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31. JÄNNER 2021 – Sonntag

31.01.2021 | Tageskommentar

 

WIENER STAATSOPER: WIEDERAUFNAHME DER PONELLE-INSZENIERUNG „LE NOZZE DIE FIGARO“AM 1.2

LE NOZZE DI FIGARO – Wiederaufnahme
Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
u. a. mit Andrè Schuen (Graf Almaviva), Federica Lombardi (Gräfin Almaviva), Louise Alder (Susanna), Philippe Sly (Figaro), Virginie Verrez (Cherubino)

Aufzeichnung: 1. Februar 2021
1. Februar 2021 → 15.30: Livestream auf play.wiener-staatsoper.at und myfidelio.at
21. Februar 2021 → 20.15 Uhr: Ausstrahlung in ORF III (vorab »Kulissengespräche mit Barbara Rett« ab 20.00 Uhr)

Es hätte ein Paukenschlag werden sollen, zwar kein zukunftsweisender Weg , aber immerhin ein Zeichen von Pragmatismus und gutem Geschmack. Eine Fehlleistung wird nicht besser, wenn man an ihr festhält, obwohl man Besseres im Depot hat. So gesehen wäre der Ponelle-Inszenierung wohl ein begeisterter Empfang bereitet worden – Corona hat auch den wie fast alles in den letzten Monaten verdorben.

Wie lange hält die Oper das noch durch? Finanziell wohl ewig, weil sie derzeit abgesichert ist, was aber zwangsläufig nicht so bleiben muss, denn es kommt darauf an, ob sie liefern kann, was man von ihr erwartet. Erwartet wird, dass sie das Geld über die ohnedies sehr dehnbare Umwegrentabilität wieder hereinspielt, das in sie investiert wird.

Was ist, wenn die Impfung doch nicht das bringt, das wir uns von ihr erwarten, dass sie kurzlebiger ist, als wir uns erhoffen? Dann müssen wir wohl die Strategie ändern – und das ist nicht gut, ganz schlecht auch für die vom Tourismus abhängige Oper!  Ich hoffe, dass ich einem ganz schweren Irrtum unterlegen bin, als ich vor Monaten die Meinung vertreten habe, dass „die Welt falsch abgebogen ist“. Ich hoffe das ehrlich und unserer Sache wegen, denn ich muss nicht immer Recht behalten!

Und da sind wir schon beim Rettungsanker, der heilbringenden Impfung:

Corona-Impfung:Der AstraZeneca-Vertrag, oder wie sich die EU-Verhandler blenden ließen

Liest man den Vertrag zwischen der EU-Kommission und AstraZeneca, so hat die EU zunächst nicht Impfdosen eingekauft, sondern zuerst einmal nur die Zusicherung bestmöglicher Anstrengungen des Pharmakonzerns, eine entsprechende Produktion auf die Beine zu stellen. Im Detail heißt es dazu unter Punkt 5.2 „Manufacturing and Supply“: AstraZeneca werde „Best Reasonable Efforts“, also beste begründbare Bemühungen aufbringen, um eine Fabrikation für 300 Millionen Impfdosen und deren Lieferung aufzustellen. Dem Zeitpunkt dieser Lieferung („Initial Doses“) wurde dann ein vages „ungefähr“ („approximately“) vorangestellt.

Dafür wurde im Vertrag umso ausführlicher die Selbstlosigkeit des britisch-schwedischen Pharmakonzerns dargestellt…
Kleine Zeitung

Erinnert Sie das an etwas? Vielleicht an Wagners „Rheingold“ und den listigen Loge?

Die Verbindung dazu ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern Sigi Brockmann aus Münster hat mich darauf aufmerksam gemacht

 

Mit höchster Sorge

drauf zu sinnen,

wie es zu lösen,

das – hab ich gelobt.

Doch, daß ich fände,

was nie sich fügt,

was nie gelingt –

wie ließ sich das wohl geloben?

Das könnte der Anwalt von Astra Zeneca einwenden, sollte die EU klagen (was sie hoffentlich nicht wird, wenn sie rechtlich gut beraten ist).

Und solchen Leuten liefern wir unser Schicksal aus? Wir brauchen Fläschchen – was wir bislang haben sind Flaschen! Leider viel zu viele!

In unserer Verzweifllung beruhigen wir uns, um dann wieder in Depressionen zu verfallen:

Dresden
Semperopernintendant Peter Theiler: «Die Oper gerät nicht in Vergessenheit»
Neue Musikzeitung/nmz.de

Österreich
Die Kultur wird wiederkommen
Die Bilanzen für diverse Kulturinstitutionen des Jahres 2020 kann man getrost vergessen. Corona hat da einen Gutteil des Jahresumsatzes zunichtegemacht.
Wiener Zeitung

Gegenprobe:

Kultur in der Coronakrise: „Die Branche stirbt“
Die Kreativwirtschaft ist laut einer Studie mit Umsatzeinbußen von über 30 Prozent stärker von der Corona-Krise betroffen als der Tourismus oder die Autoindustrie. Massive Hilfszahlungen vom Bund seien unerlässlich, sagte der Komponist Matthias Hornschuh, Mitglied des Aufsichtsrats der GEMA, im Dlf.
Deutschlandfunk.de

Gelingt es, bei dieser Gelegenheit den politisch unkorrekten Richard Wagner zu entsorgen?

 

Die deutsche Sprache ist beim Singen besonders gefährlich – also weg mit deutschen Komponisten?

Ansteckungsgefahr beim Singen: Auf die Sprache kommt es an
Deutsche Chöre sind besonders gefährdet, sich mit Covid-19 zu infizieren – so das Ergebnis einer japanischen Studie. Schuld daran seien die vielen Konsonanten in der deutschen Sprache. Italienisch und Japanisch sind den Wissenschaftlern zufolge weniger riskant.
BR-Klassik.de

Die Zeichnung betitelt sich „Richard Wagners Flucht aus Penzing“. Richard Wagner hat dort in der Hadikgasse in unmittelbarster Nähe der heutigen Kennedy-Brücke, nahe auch Schönbrunn, logiert.  Dort würde der Vermieter immer  noch auf sein Geld warten, wenn er nicht schon längst gestorben wäre! In meiner Fußballfunktionärszeit bin ich täglich mindestens zweimal an der „Wagner-Villa“ vorbeigefahren, weil mein Fußballplatz in der Cumberlandstraße war.

In unseren Kritiken (Oper international):

Stream: Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ aus der Metropolitan Opera New York am 30.1.2021

Zum Bericht von Alexander Walther

Barcelona/Gran Teatre del Liceu: Finale und Schlusskonzert der 58. Edition des Internationalen Gesangswettbewerbs “Tenor Viñas“ am 22. und 24. Januar 2021

Das Gran Teatre del Liceu beim Wettbewerb  (Die Ränge). Foto: A. Bofill

Im wie ein Phoenix aus der Asche nach dem verheerenden Brand vom Januar 1994 in umwerfender Pracht wiedererstandenen Gran Teatre del Liceu an den legendären Ramblas von Barcelona fand die bereits 58. Edition dieses Gesangswettbewerbs statt, der zu den bedeutendsten der Welt gehört. Allein die ersten drei Plätze sprechen finanziell Bände, nämlich 25.000€ für den Großen Preis, 15.000€ für den 2., und immerhin noch 11.000€ für den 3. Platz. Entsprechend war auch das Sängeraufgebot. Generell waren die jungen Damen und Herren, die hier im Finale (18 bis 32 bei den Damen und 18-3Conurs „Tenor V5 Jahre bei den Herren) auftraten, alle bereits von einer beachtlichen gesanglichen Qualität…

Zum Bericht von Klaus Billand

Ich möchte nicht provozieren (na ja, ein bisschen schon), wenn ich das coronabedingt halbwegs gut gefüllte Parkett in Barcelona zeige, gehe aber davon aus, dass die Spanier keine Selbstmörder sind, die zu einem Gesangswettbewerb drängen.

Lieses Klassikwelt (72): Giuseppe Verdi zum 120. Todestag
Am 27. Januar vor 120 Jahren starb Giuseppe Verdi im hohen Alter von 87 Jahren. Dazu passt es, dass ich mich gerade mit der letzten Oper des in Mailand verstorbenen bedeutendsten italienischen Komponisten beschäftige, also dem Falstaff.
Kirsten Liese berichtet aus ihrer Klassikwelt
Klassik-begeistert

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 25
In der letzten Woche wollten wir von Ihnen wissen, wie die Operette über eine Liebesbeziehung zwischen einer Adligen und einem Prinzen heißt, die am Ende an den kulturellen Differenzen scheitert. Die richtige Antwort lautet „Das Land des Lächelns“, ein auch heute noch aufgeführtes Stück von Franz Léhar mit dem dauerhaft populären „Dein ist mein ganzes Herz“. Wir haben eine Menge richtiger Antworten bekommen – darunter auch von Ortrud Weibelzahl aus Hersbruck und Dr. Hans Langsteiner aus Baden/Niederösterreich, denen wir herzlich zum Gewinn von jeweils einer Überraschungs-CD gratulieren.
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-25/

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Gipfeltreffen in Salzburg bei der Mozartwoche, die Königin des Tasten und Anne Sophie von Mutter

Man soll uns nicht nachsagen nur Opernsänger*innen und Kochrezepte

ZU INSTAGRAM

Aber jetzt doch wieder Anna N:

Nein, ich bin weder in sie verliebt und auch kein Fan, weil ich mich zu Fan nicht eigne. Aber in solch lausigen Zeiten, in denen die Kulturseiten vieler Zeitungen w.o. gegeben haben, ist Anna Netrebko  immer dann zur Stelle, wenn ich Füller brauche! Ich verspreche: Je besser die Zeiten für unsere Berichterstattung werden, desto weniger Netrebko und Co. werden Sie bei uns finden!

Anna N. und ihre Crew in Barcelona

ZU INSTAGRAM mit mehreren Videos und Fotos

Fotozeile 2: Auch Elena Maximova und weitere Kollegen „durften am Kuchen mitnaschen“

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und Video
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Carla Fracci, die grosse alte Dame des Scala Ballett im Master Class stream

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

TEATRO REGIO TORINO: Für Freunde der Italienischen Oper: LA BOHÈME

Am Montag, 1. Februar feiert die Oper in Turin den 125. Jahrestag der Welturaufführung im Teatro Regio mit einer Inszenierung angelehnt an das Original.  Streamingangebot  auf der Seite des Opernhauses, Kosten Euro 5,50

On the 125° anniversary of the World Première – Teatro Regio, 1 February 1896

The enthusiasms, desires, loves, and disappointments of the most famous group of young people in the world of opera. And in the end, it is the nostalgia of youth that has always moved anyone who comes into contact with this wonderful opera, which had its world première at Teatro Regio in 1896.

La bohème in streaming per i suoi 125 anni

Historisches

Die verlorenen Theater Wiens

Übersiedelt, zerstört, unwirtschaftlich, nicht mehr zeitgemäß – ein Überblick über vergangene Kulturstätten. Mit dem Aufkommen der Kinos hatten die Wiener Theater mit einer starken Konkurrenz zu kämpfen. Während einige Spielstätten mit der Zeit gehen wollten und zu „Lichtspielhäusern“ umgebaut wurden, rechnete sich für andere der Spielbetrieb nicht mehr – sie mussten schließen. Das einst beliebte Carl-Theater zählte zu den ersten Opfern, zur Zeit des Wiener Theatersterbens in den 1950er- und 1960er-Jahren gesellten sich die Scala, das Bürger- und das Stadttheater dazu. Was sich in erster Linie als ein Verlust im kulturellen Leben Wiens bemerkbar machte, verursachte auch schmerzhafte Veränderungen im Stadtbild.
https://www.derstandard.at/story/2000123613210/die-verlorenen-theater-wiens

Ausstellungen/ Kunst: Franz West: Nun erbt die Schwester – zugunsten der Stiftung
Der zähe Streit um den Nachlass des Künstlers wurde vom Obersten Gerichtshof auf neuem Weg entschieden
Kurier

TV/ Film/ Medien: ServusTV rüstet sich für die Königsklasse
Volles Sportprogramm mit DFB-Pokal, Dominic Thiem und der Formel 1
https://kurier.at/kultur/medien/servustv-ruestet-sich-fuer-die-koenigsklasse/401173339

Servis TV ist immer weiter im Vormarsch, besonders bei Sportübertragungen ist der Sender auf dem Weg zur Nimmer 1. Dietrich Mateschitz kann nur darüber  lachen, wenn finanzschwache Subventionsbettler ihm ans Bein pinkeln wollen!

1.478 Neuinfektionen; Mehrheit der Österreicher für Schließung der Skigebiete
14.596 aktive Fälle in Österreich. Lesen Sie nationale wie internationale Entwicklungen zur Corona-Pandemie in unserem Live-Ticker.
Kurier

Freigabe für dritten Impfstoff in der EU: Ein Vakzin mit Diskussionsbedarf
Die EU hat den AstraZeneca-Impfstoff gegen Covid-19 gestern wie erwartet zugelassen. In Österreich wird noch beraten, ob er schon jetzt älteren Personen gespritzt werden soll.
Tiroler Tageszeitung

Bedenken der Seniorenvertreter bei Impfstoff
Forderung nach Klarheit für über 65-Jährige nach Zulassung für Astra-Zeneca-Vakzin. Nationales Impfgremium berät am Sonntag.
Wiener Zeitung

Die Bedenken werden wohl bleiben, egal was jetzt noch gesagt wird. Wenn Vertrauen einmal gestört ist, lässt es sich kaum mehr herstellen!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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