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30. NOVEMBER 2018

30.11.2018 | Tageskommentar

Dr. Thomas Angyan übergibt nach 32 Jahren im Wiener Musikverein ab 2020 das Steuer. Foto: Wiener Musikverein

Die Wiener Symphoniker reagierten sofort mit einer Würdigung und Danksagung: „Die Verdienste, die sich Dr. Thomas Angyan um den Musikverein, aber auch das Wiener und internationale Musikleben generell erworben hat, kann man gar nicht hoch genug einschätzen„, drückte Johannes Neubert als Intendant der Wiener Symphoniker seinen Respekt aus. Johannes Stockert, Präsident der Gesellschaft der Musikfreunde, dankte Angyan, dass dieser „den Ruf des Musikvereins in Wien als eine der führenden Konzertinstitutionen der Welt weiterentwickelt und ausgebaut“ habe. Thomas Angyan hat seit seinem Amtsantritt 1988 den Musikverein geprägt.  32 Jahre wird er bei seinem Abtritt an der Spitze verbracht haben, damit ist er natürlich längstdienender Intendant! 

Götterdämmerung: Thomas Angyan verlässt 2020 den Musikverein
Es ist eine Götterdämmerung im übertragenen Sinn: 2020 geht im Wiener Musikverein die Ära von Thomas Angyan als Intendant zu Ende. Der Musikmanager kündigte am Donnerstag an, seinen bis 30. Juni 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen und damit 32 Jahre an der Spitze der Klassikinstitution gestanden zu haben. Es sei an der Zeit, „das Ruder an die nächste Generation weiterzugeben“.
Salzburger Nachrichten
Angyan gibt das Ruder weiter
Wiener Zeitung
Thomas Angyan gibt das Ruder weiter
Die Presse
Musikverein: Intendant Thomas Angyan hört auf
Kurier
Thomas Angyan tritt 2020 als Musikvereins-Chef ab
Der Standard

Wer weiß was? Angeblicher Vorfall in der Wiener Volksoper:

Heinrich Schramm Schiessl schreibt: Meine Frau hat mir berichtet, daß man heute in der Früh im Puls4-Morgenfernsehen Folgendes gemeldet hat: In der Volksoper hat gestern abend ein älterer Herr einen vor ihm sitzenden, zu laut jubelnden Zuschauer mit dem Stock attackiert.

Mehr weiß ich leider auch nicht, aber vielleicht bekommst Du etwas heraus.

Ich weiß nichts, aber die Kronen-Zeitung berichtet

Ein schmerzhaftes Ende hat ein Abend in der Wiener Volksoper für einen 61-Jährigen genommen: Als der begeisterte Opernfan am Ende der Vorstellung Standing Ovations gab, spürte er plötzlich einen festen Stoß gegen seine linke Schulter. Als er sich umdrehte, sah er einen verärgerten älteren Herrn, der den 61-Jährigen offenbar mit seinem Gehstock traktiert hatte.

„ARTE“ ÜBERTRÄGT DIE SAISONERÖFFNUNGSVORSTELLUNG DER MAILÄNDER SCALA: ATTILA von Giuseppe Verdi am 7.12. um 21,45 h

 

Die Spielzeit 2018/2019 eröffnet die Mailänder Scala mit Giuseppe Verdis „Attila“. Riccardo Chailly übernimmt die musikalische Leitung, Davide Livermore die Inszenierung. Die Titelrolle singt der russische Bass Ildar Abdrazakov. Saioa Hernandez singt seine Gegenspielerin Odabella. ARTE überträgt die Oper am Freitag, den 7. Dezember, um 21.45 Uhr live (leicht zeitversetzt) aus Mailand im TV und online auf ARTE Concert (concert.arte.tv). Durch den Abend führt ARTE-Moderatorin Annette Gerlach. Nach der Ausstrahlung wird das Konzert für 90 Tage im Replay auf concert.arte.tv zur Verfügung stehen.

Alle Infos zur Übertragung finden Sie auf : https://www.arte.tv/sites/de/presse/programm/2018-12-07/084740-001-A/

 

Die Petition #LINZLIEBTSEINTHEATER hat bis jetzt über 14.500 Unterschriften gesammelt

Grund für die Petition ist die Aufkündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz, die am 6. Dezember in der Gemeinderatssitzung beschlossen werden soll.

 

Über 10.000 haben bereits in den vergangen zwei Wochen die Online-Petition unterschrieben und tausende von Kommentaren hinterlassen. Hinzu kommen noch über 4.500 Unterschriften, die handschriftlich vorliegen.

Begründung für die Petition:
Sollten die über den Theatervertrag geregelten finanziellen Mittel wegfallen, werden das Linzer Landestheater und das Bruckner Orchester Linz nicht mehr das sein, was sie momentan noch sind, nämlich international renommierte und jährlich von weit über 300.000 Besucherinnen und Besuchern geschätzte Kulturinstitutionen. Das Publikum würde massive Einschnitte beim Theater- und Konzertangebot in Hinblick auf Programm, Niveau, Qualität und Quantität hinnehmen müssen. Damit würde Linz als Kulturhauptstadt Europas eklatant an Lebensqualität verlieren und sich selbst einen enormen Imageverlust bescheren.

Zur Online Petition mit weiteren Informationen und tausenden Kommentaren:
https://www.openpetition.eu/at/petition/online/linzliebtseintheater

Ich schaue mir immer an, wer sonst noch unterschrieben hat und entscheide dann für mich, ob ich mit der/dem auf einer Liste stehen will.

Wien/ Kammeroper: Die Kritiker sind sich bei DON CARLOS ziemlich einig:, Es ist kein großer Wurf, dieser „Don Carlos in der Schuhschachtel“

Kristján Jóhanesson (Posa), Andrew Owens (Carlos). Copyright: Barbara Zeininger

Die Wiener Kammeroper spielt jetzt Giuseppe Verdis „Don Carlos“. Man hat die Chöre gestrichen, das ganze Autodafé-Bild dazu, spielt eine Kammermusikfassung und jagt junge Sängerinnen und Sänger in Partien, für die schon große Häuser nur schwer eine adäquate Besetzung finden. Wenn dann noch die Regie versagt, ist das Scheitern vorprogrammiert.

http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/acarlos18.htm

Karger „Don Carlos“
Nur die Sänger glänzen in dieser Schrumpf-Fassung.
Wiener Zeitung
Sébastien Dutrieux inszeniert „Don Carlos“ an der Kammeroper: Salon als Seelenkerker
Die Mitglieder des Jungen Ensembles des Theaters an der Wien leiden in geschmackvoll-elegant-zeitloser Kleidung
Der Standard

Berlin/ Volksbühne: Oper von Zimmermann an der Volksbühne: Der Komponist triumphiert über seine ExegetenBernd Alois Zimmermann war 1952, als er mit Mitte Dreißig ein Fronleichnams-Lehrstück Calderons zu einem Funkoratorium umbaute, alles andere als ein die Menschen mitreißender Frühstarter. Aber er hatte schon damals den glühenden Willen zum Mittun, zur Mission ohne Scheu davor, sich zu exponieren – selbst auf die Gefahr der Lächerlichkeit hin. Die war wohl vorhanden in einem Stück, das nun „Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott“ hieß und mit gusseiserner Frömmigkeit gegen Schuldverdrängung und den neuen Brachial-Materialismus der Wirtschaftswunderjahre anrannte
Berliner Zeitung

An der Metropolitan Opera beginnt am 4.12. eine neue Ära

Juan Diego Flórez, left, and Diana Damrau, shown in a recent rehearsal, star in a new production of “La Traviata” at the Metropolitan Opera. CreditRamsay de Give for The New York Times

Vorschau
“La Traviata’ Opens a New Era at the Metropolitan Opera
The New York Times

STAATSTHEATER WIESBADEN: Premiere von Leos Janaceks JENUFA

 Kaum zu glauben: es mussten Jahrzehnte vergehen, bis das Staatstheater Wiesbaden sich entschloss, endlich einmal wieder Leos Janaceks Meisterwerk „Jenufa“ zu präsentieren! Gewählt wurde die Originalsprache und die sog. „Brünner Fassung“, die der Originalfassung entsprechen soll. Gerade bei Janacek, der so sehr vom gesprochenen Wort her seine Opern komponierte, wäre es eine bessere Entscheidung gewesen, wenn Wiesbaden sich für eine deutschsprachige Einstudierung entschieden hätte. Dies hätte dem Publikum das Stück wesentlich näher gebracht, zumal kein tschechischer Muttersprachler zum Ensemble zählte…

Zum Premierenbericht von Dirk Schauß

Santa Cruz de Tenerife/Spanien: LUCIA DI LAMMERMOOR

1. Akt, 1. Bild. Copyright: Miguel Barreto

„Lucia di Lammermoor“ war eine Koproduktion der Ópera de Tenerife im Auditorio Ádán Martín, einem futuresken Bau des berühmten katalanischen Architekten Santiago Calatrava Valls, mit dem Teatro Colón in Buenos Aries und der Fundación Ópera de Oviedo in Spanien. Üblicherweise führt man vor allem Koproduktionen mit der Peninsula (der Halbinsel) auf, wie man hier den kontinentalen Teil Spaniens nennt. Er war also diesmal mit Oviedo auch wieder beteiligt, dazu aber eben auch das ehrwürdige Teatro Colón in Argentinien.

Wie gewohnt in Santa Cruz, und dabei denke ich an die letzten Aufführungen von „Don Carlo“, „Norma“ und „Werther“, die hier ebenfalls rezensiert wurden, war auch die „Lucia“, dreimal aufgeführt, eine gute Inszenierung, wenn auch mit einer etwas ernüchternden Inszenierung des Regisseurs Nicola Berloffa und seines Assistenten Raúl Vasquez in den entsprechenden Bühnenbildern von Justin Arienti. Dieser war auch für die stark auf die schottische Kleidungstradition zur Zeit der historischen Verankerung der Produktion verantwortlich…

Zum Bericht von Klaus Billand

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters: VOLKSVERNICHTUNG ODER MEINE LEBER IST SINNLOS
Eine Radikalkomödie von Werner Schwab
Premiere: 29. November 2018

Alexandra Henkel, Sara Viktoria Frick. Copyright: Barbara Zeininger

Es gibt Leute, die können mit den abstoßend hässlichen Klappmaulpuppen des Nikolaus Habjan nichts anfangen, und ich bekenne mich voll zu ihnen. Im allgemeinen sehe ich auch nicht ein, warum ich mir „Menschenstücke“ mit solchen Alpträumen aus dem Grusel-Kabinett ansehen soll. Doch halt – „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ von Werner Schwab ist mit Sicherheit kein Menschenstück. Das Programmheft (diesmal wirklich brillant informativ) mag angesichts einzelner Figuren noch so sehr bei der Suche nach „echten“ Grazer Vorbildern in Schwabs Jugend fündig geworden sein – was er daraus gemacht hat, ist Theater in Essenz, ist Gleichnis, Symbolik, Übersteigerung, Verfremdung. Alle, die Schwab dem coolen „Volkstheater“ à la Horvath zuschlagen wollen, liegen total falsch (wie er auch selbst bestätigt hat): Dieser „Skandalautor“, dessen Leben so kurz war (1958-1994) und der so berühmt geworden ist, hat seine eigenen Welten kreiert…

Die Reihen im Zuschauerraum waren nach der Pause gelichtet. Der Abend dauerte starke zweieinhalb Stunden (begann mit zehnminütiger Verspätung, da die Demonstrationen am Donnerstag den Innenstadt-Verkehr stark beeinträchtigen) und trug davon höchstens eine halbe. Außer Hass und Verachtung der Menschheit gegenüber hat uns Werner Schwab nicht viel zu bieten. Da nützen Bezeichnungen wie „Radikalkomödie“ oder (hoch berechtigt) „Fäkaliendrama“ wenig, und auch kreischende Puppen bringen es nicht: An diesem Abend ist nicht nur, wie der Titel meint, „meine Leber“ sinnlos…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Mehr als 50 Szenenfotos aus dieser Produktion (Copyright Barbara Zeininger)

Theater-Regisseurin Anna Bergmann Das patriarchale System erschüttern
100 Prozent Frauenquote: Die Regisseurin Anna Bergmann vor der Berliner Premiere von „Persona“ am Deutschen Theater.

Wenn man Anna Bergmann fragt, warum sie sich nicht auf ihre eigene Karriere konzentriert, sondern sich für die gezielte Förderung von Frauen im Theater engagiert, entgegnet sie: „Weil ich in der DDR geboren wurde und Frauen da total supported wurden und sich auch gegenseitig unterstützt haben.“ Ihren Kurs will sie konsequent weiterverfolgen. In der kommenden Spielzeit wird ein Mann Regie führen – ansonsten ausschließlich Frauen. „Der Herr, der kommt, wird das Musical inszenieren – der hat auch große Lust darauf“, sagt sie und lächelt verschmitzt. „Von Macht und Verführung“ lautet der thematische Schwerpunkt…
Tagesspiegel

Würde ein Mann ankündigen, nur mit Männern arbeiten zu wollen, würde ich vermuten, dass der „nicht alle Tassen im Schrank hat“ .

Filme der Woche

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Es gibt Situationen, die will man sich nicht einmal in seinen schlimmsten Träumen vorstellen. Aber es gibt sie wohl, man liest davon in den Zeitungen – und man sieht es nun im Kino. hier ist es Wanda, liberal bis in die Fingerspitzen, die es trifft – volle Pulle. Denn eines Tages steht ihre 16jährige Tochter Nina mit Kopftuch und im Hijab da und verkündet, sie sei nun Muslima und heiße Fatima… Die Kleidung sei nötig, erklärt sie, sonst fiele ihre Konvertierung ja niemandem auf (!!!). Und schon da merkt man, dass die junge Dame ein gewaltiges Ego-Problem damit hat, ausreichend beachtet zu werden. Wie auch immer – ein Problem für die Familie, die Umwelt und vor allem die Mutter bleibt es noch immer… und wer weiß, wann und ob das überhaupt vorbei geht?..

Der Film bietet keine Lösungen, das Ende bleibt offen. Versöhnliches Multikulti wird ebenso wenig geboten wie absichtsvoll dramatisierte oder gar ideologisch scharf gemachte Abgründe. Wie sagte doch der Dalai Lama angesichts all der Europäer und Amerikaner, die den Buddhismus für sich entdeckt haben und sich so schrecklich toll dabei fühlen? Jeder sollte bei der Religion seines eigenen Kulturkreises bleiben (falls er überhaupt eine braucht – das hat der Dalai Lama aber nicht gesagt).

Spielte Sebastian Kurz früher leidenschaftlich Banjo?
Ein altes Video legt das nahe. Denn der 16-jährige Musiker darin sieht aus wie der aktuelle Kanzler von Österreich.
https://www.jetzt.de/politik/sebastian-kurz-war-oesterreichs-kanzler-frueher-banjo-spieler

Eine Ähnlichkeit kann ich nicht erkennen, es sei denn bei den Ohren. Die Redaktion hat wohl Probleme , ihr Blatt zu füllen. Mir bleibt zum Glück erspart, nach Jugendfotos der deutschen Kanzlerin zu forschen. Die heutige Kolumne könnte ich auch ohne Frau Merkel endlos verlängern!

Das will ich aber nicht. Deshalb wünsche ich einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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