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30. JÄNNER 2022 – Sonntag

30.01.2022 | Tageskommentar

In den „Opern-Kinos“ kommt das Publikum langsam wieder

Renate Wagner: Verdi und vermutlich auch Piotr Beczała, der uns Wienern ja sehr vertraut ist, haben es geschafft. Die Met-Übertragung des „Rigoletto“ war zwar alles andere als rappelvoll (die ersten sieben Reihen ganz leer), aber zumindest hatte man das Gefühl, dass das Publikum zurückkehrte. Den „Run“ auf die diesjährige Met-Saison wird es vermutlich erst (und einzig) bei der „Turandot“ geben, wenn man dann Gelegenheit bekommt, Anna Netrebko in dieser Rolle zu sehen. Aber bis dahin ist noch Zeit.

Die neue „Rigoletto“-Produktion der Metropolitan Opera ist eine Co-Produktion mit der Staatsoper Berlin und wurde von Bartlett Sher inszeniert, als „solider“ Regisseur bekannt, der aber zeigte, welch gute, solide Arbeit man liefern kann, ohne ein Werk zu verformen…

Piotr Beczala und Quinn Kelsey. Foto: Metopera

…Natürlich gehört diese Oper auch dem Tenor, der mit vielen Arien und Ohrwürmern gesegnet ist. Und er muss nicht einmal, wie Piotr Beczała im Pausengespräch lachend vermerkte, sterben… obwohl er doch ein echter Bösewicht ist. (Dächte man #metoo zu Ende, dürfte man die Oper gar nicht aufführen, weil es politisch nicht korrekt ist, dass so ein mieser Kerl so schöne Musik zu singen bekommt.) Beczala hat den Herzog schon in zahlreichen Produktionen verkörpert, auch schon in drei verschiedenen an der Met, aber sein gewissermaßen martialischer Schöngesang hat noch nie besser zur Figur gepasst wie hier, wenn e r in Uniform in einer militärisch geprägten Gesellschaft erscheint…

...Für den musikalischen Zusammenhalt des Abends sorgte mehr als verlässlich, sondern immer wieder geradezu inspiriert der Dirigent Daniele Rustioni, der bewies, was er im Pausengespräch mit Isabel Leonard sagte – dass Verdi der wahre „Vater“ der italienschen Oper auf dem Höhepunkt ihrer Kunst sei.

Zum Bericht von Renate Wagner

Bayerische Staatsoper: Heute Premiere „DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN“

 

Copyright: Bayerische Staatsoper

Diesen Sonntag, 30. Januar 2022, 19 Uhr, feiert die Bayerische Staatsoper die Premiere von Leoš Janáčeks Das schlaue Füchslein – in einer Inszenierung von Barrie Kosky. Mit Mirga Gražinytė-Tyla am Pult des Bayerischen Staatsorchesters stehen neben Elena Tsallagova als Füchslein Schlaukopf, Wolfgang Koch in einem Rollendebüt als Förster und Angela Brower als Fuchs auf der Bühne des Nationaltheaters. Die Oper in drei Akten ist erstmals in originaler Fassung an der Bayerischen Staatsoper zu erleben.

Die Vorstellung am 3. Februar 2022, 19.30 Uhr, wird live im Hörfunk auf BR-KLASSIK übertragen. Moderator Maximilian Maier begrüßt in einem Rahmenprogramm bereits ab 19 Uhr die Zuhöhrer:innen…

Barrie Kosky inszeniert Leoš Janáčeks „Das schlaue Füchslein“
Sie ist eine Herausforderung für alle Mitwirkenden: Die Neuinszenierung von Leoš Janáčeks Oper „Das schlaue Füchslein“, die am 30. Januar an der Bayerischen Staatsoper Premiere feiert. Regisseur Barrie Kosky wagt eine eingreifende Neudeutung des märchenhaften Stücks.
BR-Klassik.de

Die Schönheit des Lebens auskosten
Mirga Gražinytė-Tyla dirigiert eine ihrer Lieblingsopern: Leoš Janàčeks „Das schlaue Füchslein“.
Sueddeutsche Zeitung

Österreich
Staatssekretärin Mayer: Lockerungen wichtiger Schritt für Kulturleben in Österreich
Spätere Sperrstunde vor allem für Kinos wichtig, Vereinfachungen bei Veranstaltungsregeln für Theater- und Opernbetrieb
OTS.at-Presseaussendung

Die Frau Staatssekretärin erwartet ein kräftiges „Danke“ für ihre Arbeit, Die Auswirkungen der Krise sind noch gar nicht absehbar, viel verhindert hat sie nicht. Wer ihr danken will, dem sei dies unbenommen – ich schließe mich da nicht an!

Am Mittwoch, 2. FEBRUAR: Besondere Auszeichnungen für Simone Young, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel

Im Anschluss an die Vorstellung von Peter Grimes am Mittwoch., 2. Februar 2022 werden im Beisein des Publikums drei bedeutende und der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren eng verbundene Künstler*innen auf offener Bühne geehrt:

Dirigentin Simone Young wird die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper verliehen. Mit dieser erhält sie auch den Ehrenring aus dem Hause Juwelier Wagner.

Der »Peter Grimes« und der »Balstrode« der aktuellen Aufführungsserie, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel, werden mit dem österreichischen Berufstitel »Kammersänger« ausgezeichnet.

Die Ehrungen erfolgen durch Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer sowie Staatsoperndirektor Bogdan Roscic. 
Auf Grund der Ehrungen und Überreichung der Urkunden im Anschluss an die Aufführung beginnt die Vorstellung am 2. Februar bereits um 18.30 Uhr. Karteninhaber*innen werden per E-Mail über diese Änderung informiert; Restkarten für Peter Grimes am 2. Februar sind online sowie an den Kassen erhältlich.

WIEN/ Theater an der Wien: TOSCA am 28.1.2022

Angekündigt war: Tosca. Oper in drei Akten (1900). Musik von Giacomo Puccini. Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica.
Gegeben wurde: Tosca. Oper in drei Akten (2022). Musik von Giacomo Puccini. Bearbeitung von Martin Kusej nach dem Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica.
Im Unterschied ist eine Welt.

Jedem Theaterstück, jeder Oper liegt eine Interpretationsebene zugrunde. Aufgespannt durch Ort und Zeit der Handlung, ihrem Tempo, in der Oper auch ihrer Musik. Mit dem Bühnengeschehen im Theater an der Wien verließen Martin Kusej, Marc Albrecht (bzw. sein Vorgänger Ingo Metzmacher) und Roland Geyer diese Ebene. Brachen den implizit geschlossenen Kontrakt mit dem Publikum, der da lautete: Tosca. Oper in drei Akten (1900). Musik von Giacomo Puccini. Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica.

Kusej änderte Zeit und Schauplätze der Handlung, griff in den gesungenen Text ein. Erfand die (stumme) Figur der Contessa Attavanti…

Foto: Monika Rittershaus

…Nein, nein … Diese Produktion ist kein Skandal. Sie ist nicht einmal ein Ärgernis.
Sie ist einfach nur schlecht.

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=85EA3DE4-C8DB-D681-3BB6F13F4CD0541C
Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Auch Jonathan Tetelmann läuft im Bademantel herum – sogar durch das Theater an der Wien

ZU INSTAGRAM

Sopranistin Elsa Dreisig: „Wenn die Idee klar im Kopf ist, passt die Stimme auch dazu!“

Sie hat es schon wieder getan: Mit „Mo3art“ hat Sopranistin Elsa Dreisig ihr drittes Album veröffentlicht. Der spielerisch-abgewandelte Titel verweist darauf, dass es erneut ein Konzept-Album wurde. Welche Stücke die junge Sopranistin dänisch-französischer Abstammung auf dem Album vereint hat, hat sich MDR KLASSIK näher angesehen.
mdr-klassik-radio

Giuseppe Verdi: Don Carlos • Bühnen Bern • Dernière: 29.01.2022

Es dominieren die Egos und nicht das Werk: Regietheater!
Die musikalische Qualität einer Produktion verbessert sich im Laufe einer Aufführungsserie in aller Regel. Bei der Inszenierung ist das bis jetzt noch nicht vorgekommen.

Foto © Janosch Abel

Positiv festzuhalten ist, dass die Schweizer Opernliebhaber in der laufenden Saison in den Genuss von gleich zwei Produktionen von Verdis «Don Carlos» kommen. Die Produktion am Theater Basel hat am 13. Februar 2022 ihre Premiere. Die Produktion der Bühnen Bern ist abgespielt und bietet Gelegenheit zum Rückblick.

Zum Bericht von Jan Krobot

HEUTE
IM „HAUS DER MUSIK“ UND IM „DSCHUNGEL“

FREUDE BEREITEN – UND GUTES TUN. Unter dieses Motto stellt Musicalstar GERNOT KRANNER den heutigen Sonntag.
Um 11 Uhr spielt er im Haus der Musik seine OPERNWERKSTATT – DIE ZAUBERFLÖTE

und sammelt dabei Spenden für die CliniClowns – damit auch kranke Kinder was zu lachen haben.
Karten unter 01 – 513 48 50 im Haus der Musik, 1., Seilerstätte 30

Um 15:30 begleitet er im Dschungel Wien DIE BREMER STADTMUSIKANTEN! auf ihrer spannenden Reise und spendet die Einnahmen der Kulturpatenschaft für Kinder und Jugendliche – damit sich auch arme Kinder Theater leisten können.

Karten unter 01 522 07 20 20 im Dschungel Wien, 7., Museumsquartier/Museumsplatz 1

Gernot Kranner. Foto: Barbara Palffy

Am Klavier begleitet ihn AXEL RAMERSEDER
IDEAL für Kids ab 3 Jahren – und FÜR ALLE, die im Herzen jung geblieben sind.

HEUTE /ORF / „IM ZENTRUM“: Heizen, Tanken, Wohnen – Wie teuer wird es noch?

Am 30. Jänner um 22.20 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Die ganze Welt stöhnt unter einer beispiellosen Teuerungswelle. Auch in Österreich sind vor allem die Energiepreise stark gestiegen. Die Regierung will mit einem Maßnahmenpaket kurzfristig die Haushalte entlasten. Welche strukturellen Reformschritte müsste Österreich aber setzen, um die Teuerungswelle langfristig in den Griff zu bekommen? Wie wird die Europäische Zentralbank angesichts der hohen Inflation ihre Geldpolitik künftig anlegen? Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie, und wie sehr befeuern die Ukraine-Krise und die Abhängigkeit von russischem Erdgas die hohen Energiepreise?

Darüber diskutieren am Sonntag, dem 30. Jänner 2022, um 22.20 Uhr in ORF 2 bei Claudia Reiterer „IM ZENTRUM“ (Zitat Ende)

Schön langsam kommen wir vielleicht dahinter, was das, mit dem „die Welt“ seit zwei Jahren in Angst und Schrecken versetzt wurde, wirklich bewirken soll. Mit der weltweiten Teuerungswelle sind wir ganz nahe dran!

Soziales Understatement: Hauptsache Aufstieg
Viele Besserverdienende erzählen gerne, sie kämen aus kleinen Verhältnissen. Nicht immer steckt hinter dieser Fehleinschätzung nur Understatement.
Frankfurter Allgemeine

Alles im Leben ist relativ. Wenn jemand aus den besser verdienenden Kreisen kommt, empfindet er „Kleine Verhältniss“e anders uns einer aus ärmlicher Umgebung

„Ein bissl sehr mutig“. „Falscher Zeitpunkt“: Harte Kritik an Lockerungen
Mit deutlichen Worten hat Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) die Lockerungsschritte der Bundesregierung getadelt. Da sich Österreich mitten in der Omikron-Welle mit täglich neuen Rekordzahlen an Infektionen befinde, sei es nun „der falsche Zeitpunkt“ für Lockerungen, erklärte Ludwig auf Twitter
https://www.krone.at/2615019

Melbourne
Erste australische Siegerin seit 44 Jahren! Barty gewinnt Finale bei Australian Open
Ashleigh Barty gewinnt das Damen-Finale bei den Australian Open gegen Danielle Collins glatt in zwei Sätzen. Im zweiten Durchgang schafft Barty nach 1:5-Rückstand ein irres Comeback und dreht den Satz. Australien feiert die erste Siegerin beim Heim-Grand-Slam seit 44 Jahren.
FOCUS.de

Hunde hören mehr als nur Blabla
Ein Hund liegt mit Kopfhörern im Hirnscanner und bekommt »Der kleine Prinz« mal auf Spanisch, mal auf Ungarisch vorgespielt. Was er von diesem Experiment hält, ist den Hirnscans leider nicht zu entnehmen. Aber er kann die ihm vertraute Sprache von der fremden unterscheiden.
Spektrum.de

Österreich
Mit Bruno und Gerd auf dem Balkon
Vor 50 Jahren wurde Karl Schranz nach seinem Ausschluss von den Olympischen Spielen in Wien jubelnd empfangen.
Wiener Zeitung

Bruno Kreisky war ein Gigant, eigentlich der letzte in der österreichischen Innenpolitik. Nachträglich bedaure ich, dass ich durch mein Abstimmungsverhalten bei der Zwentendorf-Volksabstimmung unwesentlich zu seinem Rücktritt beigetragen habe – sogar gegen meine persönliche Überzeugung. Aber ich wurde in eine ÖVP-Familie reingeboren – und da war Kreisky eben Konkurrenz. Heute würde ich ganz anders abstimmen!

Dass Bruno Kreisky bei der Schranz-Hysterie vor nunmehr exakt 50 Jahren eigentlich nicht mitmachen wollte, ehrt ihn. Damals wurde Karl Schranz im offenen Auto über die Ringstraße zum Heldenplatz gefahren und die Menge jubelten dem „Karli“ zu. Das Fernsehen war bei dem Spektakel natürlich führend dabei!  Kreisky wurde zum Mitmachen praktisch gezwungen, aber sogar das Ski-Idol sagt heute, dass der Kanzler eine ablehnende Mimik und Körpersprache zeigte. Ihm war der Wirbel merkbar zuwider, er wollte nicht mitpartizipieren. Es ging ihm sichtlich gegen den Strich,  sich mit dem Ski-Idol nach dessen Olympia-Aus wegen eines Verstosses gegen den Amateur-Passus  („die ganze Welt gegen Österreich“ – hysterisch waren wir immer schon, nicht nur in Corona-Zeiten) zu zeigen. Der legendäre TV-Boss Gerd Bacher (der Vater von Helga Rabl-Stadler) musste Bruno Kreisky buchstäblich auf den Balkon zerren, sonst wäre die TV-Übertragung „geschmissen“ gewesen!

Nachfolgende Politiker waren Kleingeister, wenn ich bedenke, wer sich da aller bei Conchita Wurst auf dem Balkon gedrängt hat! Von den aktuellen Politdarstellern will ich gar nicht reden! Lesen Sie obigen Artikel!

Widerspruch aus dem Leserkreis (wie bei Politik wohl unvermeidbar): W.B.schreibt: Das kann man so sehen, muss aber nicht. Er hat ungeheuer selbstherlich regiert, Demokratie hat sch in unzähligen Arbeitsgruppen verzettelt, was auch der Plan war. Ein direkterer und wesentlich ehrlicherer GIGANT war Josef Krainer sen. (Anm.d. Red.: 1903 – 1971, er war einflussreicher ÖVP-Politiker und Landeshaupmann Steiermark)

Ich habe einmal, um das angebliche Charisma von Kreisky zu erleben, eine Veranstaltung im Minoritensaal in Graz besucht. Da saß ein eitler  gelangweilter Wiener auf dem Podium, nichts sonst…

Wie gesagt, Politik ist ein gefährliches Terrain!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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