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31. AUGUST 2018

31.08.2018 | Tageskommentar

Bildergebnis für tag der offenen tür
Die Wiener Staatsoper öffnet am Sonntag kurzfristig ihre Türen, dann ist bis zum Donnerstag wieder zu! 

Mit dem beliebten, bereits zur Tradition gewordenen Tag der offenen Tür am Sonntag, 2. September 2018 startet die Wiener Staatsoper in die neue Saison 2018/2019, die ganz im Zeichen des Jubiläums „150 Jahre Opernhaus am Ring“ steht. Sechs Opernwerke, ein Ballett, ein Konzert und zwei Matineen stehen auf dem Programm des ersten Staatsopernmonats in der neuen Spielzeit, hinzu kommen mehrere Sonderveranstaltungen in der KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE sowie ein konzertantes Gastspiel mit Le nozze di Figaro in der Hamburger Elbphilharmonie. Im Gustav Mahler-Saal bildet ein dreitägiges Symposium den Auftakt zu den Veranstaltungen rund um das Jubiläum „150 Jahre Opernhaus am Ring“.

Die Saison wird aber erst am Donnerstag, 6. Septemer, mit „Carmen“ eröffnet.


Sehr beliebt bei den Besuchern: der Ballettsaal. Copyright: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Die Wiener Staatsoper hat uns nun wieder, die Festspiele sind vorbei.


Letzter Höhepunkt der Salzburger Festspiele: Die  Netrebko-Gala. Copyright: Salzburger Festspiele/Marco Borrelli

Peter Dusek berichtet über das „Konzert ohne Zugabe„: Zuletzt Jubel, Trubel Blumen; für Zugaben war es um 22Uhr30 offenbar zu spät. Zum Gala-Abend gehört doch auch ein kulinarischer „Nachtisch“. Und der ist so spät gar nicht leicht zu finden!

Zum Bericht von Peter Dusek

Laut anderen Medien (und auch unserem „Erst-Rezensenten Dr. Klaus Billand sprang der Funke der Begeisterung nicht vollends über, die Gala wurde ohne Zugabe etwas lieblos „abgedreht“.  Trotzdem wurde die Diva bejubelt – und der Jubel soll nach übereinstimmenden Medieninformationen verdient gewesen sein. Yusif Eyvazov ist um seine Rolle nicht zu beneiden, er agierte souverän und im Rahmen seiner Möglichkeiten ohne Fehl und Tadel. Es gibt schlechtere Tenöre, denen zugejubelt wird, aber die stehen nicht in ständiger Konkurrenz mit einer „Über – drüber-Sängerin“. Damit wird er leben müssen, so lange er singt. Es gibt schlimmere Lose, aber so ganz einfach ist es für eine männliche Psyche auch nicht.

Ehepaar spielt Liebespaar
Anna Netrebko & Yusif Eyvazov hatten sichtbar und hörbar Spaß und Freude daran, tragische Liebespaare zu spielen: „Große Szenen“ aus Opern von Verdi und Puccini zu zwei Stimmen – „A due voci“ eben – bescherten am Mittwoch (29.8.) ein Sängerfest zum Festspielende. Das Mozarteumorchester unter der Leitung von Jader Bignamini bot eine Glanzleistung.
DrehpunktKultur
Das Ergebnis da wie dort: remis
Arien und Duette mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov in Salzburg.
Wiener Zeitung
Netrebko und Eyvazov im Einklang
Das Paar sorgte im Großen Festspielhaus mit Arien und Duetten von Verdi und Puccini nicht nur für Jubelstürme.
Die Presse
Salzburger Festspiele Anna Netrebko und Yusif Evyazov in „A due voci“
Münchner Abendzeitung
Salzburger Liebeswahn mit Anna Netrebko
Die Sopranistin war als wahre Könnerin zu erleben
Der Standard
Anna Netrebko: Die Primadonna wandelt auf neuen Pfaden
Am vorletzten Tag der Salzburger Festspiele war sie doch noch da. Und brachte auch ihn mit. Anna Netrebko und Yusif Eyvazov „A Due Voci“
Salzburger Nachrichten

DIE SALZBURGER FESTSPIELE 2018 SIND ZU ENDE

Sehen Sie hier alle Trailer und sonstigen Festspiel-Videos

https://www.salzburgerfestspiele.at/videos/playlistid/PLvbbwyDYw0UWd7h3Um3K5jzC9NMaBCdeb

Sie können sämtliche Trailer der Salzburger Festspiele abrufen.

Damit ist unsere Berichterstattung über diese Festspiele beendet und ich danke allen Mitarbeitern für deren sehr professionelle Berichterstattung unter erschwerten Bedingungen, praktisch nur mit selbst gekauften Karten (im Finish hat ein Redakteur noch zwei Pressekarten ergattert, aber bereits zu einem Zeitpunkt, , zu dem die Berichterstattung gelaufen war). Seit einigen Monaten hängt zwischen der Presseabteilung der Festspiele und uns der Haussegen gewaltig schief – und wir wurden von sämlichen Presseinformationen der Festspiele abgeschnitten. Während wir in den Vorsaisonen praktisch jeden Tag mehr oder weniger interessante Infos (Bilanzen, Jubelmeldungen etc.) zwecks Veröffentlichung erhielten, kam während dere diesjährigen Festspielsaison keine einzige offizielle Presseinformation bei uns an. Dieser Vorgang ist beispiellos – wenn ich ihn mit der Zusammenarbeit mit anderen Pressestellen vergleiche.

Dass wir dennoch die wohl umfangreichste Berichterstattung aller vergleichbaren Medien abgeliefert haben – und dies in sehr professioneller und vor allem sachlicher Form geschehen ist – ist Verdienst der Mitarbeiter. Bei uns werken „unbezahlte Profis“ – Kindergartenmentalität ist uns fremd!

Diese Ausgrenzung wiederum hat den Vorteil, dass wir uns nicht wegen jeder Formulierung rechtfertigen mussten. Die Salzburger Festspiele sind passabel verlaufen, Grund zum überschwänglichen Jubel gab es für uns keinen – aber auch keinen Grund für wirkliche Verrisse. Die Festspiele haben das geboten, was man von ihnen erwarten durfte! Zumindest auf künstlerischem Gebiet waren Profis am Werk!

Dass der seitens der Medien seit Jahren gehätschelte Intendant „auch nur mit Wasser kocht“, erfährt die Öffentlichkeit nun nach Abschluss der Festspiele. Nun wurde nämlich bekannt, dass der geradezu katastrophale Abstieg der Wiener Festwochen just mit Herrn Hinterhäuser begonnen hat:

Einnahmen der Wiener Festwochen seit Jahren im Sinkflug
Kulturstadträtin Kaup-Hasler beantwortete Neos-Anfrage: Bereits seit 2014, unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser, sanken die Erlöse massiv.
Wiener Zeitung
Wiener Festwochen: Seit Jahren fielen die Einnahmen rapide
Nicht erst unter dem oft kritisierten Zierhofer-Kin sanken die Erlöse massiv. 2014 betrugen die Karteneinnahmen noch 1,5 Mio. Euro, heuer waren es nur noch 583.025.
Die Presse

Ich zitiere hier die nackten Zahlen, die von Wiens neuer Kulturstadträtin auf Anfrage bekanntgegeben wurden! Nun behaupte ich nicht, dass Herr Hinterhäuser die Alleinschuld am Niedergang trifft, ich stelle lediglich fest, dass er kein Gegenmittel zum Publikumsschwund/ Wegfall der Erlöse gefunden hat.

Der Nachfolger des Herrn Hinterhäuser in Wien war Herr Tomas Zierhofer-Kin. Dieser Kulturmanager scheint in der Vita seines Vorgängers mehrmals auf.

Nun behaupte ich gar nichts, sondern lasse Sie mit Gedanken dazu allein!

Amen!

Bayreuth: Katharina Wagner: Besetzung nur nach künstlerischer Qualität
Plácido Domingo durfte in diesem Jahr dirigieren, 2019 soll Anna Netrebko bei zwei Aufführungen auftreten – Katharina Wagner sieht trotzdem keinen Trend zur Eventisierung der Bayreuther Festspiele. „Würden wir nur oberflächlich einen bekannten Namen an den anderen reihen, wäre diese Frage berechtigt, aber die bestmögliche Besetzung für eine Aufführung zu gewinnen, hat mit Eventisierung nichts zu tun“, sagte die Festivalchefin in einem Interview des „Nordbayerischen Kurier“ (Mittwoch). Bei der Besetzung zählten ausschließlich „künstlerische Leistung und Qualität“
Musik heute

Berlin ehrt Dirigenten Ferenc Fricsay mit Gedenktafel
Berlin will den Dirigenten Ferenc Fricsay (1914-1963) mit einer Gedenktafel ehren. Die Plakette soll am 6. September am ehemaligen Wohnhaus des Musikers im Stadtteil Zehlendorf angebracht werden, teilte die Berliner Kulturverwaltung am Donnerstag mit. Der gebürtige Ungar habe beim Wiederaufbau des musikalischen Lebens im Berlin der Nachkriegszeit eine zentrale Rolle gespielt
Musik heute

Klassik-Branche schafft sich einen Ersatz-Echo
Der Echo Klassik ist abgeschafft, nun hat sich die Branche auf einen neuen Preis geeinigt. Der Opus Klassik wird erstmals am 14. Oktober im Berliner Konzerthaus verliehen werden.
https://www.tagesspiegel.de/kultur/opus-klassik-klassik-branche-schafft

Das ist natürlich wieder ein echtes Kasperltheater! Die Branche bejubelt sich selbst, also muss flugs ein Ersatzpreis unter neuem Namen mit den alten Gesichtern her!

Auch ein Kasperltheater: Es gibt ein „Theater des Jahres“ und ein „Beinahe-Theater des Jahres“

Kritiker wählen Basler Bühne zum „Theater des Jahres
Sueddeutsche Zeitung

Münchner Kammerspiele beinahe „Theater des Jahres“
Sueddeutsche Zeitung

Das sind ganz schlechte Zeiten für Kabarettisten, die Wirklichkeit läuft denen längst den Rang ab!

Wiener Volkstheater lässt Publikum über Juden-Darsteller abstimmen
Es wird teil der Inszenierung von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“: Drei Figuren stehen zur Auswahl, mittels „Applaus-O-Meter“ wird abgestimt.
Die Presse

Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Filme der Woche


Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Wie lange hat man schon keinen wirklich „erwachsenen“ Film gesehen, echtes Thema, ernsthafte Fragestellung, ohne Sensationshascherei ausgearbeitet? Hier ist er, und obwohl lauter künstlerische Schwergewichte am Werk waren, um schwere Fragen zu diskutieren, ist es dennoch alles andere als eine trockene, harte Geschichte geworden – sondern vielmehr ein Film von federnder Spannung.

Der deutsche Titel „Kindeswohl“ impliziert zu viel Kitsch, um der Sache gerecht zu werden. „The Children Act“, sprich: das Kindergesetz, trifft es eher. Darum geht es im Grunde in dem Roman des Briten Ian McEwan, der mit seinen Büchern schon für andere spannende Filme sorgte (etwa „Abbitte“). Wobei er aus dem behandelten „Fall“ auch einfach eine dramatische Gerichtssaal-Story hätte machen können. Aber Ian McEwan schrieb das Drehbuch selbst und wendet sein Augenmerk vor allem der Frau zu, die mit dem Fall belastet ist – und erzählt auch noch eine Menge über sie.

Es geht um Fiona Maye, die, wenn sie ihren Talar anzieht, The Honorable Mrs Justice Maye DBE (sprich: Dame Commander of the Order of the British Empire) ist, also eine Frau von Bedeutung und Verantwortung. Familienrichterin, mit vielem befasst, darunter so schweren Entscheidungen, ob ein siamesischer Zwilling geopfert wird, damit der zweite leben kann. Wir lernen sie zuerst „privat“ als die schwer überarbeitete Frau kennen, die auch zuhause nur über ihrem Laptop und ihren Akten hängt. Nicht, dass sie ihren freundlichen Gatten nicht möchte – sie hat nur absolut keine Zeit, sich mit ihm zu befassen. Nicht, weil sie eine Karrierefrau ist. Sondern weil sie arbeiten muss, sich vorbereiten, Entscheidungen treffen…

Wagner-Poster in der Galerie des Online-Merker (Sammlung Klaus  Billand)


Einer der Poster (50 Stück sind derzeit zu sehen). Die attraktive „Hochdramatische“ ist übrigens Iordanka Derilova.
Foto: Barbara Zeininger

Ab Samstag bei freiem Eintritt zu besuchen. Heute wird noch die Jalousie an die Glas-Portaltüre montiert, daher Baustelle!

Der Nächste bitte:

Ermittlungen gegen Gerard Depardieu wegen Vergewaltigung
https://www.krone.at/1763743

Fußball: Rapid hat es in die Gruppenphase der Euro-Liga geschafft: In Bukarest verloren unsere „Grün-Weissen“ zwar mit 1:2, stiegen aber dennoch auf. Und der Treffer kam kurios genug zustande: Im Tor von Bukarest spielte ein 19jähriger Ersatzgoalie. Beim Stand von 2:0 für Bukarest (in diesem Fall wäre Rapid ausgeschieden) gab es Freistoß für Rapid. Der wurde ziemlich schwach ausgeführt und der Ball wäre mindestens einen Meter am Tor vorbeigegangen. Ich traute meinen Augen nicht, plötzlich sprang der Tormann spektakulär nach dem Ball, schlug ihn wieder unkontrolliert in den Strafraum zurück – und daraus entstand dann das Tor, dass einige Millionen für unsere Hütteldorfer einbringt.
Bei einem 19jährigen erkläre ich mir das so. Wahrscheinlich saß seine Freundin auf der Tribüne, Heldentaten brauchte er bis dahin nicht zu vollbringen. Also setzte er zu dieser völlig unnötigen Parade an, um der Maid zu imponieren. Eine andere Erklärung für diese Dummheit fällt mir nicht ein! Das war kein Fehler, das war grenzenlose Blödheit!

Wäre mir so etwas in meiner Fußball-Funktionärszeit widerfahren, hätte ich den Platzwart aufgefordert, mich sofort für eine Stunde in ein Kammerl einzusperren und ja nicht rauszulassen! Wahrscheinlich hätte ich diesem Goalie etwas angetan, was mir später nicht gut bekommen wäre!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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