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30. MAI 2020 – Samstag – Pfingstsamstag

30.05.2020 | Tageskommentar


Pfingsten (ohne Festspiele)

Als der Turm von Babel allmählich in den Himmel wuchs, ist es dem lieben Gott zu blöd geworden und er hat die hochmütigen Menschen sprachen-verwirrt. Zu Pfingsten geschah laut Bibel genau das Gegenteil: Da wurden die Apostel, eher schlicht gestrickte Menschen, plötzlich sprachenkundig…

…Feuer ist ja neben der Taube das Pfingst-Symbol schlechthin. Diese Anregung kommt aus der Apostelgeschichte: Den Aposteln erschienen „Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder“ (Apg. 2,3). Einst knüpfte sich daran in den Kirchen ein recht theatralischer Brauch: Durch das „Heiliggeist-Loch“ in der Decke wurde zu Pfingsten brennendes Werg („Werchflocken“) auf die Gläubigen geworfen. Treffer – das Fangen mit Hüten – wurden von den Bauern als gutes Omen gegen Unwetter gesehen.
Gottesdienste aus dem Salzburger Dom als Livestream – www.salzburger-dom.at

Pfingsten – ein Fest der Sprachen
Drehpunkt Kultur

Ein Corona-Geschädigter: Michael Schade: „Das schlimmste Wort der Welt heißt Absage“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/klassik/2062424-Michael-Schade

Ein Tenor „fünf Tage lang am Telefon“
Michael Schade musste die Barocktage Melk verschieben. Gespräch über Absagen, Gagen und ein TV-Konzert
Der Standard

Die Klassik kennt keine Krise
Die kommenden zehn Jahre sind entscheidend: Rob Overman vom kanadischen Musikkonzern Stingray spricht im Interview über die Zukunft des Hörens.
Frankfurter Allgemeine

Es sieht so aus, als dass sich nach Corona viele Dinge ändern werden. Billiger ist derzeit bloß das Benzin – aber auch das ändert sich garantiert. Derzeit haben Gratis-Streams Hochkonjunktur – aber auch das wird sich ändern. Ist Dominique Meyer, der seine Staatsopern-Streams kostenpflichtig angeboten hat, etwa ein Visionär? Fast scheint es so. Bald wird niemand jemand kennen, der etwas zu verschenken hat!

„KONZERT NACH VORSCHRIFT“ BEIM ONLINE-MERKER (28.5.). MARGARITA GRITSKOVA PRÄSENTIERT IHRE NEUE PROKOFIEW -CD

Maria Prinz, Margarita Gritskova und die Maskierten. Niemand ist ausgeschert, aber wahrscheinlich sind die Masken bald Geschichte. Margarita Gritskova ist eine der schönsten Frauen, die je unsere bescheidenen Räume betreten haben. Foto: Michael Pöhn

Wir vom Online-Merker hatten vor zwei Wochen das erste wieder öffentlich zugängliche Konzert mit Günther Groissböck. Andere hatten zwar ständig vollen Mund (den habe ich allerdings auch), aber ebensolche Hose (die habe ich nicht) ! Setzt Taten! Nun hatten wir fünf Stunden, bevor eine weitere Lockerung erfolgte, das letzte Konzert dieser zum Glück nur kurzen Zeitspanne, diesmal mit Margarita Gritskova/ Maria Prinz . Es ist nicht so einfach, weil ich von sämtlichen Besuchern die Kontaktdaten einheben musste (Anmeldung daher nur per Mail). Aber auch das wird wieder vorübergehen. Ich denke, dass ich das beim nächsten geplanten Termin (3.7.) nicht mehr in dieser Form und mit diesen Auflagen machen muss. Deshalb sehe ich auch für die Theater positiv in die Zukunft. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde – besonders bei uns in Österreich, wo sogar der Bundespräsident ein „lockerer Typ“ zu sein scheint. Bei mir hat er durch seine „Aktion“ an Sympathie keineswegs verloren.

Maria Prinz/ Margarita Gritskova. Foto: Brigita Schwarz.

Die Besprechung dieses Konzerts bzw. der CD können Sie in den nächsten Tagen lesen!

»Berlin braucht Musik!« – Das DSO ist am Pfingstwochenende an Land, auf dem Wasser und in der Luft zu erleben
Am 30. und 31. Mai schwärmen Kammermusikensembles im Doppeldeckerbus, auf dem Floß Anarche und im Heißluftballon aus

Unter dem Motto »Berlin braucht Musik!« schwärmt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) am Pfingstwochenende aus, um Musik in die Hauptstadt zu tragen. An Land, auf dem Wasser und in der Luft sind Kammermusikensembles des DSO in verschiedenen Besetzungen vor sozialen Einrichtungen, an öffentlichen Plätzen und entlang der Wasserwege zu erleben. In Zeiten geschlossener Konzerthäuser und Kultureinrichtungen verleiht das Orchester in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Berlin sowie dem Kulturfluss e. V. der Überzeugung Ausdruck, dass das Erlebnis von Live-Musik keinen Luxus, sondern die Befriedigung eines existenziellen menschlichen Bedürfnisses darstellt. Weitere Aktionen dieser Art sind bereits in Planung.

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: DIE UNMÖGLICHE ENZYKLOPÄDIE im Nationaltheater und als Podcast

Foto: Bayerische Staatsoper

Die unmögliche Enzyklopädie Nr. 55: Zwischenzeit führt am 4. Juni erstmals wieder ein stark reduziertes Publikum durch die Räumlichkeiten des Nationaltheaters. Die wenigen Plätze werden verlost. Für alle Interessierten, die kein Ticket gewinnen konnten, steht die Folge ab 4. Juni, 21.00 Uhr auch als Podcast zur Verfügung.

Außerdem neu auf STAATSOPER.TV: L’Orfeo mit Christian Gerhaher in der Titelrolle ist ab 30. Mai, 12.00 Uhr kostenlos als Video-on-Demand abrufbar. Passend dazu bietet das CAMPUS-Programm ein Spielkonzept ab der 9. Klasse an.

Festspielhaus Baden-Baden beendet die Saison 2019/2020 vorzeitig Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben oberste Priorität

Das Festspielhaus Baden-Baden beendet aufgrund der Schutzmaßnahmen in der aktuellen Corona-Pandemie seine Saison 2019/2020 heute (29. Mai 2020) vorzeitig. „Das bis Ende Juli geplante Programm ist auf der Grundlage der aktuellen Landesverordnung nicht durchführbar“, begründet Intendant Benedikt Stampa seine Entscheidung.

Wir in Österreich lockern – und einige Deutsche verschärfen (siehe Baden-Baden). Wir haben eben eine andere Mentalität. Oder können Sie sich vorstellen, dass Herr Bundespräsident Steinmeier beim „Italiener“, der ein Albaner ist nach der Sperrstunde von der Polizei  beamtshandelt wird? Einer unserer Kooperationspartner aus den hohen Norden Deutschlands, der zeitweise auch in Wien lebt, wurde in deutscher Vorzugsschülermentalität zu einer Zeit, in der unser Bundeskanzler noch die Masken als unnötig erachtete, in einem Supermarkt in Margareten als Maskenträger auf Chinesisch angesprochen – weil die Wiener das ganz einfach nicht glauben wollten!

Zürich
Mit diesem Trick kann das Zürcher Opernhaus wieder Aufführungen zeigen

Wie bringt man eine grosse Oper auf die Bühne, ohne die Sicherheitsregeln zu verletzen? Intendant Andreas Homoki erklärt seine Lösung und was die Besucher erwarten können.
Tageszeitung

Graz/ Styriarte spielt ab 1. Juli in neuer Form
https://steiermark.orf.at/stories/3050944/

Musikfestival Steyr: Kulturgenuss trotz Pandemie

Als kultureller Impulsgeber für die Region ermöglicht das Musikfestival Steyr auch heuer Kulturgenuss und wartet mit einem neuen Programm auf.

 

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung zur Eindämmung der COVID-19-Verbreitung die Kulturnation Österreich in einen regelrechten Stillstand versetzt. Seit Anfang Mai 2020 setzt die „neue Normalität“ ein und auch das kulturelle Angebot wird schrittweise hochgefahren. Mit am stärksten betroffen von den Einschränkungen ist das kulturelle Herz des Landes; unzählige Festivals und Veranstaltungen mussten abgesagt werden.

Dass das Musikfestival Steyr von 23. Juli bis 9. August 2020 trotz Pandemie seinen Vorhang hebt, ist vor allem den unermüdlichen Bestrebungen von Intendant Karl-Michael Ebner und seinem Team geschuldet. So wurde nicht nur das gesamte Festivalprogramm umgestaltet und erweitert, es wurde auch ein völlig neues Konzept für die Gestaltung des Zuschauerraums sowie für den Einlass entwickelt, um den behördlichen Auflagen Rechnung zu tragen.

Österreich
Scheidender NHM-Chef sieht Lunaceks Abgang mit Genugtuung
Christian Köberl wäre gern im Amt geblieben, Ulrike Lunacek entschied sich aber für Katrin Vohland. Der Regierung wird er vor, die Kultur stiefmütterlich zu behandeln: „Touristen kommen ja nicht wegen unserer tollen Sozialpartnerschaft“.
Die Presse

Am 31. Mai endet die Amtszeit von Christian Köberl als Generaldirektor des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien. Ab Montag übernimmt im Haus am Ring die deutsche Biologin und Ex-Grünen-Politikerin Katrin Vohland. Köberls Vertrag wurde von der mittlerweile zurückgetretenen Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) nicht mehr verlängert – sehr zur Enttäuschung Köberls. „Aufgrund der Entwicklungen – Stichwort: Rücktritt von Art-for-Art-Geschäftsführer Axel Spörl – sind die Personalentscheidungen von Frau Lunacek doch zu hinterfragen“, sagte Köberl nun der APA. „Es ist für mich eine Genugtuung zu sehen, dass Frau Lunacek nicht einmal bis zum Ende meiner Amtsperiode im Amt geblieben ist. Das zeigt ja auch, welche Qualität ihre Arbeit hatte. „

Harte Worte, aber ich verstehe den Herrn Köberl vollkommen. Frau Lunacek und ihre grüngefärbten Personalenentscheidungen – ein Zeichen, wie schnell man sich den Usancen anpasst!  Die Opposition ist gar nicht glücklich über Frau Mag. Lunaceks Abgang, die Dame hätte ihr noch viel Freude bereitet!

Allerdings, ein Finanzminister, der sich beim Budget um sechs (!) Nullen irrt, ist auch ein echter Schenkelklopfer!

Nach peinlichem Fehler: Budget im zweiten Anlauf mit türkis-grüner Mehrheit beschlossen
Finanzministerium vergaß sechs Nullen. Das Budget konnte erst im zweiten Anlauf beschlossen werden, der Misstrauensantrag gegen Finanzminister Blümel wurde abgelehnt.
Kleine Zeitung

Die „Kleine Zeitung“ schreibt aber heute auch in Richtung SPÖ: Peinlich: Bereits bei der Erstellung des Budgets für das Jahr 2015 fehlten sechs Nullen. Pikant: Der damalige Abänderungsantrag trägt die Handschrift von Jan Krainer, der Blümels Schnitzer beim jetzigen Budget aufgedeckt hat.

Das heißt, dass Jan Krainer den Fehler einmal selbst gemacht hat (ohne allerdings Finanzminister gewesen zu sein). Aus eigenen Fehlern lernt man – zumindest wenn man nicht ganz blöd ist!

ORF III am Pfingstwochenende: „Musikalische Grüße von den Barocktagen Stift Melk“, Sepp-Forcher-Schwerpunkt, „Österreich II“

Außerdem: RKH-Konzert „The Schick Sisters“, „Didone Abbandonata“ von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Schlagerfilm-Schwerpunkt =

Wien (OTS) – Am Samstag, dem 30. Mai 2020, widmet sich ORF III Kultur und Information der jüngeren Zeitgeschichte Österreichs, am Pfingstsonntag, dem 31. Mai, präsentiert „Erlebnis Bühne“ besondere Klänge der Barockmusik: am Vormittag „ Von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik: Didone Abbandonata“, im Hauptabend die Premiere des neuen Konzertfilms „Musikalische Grüße von den Barocktagen Stift Melk“ mit Startenor Michael Schade. Am Pfingstmontag, dem 1. Juni, steht Publikumsliebling Sepp Forcher im Mittelpunkt eines vierteiligen „ORF III Themenmontag“ u. a. mit der zweiteiligen Doku „Durchs Land mit Sepp Forcher“ sowie im neuen Porträt „Sepp Forcher – Mein Leben“.

ORF: Fünf hochkarätige Filmpremieren zu Pfingsten in ORF 1: Auftakt mit „Churchill – Die dunkelste Stunde“ am 30. Mai

 Außerdem: „Guardians of the Galaxy 2“, „Flatliners”, „High Society – Gegensätze ziehen sich an“ und „Unter deutschen Betten“

Wien (OTS) – Mit fünf hochkarätigen ORF-Filmpremieren geht es in ORF 1 durch das Pfingstwochenende! Auftakt macht, anlässlich des 80. Jahrestages der Schlacht von Dünkirchen, der imposante Historienfilm „Churchill – Die dunkelste Stunde“ und zeigt Gary Oldman in seiner Oscar-Rolle als einen der berühmtesten Staatsmänner der Geschichte – zu sehen als deutschsprachige Free-TV-Premiere am Samstag, dem 30. Mai 2020, um 22.40 Uhr in ORF 1.

Nachruf: Wolfram Paulus, ein Wegbereiter des heimischen Films
Filmemacher Wolfram Paulus ist 62-jährig verstorben.
Wiener Zeitung

Schauspielerin Irm Hermann ist tot
Die gebürtige Münchnerin starb 77-jährig. Sie spielte in zahlreichen Fassbinder-Filmen mit.
https://kurier.at/kultur/schauspielerin-irm-hermann-ist-tot/400854668

Österreich
Aus für die ersten Wiener Begegnungszonen
Die in der Coronazeit geschaffenen Begegnungszonen werden teilweise dieses Wochenende wieder aufgelassen.
Die Presse
Kaum geboren sind die Hebein-Zonen bereits wieder Geschichte!

Maskenpflicht nur noch in Öffis, Apotheken, bei Arzt und Friseur
Ab 15. Juni gelten weitere Lockerungen. Die Maskenpflicht wird stark reduziert, die Lokale dürfen bis 1 Uhr nachts offenhalten.
Kurier

Bei den Lokalen ist das eine „Lex Van der Bellen“. Danke, Herr Bundespräsident!

Von Theatern steht nichts in der Verordnung! Aber unsere Musterschüler prellen bereits in vorauseilendem Gehorsam vor und planen mit Masken. Tragen Sie einmal über Stunden hinweg eine solche Maske, Frau oder Herr Direktor! Sie sitzen in der Direktionsloge, vermutlich „oben ohne“.

Verrückt, zuerst höre ich mir doch einmal an, was mein Gegenüber von mir will – dann erst kommen meine Gegenvorschläge!

Einen schönes Pfingstwochenende wünscht

A.C.

 

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