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30. AUGUST 2018

30.08.2018 | Tageskommentar


Anna Netrebko. Der erste Bericht ist online
. Foto: Marco Borrelli/ Salzburger  Festspiele

Klaus Billand ließ sich das Event nicht entgehen: Sensationell glänzte Anna Netrebko wieder einmal in all ihren Rollen, von den finistren Attacken der Lady Macbeth über ein verzweifeltes „Pace, pace, mio Dio“ aus „La forza del destino“, ein unsterbliches Verliebtsein im Liebesduett mit Otello aus dem 1. Akt; dann in einem von glaubhafter Eifersucht getriebenen Duett mit Cavaradossi aus dem 1. Akt der „Tosca“ zum flehenden „Vissi d’arte“ und dem hoffnungsvollen, aber naiven „Un bel dì vedremo“ zum „Vogliatemi bene“ aus „Madama Butterfly“. Sie sang alle Facetten ihrer ungemein ausdrucksvollen Sopranstimme aus, immer wieder durch die charaktervolle Abdunkelung in der Mittellage und die Tonfülle im tiefen Register beeindruckend. Beides gibt dieser einzigartigen Stimme so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal. Man hört die Netrebko aus vielen anderen Sopranstimmen mühelos heraus. Dabei kommen die Topnoten perfekt wie man sie besser derzeit wohl nicht hören kann. Auch im optischen Ausdruck ließ sie nichts zu wünschen übrig, und damit sind nicht nur die beiden prachtvollen Kleider gemeint. Etwas überraschen muss allerdings die Formulierung im Programmheft, dass Anna Netrebko Botschafterin (Ambassador) eines bedeutenden Schweizer Uhren- und Schmuckherstellers ist. Mit einem solchen Titel verbindet man normalerweise andere Vorstellungen…

Zum Bericht von Klaus Billand

A due voci 2018: Yusif Eyvazov, Anna Netrebko, Mozarteumorchester Salzburg. Salzburger Festspiele/ Marco Borrelli

Yusef Eyvazov gab, was er zu geben hat. Wenig ist das nicht, aber für Anna N. nicht genug. Der Mann kann singen – aber die Qualität seines Materials ist umstritten. Es geht nicht darum, dass er neben seiner Frau singen  darf, er muss neben ihr singen. Das ist sein Fluch – nebst all den zweifellos vorhandenen Annehmlichkeiten! Die Rolle eines Prinzgemahls ist für keinen Mann leicht!

Die Salzburger Festspiele gehen heute zu Ende.

Bayreuth ist bereits fertig.

Im Finish hatte Stephen Gould mit einer Indisposition zu kämpfen. Als Tristan musste er sich von Andreas Schager, als Siegmund von Vincent Wolfsteiner vertreten lassen

Bayreuth
Katharina Wagner sieht keinen Trend zum Event
Die Bayreuther Festspiele gehen zu Ende. Katharina Wagner zieht Bilanz.
Hamburger Abendblatt
Interview mit Katharina Wagner „Wir sprechen über neue Pläne“
Nordbayerischer Kurier

Bayreuther Festspiele gedenken 2019 Wagner-Nachfahren
Die Richard-Wagner-Festspiele Bayreuth erinnern im nächsten Jahr an zwei Nachkommen des Komponisten (1813-1883). Zum 150. Geburtstag von Siegfried Wagner werde ein Stück von Feridun Zaimoglu uraufgeführt, teilten die Festspiele am Dienstag mit. Den 100. Geburtstag Wolfgang Wagners würdige man am 24. Juli 2019, dem Tag vor der Eröffnung, mit einem Festakt. Sowohl der Sohn als auch der Enkel hatten die Festspiele über lange Jahre geleitet
Musik heute

Bayreuth: Lust und Qual im Festspielhaus Warum tut man sich das an?
In verschwitzter Kleidung auf unbequemen Sitzen – so setzen sich Sommer für Sommer zigtausende Besucher den Werken Richard Wagners aus. Ein Erlebnisbericht
Nordbayerischer Kurier

 

ZUM VIDEO: PLACIDO DOMINGO ÜBER DIRIGIEREN IN BAYREUTH

Katharina Wagner inszeniert lieber in Barcelona
Katharina Wagner To Direct New “Lohengrin’ At Liceu
According to La Vanguardia, Wagner will direct the production at the Liceu in Barcelona in 2020. The production is set to star Klaus Florian Vogt in the title role, Erin Wall as Elsa, Evelyn Herlitzius as Ortrud, and Günther Groissböck as Heinrich. Josep Pons will conduct the production
http://operawire.com/katharina-wagner-to-direct-new-lohengrin-at-liceu/

SAVONLINNA HAT MEHR BESUCHER ALS BAYREUTH – UND IST AUCH TEURER

Klaus Billand aus Savonlinna: Vor etwa 60 Jahren hatte die damals berühmte Sopranistin Aino Ackté die Idee, im großen Innenhof der Wasserburg das Savonlinnan Oopperajunlat zu gründen, das Savonlinna Opera Festival. Die Stadt hat mittlerweile 30.000 Einwohner, und es sind wegen des Festivals viele Hotels entstanden. Die Preise sind generell gesalzen. Auch die der Eintrittskarten, von €95 bis €280. Alljährlich zieht das Festival mit 60.000 Besuchern aus aller Welt sogar etwas mehr Besucher an als die Bayreuther Festspiele. Es ist fast immer lange zuvor ausverkauft. Das Festival produziert eigene Inszenierungen, lädt aber regelmäßig auch andere ein. So war es diesmal u.a. das Puccini Festival Torre del Lago

Zum Bericht von Klaus Billand (Bericht „TOSCA“)

„Turandot“: Tenor musste „Nessun dorma“ dreimal singen

Amadi Lagha als Calaf. Copyright: Kuva Anna Katri Hänninen

Eine kleine Sensation ist Amadi Lagha als Calaf, der das Publikum nicht nur mit seiner Arie „Nessun dorma“ zu Recht so begeisterte, dass er sie nach kurzer Absprache mit dem wieder äußerst lebhaften Maestro Veronesi sogar drei Mal sang. Die Leute standen nach dem zweiten Mal fast Kopf. Nach dem dritten Mal dirigierte Veronesi Gott sei Dank gleich weiter, sonst wäre es ein Zirkus geworden…

Zum Bericht von Klaus Billand

OPER LEIPZIG: BESETZUNGSÄNDERUNG „LA FANCIULLA DEL WEST“: ANJA KAMPE SAGT AB

Krankheitsbedingt kommt es in der Inszenierung »La fanciulla del West (Das Mädchen aus dem goldenen Westen)« an der Oper Leipzig zu einer Besetzungsänderung: Die Partie der Minnie singt Meagan Miller statt Anja Kampe.

Premiere: 29. September 2018, 19 Uhr, Opernhaus

Weitere Informationen und Termine unter www.oper-leipzig.de.

Zum Tod von Inge Borkh – mit Audio Beispielen

The New York Times

Sie war anfangs des Monats noch in Salzburg bei der Salome, gerne wüsste ich, was sie darüber dachte. Wir werden es wohl nie lesen.

HAMBURG: Elbphilharmonie Konzertkino erfolgreich gestartet

Noch bis Sonntag Live-Übertragungen aus dem grossen Saal

 Mit der Live-Übertragung des fulminanten, über zweistündigen Auftritts von Youssou NDour & The Super Etoile de Dakar startete gestern Abend das „Elbphilharmonie Konzertkino“ auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie. Vor der Leinwand verfolgten rund 1000 Musikbegeisterte bei freiem Eintritt, glänzendem Sound und angenehmer Außentemperatur den Stream des Konzerts, das der Superstar der westafrikanischen Musik mit seiner famosen Band zeitgleich im ausverkauften Großen Saal der Elbphilharmonie gab.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Causa Erl – Rund 100 Verfahren bei Bezirkshauptmannschaft anhängig
Geht um Verdacht der illegalen Beschäftigung von Ausländern und um nicht bezahlte Sozialabgaben nach dem ASV-Gesetz.
Kurier

Nein, es geht nicht um behauptete sexuelle Übergriffe, es geht um illegale Beschäftigung von Hilfspersonal. Was diese Hatz bringen soll, ist mir nicht klar. Ist Erl ein Politikum – im „Heiligen Land“ Tirol?

Will man die Festspiele umbringen? Will man zahlreiche Arbeitsplätze – auch von Zulieferern in der Region zerstören? Dann bitte weiter so!

Wiener Festwochen: In vier Jahren sind die Erlöse um 61 % gesunken.

Wiener Festwochen 2014–2018: Erlöse um 61 Prozent gesunken
Trenklers Tratsch: Veronica Kaup-Hasler beantwortete Fragen der Neos zu den Festwochen-Bilanzen schonungslos offen.
Kurier

Das muss man erst einmal schaffen. Die Stadt Wien hat es geschafft, der Hauptverantwortliche (nein, das ist keiner der Intendanten) hat sich auf einen anderen Posten „vertschüsst“. Er wollte den Festwochen ein neues, politisch zur Stadt passendes Publikum verordnen und ist dabei auf die Nase gefallen! Einer der „Tiefflieger“ war der hochgelobte Presseweltmeister in Salzburg. Er konnte genauso nichts bewirken wie seine Vor – und Nachgänger, aber er hat sich auf die „Butterseite“ fallen lassen. Die Zeitungen haben – wie immer – gejubelt. Gespür hat er, das muss man ihm lassen. Auf einem sinkenden Schiff verbleibt nur ein Selbstmörder, kein Mann, der Alternativen hat.

Wagner-Poster in der Galerie des Online-Merker

Siegfried-Poster aus Lettland! Foto: Barbara Zeininger

Die Glastüre in unserer Galerie wurde gestern auch montiert, ist aber noch nicht ganz fertig. Ich setze mich doch nicht in die Auslage, wir sind nicht auf der Reeperbahn in St. Pauli. Also muss eine Jalousie her!

Besuchen Sie mich! Verdursten werden Sie bei mir nicht!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Einen Film mit dem Titel „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ zu belasten, das wirkt mehr prätentiös als wirklich originell (letzteres war wohl beabsichtigt). Dennoch ist es ein sehr schöner Film, den Florian Gallenberger da vorlegt, um einiges leichter als seine politisch belasteten Geschichten „John Rabe“ und „Colonia Dignidad“. Man wird die Geschichte des Gärtners Schorsch Kemptner zwar nicht als wirklich realistisch hinnehmen können, aber als Gleichnis ist es gewissermaßen „seelenschön“. Auch wenn der Drehbuchautor / Regisseur ein bisschen viel predigen lässt…

„Das Leben ist eine Reise“, sagt Philomena am Ende frontal in die Kamera, und darum geht es wohl – wenn die Glücksfälle der Reise von Schorsch auch eher von einem Drehbuchautor als aus dem wahren Leben stammen. Das waltet am ehesten noch zu Beginn: Da ist dem potentiellen Golfplatz-Betreiber (Bernd Stegemann, strahlend unsympathisch), ein betrügerischer Hund übrigens, das Gras nicht grün genug. Und woher ein anderes Gras bekommen? Überhaupt hat Schorsch, ein echter, alter Bayer, der auch verbal saftig sein kann (auch wenn er letztendlich doch immer eine im Grunde schweigsame Seele bleibt), die Nase voll.

Er steckt mit seiner Gärtnerei bis über die Ohren in Schulden, mit seiner Frau (Monika Baumgartner) kann er sich nie einigen, die Tochter (Karolina Horster), die sich als Möchtegern-Künstlerin sieht, mag ihn offenbar nicht (und eigentlich vice versa). Schorsch, dessen Hobby das Fliegen und dessen Besitz eine uralte kleine Propeller-Maschine ist (eine „Platzer Kiebitz“ für die, die was davon verstehen), langt es. Und als man ihm gar das Flugzeug wegpfänden will  – hinter das Steuer und einfach weg.

Keine „Salzburger Festspiele“ im Fußball: Red Bull Salzburg zum 11-ten Mal in der Champions-League-Qualifikation gescheitert!

Das darf nicht wahr sein – aber es ist leider wahr. Nach einer (wohl zu beruhigenden) 2:0 Führung stürzten die Salzburger binnen 70 Sekunden in den Abgrund. Die Serben glichen aus und stiegen auf Grund der Auswärtstor-Regel auf.

Salzburg-Drama: ein klassischer Selbstfaller

https://www.krone.at/1763193

Was kann Salzburg nun für nächstes Jahr tun? Es ist ohnedies bereits wurscht, jetzt gilt es die Adresse jenes Energetikers, der um teures Geld den berühmten „Ring“ um das Wiener Krankenhaus Nord gelegt hat, ausfindig zu machen und den Mann zu beschäftigen. Zur Not täte es auch ein Exorzist! Da dürfte tatsächlich ein Fluch über dem Stadion liegen.  „Nutzts nichts, so schads nichts“ – und zahlen tut es eh der Mateschitz aus der Portokasse. Anderes fällt mir zu diesem Desaster auch nicht ein!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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