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30. AUGUST 2021 – Montag

30.08.2021 | Tageskommentar

 

Heute ist noch nicht ihr vorletzter Tag im Rampenlicht der Salzburger Festspiele, offiziell endet der Vertrag mit 31. Dezember. Aber da ist sie sicher nicht mehr im Büro . Foto: Berhard Müller

Auszug aus „Die Presse: Die Salzburger Festspiele 2021 gehen zu Ende, die 27. und letzte Saison für Helga Rabl-Stadler als Präsidentin. Zum Abschied erzählt sie vom Vorschuss an Misstrauen 1995, bei welchen Opern sie geweint hat und welche Klippen in Kultur und Politik heutzutage drohen.

Mein letzter Tag hier ist der 31. Dezember 2021. Da bin ich sicher nicht da. Aber ich werde wie immer am 28., 29. und 30. Dezember hier im Büro sein. Dann kann ich mich ganz allein von den Festspielen verabschieden…

Helga Rabl-Stadler: „Ich gehe mit leichtem Herzen“
Die Salzburger Festspiele 2021 gehen zu Ende, die 27. und letzte Saison für Helga Rabl-Stadler als Präsidentin. Zum Abschied erzählt sie vom Vorschuss an Misstrauen 1995, bei welchen Opern sie geweint hat und welche Klippen in Kultur und Politik heutzutage drohen.
https://www.diepresse.com/6026693/helga-rabl-stadler-ich-gehe-mit-leichtem-herzen

HEUTE IN SALZBURG (BERLINER PHILHARMONIKER, KIRILL PETRENKO – mit Anna Vinnitskaya) (19,30 h bis 21,40 h)

 

Programm
Peter I. Tschaikowski: Romeo und Julia – Fantasie-Ouvertüre h-Moll
Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Des-Dur op. 10
Josef Suk: Ein Sommermärchen – Tondichtung op. 29
Interpreten

Anna Vinnitskaya Klavier
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko Dirigent

TERMIN UND KARTEN

SALZBURG: Liederabend Juan Diego Flórez (29.8.)

Die ersten drei Zugaben wurden auf der Gitarre gespielt. Foto: Klaus Billand

Nur die letzte der vier Canto Lirico -Vorstellungen der Festspiele 2021 fand im Großen Festspielhaus satt, alle anderen im Haus für Mozart. Und das war auch nötig, denn es handelte sich wieder um den peruanischen Belcanto-Star Juan Diego Flórez. Er hat mittlerweile eine – auf Qualität – eingeschworene Gemeinde, die immerhin mal eben das Auditorium mit seinen über 2.000 Plätzen füllt. Und er ist auch dieses Jahr wohl wieder der König der Zugaben, deren er ganze sieben geben musste und auch sichtlich wollte. Flórez war wieder mit Vincenzo Scalera als Begleiter angetreten – die beiden verstehen sich offensichtlich wie im Traum.

Walter Weidringer schreibt im Programmheft Interessantes zum Thema „Eine wahre Musik muss rühren und ergötzen zugleich“ – von Franz Schubert zu Giacomo Puccini. Er fragt unter anderem, ob das deutsche Lied etwas grundlegend anderes ist als die italienische Romanze. Wer Stimme und Gesang wahrhaftig liebt, der mache da wohl keinen großen Unterschied. Und das war bei Juan Diego Flórez an diesem Nachmittag einmal mehr zu erleben…
Zum Bericht von Klaus Billand

Anna Netrebko stellt sich Fans nach Festspiel-Enttäuschung
agelang warteten Autogrammjäger vergebens auf die begehrte Signatur des gefeierten Opern-Stars. Am Freitag schließlich hatte Anna Netrebko Erbarmen.
https://www.heute.at/s/netrebko-stellt-sich-fans-nach-festspiel-enttaeuschung-100160104

Es waren nicht „ihre Festspiele“ – und sie tut daran, ihre Fans nicht zu verägern. Denn die Opernwelt braucht Superstars – und sucht sich sehr rasch Nachfolger!

Herbert Blomstedt bei den Salzburger Festspielen: Existenzielle Botschaften
Das gibt’s nur einmal: Ein 94-jähriger Dirigent, der nach wie vor bei den besten Orchestern der Welt gastiert! Aber der in den USA geborene Schwede Herbert Blomstedt ist eben ein Phänomen. Bei acht Spitzenorchestern ist er Ehrendirigent, in Tokio, San Francisco, Stockholm, Kopenhagen, Leipzig, Dresden, Bamberg – und bei den Wiener Philharmonikern. Mit denen ist Blomstedt jetzt wieder bei den Salzburger Festspielen aufgetreten, am 27. und 28. August 2021 im Großen Festspielhaus – wie gewohnt mit einem spannenden Programm. Für BR-KLASSIK war Fridemann Leipold dabei.
BR-Klassik.de

SALZBURG/Festspiele: Vortrag von Prof. Oswald Panagl bei den Festspielfreunden zur „Elektra“ von R. Strauss am 28. August 2021

Prof. Oswald Panagl bei seinem Vortrag.Foto: Klaus Billand

Im Rahmen des Vortragsprogramms der Freunde der Salzburger Festspiele hielt Prof. Oswald Panagl am 28.8.21 in der Großen Universitätsaula einen Vortrag zum Thema „Archaische Mythenwelt und moderne Seelenkunde – Elektra“ mit besonderem Bezug auf die am Abend stattfindende letztmalige Aufführung der „Elektra“ in der Inszenierung von Krysztof Warlikowski bei den Salzburger Festspielen. Dazu ein paar der vorgetragenen Aspekte.

Mehr darüber https://onlinemerker.com/salzburg-festspiele-vortrag-von-prof-oswald-panagl-bei-den-festspielfreunden-zur-elektra-von-r-strauss-am-28-august-2021/

TadW „MEINE SEELE IST ERSCHÜTTERT“ BEETHOVEN-PROJEKT IIBallett von John Neumeier, uraufgeführt am 29.5.2021, Hamburgische Staatsoper. Österreichische Erstaufführung 28.8.2021:

…Das Publikum des gut gefüllten Theaters an der Wien brach am Ende der Vorstellung in Jubelovationen aus, der sich zu einem regelrechten Beifallssturm steigerte, als John Neumeier höchstpersönlich auf der Bühne erschien und sich verbeugte. Ein beglückter Rezensent konnte sich von den künstlerischen Leistungen höchst erfreut auf den Heimweg begeben. 

Zum Bericht von Harald Lacina

Dominique Meyer: „Man überschätzt die Schwierigkeiten“
Dominique Meyer wäre gern Chef der Wiener Staatsoper geblieben, aber sein Vertrag wurde nicht verlängert. Nun ist Meyer seit März 2020 Direktor eines anderen berühmten Opernhauses: der Mailänder Scala. Im Unterschied zu Wien mische sich dort kein Politiker in seine Arbeit ein, sagt er, und ist froh darüber. Ein Gespräch über Unterschiede und Paradoxien.
https://www.diepresse.com/6026683/dominique-meyer-man-uberschatzt-die-schwierigkeiten

Den Eindruck, dass sich Politiker in die Arbeit des Wiener Operndirektos einmischen, habe ich in der derzeitigen Regierungskonstellation nicht. Den Herrschaften ist Oper eher wurscht! Macht kann man anderswo besser demonstrieren, nämlich dort, wo weit mehr Menschen involviert und interessiert sind. Auch Herr Meyer als Wiener Operndirektor war das Ergebnis einer einsamen Politikerentscheidung.

Politikum auch rund um die geplante Wiener Donaubühne

Geht die Donaubühne baden?
Die „Donau Arena Wien“ soll bis zu 6000 Zuseher fassen. Die geplante Seebühne verzögert sich weiter. Viele tragen das 70-Millionen-Euro-Projekt bereits zu Grabe, der Projektbetreiber ist (noch) optimistisch.
https://www.diepresse.com/6026684/geht-die-donaubuhne-baden?from=rss

GIESSEN/ STADTTHEATER: Römische Tragödie im Großen Haus: THE RAPE OF LUCRETIA
Oper in zwei Akten von Benjamin Britten | Libretto von Ronald Duncan | in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere am 04.09.2021 | 19.30 Uhr | Großes Haus

Die erste Musiktheater-Produktion der neuen Spielzeit bringt eine moderne Oper über einen antiken Stoff auf die Bühne des Stadttheater Gießen: Benjamin Brittens THE RAPE OF LUCRETIA hat am 04. September um 19.30 Uhr Premiere. Das Philharmonische Orchester Gießen spielt in einer kammermusikalischen Besetzung unter der Leitung von GMD Florian Ludwig…

Mehr darüber in den heutigen Infos des Tages!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 2. September 2021
SHANG-CHI AND THE LEGEND OF THE TEN RINGS
USA  /  2021  / Regie: Destin Daniel Cretton
Mit: Simu Liu, Awkwafina, Tony Leung, Michelle Yeoh, Ben Kingsley u.a.

Eigentlich will diese Disney-Produktion mit „Marvel“ locken, aber man täte besser zu sagen, dass man es mit einer Art Hongkong-Film zu tun hat (mit einem Hauch ironischer Verbrämung durch Amerikas Alltag). Denn genau wie dort werden Kämpfe in herrlichen, „fließenden“ „Choreographien“ ausgetragen, die Helden fliegen dabei durch die Lüfte, Natur und Licht treffen sich zu magischen Verwandlungen in verführerischen Farben, und am Ende kommt es – wie könnte es in China anders sein – zum Kampf mit den Drachen (zahlreiche), die hier weniger schauerlich als ästhetisch schön und in ihrer Geschmeidigkeit fast komisch sind…

Eigentlich ist Shang-Chi keine übermäßig bekannte Figur aus dem Marvel Comic-Land, früher gab es ihn in Kung Fu-Filmen. Die Zeiten ändern sich, nicht-weiße Helden sind gefragt. „Black Panther“ hat hier schon sein Geld eingespielt, also warum nicht asiatische Helden, zumal der Markt im Osten ja riesig ist und es diese fabelhafte Erzähltradition à la „Tiger and Dragon“ gibt? Disney hat da zweifellos den richtigen Riecher gehabt, zumal die Exotik dieser Welt für die „weißen“ Zuschauer ja oft unwiderstehlich ist. Und Regisseur Dave Callaham  hat schon in drei Filmen mit den alten „Expendables“ gezeigt, dass er harte Action mit der erforderlichen leichten Hand (und immer einer Ebene der Ironie) umsetzen kann…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Empfehlung: Heute Franziskanerkirche

 

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

China macht die USA für die «chaotische» Situation in Afghanistan mitverantwortlich. Der Krieg in Afghanistan habe sein Ziel, terroristische Kräfte zu beseitigen, nicht erreicht – das hat Chinas Aussenminister Wang Yi laut der Nachrichtenagentur Xinhua in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken gesagt. Der übereilte Abzug der US- und Nato-Truppen führe nun wahrscheinlich zur Rückkehr von Terrororganisationen.
Zu den neusten Entwicklungen
Die deutschen Kanzlerkandidaten lieferten sich ihren ersten TV-Dreikampf: Vier Wochen vor den Bundestagswahlen haben sich die Grüne Annalena Baerbock und der Christlichdemokrat Armin Laschet bemüht, ihren Rückstand in den Umfragen wettzumachen. Der Sozialdemokrat Olaf Scholz wirkte dagegen streckenweise bereits wie der Amtsinhaber.
Zum Bericht
Wegen des Hurrikans «Ida» sind eine halbe Million US-Haushalte ohne Strom: Im südlichen Gliedstaat Louisiana können Rettungskräfte die am schlimmsten von Sturmfluten betroffenen Gebiete nur verzögert erreichen. Genau 16 Jahre nach dem verheerenden Sturm «Katrina» warnen Experten vor katastrophaler Zerstörung. Im Pazifik traf unterdessen Hurrikan «Nora» in Mexiko auf Land und verursachte Überschwemmungen.
Zum Bericht
Vietnam will nicht zwischen den USA und China wählen: Mit einer Reise von Vizepräsidentin Kamala Harris hat Washington die strategische Bedeutung Südostasiens unterstrichen. Dass Vietnams Beziehung zu den USA zwar enger wird, aber delikat bleibt, liegt vor allem an China. Auch Singapur will nie ins Dilemma geraten, sich im Krisenfall zwischen den USA und China entscheiden zu müssen.
Zum Bericht
Der Irak bittet die verfeindeten Nachbarn zum Dialog: Angesichts der amerikanischen Wankelmütigkeit suchen die Staaten im Nahen Osten verstärkt nach eigenen, regionalen Lösungen. In Bagdad trafen sich unter anderem der saudische und der iranische Aussenminister an einem bemerkenswerten Gipfeltreffen. So nahe waren sich Vertreter der zerstrittenen Staaten seit geraumer Zeit nicht mehr gekommen.
Zum Bericht
Der Grand Prix von Belgien wird nach heftigen Regenfällen und zwei Alibi-Runden abgebrochen:
Das kürzeste Rennen der Formel-1-Geschichte war eine Farce. Dass trotz schlechter Sicht überhaupt gestartet wurde, hatte finanzielle Gründe. Gewertet wurde die Reihenfolge des Qualifikationstrainings vom Samstag, mit Max Verstappen als Sieger.
Zum Bericht

Ein Monat vor Wahl: SPD zieht in neusten Umfragen der Union davon
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt misst den Fernsehrunden der Spitzenkandidaten zentrale Bedeutung zu. „Sie werden bei dieser Wahl den Ausschlag geben.“
Kleine Zeitung

Die gestrige Diskussion habe mich miterlebt – und mische mich nicht mit einer unmaßgeblichen Wortmeldungen in die Angelegenheiten des Nachbarstaates ein. Die abschließende Publikumswerung habe ich aber überhaupt nicht verstehen können.

Deutschland
Bloß keinen Flüchtlingswahlkampf
Schwarz-Rot in Deutschland hat die Lage in Afghanistan unterschätzt. Das könnte sich rächen.
Wiener Zeitung

„In Afghanistan wurden nie Strukturen aufgebaut“
Die Textilfabrik, die der Unternehmer Otto Hirsch im nordafghanischen Kundus gemeinsam mit 40 Frauen aufgebaut hat, wurde von den Taliban zerstört.
Kurier.at

Die Farce um den Formel-Grand-Prix in Spa/ Belgien.

 

So etwas hat es noch nie gegeben, das war eine Riesen-Verhöhnung des Publikums, das viele Stunden im Regen verharrt hat. Was man dann letztlich gemacht hat, hätte man Stunden früher ebenso machen können!
Was ist passiert? Es hat so stark geregnet, dass ein Autorennen eigentlich nicht möglich war. Der Rennleiter war in einer prekären Situation und hat meiner Ansicht nach richtig entschieden. Es hätte schwere Unfälle und Tote geben können. Man hat eine Lösung gesucht, um Millionen an Werbe-und Eintrittsgelder nicht zurückzahlen zu müssen. Nachdem man drei Stunden die Fahrer wie auch die Zuschauer gepflanzt hat, hat man das Rennen hinter dem Safety-Car gestartet. Während der Sicherheitsphase darf bekanntlich nicht überholt werden, es musste in der Reihenfolge des Ergebnisses der Qualifikation gefahren werden (das zumindest hat aber schon sportlichen Wert). Nach drei Runden Safety-Car war plötzlich Schluss, Abbruch,  das Rennen wurde mit halben Punkten gewertet. Eine Farce, gewiss, aber ein Freund von Kompromissen und dennoch leichter Hasardeur – wie ich einer bin – hätte vermutlich ebenso gehandelt, nur drei Stunden früher.  Vielleicht hätte ich den Versuch gemacht, zwei bis drei Runden anzuhängen und ein offenes Rennen gefahren, dabei aber gebetet, dass nichts passiert!

 

Aber wenn dann doch etwas passiert wäre, hätte ich mich auf der Stelle erschießen können!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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