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3. MAI 2022 – Dienstag

03.05.2022 | Tageskommentar

Das Dirigenten-Karussel dreht sich

Auszug aus „Crescendo“:  Es sind derzeit allerhand Dirigenten-Jobs zu besetzen – das Karussell dreht mal wieder. Dreht es noch an den Dirigentinnen vorbei? Wagen wir uns mal an Tipps: Die Staatskapelle Dresden verliert Christian Thielemann und scheint – so hört man immer wieder – Interesse an Daniele Gatti zu haben. Persönlich fände ich für diesen Posten Jakub Hrůša ja spannender, aber der könnte auch beim Concertgebouworkest in Amsterdam im Gespräch sein. Oder ist man da noch immer mit dem Finnen Klaus Mäkelä im Gespräch? Und was ist eigentlich mit den Münchner Philharmonikern, die sich von Valery Gergiev trennten? Werden sie Daniel Harding ein finanzielles, unmoralisches Angebot machen? Ich habe all das mal für den SWR spekulativ durchdekliniert, quasi den Kreislauf vom Rauswurf von Gatti in Amsterdam zu neuen Perspektiven… 
…Zu einer echten Debatte gehört auch, immer wieder die eigenen Werte zu überprüfen. Dürfen Ukrainische MusikerInnen noch Werke von russischen KomponistInnen spielen? Angeblich geht vom Ukrainischen Kulturministerium derzeit die klare Botschaft aus: Nein! Fakt ist, dass MusikerInnen aus der Ukraine immer mehr in Bredouille kommen, wenn sie sich zu Tschaikowski, Schostakowitsch oder Prokofjew bekennen. Auch in Polen ist es Staatsraison, russische Musik vom Spielplan zu nehmen, und in St. Gallen wurde gerade „Die Jungfrau von Orleans“ von Tschaikowski gegen die Version von Verdi ausgetauscht. Ich finde, das ist gefährlich! …
Kommentar
Dirigentenkarussell und die Klassik im Krieg
Crescendo.de/Klassikwoche18

Wer darf in Wien die Richtung in Sachen Oper vorgeben?
(Bezahlartikel)
Die Spielpläne der drei Wiener Opernhäuser für die kommende Saison liegen nun vor. Diesmal hat man besonders gespannt darauf gewartet.

Umbesetzung an der Bayerischen Staatsoper für „Les Troyens“

 In den Vorstellungen von Les Troyens am 9., 14., 21., 26. sowie 29. Mai 2022 übernimmt Ekaterina Semenchuk die Partie der Didon anstelle der erkrankten Anita Rachvelishvili.

 

EKATERINA SEMENCHUK
Ekaterina Semenchuk stammt aus Minsk. Sie studierte Gesang am Rimsky-Korsakow-Konservatorium in St. Petersberg und debütierte noch während ihres Studiums am Mariinsky-Theater. Zu ihrem Repertoire gehören wichtige Verdi-Partien wie Azucena (Il trovatore), Prinzessin Eboli (Don Carlo) und Amneris (Aida), außerdem Partien wie Santuzza (Cavalleria rusticana), Marina (Boris Godunow) und die Titelrolle in Carmen. Sie gastierte an großen internationalen Häusern wie der Metropolitan Opera in New York, der Opéra de Paris, dem Teatro Real in Madrid, dem Royal Opera House Covent Garden in London, dem New National Theatre in Tokio, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie bei den Festspielen in Salzburg und Baden-Baden.

ZU DEN VORSTELLUNGEN

Die Presse.com

 
Bezüglich der immer mehr werdenden „Bezahlartikel“ muss ich darauf hinweisen, dass ich nicht diese Artikel „kaufen“ und Ihnen hier zu Verfügung stellen darf. Rechtliche Auseinandersetzungen wären an der Tagesordnung. Ich stelle die Artikel trotzdem ein, weil Sie bereits den ersten, noch problemlos verfügbaren Zeilen entnehmen können, ob Sie dieses Thema interessiert. Da  können Sie ja dann selbst für sich befinden!
Wien/ Staatsballett: „Die Jahreszeiten“ –  spielen, singen, tanzen
Martin Schläpfer hievt Joseph Haydns „Jahreszeiten“ als Ballett auf die Staatsopern-Bühne.
WienerZeitung.at

Wiener Symphoniker: Dirigenten gefunden

Mitte April ist der Chefdirigent der Wiener Symphoniker, Andres Orozco-Estrada, zurückgetreten. Einspringen soll jetzt der ehemalige Chefdirigent der Symphoniker und derzeitige Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Philippe Jordan.
https://wien.orf.at/stories/3154472/

Die Deutsche Oper Berlin auf erfolgreicher Schatzsuche
Schrekers „Schatzgräber“ kehrt triumphal zurück

Foto: Monika Rittershaus

Das Publikum folgt dem langen Opernabend mit wachsender Begeisterung, am Ende hat die Aufführung wohl auch noch den letzten Zuschauer in ihren Bann gezogen. Bitte mehr davon!
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

Wenn der Krieg die Ordnung sprengt: „Der Schatzgräber“ in Berlin
BR-Klassik.de

Zwischen Glücks- und Ausfall – „Der Schatzgräber“ von Franz Schreker an der Deutschen Oper Berlin
NeueMusikzeitung/nmz.de

Umjubelte Premiere: „Der Schatzgräber“ an der Deutschen Oper (Podcast)
Inforadio.de

Oper Graz: Herr Wagner ist sich selbst im Weg

GRAZ / Oper: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – 1. Mai 2022 (Premiere 23.4.22)

 

Ensemble. Fotos: Oper Graz / Werner Kmetitsch

Die Regisseurin Sandra Leupold lässt in ihrer Grazer Inszenierung den Komponisten selbst mitspielen. Das ist zwar nichts Neues, bewegt sich, mit der hier gebotenen Penetranz, allerdings schon sehr nahe an der Grenze zur Lächerlichkeit. Zunächst ist Richard Wagner (Stephan Offenbacher) nur ein ergriffen gestikulierender Zaungast, der das Geschehen auf der Bühne aus der Ferne – von oben herab – mitverfolgt und zuweilen mitdirigiert. Später mischt er sich in das Geschehen ein, begrapscht Senta, beschwört sie stumm, wagt ein Tänzchen mit ihr und betätigt sich – als Helfer oder Hemmer – beim Fallen und Heben des Vorhangs. Am Schluss läuft Senta in panischer Angst vor ihm davon und flüchtet sich in den Zuschauerraum, so als sei er in seiner Selbstinszenierung furchterregender als der vom Holländer mehrfach zitierte Satan. Leupold hat dazu verlauten lassen, dass Augenzwinkern angebracht wäre. Augenschließen wäre vermutlich angebrachter…

Für die beiden zentralen Figuren werden Gäste aufgeboten, die die hohen Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Dem Bariton des Amerikaners Kyle Albertson fehlt es in der Tiefe an Durchschlagskraft, die Registerwechsel sind nicht ausgefeilt genug, es mangelt aber auch an der erforderlichen Ausstrahlung für diese geheimnisvolle, vom Schicksal schwer getroffene Figur.

Der Sopran der finnischen Sängerin Helena Juntunen blüht in der Ballade noch einigermaßen auf, erweist sich im weiteren Verlauf aber leider als zu klein dimensioniert für diese Partie. Darstellerisch liefert sie die Karikatur einer höchst neurotischen, hysterischen Frau.

Ziemlich zufriedener Beifall im gutbesuchten Grazer Opernhaus.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Paris:„Fin de partie“ (György Kurtag) Opéra National de Paris 30. 4. 2022

Neue Oper! Nach Mailand und Amsterdam nun an der Pariser Oper in einer vorbildlichen musikalischen Umsetzung und Inszenierung. Demnächst in Dortmund…


Fin de partie“, kurz vor „Schach-Matt“: der an den Rollstuhl gefesselte Hamm (Frode Olsen) und seine in einer Abfalltonne vegetierenden Eltern Nagg (Leonardo Cortellazzi) und Nell (Hilary Summers) können sich nicht mehr bewegen. © Sebastien Mathé / Opéra National de Paris  

Seit 20 Jahren ruft man überall, dass das Genre Oper nur überleben kann, wenn man auch neue Opern nach neuen Stoffen schreibt. Doch wenn sich die großen Häuser an solche Uraufführungen wagen, werden diese so gut wie nie am eigenen Haus nachgespielt oder durch andere Opernhäuser übernommen. So erinnere ich keine einzige in den letzten Jahren an der Wiener Staatsoper uraufgeführte Oper, die an die Opéra de Paris kam – und umgekehrt. Von den Dutzenden Uraufführungen, die ich in den letzten 30 Jahren rezensiert habe, scheinen nur die neuen Opern von Kaija Saariaho und Peter Eötvös in die europäischen Spielpläne eingegangen zu sein – vor allem seine „Tri Sestry“ (Drei Schwestern), die seit der Uraufführung 1998 in Lyon mindestens 20-mal in 10 Ländern gespielt wurden, in den unterschiedlichsten Sprachen und Besetzungen. So freut es mich sehr, dass die allererste Oper von György Kurtag (1926 in Ungarn), seit ihrer Uraufführung im November 2018 in Mailand, im März 2019 in Amsterdam nachgespielt wurde und nun in der gleichen Inszenierung auch in Paris Premiere hatte. Das ist an sich schon ein beachtlicher Erfolg…

...Schade, dass es keine Pause gab für diese verinnerlichte Musik und Handlung, die dem Zuhörer viel Konzentration abverlangten. Da wurden gute 2 Stunden doch für Manche zu lang. Diese Pause würde ich den nächsten Opernhäusern raten, die nun auch diese besondere neue Oper bringen wollen. Die deutsche Erstaufführung ist seit 2021 in Dortmund geplant, wonach hoffentlich noch viele andere Opernhäuser folgen werden.

Bis 19. Mai an der Opéra National de Paris: www.operadeparis.fr

Zum Berichtvon Waldemar Kamer/ Paris

„mittelloge.de“
Alle Arten von Mut – Interview mit Norbert Ernst

„Tannhäuser“ in Wuppertal. Foto: Bettina Stöss
In der Opernwelt ist es wie überall in der Gesellschaft, Leute, die meinen, etwas zu sagen zu haben, trifft man allerorten. Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben, sind in diesem Stimmengewirr weniger häufig anzutreffen, und so freut man sich, wenn sich der eine oder andere – wie nun der österreichische Tenor Norbert Ernst – Zeit für unsere Fragen nimmt.

Weitere Informationen unter https://norbert-ernst.com/
https://mittelloge.de/ne-04-2022

Bratislava: Forsythe/Liang/ Davidson/Robbins: „Signatures of the Masters“ – SND, April 29th, 2022

Sometimes after leaving a show from all the words in the world just one or two stick to your mind. In my case, this is the sign that the performance which I have just witnessed left a deep impression, not necessarily positive, on me because it was just not „average“.

In the case of last Friday’s performance, I can only think of one word: Brilliance.

Foto: Ricardo Leitner

https://www.attitude-devant.com/blog/2022/5/1/signatures-of-the-masters-snd-slovensk-nrodn-divadlo-balet-april-29th-2022

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart:  5. Mai 2022  <
NAWALNY/ USA / 2022  / Dokumentation
Regie: Daniel Roher

Dieser Mann hatte Mut. Er sagte offen, dass er Wladimir Putin nicht an der Spitze von Russland sehen will. Dass dieser Mann lügt, sobald er den Mund aufmacht. Alexei Nawalny hat seine Opposition so teuer bezahlt wie nur möglich – ob er das Straflager, in das Putin ihn stecken ließ, je verlassen wird, kann bezweifelt werden. Und dort mag viel eher gelingen, was 2021 mißlang – den Regimekritiker endgültig aus dem Weg zu räumen.

Alexei Nawalny, geboren 1976, ukrainisch-russischer Abstammung (sein Vater und dieser Teil der Familie stammen aus Tschernobyl), hatte schon eine lange Karriere als ein in den sozialen Medien äußerst aktiver russischer Oppositioneller hinter sich, als er im August 2020 plötzlich weltberühmt wurde.

Da hatten die Russen versucht, ihn durch einen Giftanschlag zu eliminieren. Angela Merkel ließ ihn damals nach Berlin bringen, und den Ärzten der Charité gelang sein Überleben. Als sich Nawalny dann im Schwarzwald erholte, kam der kanadische Filmemacher Daniel Roher im Auftrag amerikanischer Medien auf ihn zu, um eine Dokumentation über ihn zu drehen…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Deutschland macht den Weg frei für Erdölembargo der EU: «Wir haben die Voraussetzungen getroffen, um ein Embargo auf russischem Öl mittragen zu können», sagte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck am Montag anlässlich einer ausserordentlichen Sitzung der EU-Energieminister. Damit ist Berlin nicht mehr der Bremser, wenn es darum geht, Russlands Einnahmen aus dem wichtigsten Exportprodukt – Erdöl – zu verringern. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die EU Russlands Erdöl ins Visier nimmt.
Zum Bericht
 Russland will am Montag 11 500 Personen nach Russland evakuiert haben: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind auch 1847 Kinder unter den am Montag aus der Ukraine nach Russland gebrachten Personen. Diese hätten darum gebeten, aus den Regionen Luhansk und Donezk evakuiert zu werden. Seit dem 24. Februar seien mehr als eine Million Personen, darunter 200 000 Kinder, nach Russland evakuiert worden.
Zu den neusten Entwicklungen
 Der Krieg verdeckt Wolodimir Selenskis Probleme: Die westliche Welt hat in diesem Kriegspräsidenten einen neuen Helden gefunden. Doch im eigenen Land war er vor dem Krieg nicht sonderlich populär. Die Corona-Pandemie, die die Ukraine hart traf, und der Eindruck, Selenski unternehme zu wenig gegen die verbreitete Korruption, nagten an der Popularität des Präsidenten.
Zum Bericht
Festnahmen in Armenien nach Protesten gegen Regierungschef: In der Südkaukasusrepublik sind in der Hauptstadt Eriwan bei neuen Protesten gegen Regierungschef Nikol Paschinjan 250 Menschen festgenommen worden. Die Proteste richten sich gegen die Politik Paschinjans mit Blick auf die zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittene Region Berg-Karabach.
Zum Bericht

„Neue Zürcher Zeitung“ – Zitat Ende

Bild“-Vize: „Ukraine ärgert sich über Nehammer“
Wie sehr unterstützt Österreichs Kanzler die Ukraine? In Kiew hat man große Zweifel, was Nehammer angeht. Das hat vor allem mit seinem Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau zu tun.
https://www.krone.at/2697242

Neuer ÖFB-Teamchef
Herzog über Rangnick: „Er kann alles umdrehen“
Andreas Herzog stand als Teamchef-Kandidat zum vierten Mal in der engeren Auswahl und wurde es wieder nicht. Sein Ärger hält sich aber in Grenzen – Österreichs Rekord-Teamspieler ist ein Fan von Rangnick.
https://www.krone.at/2696275

Was soll der Andi sagen? Den Konkurrenten schlechtreden, bevor der überhaupt mit seiner Arbeit begonnen hat?

Nein! Herzog wird eines Tages selbst Teamchef sein!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C

 

 

 

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