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3. OKTOBER 2021 – Sonntag

03.10.2021 | Tageskommentar

Wiener Kammeroper: ORPHÉE ET EURYDICE von Christoph Willibald Gluck

Kammeroper des Theaters an der Wien:  Premiere: 2. Oktober 2021 

Auf die Mischung aus italienischer und französischer Version des Werks (es gibt nicht nur zwei, sondern mehrere Fassungen von Gluck) haben sich der Dirigent und der Regisseur geeinigt, und es ist unter der musikalischen Leitung von Raphael Schluesselberg klanglich ein wunderbar homogenes Ereignis geworden, mit dem Bach Consort Wien und dem für das Theater an der Wien schlechtweg unentbehrlichen Arnold Schoenberg Chor (geleitet von Erwin Ortner).

Wenn Regisseur Philipp M. Krenn das Geschehen in die Gegenwart holt und ins Krankenzimmer verlegt, so hat er dieses Ambiente nicht erfunden (das war damals schon Harry Kupfer), aber für das, was er erzählt, stimmt es…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

GRAZ/ Opernhaus: DIE MACHT DES SCHICKSALS (erster Eindruck als Bezahlartikel)

Aurelia Florian und Aldo di Toro © Werner Kmetitsch

Auszug aus „Kleine Zeitung: Opernlibretti sind manchmal anachronistisch, unlogisch oder auch banal. Manchmal stellen sie aber auch zeitlose Fragen, wie jene nach der „Macht des Schicksals“. Gibt es eine höhere Macht? Oder ist alles im Leben Zufall? Wo verorten wir uns zwischen Fatalismus und Voluntarismus? In der Mythologie wurde das Schicksal oft personifiziert, z. B. als Schicksalsgöttin Fortuna, die an unserem Schicksalsrad dreht. Eine solche Figur findet man auch auf dem Eisernen Vorhang der Grazer Oper und sie diente Regisseurin Eva-Maria Höckmayr als Inspiration zu einer Personifikation des Schicksals. Schön während der Ouvertüre beginnen sich die Bilder des Eisernen Vorhangs zu bewegen, Fortuna wird lebendig und steigt aus dem Bild. Es ist Mareike Jankowski in der Rolle der Wahrsagerin Preziosilla, die als laszive und launische Diva eine ungemeine Bühnenpräsenz besitzt…

Zum ersten Nachtbericht der „Kleinen Zeitung

Graz
Mit „die Macht des Schicksals“ in neue Saison
Sie ist vielleicht die tragischste Oper von Giuseppe Verdi: „Die Macht des Schicksals“. Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Hass liegen hier ganz eng beisammen. Am Samstag eröffnet die Grazer Oper mit diesem opulenten Meisterwerk die neue Spielzeit.
https://steiermark.orf.at/stories/3124024/

Warteschlange vor der Wiener Staatsoper in der „Langen Nacht der Museen“

Nicht „opernmäßig“ gekleidet, also Museumsbesucher. Die Staatsoper beherbergt zwar ein Museum, deswegen ist sie aber keines. Foto: E.S.

DER OKTOBER AN DER BAYERISCHEN STAATSOPER:
Erste Opernpremiere – Die Nase, 1. Akademiekonzert mit Fabio Luisi und weitere Highlights.

Die Spielzeit 2021-2022 der Bayerischen Staatsoper begann im September mit einem Oper für alle Konzert in Ansbach und dem Septemberfest. Mit Vorfreude wird nun auf den Oktober geblickt.

 

Am Sonntag, 24. Oktober 2021 feiert Dmitri Schostakowitschs Die Nase um 19 Uhr im Nationaltheater Premiere.
Bereits vor der ersten Premiere der Opernsaison findet am Montag, 4. und Dienstag, 5. Oktober 2021 um je 20 Uhr das 1. Akademiekonzert, unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi, statt.
Weitere Highlights im Oktober sind, unter anderem, die Repertoire-Vorstellungen von Giuseppe Verdis Falstaff, erstmals nach der Streaming-Premiere in der vergangenen Saison vor Live-Publikum, sowie Giacomo Puccinis Turandot und Tosca.

Mehr darüber in den Infos des Tages!

MÜNCHEN: Uraufführung der Ballettoper AMORS FEST im Gärtnerplatztheater

 

Das Staatstheater am Gärtnerplatz feiert in seiner ersten Premiere der neuen Spielzeit am 14. Oktober 2021 das Leben. In vier Teilen von vier verschiedenen Komponisten zeigt die Ballettoper »Amors Fest« die gesamte Bandbreite des europäischen Barocks. Keine Epoche kannte das Auf und Ab des Lebens besser als das Barockzeitalter: Wie im Kreislauf der Jahreszeiten wechselten hier Krieg und Lebenslust, Pest und Sinnenfreude einander ab.

Auch darüber lesen Sie ausführlich in den Infos des Tages

MILANO/ Teatro alla Scala: MADINA – music by Fabio Vacchi and choreography by Mauro Bigonzetti, starring Roberto Bolle and Antonella Albano

After the triumph of the Barbiere di Siviglia conducted by Riccardo Chailly last night, today the Teatro alla Scala presents the world premiere of Madina, music by Fabio Vacchi and choreography by Mauro Bigonzetti, starring Roberto Bolle and Antonella Albano, conducted by Michele Gamba.

MADINA. Roberto Bolle, Antonella Albano e il Corpo di Ballo. ph Brescia e Amisano ©Teatro alla Scala

Auch hier gilt: bedienen Sie sich in unseren Tagesinfos – wozu mache ich mir sonst die Arbeit.

Bregenz
Europäischer Kulturpreis für die Bregenzer Festspiele
Seit fast 30 Jahren zeichnet die Europäische Kulturstiftung „Pro Europa“ Kulturschaffende und Institutionen für herausragende kulturelle Leistungen aus. Der Preis für künstlerische Nachwuchsarbeit ging heuer an die Bregenzer Festspiele.
https://vorarlberg.orf.at/stories/3124101/

Komponist Carlisle Floyd gestorben
Mit „Susannah“ oder „Of Mice and Men“ feierte der US-Amerikaner auch in Österreich Erfolge
Wiener Zeitung

FRANKFURT: Domenico Cimarosa: L’italiana in Londra • Oper Frankfurt • Vorstellung: 01.10.2021

 Ein köstliches Vergnügen allerhöchster Güteklasse

Foto: Monika Rittershaus

Die Oper Frankfurt bietet auch in dieser Saison wieder einen höchst interessanten Spielplan mit «Raritäten und sogenannten Repertoirewerken» (Intendant Bernd Loebe in der Vorschau auf die Spielzeit). Cimarosas «L’italiana in Londra» gehört zu jenen Opern, die neugierig machen und zu Unrecht vergessen sind.

Neugierig macht sie als Oper eines Komponisten, der obwohl er wesentlich mehr komponiert hat, heute nur noch mit einem Werk, das nur noch selten aufgeführt wird, bekannt ist: seiner 54. Oper, dem am 7. Februar 1792 im Wiener Burgtheater als Auftragswerk Leopolds II. uraufgeführten Dramma giocoso «Il matrimonio segreto». Mit dem am 29. Dezember 1778 im Römer Teatro Valle uraufgeführten und nachhaltig erfolgreichen Intermezzo in musica «L’italiana in Londra»  schaffte Cimarosa seinen internationalen Durchbruch und festigte seinen Ruf als führender Vertreter der neapolitanischen Oper…

Zum Bericht von Jan Krobot

TOULOUSE/Théâtre du Capitole: LA GIOCONDA am 28. September 2021. Nun ersetzt der ausführliche Bericht den Kurzbericht

Beatrice Uria-Monzon und Pierre-Ives Pruvot. Foto: Mirco Magliocca

…Die bemerkenswerte Inszenierung von Olivier Py nun in Toulouse kam schon 2019 am Théâtre Royal de la Monaie heraus. Py hat mit den weitflächigen und sich immer wieder eindrucksvoll wandelnden Bühnenbildern von seinem langjährigen Bühnenbild-Partner Pierre-André Weitz eine wirkmächtige und voller Dramatik und Exzessivität steckende Interpretation von Ponchiellis Meisterwerk um Macht, unerwiderte Liebe bis zu grausamer Gewalt und Mord zu dessen opulenter Musik geschaffen. Dunkle Schwarz-Weiß-Töne mit Neonröhren, typisch für die Ästhetik von Py und Weitz, dominieren das Geschehen, auch das Schwarz in Weitz‘ Kostümen, in diesem Fall besonders passend zum Plot…

Zum Bericht von Klaus Billand

RFO – Clip des Regionalfernsehens Oberbayern zum Gesprächskonzert Long Long und Melody Louledjian am 25.9.2021. Die Gespräche führte Dr.Klaus Billand

Hier ist eine kurzer Clip des Gesprächskonzerts mit Long Long und nachher mit Melody Louledjian.

Bitte untenstehenden Link anklicken

https://www.rfo.de/mediathek/video/konzerte-im-kultur-und-kongresszentrum-rosenheim-2/

Deutschland
Freier Eintritt für Theater: Wunsch- oder Zukunftsszenario?
Die Kulturinstitutionen im Norden versuchen Bezahlmodelle zu finden, um neue Besuchergruppen anzulocken. Sind Freie-Eintritt-Veranstaltungen möglich? Wir haben bei Theatern im Norden nachgefragt.
NDR-Kultur.de

Der Artikel beschreibt ein intereressantes Thema und kommt letztlich zum Ergebnis, dass der Theaterbesuch nicht am Geld liegt. Der „Freie Eintritt“ müsste übrigens auch ausgeglichen werden – eben von den Kommunen. Und wer bezahlt da? Na eben.

Es ist übrigens völlig absurd, dass Theaterbesuch eine Bildungsfrage ist, die Annahme entspricht einem sehr schlichten Denken. Ich kenne hochintelligente Menschen, für die ist Theaterbesuch vergeudete Zeit, weil sie erstens an anderer Stelle viel wichtiger sind und mehr leisten können, und für die zweitens ein Theaterbesuch eine Flucht aus der Realität ist. Ich weiß, gerade bei unserer Leserschaft ecke ich mit dieser These an, trotzdem kann ich ihr etwas abgewinnen. Sogenannte „Macher“ wollen nicht auf Stunden blockiert sein und sich mit Problemen befassen, die nicht die ihren sind. Was glauben Sie, warum so wenige Politiker im Theater anzutreffen sind, Wirtschaftsbosse sieht man oft auch nur bei notwendigen gesellschaftlichen Anlässen. Mit freiem Eintritt bekommt man die Menschen auch nicht in die Theater, man erreicht vielleicht das Gegenteil: Was nichts kostet, kann nichts wert sein!

New York
Der reisende Minimalist – US-Komponist Steve Reich wird 85
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wo befindet sich die „Albert Hall“?

Das am 29. März 1871 eröffnete Gebäude befindet sich in Kensington im Zentrum Londons und bildet den nutzbaren Teil der nationalen Gedenkstätte zu Ehren von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Gemahl von Königin Victoria. Der zweite – dekorative – Teil des Denkmals ist das Albert Memorial, welches sich direkt nördlich der Halle in Kensington Gardens befindet.

Genau genommen ist das die „Royal Albert Hall“

In Wien steht die „Albert-Hall ohne royalen Anspruch – und zwar in der Albertgasse 35 in der Josefstadt.

RUSSISCHE KONZERTPIANISTIN STARTET EIGENE KONZERTREIHE IN WIEN – in der Albert-Hall.

Konzertpianistin Anna Volovitch, geboren in Russland, hat seit nunmehr acht Jahren ihre Heimat im 17. Wiener Gemeindebezirk gefunden. Damit hat sie die musikalische Landschaft Wiens um ein Stück reicher gemacht.

Anna Volovitch. Copyright: Amarilo Ramalho

Mitte Oktober startet die neue Konzertreihe „Konzerte im Achten“ in der Albert Hall im 8. Bezirk Wiens. Die künstlerische Leitung übernimmt Anna Volovitch, die diese Eventreihe auch gleich mit zwei Solo-Klavierkonzerten am Donnerstag, 14. und Freitag, 15. Oktober, einleiten wird.

In unseren „Infos des Tages“ finden Sie ein ausführliches Interview mit der mutigen Veranstalterin und Künstlerin.

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt: THE PARISIAN WOMAN von Beau Willimon
Deutschsprachige Erstaufführung
Premiere: 2. Oktober 2021
Besucht wurde die erste Voraufführung am 21. Juni 2021

Foto: Theater in der Josefstadt

Mit „House of Cards“ kann man immer werben. Sex and Crime in Politics, das war eine brisant-giftige Mischung für die Bezahl-Sender. Wenn nun ein Autor, der unter den Ideenträgern dieser Serie fungierte, ein Theaterstück „zum Thema“ schreibt, sollte nichts schiefgehen. Kann aber doch. Und ist passiert.

Die Josefstadt spielt „The Parisian Woman“ (warum der englische Titel? Ein bisschen affektiert) von Beau Willimon als Deutschsprachige Erstaufführung in den Kammerspielen. Das Stück hat nach der Uraufführung 2013 keine sonderliche Karriere gemacht, selbst die Besetzung der weiblichen Hauptolle mit Filmstar Uma Thurman hielt es 2017 weniger als ein halbes Jahr am Broadway. Und das hat gute Gründe.

Denn wenn da in Washington politische Intrigen gesponnen werden, zieht sich das die längste Zeit wie Strudelteig und bietet nur langweiliges Geschwafel. Bei einer Spieldauer von eineinhalb Stunden braucht es mehr als eine Stunde, bis im „dramatischen“ Sinn etwas „passiert“. Die Pointe ist lau, aber man will sie nicht verraten. Dass zu manipulativem Sex auch noch Erpressung dazu kommt, um jemandem ein Amt zu verschaffen, wen wundert’s?…

Dennoch, spannend ist das Ganze, so kurz es ist, keinen Moment lang, oft tut man sich schwer, bei dem endlosen Herumgelabere überhaupt bei der Stange zu bleiben. Polit-Boulevard mit Pfeffer und Galle? Schön wär’s.

Zum Bericht von Renate Wagner

Kulturgeschichte:
60 Jahre „Herr Karl“: „Mir brauchen Sie gar nix erzähl’n“
Mit der Verkörperung des Magazineurs wurde Helmut Qualtinger zur Kultfigur.
Wiener Zeitung.at

London
Version von Banksys „Mädchen mit Ballon“ wird in London versteigert
Experten rechnen mit Geboten von bis zu vier Millionen Euro
Kurier.at

Wiener Donaubühne kommt doch nicht
Das 70 Millionen Euro teure Projekt einer Donaubühne für große Kulturveranstaltungen ist Geschichte. Das sagte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „News“.

Diese Bühne „wurde genauestens von verschiedenen Ressorts geprüft“, sagte nun Kaup-Hasler in der am Freitag erschienenen „News“-Ausgabe – und sie sei „wegen des Naturschutzes und der Anrainer der Donauinsel nicht realisierbar. Das Projekt ist meines Erachtens Geschichte.“
https://wien.orf.at/stories/3124051/

Das glaube ich ganz einfach nicht, zumal auch die größte Oppositionspartei für dieses Prestigeprojekt des Bürgermeisters ist. Die Kulturstadträtin soll meines Erachtens mit ihrer pessimistischen Vermutung das Projekt erst recht ankurbeln!

ORF zwingt zum Impfen: Redakteurin verliert nach 25 Jahren ihren Job
Aufregung im “Erziehungs-TV” ORF: Da vom “Seitenblicke”-Team plötzlich eine 2G-Pflicht eingefordert wird, muss eine der besten Redakteurinnen gehen – Sabine Spögler-Dinse darf nicht mehr ihren Job ausüben, weil sie nicht geimpft oder genesen ist. “Ich bin tief betroffen”, sagt die dreifache Mutter im Gespräch mit dem eXXpress.
https://exxpress.at/der-orf-zwingt-zum-impfen-redakteurin-verliert-nach-25-jahren-ihren-job/

Bereits einen Tag vorher hat die NÖN-Herausgeberin Gundula Walterskirchen ihren Job verloren, weil sie sich impfkritisch verhalten hat. Ich fürchte, dass der Bogen langsam überspannt wird. Meine Haltung ist an dieser Stelle bekannt: Ich bin geimpft und empfehle die Impfung auch jenen, die sich trauen, bin aber gegen jeden Zwang. Vielleicht war ich ein extrem aufmümpfiges Kind, aber wenn ich gemerkt habe, dass mir jemand etwas einreden oder mich gar zu etwas zwingen will, habe ich es erst recht nicht gemacht.

Ob die Impfung der Spielgewinner ist, wissen wir nicht. Wehe, wenn sie es doch nicht ist, wenn es ständig Nachimpfungen geben muss. Was dann passiert, daran will ich gar nicht denken! 

#allesaufdentisch: Schauspieler rufen wieder „Bitteichweißwas“ in die Pandemie
Wieder gibt es Videos von Hauptabend-Künstlern, die die Coronamaßnahmen hinterfragen und hochkomplizierte Debatten auf den eigenen Recherchehorizont reduzieren.
Kurier.at

Natürlich werden die Unterstützer der Aktion wieder verhöhnt. Nach dem Motto „Bitteichweißwas“ agieren aber auch andere, nämlich die, die uns jede Woche etwas anderes erzählen. Das ist dann die „Bitteichsagejedentagetwaanderes“-Fraktion. Und die ist weit gefährlicher als diese Schauspieler, weil man denen „von Amts wegen“ glauben muss, sie nicht verhöhnen darf! Und weil sie uns sagen, wo es lang zu gehen hat. Wennes so funktioniert, dann sind das die großen Sieger (Messias“ kann es aber nur einen geben, nicht von jeder Partei einen), wenn es aber holpert, wird man sie wohl „Deppen der Nation“ nennen dürfen! Fehler dürfen wirklich nicht mehr viele passieren!

PS.: Mich kann man nicht kündigen!

Haben Sie einen schönen Tag.

A.C.

 

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