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24. MÄRZ 2022 – Donnerstag

24.03.2022 | Tageskommentar

Eine pauschale Verurteilung ohne direkte Beweise für ein Mitwirken sei ungerecht und einer Gesellschaft unwürdig, so Vladimir Jurowski

Dirigent Vladimir Jurowski gegen Pauschalboykott russischer Künstler
Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper verurteilt in offenen Brief Angriff Russlands, wendet sich aber gegen pauschale Verurteilungen.
WienerZeitung.at

Klassikstars warnen vor „Ausgrenzung“ russischer Künstler
In einem Aufruf stellen sich zahlreiche Prominente der Klassikszene hinter die Sanktionen wider das Putin-Regime und wenden sich gegen die „Ausgrenzung russischer und belarussischer Personen“: „Viele fühlen sich wie Geiseln in ihrem eigenen Land.“
BR-Klassik.de

Unpolitische russische Künstler werden nicht mehr geduldet, auf beiden Seiten!
Boykotts und Entlassungen Russische Künstler, die sich nicht deutlich von Putin distanzieren, sind im Westen nicht mehr gern gesehen. In Russland müssen sich Künstler zu Putin bekennen, wenn sie ihre Posten behalten wollen
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/russische-kuenstler-sanktionen-und-kultureller-kahlschlag

Netrebko hat bei uns keinen Platz«
Wegen ihrer Putin-Nähe gibt es viel Kritik an Operndiva Anna Netrebko – trotzdem plant sie große Auftritte, auch in Deutschland. Politik, Veranstalter und Sponsoren sind in Nöten: Können die Konzerte stattfinden?
Spiegel.de

Was soll das? Auf diese Art wird kein Problem gelöst. Auch Anna Netrebko ist eine ganz unwichtige Nebenfigur in diesem Krieg, wie viele andere auch, die aber von der eigenen Wichtigkeit überzeugt sind!

DAS OPERNHAUS ZÜRICH UND DIE SAISON 22/23

 

Premieren in der Oper: Der «Ring» geht weiter +++ Neue «Turandot» mit Piotr Beczała, Sondra Radvanovsky und Rosa Feola +++ Gegenwart mit George Benjamin und Wolfgang Rihm +++ Barock mit «Eliogabalo» +++ Operette «Barkouf» +++ Gounod mit Julie Fuchs und Benjamin Bernheim

Opernhaus Zürich • Die Saison 2022/2023

Das nördlichste Opernhaus Italiens und nun auch das westlichste Frankreichs?

Die Höhepunkte des neuen Spielplans am Opernhaus Zürich sind neben der Fortführung des Rings mit «Die Walküre» und «Siegfried» die relative grosse Anzahl an Musiktheaterpremieren in französischer Sprache.

Musiktheaterpremieren in französischer Sprache sind Offenbachs Opéra comique «Barkouf, ou un chien au pouvoir» (Jérémie Rhorer/Max Hopp), «Lakmé» (konzertant; Alexander Joel/Sabine Devieilhe, Edgardo Rocha) und Gounods «Roméo et Juliette» (Robrte Forés Veses/Ted Huffman/Julie Fuchs und Benjamin Bernheim).

Die Barockoper ist im Reigen der Premieren mit Franesco Cavallis «Eliogabalo» (Dmitri Sinovsky/Calixto Bieito/David Hansen) und Händels «Serse» (Solisten des IOS/Musikkollegium Winterthur) vertreten.

Die moderne Musik ist mit der Schweizer Erstaufführung von George Benjamins «Lessons in Love and Violence» und Wolfgang Rihms «Jakob Lenz» vertreten.

Die italienische Oper ist mit der Fragment-Fassung von «Turandot» (Marc Albrecht/Sebastian Baumgarten/Sondra Radvanovsky, Rollendebüt Piotr Beczala, Rosa Feola) und «Roberto Devereux» (Enrique Mazzola/David Alden/Inga Kalna, Stéphanie d’Oustrac, Stephen Costello) vertreten.

Osterfestspiele Baden-Baden – Berliner Philharmoniker 9.-18. April2022

Mit „Pique Dame“, den Berliner Philharmonikern und Kirill Petrenko beginnt in Baden-Baden der Festival-Frühling
Mit der Neuinszenierung von Peter Tschaikowskys Oper „Pique Dame“ beginnen am 9. April 2022 die achten Osterfestspiele Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern. Bis zum Ostermontag, 18. April, stehen vier Opernaufführungen und fünf große Abendkonzerte im Festspielhaus sowie zahlreiche Kammerkonzerte in Baden-Badener Sälen auf dem Programm des Festivals. Chefdirigent Kirill Petrenko dirigiert neben den beiden Opern „Pique Dame“ und „Jolanthe“ sowie einer Festspielgala auch ein Konzert des Bundesjugendorchesters.

In der Festival Lounge im Kurhaus Baden-Baden findet ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung statt. Im ersten „BadenBadener Salon“ der Osterfestspiele spricht der Philosoph und Publizist Peter Sloterdijk. Im Rahmen des Partizipationsprogramms der Festspiele treffen sich unter anderem Jugendliche aus ganz Deutschland zu Diskussionsrunden und  Workshops.

MÜNCHEN/ Künstlerhaus am Lenbach-Platz: BENEFIZKONZERT „UKRAINE-HILFE“ (Freitag, 25.3.)

Liebe Mitglieder und Freunde des Richard Wagner Verbandes München e.V.

der irrsinnige fortdauernde Vernichtungsfeldzug gegen die freie Ukraine fordert uns alle heraus.
Über Waffenlieferung Dritter in ein Krisen- oder Kriegsgebiet, selbst über militärische Gegenwehr der Ukraine gegen einen zu allem entschlossenen letztlich übermächtigen Aggressor kann man geteilter Meinung sein.

Einigkeit besteht aber doch darin, dass hier im humanitären Sinne geholfen werden muss. Jeder entscheidet bei uns ja völlig frei für sich selbst, ob und wie er jetzt helfen möchte.

Der Vorstand des Richard Wagner Verbandes München hat sich (einstimmig) entschieden:
Benefizkonzert „UKRAINEHILFE“ des Richard Wagner Verbands am Freitag 25.03.22 um 19 h
im Künstlerhaus am Lenbachplatz – GROSSER FESTSAAL – Eintritt ab 25 €

Bitte helfen Sie durch Mund-zu-Mund Propaganda und Weiterverteilung der angehängten „Einladung“ mit, die Veranstaltung bekannt zu machen.
Künstler, die bereits zugesagt haben oder Verfügbarkeit wohlwollend prüfen:
Andreas Hörl (Bass), Amadeus Wiesensee (Klavier), Raphaela Gromes (Cello), Julian Riem (Klavier), Dorothee Koch (Sopran), Daria Kalinina (Sopran), Martin Summer (Bass), Sandro Schmalzl (Tenor), Mikhail Berlin (Klavier)

Moderation/Rezitation: Monika Weber
Rezitation: Dagar Tuschy-Nitsch

Auch als Zoom: Link unten

 

Herzlichen Dank
Vielen Dank an das Künstlerhaus München für die Kooperation.

Einwahllink für Zoom-Veranstaltungen des RWV-München:
https://us02web.zoom.us/j/85263244095?pwd=bHc3eFhNWVR0bE1LK29XK0N3UktwZz09

mit freundlichem Gruß
Karl Russwurm

LINZER LANDESTHEATER/ Kammerspiele: Give peace a chance

 

Benefizabend für den Frieden

Eintritt frei – Zählkarten am Tag der Veranstaltung vor Ort erhältlich

Sonderveranstaltung am 29.03.2022
Spielstätte Kammerspiele
Dienstag, 29. März 2022, 19:30 Uhr

Eintritt frei – Zählkarten am Tag der Veranstaltung vor Ort erhältlich

BASEL/ STADTCASINO: SEELENTROST – EIN DEUTSCHES REQUIEM von Johannes Brahms
Sinfoniekonzert
Mittwoch, 06. April 2022

19:30 im Stadtcasino Basel
18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Benjamin Herzog

Marek Janowski. Foto: Felix Broede

 

Von Robert Schumann wurde er mit nur zwanzig Jahren zum musikalischen Messias gekrönt, doch Brahms selbst bevorzugte die Besinnung auf das Menschliche in der Kunst. 1868 schrieb er seine grosse «musikalische Seligpreisung der Leidtragenden». Das Werk komponierte der religiöse Freigeist in einer Phase starker Zweifel an der Institution Kirche. Entstanden ist keine Begräbnismusik, sondern ein Werk zum Trost für die Lebenden, das die immerwährende Frage zum Verhältnis von Vergänglichkeit und Ewigkeit aufwirft.

Nach Aufführungen in Genf, Bergamo und Aix-en-Provence wird das tief berührende Werk mit dem Sinfonieorchester Basel, dem MDR-Rundfunkchor und unter der Leitung von Marek Janowski nun endlich auch im Stadtcasino Basel zu hören sein.

Liviu Holender. Foto: Barbara Aumüller

Ein Interview mit Liviu Holender ist in Ausarbeitung und wird demnächst eingestellt!

Christina Landshamer. Foto: Marco Borggreve

Kent Nagano – Die Lektionen seines Lebens

Kent Nagano. Foto: Andrea Matzker

Im Rahmen der lit.Cologne stellte der inzwischen 70-jährige Dirigent Kent Nagano sein Buch über die zehn wichtigsten Lektionen seines Lebens vor:

Eine erste wichtige Erfahrung im Musikleben war seine Existenz als Assistent der Dirigentin Sarah Caldwell in Boston. Damals gab es noch nicht selbstverständlich Frauen am Dirigierpult. Sie war Bratschistin, so wie auch er, und wollte ihm direkt alles beibringen, was mit der Oper zu tun hat. So probten sie „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Sie war eine sehr fordernde Lehrerin und verlangte eines Abends um 23:00 Uhr nach Probenschluss für den kommenden Morgen eine neue Arie, einige transponierte Partituren und ein Intermezzo in Offenbach’s Stil neu komponiert. Von Mitternacht bis 10:00 Uhr morgens schaffte er das Pensum, aber hatte leider in der Eile die Trompetenstimme in die falsche Tonart transponiert, was bei der Probe eine Katastrophe zur Folge hatte. Sie schmiss ihn kurzerhand und unverblümt hinaus…

Am nächsten Tag stellte sie ihn wieder ein!

Mit 34 Jahren gewann er ein Stipendium durfte und sich einen Professor aussuchen. Er versuchte sein Glück bei Leonard Bernstein und bekam die Audition. Er kam zu ihm nach Hause, musste erst einmal anderthalb Stunden warten und wurde dann in einen Saal geführt, in dem weder ein Flügel stand noch sich andere Instrumente befanden. Bernstein sagte einfach zu ihm: „Dirigieren Sie!“ Nagano war völlig perplex, denn er wusste nicht, wie und was. Er solle einfach etwas dirigieren, und Bernstein würde schon erraten, was es sei. Also erfolgte die erste Probe stumm, nur rein visuell. Nagano begann, die vierte Symphonie von Brahms zu dirigieren. Bernstein verstand es nicht, aber Nagano durfte trotzdem bleiben und bei ihm studieren…

Zum Bericht von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

WIEN / Österreichische Nationalbibliothek –Prunksaal: DES KAISERS SCHÖNSTE TIERE
BILDER AUS DEN HABSBURGISCHEN SAMMLUNGEN
Vom 24. März 2022 bis zum 26. Juni 2022

 

Eine Ausstellung für alle

Mit „Des Kaisers schönste Tiere“ hat die Österreichische Nationalbibliothek für ihre jüngste Ausstellung im Prunksaal einen Haupttreffer gezogen. Das Thema funktioniert auf zahlreichen Ebenen. Sehr viele Menschen interessieren sich von Kindheit an für Tiere. Die gezeigten Bestände stammen ausschließlich aus eigenem Besitz, und manches davon ist noch nie ausgestellt worden. Die meisten Werke sind von hohem ästhetischem Reiz, aber gleicherweise wissenschaftlich höchstwertig. Ein Hauch von „Exotismus“ schwebt auch noch über dem ganzen Unternehmen. Und außerdem würdigt man jene „Sammler“ unter den Habsburgern, die vergleichsweise zu jenen Mitgliedern der Familie, die Kunst nach Österreich brachten, vernachlässigt werden. Aber zumindest Kaiser Franz I. Stephan, sein Enkel Kaiser Franz II. / I. und dessen Sohn Kaiser Ferdinand I. waren ambitionierte Naturwissenschaftler und haben unendliches Material an die Nachwelt hinterlassen – ganz zu schweigen von dem Schönbrunner Zoo, den Franz Stephan begründete und der heute der älteste noch existierende der Welt ist.

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Russland akzeptiert nur noch Rubel für sein Erdgas: Staaten, die als Reaktion auf die russische Militärintervention in der Ukraine Sanktionen gegen Moskau verhängt haben und deshalb vom Kreml als «unfreundliche Staaten» eingestuft werden, müssen Erdgaslieferungen in Rubel bezahlen. Präsident Wladimir Putin beauftragte die russische Zentralbank und die Regierung, binnen einer Woche die notwendigen Voraussetzungen für die Abwicklung dieser Zahlungen zu schaffen. Der Rubel erstarkte am Mittwoch nach Putins Ankündigung kurzzeitig deutlich. Zugleich stiegen auch die Erdgaspreise steil an.
Zum Bericht

Das von Putin geforderte Verfahren zur Abwicklung des Rubel-Erwerbs und der Zahlungen funktioniert wohl nicht ohne die russische Zentralbank. Diese allerdings steht ebenfalls auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Der Kreml scheint die Europäer vor die Wahl zu stellen, beim Erdgaskauf Kompromisse einzugehen oder ganz darauf zu verzichten!

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat im Gefängnis geheiratet: Der seit rund drei Jahren in London inhaftierte Assange hat seine langjährige Partnerin Stella Moris geheiratet. Bei der standesamtlichen Trauung hinter den Gefängnismauern waren nur vier Gäste und zwei Trauzeugen zugelassen. Assange droht die Auslieferung an die amerikanische Justiz, die ihm wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen will. Den 50-Jährigen erwarten dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft.
Zum Bericht
Ehemalige amerikanische Aussenministerin Madeleine Albright gestorben: Albright starb am Mittwoch im Alter von 84 Jahren an Krebs, wie ihre Familie mitteilte. 1937 in Prag geboren, war sie von 1997 bis 2001 unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton – als erste Frau – Aussenministerin der USA. Sie prägte für die Aussenpolitik jener Zeit den Ausdruck «assertive multilateralism» («durchsetzungsfähiger Multilateralismus»).
Zum Nachruf
Jamaica deutet Abschied von britischer Monarchie an: Der Besuch der britischen Royals in der Karibik verläuft bisher ganz anders als wohl im Vorfeld erwartet. Jamaicas Premierminister Andrew Holness hat nun eine Lossagung des Landes von der Krone angedeutet. Der Karibikstaat feiert im August 60 Jahre Unabhängigkeit. Zuletzt hatte sich die karibische Ex-Kolonie Barbados von der britischen Monarchie losgesagt und zu einer Republik erklärt.
Zum Bericht

Das neue Mekka der Oligarchen
Dubai zieht reiche Russen an, die ihr Vermögen vor Sanktionen in Sicherheit bringen wollen. Die Ankunft der Oligarchen wirft nun ein Schlaglicht auf alte Missstände in den Emiraten.
https://www.diepresse.com/6115328/das-neue-mekka-der-oligarchen

Na ja, machen eben Andere das Geschäft. Hoffentlich wissen unsere Wirtschaftsexperten, was sie tun! Bei den Rubelzahlungen wurden sie elegant ausgebremst. Alte Weisheit meiner Familie: Halte Andere nicht für dümmer, als Du selbst bist!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

 

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