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30. DEZEMBER 2021 – Donnerstag

30.12.2021 | Tageskommentar

LINZ/ Landestheater: Premiere AIDA (30.12.). Jin Hu Lee (Bote), Michael Wagner (König). Foto: Linzer Landestheater / Herwig Prammer bzw. Reinhard Winkler)

…Mit der oberitalienischen „Heimat“ dieser Oper seit 1913 und der in den letzten Dekaden dort etablierten museal-luxuriösen Inszenierung kann man natürlich nicht auf gleicher Ebene konkurrieren. Daher kam das Produktionsteam (Inszenierung Sabine Hartmannshenn, Bühne Stefan Heinrichs, Kostüme Edith Kollath, Licht Herbert Sachsenhofer, Dramaturgie Christoph Blitt) auf die sicherlich nicht neue Idee, den Abend im Gewande einer Theaterprobe ablaufen zu lassen. Wobei dann die Emotionen und Rollenidentifikation der Darstellerinnen und Darsteller von Akt zu Akt intensiver und unmittelbarer werden – in jedem Falle Ausdruck sorgfältiger Personenregie. Umrahmt ist das von Kulissenteilen, die eifrig hin- und hergeschoben werden, dabei nur selten ihre Schauseite zeigen, die die dann klare Verweise auf die erwähnte Veroneser Inszenierung gibt….

Sonja Saric (Aida), Sung-Kyu Park (Radames), Elena Batoukova-Kerl (Amneris). Foto: Linzer Landestheater / Herwig Prammer bzw. Reinhard Winkler)

…Der Applaus für diese coronabedingt um einen Monat verspätete Premiere klang zufrieden mit – vor allem beim Gesangs-Spitzentrio und Dirigent/Orchester – Begeisterungsakzenten; die erschienenen Damen Hartmannshenn und Kollath mußten allerdings einiges an Buhrufen einstecken.

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Chefdirigent Kirill Petrenko kann das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker aus gesundheitlichen Gründen nicht dirigieren – Lahav Shani übernimmt

 

Das Programm wird teilweise geändert, statt der Ouvertüre der Schauspielmusik zu Viel Lärm um nichts von Erich Wolfgang Korngold und Stücken aus der Orchestersuite Schlagobers von Richard Strauss erklingen die Ouvertüre zu Die Fledermaus von Johann Strauss sowie die Feuervogel-Suite Nr. 2 von Igor Strawinsky

Mit großem Bedauern muss der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko sein Dirigat bei den Silvesterkonzerten des Orchesters wegen akut aufgetretener Rückenschmerzen kurzfristig absagen.
Das Orchester ist dem jungen israelischen Dirigenten Lahav Shani sehr dankbar, dass er ebenso kurzfristig einspringen kann. Das Programm wird teilweise geändert und lautet nun wie folgt:

Mehr in unseren „Infos des Tages“

Berlin/ Philharmonie
Kirill Petrenko fällt bei Silvesterkonzert aus
Der Philharmoniker-Chefdirigent muss kurzfristig absagen, wegen „akut aufgetretener Rückenschmerzen“. Für ihn springt Lahav Shani ein.
Tagesspiegel.de

Wien/ Neujahrskonzert
Neujahrskonzert: Lipizzaner und Heinzelmännchen
Daniel Barenboim dirigiert zum dritten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker – aufgrund der Corona-Maßnahmen vor lediglich 1.000 Personen im Goldenen Musikvereinssaal.
WienerZeitung.at

Neujahrskonzert: Daniel Barenboim und die totale Ellipse des Herzens
Mit tausend Zuschauern im Musikverein und Abermillionen vor dem TV werden die Wiener Philharmoniker 2022 begrüßen
Der Standard.at

Wien
Kultur plant für Silvester um
Silvesterkonzerte und andere Aufführungen müssen heuer notgedrungen anders stattfinden. Aufgrund der Sperrstunde um 22.00 Uhr ziehen nahezu alle Kultureinrichtungen ihre Veranstaltungen vor.
https://wien.orf.at/stories/3136407/

Bayerische Staatsoper: Heutige „Zauberflöte“ abgesagt  – wegen Corona

Die Bayerische Staatsoper muss die heutige „Zauberflöte“ absagen, eine der Damen wurde positiv auf Corona getestet. Günther Groissböck hat daher heute „frei“ – was ihn auch nicht so richtig freut

Info Bayerische Staatsoper: Aufgrund eines positiven Corona-Falls muss die heutige Vorstellung der ZAUBERFLÖTE abgesagt werden. Stattdessen spielen wir das Handlungsballett DER SCHNEESTURM. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zurückgegeben werden.

Vorstellungsänderung am 31.12. (Silvester) im Wiener Burgtheater (18 h)

aufgrund einer Erkrankung im Ensemble muss die für Freitag, 31. Dezember 2021 geplante Vorstellung von Der Selbstmörder leider entfallen. 

Sona MacDonald, Maria Happel. Foto: Reinhard Werner/Burgtheater

Stattdessen zeigen wir Edith Piaf und Marlene Dietrich – Geschichte einer Freundschaft, gesungen und gespielt von Sona MacDonald und Maria Happel.

Bereits gekaufte oder reservierte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Karten kaufen

Theater in Belgien dürfen nach dem Beschluss des Staatsrats öffnen. Offen – mit nur 200 Leuten im Saal – aber eben offen!
(aus dem Niederländischen mit Google-Übersetzungen übersetzt):

Die Theater in Belgien haben am Dienstag einen juristischen Sieg errungen. Dass der Kulturbereich seit Sonntag schließen muss, um die Zahl der Corona-Infektionen einzudämmen, sei „unverhältnismäßig“, stellte der belgische Staatsrat am Dienstag fest.

Dem Urteil zufolge hat die Regierung nicht hinreichend nachgewiesen, dass die Offenhaltung von Theatern und anderen Kultureinrichtungen eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Dadurch ist eine Zwangsschließung nicht gerechtfertigt. In der Praxis bedeutet das Urteil, dass Theater und Kulturveranstaltungen ab sofort wieder (maximal zweihundert) Gäste empfangen können, sofern Besucher feste Sitzplätze haben und Mundschutz tragen.

Weiterlesen in unseren „Infos des Tages“

Die derzeit geltende österreichische Lösung ist zwar auf den ersten Blick immer noch besser als die vor Gericht erfochtene belgische, aber immerhin wird in Belgien festgestellt, dass eine totale Schließung der Theater „unverhältnismäßig“ ist. Das Urteil könnte vielleicht noch interessant werden, wenn die Geschichte nicht bald ein Ende hat!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 30. DEZEMBER 2021 – 5. JÄNNER 2022

 

31.12. DIE BLUME VON HAWAI (aus Berlin, Aufnahme v. 19.12.2021) Deutschlandradio-20.10 Uhr
DIE FLEDERMAUS (Aufnahme d. Hess. Rundfunks v. 1950) HR 2 – 22 Uhr
RIGOLETTO (Live aus New York) MET-Stream-23.55 Uhr
1.1. MANON (aus Hamburg, Aufnahme v. 24.1.2021) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DER WAFFENSCHMIED (aus Wien, Aufnahme v. 21.10.2021) ORF Ö1-19.30 Uhr
TRISTAN UND ISOLDE (aus Aix, Aufnahme v. 2.7.2021) BBC 3-19 Uhr
L’ELISIR D’AMORE (aus Mailand, Aufnahme v. 9.11.2021) HR 2-20 Uhr
DON GIOVANNI (aus Wien, Aufnahme v. 5.12.2021) France Musice-20 Uhr
5.1. RIGOLETTO (Live aus New York) MET-Stream-1.55 Uhr

Frankfurt
Theaterschließungen und Absagen: Nur 250 Zuschauer sind zu wenig
In Hessen hagelt es derzeit wieder Absagen von Kulturveranstaltungen. Das Neue Theater Höchst zieht den Stecker: Soeben hat es sämtliche Vorstellungen bis einschließlich Februar 2022 abgesagt. „Wir hätten wegen des Abstands wieder stark reduzieren müssen, außerdem gab es einige sehr schlecht verkaufte Vorstellungen, dann wieder welche, die überbucht gewesen wären, weil sie verschoben worden sind“ erläutert Felix Schulz-Stahlbaum vom Theaterteam. „Die Leute kaufen kaum noch neue Karten.“Einige kleine Theater schließen gleich ganz. Und es werden kaum neue Tickets verkauft.
Frankfurter Allgemeine

Tiroler Festspiele in Erl: Kirschblüte im Winter
Die Tiroler Festspiele in Erl locken mit Raritäten von Pietro Mascagni und Adolphe Adam.
Münchner Abendzeitung.de

HEUTE im ORF III am Donnerstag: Serafin-Schwerpunkt zum 90. Geburtstag mit neuem Interview, Porträt, Operetten, Komödien u. v. m.

Harald Serafin. Foto: Wikipedia

 Mit: „Alle lieben Mister Wunderbar – Harald Serafin wird 90“, „Sonny Boys“, „Der Neurosen-Kavalier“, „Schon wieder Sonntag“ und „Die lustige Witwe“

Wien (OTS) – Sänger, Charmeur, Operettenstar, Publikumsliebling, Bühnenlegende – all das ist Harald Serafin, der am 24. Dezember 2021 seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. ORF III Kultur und Information gratuliert am Donnerstag, dem 30. Dezember, mit einem ganzen Programmtag im Zeichen des Jubilars. Auf dem Spielplan stehen Highlights aus dem Operettenfach ebenso wie Bühnenkomödien mit dem unverwechselbaren Künstler. Natürlich kommt auch die Lebensgeschichte des Stars nicht zu kurz: So zeigt ORF III etwa im Hauptabend das neue, ausführliche Interview „Alle lieben Mister Wunderbar – Harald Serafin wird 90“.

TTT Psychosoziales: Psyche beeinflussend, theaterrelevant:
Machiavellisten – oder wenn der Zweck die Mittel heiligt
emotionale Distanz, zynische Haltung, charismatischer Charakter, Position der Macht: auf Tugenden wie Ehrlichkeit verzichten, Betrug, Verrat erlauben,
https://gedankenwelt.de/machiavellisten-oder-wenn-der-zweck-die-mittel-heiligt/
Unverschämtheit: Warum einige damit durchkommen
https://karrierebibel.de/unverschaemtheit/

 Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 30. Dezember 2021 
DIE KÖNIGIN DES NORDENS
Margrete den første / Margrete: Queen of the North / Skandinavisch-europäische Co-Produktion / 2021
Regie: Charlotte Sieling
Mit: Trine Dyrholm, Morten Hee Andersen, Søren Malling z.a.

Wenn die derzeitige Königin von Dänemark Margarethe II. ist, müsste man sich doch die Frage nach der ersten Königin dieses Namens stellen, zumal aktive Herrscherinnen ja in der Vergangenheit äußerst rar (und im allgemeinen entsprechend berühmt) waren. Jene Margrete (1353-1412); der das Kunststück gelang, die rivalisierenden Königreiche Skandinaviens zu vereinigen, sollte wirklich bekannter sein. Dieser Film der dänischen Regisseurin Charlotte Sieling mag daran international etwas ändern – Skandinavien weiß, was es an der Dame hatte.

Sie war die Tochter des dänischen Königs und erbte dessen Krone, sie wurde als Zehnjährige mit dem Norweger-König verheiratet und regierte nach dessen Tod im Namen ihres Sohnes Olav II. Håkonsson. Im Rahmen der so genannten „Kalmarer Union“ nahm sie auch die schwedische Krone an, hatte die drei Wahlkönigtümer damit auf sich vereint. Der Film beginnt im Jahre 1402. Damals war ihr Sohn bereits seit 15 Jahren tot, sie hatte daraufhin den Enkel ihrer Schwester, den jungen Erich von Pommern, zum Thronfolger Erik  erkoren und regierte in seinem Namen (wie zuvor in jenem ihres Sohnes)…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Russische Justiz ordnet Schliessung des Menschenrechtszentrums Memorial an: Einen Tag nach der Entscheidung über die Auflösung der mit der Aufarbeitung der sowjetischen Geschichte beschäftigten Bürgerrechtsorganisation Memorial hat die russische Justiz dasselbe auch für deren Schwesterorganisation angeordnet. Damit will sich der Kreml einer weiteren unbequemen Stimme entledigen.
    Zum Bericht
  • Biden und Putin wollen heute wegen Ukraine-Konflikt telefonieren: Die Präsidenten der USA und Russlands wollen über die Vorbereitung der baldigen Verhandlungsrunde in Genf beraten. Dort werden Vertreter der beiden Länder am 10. Januar über den Ukraine-Konflikt und Moskaus Forderung nach westlichen Sicherheitsgarantien sprechen.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • US-Kongress bewilligt Militärausgaben von 768 Milliarden Dollar: Ungewohnt für Washingtoner Verhältnisse geniesst das neue Verteidigungsbudget breiten, parteiübergreifenden Rückhalt. Fast 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben gehen damit auf das Konto der Vereinigten Staaten. Sie geben so viel für ihre Verteidigung aus wie die nächstfolgenden zwölf Länder zusammen.
    Zum Bericht
  • Epstein-Geliebte in fünf von sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen: Ghislaine Maxwell soll zwischen 1994 und 2004 eine zentrale Rolle bei der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger durch den berüchtigten Financier Jeffrey Epstein gespielt haben. Maxwell hat alle Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Strafmass wird die Richterin zu einem späteren Zeitpunkt festsetzen. Maxwells Anwälte wollen in Berufung gehen.
    Zum Bericht
  • Lufthansa-Konzern macht wegen Slots 18 000 unnötige Flüge: In den kommenden Wochen will die Lufthansa Tausende wirtschaftlich sinnlose Flüge nur deshalb durchführen, um die Start- und Landerechte des Konzerns, die sogenannten Slots, zu sichern. Denn aufgrund der EU-Regulierung gilt «Use it or lose it», also sinngemäss: «Nutze den Slot, oder verliere ihn».
    Zum Bericht
  • Schwedische Rap-Stars mit engen Verbindungen zur Bandenkriminalität: Gangsta-Rapper aus Migrantenquartieren werden in Schweden als Musikstars gefeiert, dabei stehen einige wegen schwerer Straftaten im Scheinwerferlicht. Vorfälle wie der Mord am 19-jährigen Rapper Nils Grönberg im Herbst in Stockholm haben die Rap-Gangs und ihr Wirken zu einem dominierenden politischen Thema in Schweden gemacht.
    Zum Bericht
  • Mit dem Tod von John Madden verstummt die Stimme der NFL: Madden half, den American Football und die NFL zum globalen Massenphänomen zu machen. Für sein Wirken als TV-Analyst wurde Madden mit atemberaubenden 16 Emmy-Awards ausgezeichnet. In seinen besten Jahren verdiente der gefragte Werbeträger gegen zehn Millionen Dollar. Nun ist er im Alter von 85 Jahren in Kalifornien gestorben.
    Zum Nachruf

 

Ich habe 350.000 Euro an der Börse verzockt – fast mein ganzes Vermögen
Ich war dumm, gierig und risikofreudig.
www.vice.com

Hat der junge Kennedy Hitler bewundert?
Manches im neu editierten Reisetagebuch des Studenten JFK verstört. Wenn er dort etwa 1937 vermerkt, dass der Faschismus Italienern und Deutschen „gut zu tun scheint“. Eine schräge, freche Naivität, die Nachsicht verdient hat.
https://www.diepresse.com/6079429/hat-der-junge-kennedy-hitler-bewundert

Österreich
Popper mit Prognose: Talsohle erreicht, Infektionszahlen steigen jetzt wieder
Die Frage sei nur noch: Wie schnell steigen die Zahlen? Und wie wirkt sich das auf die Spitäler aus?
Kurier.at

Österreich
Sperrrstunde zu Silvester bleibt bei 22 h
Die auch zu Silvester geltende Sperrstunde von 22.00 Uhr sorgt weiter für Proteste der Hoteliers und Wirte – für die Forderung nach einer kurzfristigen Änderung gibt es nun erneut eine Absage vonseiten der Regierung.
https://orf.at/stories/3241878/

Ein Umfaller des Kanzlers im letzten Moment war ganz einfach nicht drin! Ob es nötig war, die Sperrstunde zu Silvester überhaupt festzulegen, steht auf einen anderen Blatt. Mit etwas Vernunft können wir aber das zu Ende gehende Jahr entsprechend zum Teufel wünschen (allerdings haben wir es immerhin überlebt, im Leben ist eben alles relativ) und hoffen, dass sich 2022 nicht an den beiden Vorgängerjahren orientiert.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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