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30. MAI 2021 – Sonntag

30.05.2021 | Tageskommentar

 

 

HEUTE STREAM AUS DER BAYERISCHEN STAATSOPER

Beginn: 18 h

Die Isolation des Menschen in totaler Einsamkeit, der Brutalität und Fragwürdigkeit allen Lebens ausgesetzt.“ so beschreibt der Komponist Aribert Reimann das zentrale Thema seiner Oper.

Am 23. Mai 2021 feierte die Neuproduktion von Lear in der Inszenierung von Christoph Marthaler Premiere. Es ist sein Regiedebüt an der Bayerischen Staatsoper. Das Bayerische Staatsorchester steht unter der musikalischen Leitung von Jukka-Pekka Saraste, der nach dem 5. Akademiekonzert in der Spielzeit 2018–19 nun seine erste Oper am Nationaltheater leitet.  

Videomagazin: LEAR

In den Hauptrollen erleben Sie Christian Gerhaher, der als Lear sein Rollendebüt gibt, Hanna-Elisabeth Müller (ebenfalls im Rollendebüt als Cordelia), als deren Schwestern Angela Denoke (Goneril) und Ausrine Stundyte (Regan)  und Goerg Nigl in der Rolle des Graf von Gloster. Die gesamte Besetzung finden Sie hier.

Die Neuproduktion wird am 30. Mai als kostenloser Live-Stream auf STAATSOPER.TV und BR-KLASSIK CONCERT sowie im Radio auf BR-KLASSIK übertragen.

WIEN / Kammeroper des Theaters an der Wien: TRISTAN-EXPERIMENT nach Richard Wagner
Fassung für Kammerorchester von Matthias Wegele
Premiere: 26. Mai 2021,
besucht wurde die zweite Vorstellung am 29. Mai 2021

Foto: Herwig Prammer/Theater an der Wien

Günther Groissböck gehört in der Opernwelt zur kostbaren Spezies eines schönen, sonoren Wagner-Basses. Er hat mit Ausnahme der Wotans – die „fertig“ sind und bald kommen werden – und des Hans Sachs, mit dem er sich noch ein bisschen Zeit lässt, alle großen Wagner-Baß-Rollen gesungen. Entsprechend begehrt ist er in der ganzen Welt und weit herumgekommen – als Daland, König Heinrich, Landgraf, Pogner, Marke, Fafner, Fasolt, Hunding und Gurnemanz. Er ist durch zahllose Inszenierungen gegangen, manche davon haben Wagner-Freunden die Haare zu Berg stehen lassen.

Im Gespräch hat sich Günther Groissböck allerdings neuen Regieideen gegenüber aufgeschlossen gezeigt, sogar dem „Biogas-Tannhäuser“ von Sebastian Baumgarten, 2011 in Bayreuth, konnte er etwas abgewinnen. So war zu erwarten, dass auch er neue Wege suchen würde, wenn er das wahre Experiment eines kammeropernartig verschlankten „Tristan“ einging – als Experiment schon im Titel bezeichnet, in der Wiener Kammeroper, der Dependance des Theaters an der Wien, unternommen…

…An diesem Abend haben zwei Sänger eine Chance bekommen, die ihnen vielleicht niemand sonst gegeben hätte. Norbert Ernst durfte an der Wiener Staatsoper Wagner singen, nicht nur den David, auch Loge und sogar Erik, aber sein Fach waren dann doch die charakterisierenden Nebenrollen zwischen Jaquino oder Triquet. Lohengrin und Florestan traute man ihm nur außerhalb Wiens zu. Aber nun der Tristan, der Mount Everst der Wagner-Tenöre? Und Kristiane Kaiser, an deren wunderschöne Traviata in St. Margarethen man sich so gern erinnert wie an viele schöne Operetten-Heldinnen an der Volksoper. Aber die Isolde, das Non plus Ultra der dramatischen Wagner-Heldinnen?…

…Bedenkt man, wie viele missglückte „Experimente“ man an der Kammeroper schon mit „eingedampften“ Werken der großen Opernliteratur erlebt hat (das schlimmste war zweifellos der „Don Carlos“), dann ist dieser „Tristan“ sehr gelungen. Nicht zuletzt, weil sich Regisseur Groissböck nicht eine Sekunde gegen das Werk und dessen Schöpfer vergeht. Wie viele Regisseure können das heutzutage schon von sich behaupten?

Zum Bericht von Renate Wagner

Premiere am 26.5.

Kristiane Kaiser, Norbert Ernst. Foto: Herwig Prammer/Theater an der Wien

Sieglinde Pfabigan besuchte die Premiere (bereits amMittwoch): Was sonst beweist die Unsterblichkeit und damit die Qualität einer Geschichte – in diesem Fall als Musikdrama weltweit bekannt geworden -, wenn nicht ihre vielfache Deutbarkeit und Gefühlsintensität? Im konkreten Fall konnte diese Liebestragödie Richard Wagner zu einer Vertonung inspirieren, die den Komponisten selber überraschte und seit der Uraufführung 1865 die gesamte Musikwelt erneuern half.

Noch ehe die Corona-Lockdown-Periode angebrochen war, hatte Günther Groissböck die Idee, eine gekürzte Fassung von rund 3 Stunden für das Theater an der Wien in der Kammeroper zu bringen. Das Angebot kam vonseiten des intendanten Roland Geyer an den weltweit begehrten König Marke, dem er während der Proben des Sängers für den Wassermann in „Rusalka“ die Frage stellte, ob er nicht selber auch einmal inszenieren möchte…

…Der Schritt von der Opernhandlung zum Seelendrama ist nicht nur Richard Wagner mit „Tristan und Isolde“ gelungen, sondern auch Günther Groissböck mit seiner Kammeropernfassung. 

Zum Premierenbericht von Sieglinde Pfabigan

Bregenz/ Öffnungen
Verhaltene Freude bei den Bregenzer Festspielen
Nachdem die Besucherobergrenze bei Veranstaltungen im Sommer fallen wird, können auch die Bregenzer Festspiele vor einer vollen Tribüne spielen.

Die Freude darüber fällt bei den Bregenzer Festspielen aber eher verhalten aus: In einem schriftlichen Statement heißt es: Man freue sich über die weiteren Öffnungsschritte im Veranstaltungsbereich, will aber die Ankündigungen der Bundesregierung und die daraus folgenden Verordnungen nun erst genau prüfen.

Für die 28 „Rigoletto“-Aufführungen wurden 202.000 Tickets aufgelegt, 150.000 waren bis Ende April bereits gebucht.

https://vorarlberg.orf.at/stories/3105978/

Soviel zur Masken – und Testverplichtung, die wir aber pflichtschuldigst zu bejubeln haben.

Barrie Koskys „Macbeth“ in Zürich: Züchte Raben (Bericht aus 2016 – aber das ist die Wiener Inszenierung)
Die Nackten und die Totenvögel: Barrie Kosky inszeniert Verdis „Macbeth“ in Zürich als radikal reduziertes Kammerspiel.

…Denn in seltener Harmonie mit dem Graben kocht Kosky den sattsam bekannten Repertoire-Klassiker zu einem giftigen, hoch wirksamen Destillat ein, das in seiner packenden Intensität wie betäubt zurücklässt. Kosky macht aus Hexen Erscheinungen, ja selbst aus den blutigen Morden ein reines Kopftheater, das wie aus dem Nichts zu kommen scheint und in der Schwärze des Nichts auch wieder verschwindet. Die Nackten fungieren dabei als Macbeth’ fleischgewordene Dämonen, die ihn bedrängen, manchmal aber auch das Geschehen bloß flankieren und stumm den Chor ersetzen, der fast ausschließlich aus dem Off tönt…
Tagesspiegel.de

Star des Züricher Macbeth war Maestro Teodore Currentzis, in Wien ist es Anna Netrebko. Für uns wird es schön langsam fad, bereits Wochen vorher die Inszenierung kennenlernen zu dürfen. Der Überraschungseffekt fällt dadurch weg, auch die Spontanreaktionen der Besucher. Gerade der und die gehören aber zu einer Theaterpremiere!

Wien: „Macbeth“ LUCA SALSI dirigiert in seiner Wiener Mietwohnung mit dem Staberl von Zubin Mehta Beethoven

 

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AUSTRIA FOR LIFE macht Stephansdom zum strahlenden Symbol der Hoffnung

Foto: Martin Hörmandinger/APA/leisure

Am Freitag ging die märchenhafte Live-TV-Benefizshow über die große Bühne vor dem Stephansdom und vereinte ganz Österreich vor den TV-Bildschirmen. Gery Keszlers Initiative unterstützt die Hilfsplattform „Österreich hilft Österreich“. Bisher wurden 601.715 Euro gespendet. Bis 15. Juni 2021 kann „AUSTRIA FOR LIFE“ unterstützt werden.

Großartige Performances auf der Bühne vor dem Stephansdom lieferten Schauspielerin Maria Happel als Kaiserin Maria Theresia, Schauspieler Cornelius Obonya als Prinz Eugen, Schauspielerin Petra Morzé als Anna Sacher, Sängerin Conchita Wurst als Wolfgang Amadeus Mozart und Schauspielerin Sunnyi Melles als Bertha von Suttner. Bewegende musikalische Darbietungen kamen von Chartstürmer Lemo sowie den Opernstars Daniela Fally und Günther Groissböck als „Das Mädchen und der Tod“. Die Sänger Cesár Sampson und Sandra Pires überzeugten auch im Operngenre stimmgewaltig. Musiker Georgij Makazaria und Schauspielerin Katharina Straßer mimten barocke Straßenmusikanten…

Die 120-minütige Live-TV-Benefizshow ist ab sofort on Demand in der ORF-TVthek auf tvthek.orf.at oder in der Mediathek auf krone.at/videos zu sehen.

„Konzertgänger in Berlin“
Frischdesolat: Quatuor Diotima im Boulezsaal
Entcoronaisierung allüberall (hoffnungsvoll), die Cafétische sind voll, die Parks sowieso, die Single gebliebenen Nachtigallen trällern sich die Seele aus der Brust – wer jetzt kein Weib hat, balzt sich keines mehr, schreibt Rilke, aber das wissen die Vögel ja nicht. Wir hingegen radeln beschwingt, frischgetestet und halbgeimpft zum Pierre-Boulez-Saal, wo pilotprojektweis“ konzertiert wird.
https://hundert11.net/frischdesolat/

München
Philharmoniker unter Daniele Gatti: Wenn einer nichts mehr beweisen muss
Die Philharmoniker unter Daniele Gatti mit Beethoven und Hindemith im Gasteig.
Münchner Abendzeitung

Passend zum heutigen „Lear“ in München: Rising Stars 7 –  Hanna-Elisabeth Müller, Sopran – trittsicher auf dem Weg nach oben
Als Hanna-Elisabeth Müller im Februar 2016 als Marzelline in Calixto Bieitos Münchner Fidelio auf einem bühnenhohen Gerüst herumklettern musste, war ihr trockener Kommentar: „Jetzt weiß ich, wofür meine Mitgliedschaft im Alpenverein gut ist.“ Dort hat sie gelernt, dass man für eine große Tour gut vorbereitet und gerüstet sein muss und dass man immer einen sicheren Stand braucht, um gefahrlos den nächsten Schritt zu tun. Also übernimmt sie nur Rollen, von denen sie sicher ist, dass ihre Stimme die erforderliche Reife erreicht hat. „Ich will die Leiter Stufe um Stufe rauf“, sagte sie in einem Interview und bekundete, dass sie für das Studium neuer Partien nach Möglichkeit einen längeren Zeitraum einplant. Dass jeder Schritt sie bislang ein schönes Stück weiter aufwärts führte, ist nicht nur ihrem ganz besonderen Talent zu verdanken, sondern auch dem soliden Fundament gründlicher Vorbereitung für jedes ihrer Engagements.
Lorenz Kerscher präsentiert seine Rising Stars
Klassik-begeistert.de

«THE QUEEN OF BELCANTO» ELENA MOSUC CELEBRATES HER 30TH ANNIVERSARY OF INTERNATIONAL CAREER IN BUCHAREST

 

«The Queen of Belcanto» Elena Mosuc will celebrate on May 30, 2021 (6.30pm) her 30th Anniversary of international career with a Gala Concert at the Bucharest National Opera, conducted by Maestro Daniel Jinga.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 42
Wir fragten in der letzten Quiz-Ausgabe nach einem der berühmtesten Balletttänzer aller Zeiten, gewürdigt u.. a. mit einer Filmbiographie 1980 und mit einer Ballettinszenierung von John Neumeier im Jahre 2000. Das konnte doch nur … richtig: Vaslav Nijinsky sein! Das wusste auch Christina Miovic aus Altenberge – herzlichen Glückwunsch zur Überraschungs-CD!
Guido Marquardt stellt Ihr Klassikwissen auf die Probe
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-42/

Innsbruck
Katja Kabanowa“: Bitteres Schicksal, zum Heulen schön
Spät, aber doch noch schaffte es „Katja Kabanowa“ vor Publikum ins Landestheater. Ein mitreißender Abend
Tiroler Tageszeitung

Die Wolga, der Müll und der Tod – „Katja Kabanova“ endlich in Innsbruck
Neue Musikzeitung/nmz.de

Sorge um indische Corona-Variante
Vorbereitungen für schwierigen Herbst
www.salzburg24.at

Bis wir mit allen Ländern und deren Varianten durch sind, ist unsere Urenkel-Generation bereits am Ruder!

Österreich/ Innenpolitik
‚Oaschloch‘ – ÖVP pocht auf Entschuldigung
Das Streitgespräch zwischen Neos-Brandstätter und VP-Hanger geriet am Donnerstagabend aus dem Ruder.
https://www.oe24.at/oesterreich/oaschloch-oevp-pocht-auf-entschuldigung/478910178

In Österreichs Innenpolitik fliegen die Fetzn: Neos-Angeordneter Brandstätter – der ehemalige Kurier-Herausgeber – nannte den ÖVP-Mandatar Hanger bei Fellner-TV vor laufender Kamera zuerst einen „Ungustl“. Gut, das mag ja noch hart an der Toleranzgrenze angesiedelt sein. Als die Kamera aus war, war es auch mit den Liebkosungen aus, da sagte Herr Brandstätter, was er wirklich von Hanger hält:“ Oaschloch, gschissenes“ ! Diese Wortwahl ist selbst eines österreichischen Politikers nicht angemessen. Reicht eine öffentliche Entschuldigung? Brandstätter will den Wahrheitsbeweis antreten!

Abseits: Fliegende Wechsel bei Admira/ Wacker

Graue Maus? Von wegen! In jüngerer Vergangenheit ist Admira/ Wacker zwar nicht mit sportlichen Höchstleistungen, dafür aber als bunter Hund der Bundesliga aufgefallen. Am Montag präsentierte man nun Andreas Herzog als neuen Trainer und damit Nachfolger von Klaus Schmidt. Dieser war erst kurz zuvor anstelle Damir Burics geholt worden. Obwohl letztlich doch noch souverän der Klassenerhalt geschafft wurde, musste er seinen Platz nun ebenso räumen wie Franz Wohlfahrt, dem als Sportdirektor auch keine lange Karriere auf dieser Position beschieden war.
Wiener Zeitung

Was wollen die „Grünen“ eigentlich?

 

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

A.C.

 

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