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31. AUGUST 2019 – Samstag

31.08.2019 | Tageskommentar

Bei einigen Journalisten, die über den Salzburger Osterfestspiele-Führungsstreit berichten, dürfte Leseschwäche vorliegen

Die „Sueddeutsche Zeitung“ bringt es aber weitgehend auf den Punkt:

Salzburger Zocker
Christian Thielemann möchte bei den Salzburger Osterfestspielen im Jahr 2022 Wagners „Lohengrin“ dirigieren. Der designierte Intendant Nikolaus Bachler ist dagegen. Über einen wunderbar weltfremden Streit und ein paar wichtige Fristen.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/kommentar-salzburger-zocker-1.4581573

Auszug aus der „Sueddeutschen“: Die Dresdner Staatskapelle sagt, ihr Vertrag sei eine „direkt mit den Osterfestspielen getroffene Vereinbarung“, nach der alle künstlerischen und planerischen Fragen vom Festspiel-Intendanten, dem künstlerischen Leiter und der Geschäftsführung der Staatskapelle gemeinsam entschieden werden. Nach Auskunft der Festspiele besteht der Vertrag dagegen zwischen dem Freistaat Sachsen und der Osterfestspiel-GmbH und ist an den Chefdirigentenvertrag von Thielemann gebunden. (Zitat Ende)

Die „Dresdner“ ohne Thielemann sind im Vertrag also gar nicht vorgesehen, in der Realität wohl auch gar nicht erwünscht. Bachler hat – so scheint es – andere Pläne. Die Dresdner versuchen, den Salzburgern den „Schwarzen Peter“ zuzuspielen. Nicht unklug, aber wohl chancenlos!

Die Sueddeutsche Zeitung meint, dass sich die Dresdner und Thielemann nicht für unersetzbar halten sollen, sonst sind sie schneller raus als sie reingekommen sind. Meines Erachtens liegt das Handeln gar nicht mehr beim Orchester.

Die Wiener Staatsoper hält an Placido Domingo fest

Placido Domingo auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Foto: Peter Skorepa

Der Direktor musste sich noch bei der Holding rückversichern, die gab offenbar grünes Licht. Nun darf sich PD  für das  Vertrauen bedanken, das ihm „von Anfang der Affäre an“ entgegengebracht wurde.

Laut einer Zeitung meint Dominique Meyer, dass er den Tenor nicht vorverurteilen (!) möchte. Das ist in jedem Fall falsch, denn eine Vorverurteilung ist mit einer möglichen Verurteilung gekoppelt. Es kann aber gar keine Verurteilung geben, da es gar keinen Kläger im rechtlichen Sinn , nur „Anklagende“ gibt.

Eine weitere Zeitung zitiert Dominiqie Meyer wohl richtiger: Es gibt keine rechtliche Grundlage, auf der eine Kündigung der Verträge erfolgen könnte.

Das trifft den Nagel auf dem Kopf. Vielen geht es aber gar nicht um eine strafrechtliche Verurteilung.

Wien
Diskussion um Placido Domingo: Die Wiener Staatsoper steht dem Star weiterhin offen
Opernchef Dominique Meyer will Placido Domingo nicht vorverurteilen. Der Künstler wird darum wie geplant in Wien singen und dirigieren.
Tagesspiegel
Placido Domingos Verträge mit der Wiener Staatsoper bleiben aufrecht
Nach den Belästigungsvorwürfen gegen Opernstar Plácido Domingo sieht die Wiener Staatsoper in Absprache mit der Bundestheater-Holding „keinen rechtlich haltbaren Grund“, bestehende Verträge mit ihm nicht zu erfüllen. Die geplanten Auftritte des Künstlers als Macbeth im Oktober 2019 sowie als Nabucco und als Dirigent von „La traviata“ im Juni 2020 bleiben somit aufrecht, teilte die Staatsoper mit.
Der Standard

BAYREUTHER FESTSPIELE: Traumhafter Spätsommer – Zeit für Ihre Kartenbestellung 2020

 

Am 28. August gingen die Bayreuther Festspiele 2019 zu Ende, aber die kommenden Festspiele sind nicht so weit entfernt, wie es vielleicht scheint. Manchem Wagner-Begeisterten dauert es ohnehin immer zu lang, bis die Fanfaren vom Balkon des Festspielhauses erneut zum Beginn der Vorstellungen rufen. Und im nächsten Jahr lockt mit der Neuinszenierung „Der Ring des Nibelungen“ Richard Wagners einzigartiges Hauptwerk, zu dessen vollständiger Aufführung er das Festspielhaus ursprünglich errichten ließ. Gewiss zählt ein Besuch des vierteiligen „Ring“-Werks zu den Höhepunkten im Leben jedes waschechten Wagner-Fans, denn „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ wurden im Bayreuther Festspielhaus, dem authentischsten Wagner-Ort der Welt, uraufgeführt.

„Ring“ und Beethovens Neunte

Um an diesem Erlebnis in vollem Umfang teilhaben zu können, sollten Sie nicht zögern, Ihre Karten für 2020 zu bestellen. Neben dem „Ring des Nibelungen“, der in drei vollständigen Zyklen aufgeführt wird (dazu kommen einmal „Das Rheingold“ sowie einmal „Siegfried“) stehen weiterhin „Tannhäuser“, „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ auf dem Spielplan. Die Festspielsaison 2020 wird aus Anlass des Beethoven-Jubiläums mit einer Aufführung von dessen IX. Symphonie abgerundet..

Ausführlicher in unseren heutigen „Infos des Tages“/ Aktuelles

Salzburger Festspiele: Ein Großer tritt ab!

Bernard Haitink verabschiedet sich vom Salzburger Publikum. Foto: Neumayr/ Salzburger Festspiele

Gestern Abend hielt die Salzburger Festspielwelt für einen langen Moment den Atem an. Der niederländische Maestro Bernard Haitink, mittlerweile 90 Jahre alt, tritt endgültig von der Salzburger Bühne ab mit einem Konzertabend mit den Wiener Philharmonikern, die ihn soeben zu ihrem Ehrendirigenten ernannt haben. Schon das Konzert für Klavier undOrchester Nr. 4 G-Dur op. 58 von Ludwig van Beethoven mit Emmanuel Ax am Flügel, der für den erkrankten Murray Perahia eingesprungen war, ließ eine ganz bestimmte auratische Stimmung im Saal entstehen, der sich offenbar der Bedeutung des Abends bewusst war…

Zum Bericht von Klaus Billand

Salzburg: Abschlusskonzert des Young Singers-Project

Alle beim Schlussapplaus. Foto: Marco Borrelli/ Salzburger Festspiele

Zum Bericht von Klaus Billand

US-Sopranistin beklagt sich über Kritik an ihrer Figur

Kathryn Lewek als Eurydike bei den Salzburger Festspielen. Foto: Monika Rittershaus

Dazu muss ich festhalten, dass im Online-Merker mit keinem Wort diesbezüglich Kritik geübt wurde!

Nach Bodyshaming-Aufschrei: Opernstar Lewek im SN-Interview.  Bezahlartikel
Kathryn Lewek wehrte sich mutig und offen gegen öffentliche Kritik an ihrem Körper. Die US-amerikanische Sopranistin wurde zur Ansprechperson für andere Sängerinnen, die Opfer von Bodyshaming wurden. Im SN-Gespräch erzählt sie von Horror-Erfahrungen der Kolleginnen und der Rolle von #MeToo in der Bodyshaming-Debatte.
Salzburger Nachrichten

Alexander Pereira verlässt die Scala und wechselt nach Florenz
Der langjährige Intendant der Oper Zürich und heutige Leiter der Mailänder Scala wird seinen Vertrag im Dezember vorzeitig beenden – Pereira übernimmt kurzfristig das strauchelnde Opernfestival Maggio Musicale in Florenz.
Neue Zürcher Zeitung

Pereira: „Hätte gern meine Karriere an der Scala beendet“
Scala-Intendant Alexander Pereira, der am Mittwoch seinen Wechsel zum Opernhaus in Florenz angekündigt hat, bedauert, dass er nicht in Mailand bleiben kann. „Ich hatte gehofft, meine Karriere an der Scala zu beenden“, sagte er im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“. Wann er nach Florenz wechseln wird, ist noch unklar.
Salzburger Nachrichten

SO WAREN SIE, DIE ORIGINALE: EBERHARD WÄCHTER UND KARL LÖBL 1990

Eberhard Wächter (2 Jahre vor seinem frühen Tod) und der Journalist Karl Löbl. Foto: Youtube

So reden halt nur Wiener miteinander. Ein Interview, bei dem überhaupt nicht gelacht wird, ist mir irgendwie suspekt! Man muss ja nicht eben blödeln – wie ich.

ZUM VIDEO

PESARO: Bericht vom Rossini-Festival: Glanzlichter und Ärgernisse


„L‘ equivoco stravagante“ : Falsche Nasen und falsche Kühe. Foto: Rossini Opera Festival Pesaro

Die heurige Neuproduktion hingegen wurde vom Regieduo Moshe Leiser/ Patrice Caurier in den Sand bzw. um im Bilde zu bleiben (den ganzen Abend lang glotzt eine Kuh blöd durch ein großes Fenster ins Wohnzimmer hinein) in den Dung gesetzt. Wenn man nicht wüsste, wer die beiden sind, wenn man nicht wüsste, was die beiden können (man denke nur an die herrliche „Italiana in Algeri“ mit der Bartoli in Salzburg), würde man sie glatt für die unehelichen Söhne von Michael Hampe und Otto Schenk halten. Kostüme wie aus dem Fundus der Löwingerbühne, Figuren wie aus einem Bauerncomics, keine Menschen, nur schlecht ausgestopfte Karikaturen, die sich außerdem noch unterbrochen am A….kratzen (wofür Otti ja in seinen Hoch-Zeiten berühmt und berüchtigt war). Aber soviele Wimmerl am Popo, wie hier ununterbrochen gekratzt, gibt’s auf der ganzen Welt nicht….

Und für diesen primitiven und banalen Schmarrn hat man hier auch noch sieben Wochen geprobt.

Ein echtes Ärgernis…

Aber von „Semiramide“ war unser Rezensent begeistert – andere Besucher dafür umso weniger:

Hamlet trifft Ödipus und Orest…Geht’s irgendwie schauerlicher und perverser ? Wohl kaum…

Regisseur Graham Vick interpretiert diese fürchterliche Horrorstory folgerichtig als Selbst-Therapie eines schwerst traumatisierten Jungen. Mit großen naiven Zeichnungen, wie sie Kinder anfertigen sollen, die Zeugen einer Bluttat wurden, mit einem kleinen blauen Himmelbettchen und einem riesigen großen blauen Teddybären etc…
Und erntete dafür am Schluss einen Buhorkan, der sich was gewaschen hatte und ihn fast von der Bühne geweht hätte…

Ich möchte ihm hingegen an dieser Stelle danken, dass ich (wie viele andere Zuschauer auch) nach zig (musikalisch wunderbaren) Semiramiden zum ersten Mal verstanden habe, worum es in diesem babylonischen Schauerdrama überhaupt geht. S e h r erhellend !

Zum Bericht von Robert Quitta

HEUTE: WIENER KAMMERORCHESTER IM STEPHANSDOM: „Die vier Jahreszeiten“

 

Stephansdom Wien

Sa, 31.08.2019 20:30 Wiener Stephansdom

Programm
Franz Joseph Haydn Die Jahreszeiten, Hob. XXI:3 , Arrangement für Streichquartett von H. Pascher
Antonio Vivaldi „Der Sommer“ aus „Die vier Jahreszeiten“ g-Moll, Op. 8, Nr. 2, RV 315
„Der Frühling“ aus „Die vier Jahreszeiten“ E-Dur, Op. 8, Nr. 1, RV 269
„Der Herbst“ aus „Die vier Jahreszeiten“, Op. 8, Nr. 3, RV 293
„Der Winter“ aus „Die vier Jahreszeiten“, Op. 8, Nr. 4, RV 297

Lückenfüller: Gatterer-Preis geht an Fußballmagazin „ballesterer“
Eigentlich hätte Markus Wilhelm den Preis bekommen sollen, er kritisierte aber die Entscheidung und den Journalisten Club. Und wollte, dass das Preisgeld karitativ vergeben wird.
Die Presse

Der berühmte Blogger. der u.a. Gustav Kuhn „abgeschossen“ hat, lehnt einen Preis des Journalisten-Clubs ab! Alle Achtung, das ist Haltung. Freuen dürfensich nun „Ballesterer“

SPD-Politiker erteilt Böhmermann Rüge
Der in der deutschen SPD gut vernetzte frühere Sprecher des Parteivorstands, Tobias Dünow, reagiert mit scharfer Kritik auf die angekündigte Bewerbung des Satirikers Jan Böhmermann um den SPD-Vorsitz (siehe Video oben). Dünow schreibt von Grenzen, die man nicht überschreiten solle. Eine Antwort Böhmermanns ließ nicht lange auf sich warten.
https://www.krone.at/1987155

Fußball/ Deutschland
Jetzt ist es fix: Kahn wird neuer Bayern -Chef
https://www.krone.at/1987001

Der „Würger von München“ (oder hat er unseren Andi Herzog nur an der Schulter gerüttelt?) wird Bayern Chef. Ein echter Sympathieträger also! Ich spiele auf eine Szene an, in der Torwart Kahn seinen Mitspieler Andi Herzog nach dessen Fehler regelrecht attackiert hat. Ein Verrückter des Fußballs! Aber vielleicht deshalb der richtige Mann.

Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.

 

 

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