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30. JÄNNER 2021 – Samstag

30.01.2021 | Tageskommentar

BAYREUTHER FESTSPIELE 2021

 

Eröffnung – wie geplant – am 25.7.mit der Premiere „Der fliegende Holländer“

Hermann Nitsch gestaltet nun doch die Walküre, wird aber nicht als Regisseur, sondern als AKTIONSKÜNSTLER geführt – was immer das sein mag.  Im Grunde genommen ist ein Regisseur aber auch ein „Aktionskünstler“. Regisseur ist keiner genannt, also ist Nitsch de facto Regisseur.

Was man so hört, soll Nitsch’s Regie darin bestehen, während der gesamten Aufführung eines seiner Schüttbilder zu fertigen. Das ist gewiss eine interessante Idee und ich bin gespannt, wie die Wagnerianer darauf reagieren.

Auch Nikolaus Habjahn ist mit seinen Puppen mit von der Partie, worüber unsere Zeitungen in patriotistischen Anflügen jubeln.

Wenn, schon, dann denn schon. Der Österrreicher Günther Groissböck singt nicht nur in der Nitsch-Walküre den Wotan, er ist in fast allen Produktionen mit Ausnahme des Premieren-Holländers dabei (Landgraf, Nachtwächter in den „Meistersingern“, Konzert etc..)

Das Gesamt-Programm mit Besetzungen

https://www.bayreuther-festspiele.de/programm/auffuehrungen/

Corona sprengt Traditionen
Die Bayreuther Festspiele 2021 sollen stattfinden. Festspielchefin Katharina Wagner hat nun genauere Pläne dazu vorgestellt. Nach der coronabedingten Absage der Veranstaltungen 2020 wird bei den diesjährigen Festspielen einiges anders sein. So stehen zum Beispiel konzertante Vorstellungen auf dem Spielplan. Außerdem wird Andris Nelsons wieder auf dem Grünen Hügel dirigieren.
BR-Klassik.de

Bayreuth mit Nitsch und Habjan
Hermann Nitsch und Nikolaus Habjan widmen sich speziellen Projekten zu „Walküre“ und „Rheingold“
Der Standard

Aktionskünstler Hermann Nitsch inszeniert „Walküre“ in Bayreuth
Die Bayreuther Festspiele engagieren für die Saison 2021 den österreichischen Aktionskünstler Hermann Nitsch. Der 82-Jährige wird die Richard Wagner-Oper „Die Walküre“ inszenieren.
BR-Klassik.de

Hermann Nitsch: „Ich habe die Schwelle Bayreuths geküsst“
n der „Presse“ spricht der Wiener Aktionist erstmals über seine Pläne für die „Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen: Ihm wird während der gesamten Dauer die gesamte Bühne für eine Malaktion zur Verfügung gestellt.
http://www.diepresse.com/5930028/hermann-nitsch-ich-habe-die-schwelle-bayreuths-gekusst

Jetzt können wir nur hoffen, dass der Regent von „Söderland“ die Pläne auch Wirklichkeit werden lässt! Selbst erscheinen braucht er wirklich nicht – er soll bloß nicht stören!

Bayreuth
Fünf Jahre nach Eklat: Stardirigent Nelsons kehrt zu den Bayreuther Festspielen zurück
https://www.pnp.de/nachrichten/kultur/Stardirigent-Nelsons-kehrt-zu-den

Wir erinnern uns, vor fünf Jahren hat Andris Nelsons Bayreuth fluchtartig verlassen und das „Parsifal-Dirigat hingeschmissen.

Die Zeitungen haben natürlich sofort einen Sündenbock gefunden: Christian Thielemann – der ist an allem schuld, er ist sozusagen der „Herbert Kickl der Klassik-Szene“. 

Ich weiß, was war und habe geschworen, das Wissen mit ins Grab zu nehmen. Thielemann hat damit nichts zu tun. Die Sache ist sehr privat und geht uns nichts an!

HEUTE zeigt die Metropolitan Opera den bisher „unter Verschluss gehaltenen „Fliegenden Holländer“ mit Kampe, Nikitin /Gergiev

Bis Mitternacht können Sie kostenfrei in den Stream einsteigen!

Evgenij Nikitin, Anja Kampe. Foto: Metopera

Friday, January 29
Wagner’s Der Fliegende Holländer
Starring Anja Kampe, Mihoko Fujimura, Sergey Skorokhodov, David Portillo, Evgeny Nikitin, and Franz-Josef Selig, conducted by Valery Gergiev.  From March 10, 2020.

www.metopera.org

BAYERISCHE STAATSOPER: Akademiekonzert mit  Kirill Petrenko & Premiere DER FREISCHÜTZ auf STAATSOPER.TV


Kirill Petrenko.
Copyright: Bayerische Staatsoper

Der ehemalige Generalmusikdirektor Kirill Petrenko kehrt am 20. Februar an die Bayerische Staatsoper zurück. Unter seiner musikalischen Leitung erklingt Musik von Beethoven und Schostakowitsch.

AKADEMIEKONZERT Kirill Petrenko
Sa, 20. Februar 2021, 19:00 Uhr
Kostenfreier Live-Stream
www.staatsoper.tv
Am 13. Februar feiert Carl Maria von Webers Der Freischütz Online-Premiere in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov.
Die Live-Ausstrahlung wird auf BR-KLASSIK und STAATSOPER.TV übertragen.

Das Stadttheater Klagenfurt verlängert die Spielpause bis Ostern

Die Theater bleiben laut Bundesregierung bis mindestens Ende Februar 2021 geschlossen. Über eine mögliche Öffnung soll Mitte Februar 2021, entsprechend der Infektionslage, entschieden werden. Die weitere Entwicklung ist ungewiss. Um Planungssicherheit für die künstlerische Arbeit und die finanzielle Absicherung des Hauses zu gewährleisten, hat sich das Stadttheater Klagenfurt dazu entschlossen, erst nach Ostern, am 8. April 2021, wieder mit dem Spielbetrieb zu beginnen.

Intendant Aron Stiehl: „Kunst und Kultur sind für die Gesellschaft wie für den Einzelnen unverzichtbar.  In dieser sehr unsicheren Zeit, wo weitere Entwicklungen schwer vorhersehbar sind, sehen wir uns aber  auch in der Verantwortung proaktiv zu agieren, um unsere MitarbeiterInnen und das Haus bestmöglich zu schützen. Das Produzieren auf ein ungewisses Ziel hin ist nicht nur wirtschaftlich sehr schwierig, sondern  auch künstlerisch absolut unbefriedigend.“

Ich halte das nicht für solidarisch mit den anderen Opernhäusern. Ich möchte Herrn Stiehl nun nicht unterstellen, dass er zum Rechenstift gegriffen  und daraufhin seine Entscheidung getroffen hat, aber die Wiener Staatsoper zum Beispiel kann es sich nicht leisten, bis 8. April zu schließen! Durch solche Beispiele will sich Herr Stiehl zum „Musterknaben“ mausern und die Kollegenschaft als „Meuterer“ dastehen lassen!

Auch Graz stösst in dieses Horn

Bernhard Rinner: „Ein Spielbetrieb im März ist unwahrscheinlich“ – Bezahlartikel
Der Chef der Bühnen Graz, Sprecher aller Stadt- und Landestheater, hofft auf ein „Go“ von der Regierung, hat aber Zweifel
Kurier

Dresden
Semperoper setzt Probenbetrieb aus
Der Spielbetrieb ruht seit November – jetzt stellt die Sächsische Staatsoper auch den Probenbetrieb wegen Corona komplett ein.
https://www.saechsische.de/coronavirus/semperoper-setzt-probenbetrieb-aus-5368145.html

Ärger über Kultur-Lockdown wächst. Sie sind wütend
Die Corona-Pandemie hat die Kultur weiter fest im Würgegriff: Seit November dürfen keine Veranstaltungen mit Publikum mehr stattfinden. Vielen Künstlerinnen und Künstlern brechen dadurch sämtliche Einnahmen weg. Die Geigerin Anne-Sophie Mutter spricht von Berufsverbot, andere wollen sogar klagen. Ein Stimmungsbild.
BR-Klassik.de

„Konzertgänger in Berlin“
Wie ich lernte, Lutosławski zu lieben
Über allen Sälen ist Ruh, in allen Opern spürest du kaum einen Hauch. Darum herrscht auch in diesem Blog derzeit meist Stille. Einen sporadischen Berichterstatter übers gestreamte Konzertleben finden Sie derzeit im Blog des geschätzten Kollegen Anton Schlatz. Ich arbeite momentan meist an meinem neuen Roman. Und einen Text von mir über meine Liebe zu dem magnifiken Komponisten Witold Lutosławski finden Sie im neuen VAN Magazin.
https://hundert11.net/lutoslawskiliebe/

SALZBURG / MOZARTWOCHE: Thomas Hengelbrock/ Balthasar-Neumann-Ensemble/ „Mozartiade“

So lange man Mozart hört, hat Corona Pause!


Katharina Konradi, Thomas Hengelbrock.
Foto: Wolfgang Lienbacher

„Wann ist das endlich vorbei?“ Mit diesem Aufschrei einer Pandemie-müden Gesellschaft titelte eine österreichische Tageszeitung heute Früh auf Seite 3.  Aushalten? Austricksen? Ein Virus, das irgendwann einfach wieder weg ist? „Träum weiter, Junge!“

Ich las (vorerst) den Artikel nicht zu Ende. Ich klinkte mich dafür  in die Streams der Mozartwoche Salzburg 2021 aus dem Großen Saal der Stiftung Mozarteum ein. So lange man Mozart hört, hat Corona Pause! Die unerschöpfliche Musikwelt des „Wolfgang Amadé“: Das wirksamste Antidepressivum, ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen! Diese Musik macht’s möglich.

Nun denn. Das Balthasar-Neumann-Ensemble und Thomas Hengelbrock sollten den Anfang machen. Unbegreiflich, unfassbar der Klangeindruck der Ersten Symphonie des Achtjährigen, KV 16!..

Die „Mozartiade“ war ein besonders feiner Liederbeitrag  in diesen Tagen. Elena Bashkirova war am Klavier die Seele und das Kraftzentrum, die ideale, kongeniale Mitgestalterin (sie als Begleiterin zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung!). Sie verstand es, auf die Timbres und Persönlichkeiten der Sängerinnen (Sylvia Schwartz, Magdalena Kožená) und des Sängers (Mauro Peter) sensibel einzugehen.

Elena Bashkirova, Magdalena Kozena. Foto: Wolfgang Lienbacher

…Auch bei diesem Programm gelang es, auf zauberische Weise eine Konzertatmosphäre zu kreieren, als wäre Publikum live dabei. Wieder einmal: Danke dafür aus dem „Home-Saloon“. Auf dass „Träum weiter, Junge!“ für eine Normalität nach der Pandemie und einer normalen Mozartwoche 2022 kein bloßer Traum bleiben möge!

Zum Bericht von Karl Masek

ORF III am Wochenende: „Wir spielen für Österreich“ präsentiert Abschlusskonzert der Salzburger Mozartwoche 2021

 Außerdem: Neue Folge „Stars & Talente“ und vierteiliger Themenabend zum Holocaust-Gedenktag mit Premiere für „Flucht vor Hitler – Die Wiener in China“

Wien (OTS) – „Salzburg feiert Mozart!“ heißt es am Sonntag, dem 31. Jänner 2021, in ORF III Kultur und Information. „Erlebnis Bühne“ setzt die „Wir spielen für Österreich“-Reihe fort und zeigt das Abschlusskonzert der Mozartwoche 2021 mit den Wiener Philharmonikern und Daniel Barenboim. Anschließend präsentiert Leona König eine neue Folge von „Stars & Talente“. Bereits am Samstag, dem 30. Jänner, beschäftigt sich ein vierteiliger „zeit.geschichte“-Abend mit dem internationalen Holocaust-Gedenktag und zeigt u. a. die TV-Premiere von „Flucht vor Hitler – Die Wiener in China“.

Serata Italiana, Theater Orchester Biel Solothurn / Theater Winterthur, Livestream: 29.01.2021

Eine Lehrstunde in Sachen Belcanto


Michele Govi, Franco Trinca, Josy Santos und Leonardo Galeazzi vor dem Stadttheater Biel. Foto: © TOBS

Corona und das nicht umsetzbare Gastspiel des TOBS mit der Produktion von «L’Italiana in Algeri» in Winterthur veranlasste das Theater Winterthur und Theater Orchester Biel Solothurn stattdessen auf der Bühne des Theater am Stadtgarten einen italienischen Abend zu spielen und diesen zu streamen…

Zum Bericht von Jan Krobot

„Manon“ von Jules Massenet in der Staatsoper Hamburg als Stream am 29.1.2021/HAMBURG

Emotion und Liebesfieber

Elsa Dreisig. Foto: Staatsoper Hamburg

 In der Inszenierung von David Bösch (Bühnenbild: Patrick Bannwart; Kostüme: Falko Herold) wird die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts ganz bewusst ins Hier und Heute übertragen. Dabei gelingen ihm eindringliche Bilder, die man nicht vergisst. Einmal wirft die Video-Kamera sogar einen ironischen Blick hinter die Kulissen des Theaters. Im Hintergrund sieht man nämlich eine Katze, die sich in Stummfilm-Manier hin- und herbewegt. Später erkennt man auch die Silhouette von Paris mitsamt dem Eiffelturm, der im Miniformat auch auf der Bühnenmitte steht…

Zum Bericht von Alexander Walther

Wie Italien ohne harten Lockdown durch die zweite Welle kommt
Rom hat sich diesmal gegen radikale Shutdowns entschieden: Das Land verhängt lokale Beschränkungen nach einem ausgeklügelten System – und schränkt die Mobilität ein.
Die Presse

Grünes Licht für Corona-Impfstoff von Astra Zeneca
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nannte keine Altersgrenze nach oben. Zuvor war der Vertrag mit der EU öffentlich gemacht worden – allerdings mit geschwärzten Passagen
Der Standard

AstraZeneca: Eine Zulassung mit „Ja, aber“
Die EU-Kommission hat den Impfstoff von AstraZeneca ohne Altersbeschränkung zugelassen. Die vorausgegangene Debatte über die Wirksamkeit bei über 65-Jährigen wird wohl dennoch ihre Spuren hinterlassen.
Wiener Zeitung

Nachdem wir aber gehört haben (auch aus dem Munde der Zulassungskommissarin), dass Astra Zeneca an über 65jährigen nicht wirklich getestet wurde, kommt die Entscheidung doch überraschend. Da für die älteren Semester dieser Billig-Impfstoff nun doch gut genug ist (der teure zahlt sich offenbar nicht mehr aus), erhebt sich für mich die Frage, ob ich bei Aufzahlung von 9 Euro den Pfizer-Impfstoff haben kann? Oder ist es möglich, ein Impfzeugnis zu bekommen, wenn ich mit einem Fläschen selbst gekauften „Sputnik“ in der Impfstation aufmarschiere?

Deutschland/ Robert Koch-Institut
RKI-Präsident Wieler: „Je mehr wir impfen, desto mehr Mutationen werden wir haben“
Gestern Vormittag (10 Uhr) äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur aktuellen Lage – gemeinsam mit Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert Koch-Institut und dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. Die Corona-Debatte im News-Ticker.
FOCUS.de

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Strenge SVP, milde SP: Beim Asylrecht entscheiden Richter politisch

Das ist passiert: Bisher wurde gemunkelt, jetzt zeigt eine rechtswissenschaftliche Studie: Die Parteizugehörigkeit spielt bei der Rechtsprechung sehr wohl eine Rolle, zumindest in den beiden Asylabteilungen des Bundesverwaltungsgerichts. Ein Fazit der Studie, die der Jurist Gabriel Gertsch an der ETH Zürich verfasste, lautet: «Im Vergleich zu SVP- und FDP-Richtern und Richterinnen heissen SP-Richter und Richterinnen Asylbeschwerden etwa doppelt so häufig gut.» Zum Bericht

So ordnen wir es ein: In der Verfassung steht, dass jede Person einen «Anspruch auf ein durch Gesetz geschaffenes, zuständiges, unabhängiges und unparteiisches Gericht» hat. Dass man es mit diesem Grundsatz jedoch nicht immer so genau nimmt, verdeutlicht die kürzlich publizierte Studie. Jeder politische Richterspruch ist einer zu viel. Nur schon der Anschein von Befangenheit schadet einem Gericht, erst recht einem eidgenössischen. Es darf nicht sein, dass der Gang ans Gericht für Asylsuchende einem Dreh am Glücksrad gleichkommt. Zum Kommentar

Na geh! Das ist eine Überraschung! Das wäre in Österreich nie möglich!

Österreich
Vor Lockdown-Entscheidung: Vieles deutet auf Öffnung
https://www.servustv.com/lockdown-entscheidung-februar/

Ja, aber sicher nicht für die Theater und Konzertsäle. Die „Kulturverliebten“ sind eher keine entscheidende Wählergruppe.

Haben Sie ein schönes Wochenende

A.C.

 

 

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