritikergelabbere – eine eigene zu bilden.

Bayreuth: Hermann Nitsch – immer die gleiche Masche. Wo bleibt seine persönliche Weiterentwicklung?

Hermann Nitsch hat sich zeitlebens blendend verkauft, hat sein eigenes Museum bereits zu Lebzeiten vom Land NÖ gebaut und wohl auch geschenkt bekommen (eine win-win-Situation, denn der Landeshauptmann hat damit seinen Ruf als großer „Kulturermöglicher – der er tatsächlich war -, begründet).  Nitsch spielte den „Bürgerschreck und füllte damit exakt eine Nische – auch in der Politik. Nitsch wurde zum Politikum – und seine damaligen Gegner waren inferior. Er hat also für sich alles richtig gemacht, wozu soll er sich groß ändern? Das hat wohl auch Bayreuth nicht erwartet – und ich gehe davon aus, dass man auch dort seine „Opernarbeiten“ gekannt hat.

In Wien hat Nitsch nach gleichem Muster 1995 „Herodiade“ „inszeniert“ (Diesmal trat er meines Wissens nach nicht als Regisseur auf). Heinrich Schramm-Schiessl erinnert sich: Ich kann mich noch an seine „Herodiade“-„Inszenierung“ in der Staatsoper (1995) erinnern. Wochenlang haben die Medien sehnsuchtsvoll versucht einen Skandal herbeizuschreibehn, der dann – wie meist – nicht stattfand. Im Gegenteil, die Produktion wurde durchaus freundlich aufgenommen, wohl auch wegen der attraktiven Besetzung (Baltsa, Gustafson, Domingo,Pons, Furlanetto). Ich habe das Wort Inszenierung deshalb unter Anführungszeichen gesetzt, weil Leute, die dabei waren, erzählt haben, daß die eigentliche „Knochenarbeit“, also die Führung der Sänger und des Chores von Richard Bletschacher gemacht wurde.

Die Sicht von Hermann Nitsch auf „Die Walküre“. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Jolanta Lada-Zielke schreibt über die Farbkomposition:mAls ich am Ende des ersten Aktes die Augen leicht zudrückte, sah ich eine dunkle Waldmauer im Hintergrund. Im zweiten Akt konnte ich das nicht wiedertun, denn die Farbwahl wechselte wie in einem Kaleidoskop: von warmen Gelb-Orange-Tönen, in die plötzlich Hell-, dann Anthrazitgrau und sogar Schwarz einschleichen, um Wotans Zwiespälte im Gespräch mit Fricka zu veranschaulichen. Zum Schluss des dritten Akts spritzen Maler rote und dunkelorange Farbtöne aus den Eimern direkt auf die Leinwand. Auf diese Weise erscheint ein Bild der Flammen, mit denen Loge das Bett der schlafenden Brünnhilde umgeben soll.

Obwohl sich dieser Farbeffekt als sehr interessant herausstellte, war ich gespannt, ob diese Aktion die Sänger nicht stört; ob sie die Geräusche des Plantschens und Schabens der Stockbürsten hinter ihren Rücken nicht zu stark ablenken. Danach habe ich Tomasz Konieczny gefragt. „Furchtbar, die Farbe spritzt und stinkt, was sowohl uns als auch das Publikum stört”, antwortete er. Hoffentlich ist niemand von der Besetzung allergisch gegen Duftstoffe…

Bayreuth
Hojotohoo – Farbenfrohoo! „Die Walküre“ in Bayreuth
Bassbariton Tomasz Konieczny: „Furchtbar, die Farbe spritzt und stinkt, was sowohl uns als auch das Publikum stört.” Zum Schluss des dritten Akts spritzen Maler rote und dunkelorange Farbtöne aus den Eimern direkt auf die Leinwand. Auf diese Weise erscheint ein Bild der Flammen, mit denen Loge das Bett der schlafenden Brünnhilde umgeben soll.
https://klassik-begeistert.de/richard-wagner-die-walkuere-bayreuther-festspielhaus-29-juli-2021/

Achtung, frisch gestrichen
Hermann Nitsch illustriert eine Art „Ring“-Best-of mit buntem Actionpainting. Malerei und Musik finden aber nicht zusammen.
Sueddeutsche.de

Lise Davidsen und Klaus Florian Vogt sind das Dream-Team auf dem Grünen Hügel
Auch Wotan Tomasz Konieczny singt bärenstark und bekommt mit Vogt (Siegmund) den zweitgrößten Applaus nach Davidsen (Sieglinde) – dem shooting star der Bayreuther Festspiele 2021. Pietari Inkinnen soll den RING 2022 dirigieren – möge er sich an einen der finnischen Seen zurückziehen und Wagner gründlichst inhalieren.
Es bleiben vier sehr berührende Premieren-Abende im Festspielhaus. Mögen die Verantwortlichen mit Hirn, Herz, Hörvermögen und Humor in den kommenden Jahren die Bayreuther Festspiele in ihrer Exzellenzspur halten und für kommende Generationen wappnen.
Klassik-begeistert

Im Rausch der Farben
https://opernmagazin.de/die-walkuere-im-rausch-der-farben-bayreuther-festspiele-2021/

Nitsch-Festspiele in Bayreuth: Farbprächtiger Operninzest
Aktionskünstler Hermann Nitsch beehrt den Grünen Hügel und kommentiert in Echtzeit farbenreich die musikalischen Vorgänge bei Richard Wagners „Walküre“
Der Standard.at

Farbe, die in leisen Stellen zu Boden klatscht
Hermann Nitsch reicherte in Bayreuth eine konzertante „Walküre“ mit seiner Kunst an.
Wiener Zeitung

Bayreuther Festspiele: Und ewig singen die Bilder
Bei den Bayreuther Festspielen darf das Publikum mit dem Drachen kämpfen. Und Aktionskünstler Hermann Nitsch hüllt die „Walküre“ in fließende Farben
Tagesspiegel.de

Aktionskünstler Hermann Nitsch als später Wagner-Interpret –
„Die Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen
Neue Musikzeitung/nmz.de

Es gibt auch eine Uraufführung in Bayreuth zu erleben bzw. zu bestaunen:

Bayreuth
„Walküre“ und „Immer noch Loge“ in Bayreuth: Farbenrausch, Fischwesen
Frankfurter Rundschau

„Immer noch Loge“ – Gordon Kampes Oper in Bayreuth uraufgeführt
Neue Musikzeitung/nmz.de

Salzburger Festspiele: „Ein Dirigent auf Ego-Trip“ und „Deprimierend bis grandios“

Dirigent auf Ego-Trip – Ein Kommentar von Jürgen Kesting
Wie mit dem Holzhammer inszeniert und von Teodor Currentzis nach Art eines Sektenführers dirigiert: Der „Don Giovanni“ in Salzburg gerät zum ästhetischen Terroranschlag
Frankfurter Allgemeine

Heinz Sichrovsky hat – wie versprochen, Bregenz heuer ausgelassen und berichtet aus Salzburg:

Diesseits und jenseits von Perchtoldsdorf

Fiele den Sommerspielen von Perchtoldsdorf – ihr Intendant wird für seine schon zweite Inszenierung des Salzburger „ Jedermann“ allseits akklamiert – eine Erbschaft in sechsstelliger Höhe zu: So müsste man sich das Resultat vorstellen. Der achtbare Regisseur Michael Sturminger hat sich beim Zweitversuch überhoben. Erstklassige Schauspieler behaupten sich gegen den angestrengten Hochpreis-Aktionismus einer auch handwerklich bescheidenen Inszenierung…

Zu „Elektra“ fielen ihm folgende Zeilen ein: Die Besetzung verkörpert für heutige Verhältnisse – nicht, dass man nicht schon andere erlebt hätte – das Bestverfügbare. Ausrine Stundyte bewältigt die gigantische Herausforderung der Titelpartie in stimmlicher und gestalterischer Hochverfassung, Tanja Ariane Baumgartner ist eine souveräne Klytaemnestra, Vida Mikneviciute eine Chrysothemis von der Durchschlagskraft eines Laserstrahls und Christopher Maltman ein gewaltiger Orest.
https://www.news.at/a/sichrovsky-salzburger-festspiele-12182906

VERONA: TURANDOT – 10 FOTOS

 

ZU INSTAGRAM mit 10 Fotos

Einige „Nachzüglerkritiken:

Münchner Opernfestspiele: Prinzeregententheater: FESTSPIEL-LIEDERABEND ERWIN SCHROTT UND GIULIO ZAPPA, 25.07.2021:

Festspielkonzerte von Erwin Schrott sind in den letzten Jahren in München zu einer schönen Tradition geworden…

Zum Bericht von Gisela Schmöger

MÜNCHEN/Opernfestspiele: RUSALKA . WA am 20. Juli 2021

 Regietheater mit Patina
Wenn man bedenkt, dass die Münchner „Rusalka“ von Antonin Dvorák in der Inszenierung des damals in gewisser Weise noch als enfant terrible geltenden Martin Kušej bereits aus dem Jahre 2010 stammt und nun im Rahmen der Opernfestspiele wieder aufgenommen wurde, kann man sich leicht vorstellen, dass diese im Regietheater-Stil konzipierte Arbeit damals auf einiges Unverständnis stieß, ja sogar etwas skandalumwittert war. Heute wirkt sie eher wie ein laues Regietheater-Lüftchen, denn so ganz konnte Kušej sich mit seinem Dramaturgen Olaf A. Schmitt damals wohl noch nicht von der Ästhetik des „lyrischen Märchens“ nach dem Textbuch vom Jaroslav Kvapil trennen...

Zum Bericht von Klaus Billand

MÖRBISCH: WEST SIDE STORY

Tony und Maria/P. Schweinester, A. Zidarič © B. Pallfy (Seefestspiele Mörbisch)

…Alles zusammen ein verdienter, ganz großer Erfolg – der wohl nicht geschmälert worden wäre, hätte man ausnahmsweise das Feuerwerk weggelassen. Wie immer professionell inszeniert und auf die Musik Bernsteins abgestimmt – wollte es nach dem todtraurigen bzw. nur andeutungsweise optimistischen Finale dennoch nicht so recht passen.

Zum Bericht von Valentino Hribernig-Körber

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

OLD / USA  /  2021
Drehbuch und Regie: M. Night Shyamalan
Mit: Vicky Krieps, Gael García Bernal, Rufus Sewell u.a.

Eine Familie, Vater, Mutter, Guy and Prisca, sechsjähriger Sohn Trent, elfjährige Tochter Maddox, fahren auf etwas zu, was man wohl „Traumurlaub“ nennt, im Bus unter Palmen auf das Luxushotel zu. Der Direktor des Hauses begrüßt sie persönlich und besonders herzlich, eine schöne junge Dame serviert exotische Drinks zum Willkommen…

Filme, die so beginnen, sind dazu verurteilt, ihre Personen in schreckliche Kalamitäten zu schicken, und wenn der Regisseur gar M. Night Shyamalan heißt? Vor 22 Jahren hat man ihn erstmals wahrgenommen, mit einem sensationell guten Film, der „The Sixth Sense“ hieß, eine selbst so hoch gelegte Latte, dass er sie nie wieder erreicht hat (bestenfalls ist er mit „Unbreakable“ nahe gekommen). Seither sieht man sich an, was er liefert, von einer Enttäuschung zur nächsten, immer in der Hoffnung, noch einmal diese wunderbare Verbindung von Realität und Para-Welt zu erleben wie damals, als der tote Bruce Willis ratlos durch die Welt der Lebenden ging und nur von einem kleinen Jungen gesehen werden konnte…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Donald Trumps Steuerdaten sollen bekannt werden: Das US-Justizministerium hat die Finanzbehörden angewiesen, die Daten einem Ausschuss des Repräsentantenhauses zur Verfügung zu stellen. Das Parlament müsse klären, ob der frühere Präsident unzulässige Gelder aus dem Ausland angenommen habe oder durch «persönliche wirtschaftliche Verwicklungen» beeinflusst gewesen sei. Im Widerspruch zu politischen Gepflogenheiten hatte Trump seine Steuererklärungen weder als Kandidat noch als Präsident öffentlich gemacht.
Zu den neusten Entwicklungen
El Salvadors flüchtiger Ex-Präsident wechselt seine Staatsangehörigkeit: Salvador Sánchez Cerén hat die Staatsbürgerschaft Nicaraguas angenommen. Sein Amtsnachfolger Nayib Bukele hatte zuvor eine Gesetzesreform eingebracht, die eine Verjährung von Korruptionsvergehen auch rückwirkend vorsieht. Gegen Sánchez Cerén liegt ein Haftbefehl wegen Korruption vor.
Zum Bericht
Terroristen greifen Trauerfeier im Irak an: Nach Angaben von Augenzeugen sind 13 Menschen bei einem Anschlag auf eine Trauerfeier getötet worden. Mindestens 50 wurden verletzt. Den Aussagen zufolge griffen Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Trauergäste mit Maschinengewehren an.
Zum Bericht

Diese Woche begann das olympische Baseballturnier in Fukushima: Das soll den Sieg über das Erdbeben und die Atomkatastrophe von 2011 symbolisieren. Eine schöne Geschichte. Doch das Stadion liegt mehr als achtzig Kilometer vom damaligen Katastrophengebiet entfernt, war nie beschädigt worden, und die Stadt Fukushima musste nie evakuiert werden.
Zur Reportage

Österreich hält zur Stunde noch bei 4 Medaillen, aber heute (13,30 h) kommt der „goscherte“ Diskuswerfer dran. Statt „goschert“ könnte man auch selbstbewusst sagen, denn immerhin rangiert er unter den vier besten Diskuswerfern der Welt. Das muss man als Ösi einmal schaffen!

Morgen blickt die Sportwelt nach Ungarn – auf den Hungaro-Ring. Weltmeister Hamilton wird dort wohl nie Publikumsliebling werden, für Verstappen ist der Hungaro-Ring ein Heimspiel.

Bei Autorennen zählt das aber gar nichts!

https://www.oe24.at/sport/motorsport/formel1/verstappen-plant-quali-rache-am-hungaroring/486289956

Ich wünsche ein schönes Wochenende

A.C.

 

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