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3. MAI 2019 – Freitag

03.05.2019 | Tageskommentar

„Rigoletto“ an der Wiener Staatsoper: Die Umbesetzung der Gilda erfordert auch eine Umbesetzung bei der Sonntag-Matinee. Joseph Calleja und Andrea Carroll. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zuerst die Umbesetzung der Matinee:

Ensemblematinee im Mahler-Saal“ an der Wiener Staatsoper – Besetzungsänderung

Anstelle von Andrea Carroll, die in der aktuellen „Rigoletto“-Serie an der Wiener Staatsoper kurzfristig die Partie der Gilda übernommen hat, wird Daniela Fally bei der „Ensemblematinee im Mahler-Saal“ am Sonntag, 5. Mai 2019 gemeinsam mit Igor Onishchenko auftreten. Gemeinsam mit Solorepetitor Stephen Hopkins präsentieren sie Arien, Duette und Lieder.

Nun zum „Rigoletto aus dem Globe-Theatre“ und den Gedanken unseres Redakteurs Peter Skorepa auch zu diversen Begleiterscheinungen:

„AUSVERKAUFT“ prangt es über der Kassa, das heißt die Touristensaison hat voll eingesetzt und auf den seitlichen Stehplätzen biegt sich das Geländer. Jetzt soll der Bezug der Stehplatzkarten zum alten Preis nur mehr im Vorverkauf möglich sein, während die Gelegenheitsbesucher und Touristen aus den Autobussen mit Sack und Pack und Kindern ihren Sightseeing-Trip im Haus am Ring nur mehr mit teureren Karten durchführen können. Das ist gut so, auch wenn man an Details in der Abwicklung noch feilen wird müssen.

 

Es war auch gestern wieder ein trostloser Anblick, als Massen von den Galerieplätzlern schon in der ersten Pause die Garderoben stürmten, vorbei an der Warteschlange für das Damen-WC. Letzterer Umstand ist tatsächlich auch ein ernsthaftes Anliegen an die Verwaltung der Bundestheater, die Kapazität dieser genannten Einrichtungen bei den oberen Stockwerken zu erweitern. Auch das zählt zu den Errungenschaften eines modernen Opernhauses 4.0.

Als Grund für den allabendlichen Publikumsschwund nach der ersten Pause sei aber auch auf die illusionslosen Sichtverhältnisse in einem Logentheater höfischer Prägung hingewiesen. Die Wiener Staatsoper ist so ein Haus. Es scheint sich die Mehrheit der Regisseure einig zu sein, erst dann genial zu wirken, wenn sie die volle Bühnenbreite ausnützen und gerade dort in diesen seitlichen Winkeln wesentliche Handlungselemente situieren. Hat schon einer dieser Leute die Bretter, die die Welt bedeuten, von so weit oben und  von so seitlich besehen? Auch hat sich kein direktorialer Mitarbeiter je noch aus seiner Loge heraus bequemt, um ein Bühnenbild oder eine Regie auf passable Sichtverhältnisse von den seitlichen Galerien und Balkonen aus zu kontrollieren?

Zum Bericht von Peter Skorepa

Ach ja, lieber Peter, diese Warteschlagen vor den Damen WCs sind entwürdigend, nicht nur in der Wiener Staatsoper. Wie löst man das Problem in einem Haus, das keine größeren Umbauten verträgt? Hast Du als ehemaliger Architekt eine Königsidee? Mir fällt nichts ein – außer die Pausen auf „Met-Länge“ auszudehnen!

Die Forumsteilnehmerin „Lohengrin 2“ ist auch Architektin: Ich bin zwar nicht gefragt worden, aber auch ein ehemaliger Architekt (pfeife auf die „gendergerechte“ Bezeichnung). Die Royal Opera Covent Garden verfügt über die publikumsfreundlichsten Toiletten-Anlagen (obwohl das Haus im österreichischen Sinn unter Denkmalschutz stehen müßte): auf den oberen Ebenen (bin immer bei den billigeren Plätzen unterwegs)
– eine Eingangstür und eine Ausgangstür, was das Gewurstel vermeidet.
– „sehr viele“ Kabinen in zwei Reihen an den Längswänden, in der Mitte quer mindestens 2 Reihen Waschbecken mit von der Decke hängenden Spiegeln.

Zugegeben, das Ganze hat -abgesehen von der eleganten Ausführung – etwas von Kaserne, nur kriegt man die vielen Besucher nicht anders in der Pause abgefertigt. An einer von der Bundestheaterverwaltung finanzierten „Forschungsreise“ beteilige ich mich gerne 😉

Verdis „Rigoletto“ als vokaler Akt der Verzweiflung
Christopher Maltman und Andrea Carroll brillieren an der Wiener Staatsoper –
Der Standard

Die neue Stehplatzregelung der WIENER STAATSOPER zusammengefasst

Thomas Prochazka geht meist auf Stehplatz, deshalb interessiert ihn die Stehplatzregelung  natürlich besonders. Er bringt „Licht ins Dunkel“

Die am 29. März 2019 angekündigten Änderungen und Erhöhungen der Preise für die Stehplatzkarten ab der Saison 2019/2020 sorgten unter den betroffenen Besuchern nicht nur für einigen Unmut, sondern auch Ratlosigkeit betreffend das zukünftige Procedere. »Der Merker« (Thomas Prochazka) will mit diesem Artikel die Fakten zusammenfassend darstellen.

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=7D65F030-6BEB-11E9-9F5B005056A64872

Das bedarf einer eingehenden Diskussion! In der Theorie klingt das recht gut, nämlich dass die mittels der Kultur-card gekauften Karten namentlich deklariert sind und nur für diese Person gelten. In der Praxis wird eine Kontrolle freilich nicht leicht möglich sein, zumal zum Beispiel ich mich nicht vor einem Staatsopern „Pompfüneberer“ (die Kleidung erinnert an die uniformierten Bestatter) ausweise. 

Aber abschreckend wird diese Ausweispflicht sicher wirken und ich bezweifle, dass sich Schwarzmarkthändler auf die Stehplatzkarten stürzen. Wo liegt da das große Geschäft?

Ganz aktuell TEL AVIV/ Israeli Opera :  Kurzbericht -THE PASSENGER am 2. Mai 2019

Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Am 30. April erlebte in der Israeli Opera Tel-Aviv-Yafo die Oper „The Passenger“ von Mieczyslaw Weinberg ihre israelische Erstaufführung mit einer teilweise internationalen Besetzung in den Hauptrollen. Gestern Abend erlebte ich die zweite Aufführung mit einer komplett israelischen Besetzung ausgezeichneter Qualität, allen mit ihren Rollendebuts. Der Generaldirektor der Israeli Opera Tel-Aviv-Yafo, Zach Granit, hatte die ebenso mutige wie großartige Idee, das Stück, welches mit dem Holocaust bekanntlich das finsterste Kapitel der deutschen Geschichte thematisiert, in Israel aufzuführen…

Zum Bericht von Klaus Billand (derzeit Tel Aviv)

New York: Die Met und der dunkle Weg zum Dirigentenpult

Dunkel ist es wohl nur vor Beginn des „Rheingold – und auch das ist alles andere als neu. Unsere Leserin Sandra Warnung kann das belegen:

...Für ein paar Sekunden herrscht wirklich komplette Finsternis in der heiligen Halle an der Lincoln Plaza, während  Philippe  Jordan  unfallfrei seinen Weg zum Pult findet – kein Auftrittsapplaus soll die Sammlung vor den mythischen Rheinklängen stören (Claus Peymann hätte Freudentränen in den Augen gehabt).>>>>>>

<<<<<<die hätte er wahrscheinlich schon 1999 in den Augen gehabt, denn Hartmut Haenchen hat genauso den allerersten „Ring“ in Amsterdam begonnen (Regie: Pierre Audi) und war damals 56, dirigiert hat er übrigens damals den Beginn mit einem Leuchtstab

Danke, das haben wir also auch geklärt!

Berlin: Rigoletto an der Deutschen Oper Berlin
In Jan Bosses heikler Inszenierung bewähren sich Stefano Meo als eloquenter Einspringer in der Titelrolle, Siobhan Stagg als unschuldssüße Gilda und der Duca von Yijie Shi als Besitzer eines schmalen Düsenstrahl-Tenors. Viel Applaus heimst Gianluca Buratto für seinen Sparafucile voll knackiger Schwärze ein. Sehr achtbar die Maddalena von Maiju Vaahtoluoto.
Konzert und Opernkritik Berlin/ Anton Schlatz

Weltstar Placido Domingo: „Ein klassischer Sommernachtstraum“ am Mittwoch, 12. Juni 2019 in Graz
Das Konzert des Jahres! Placido Domingo gilt als der König der Oper und als der größte und erfolgreichste zeitgenössische Star-Opernsänger mit mehr als 3.900 Auftritten in 150 Rollen.
https://www.tourismuspresse.at/presseaussendung/TPT_20190502_TPT0004

Für Domingo-Fans ist das nicht neu – ich weise trotzdem darauf hin!

DEUTSCHE OPER BERLIN: DER VORVERKAUF GEHT LOS!

Liebe Freundinnen und Freunde des Opernhauses,
es geht los! Sie können ab sofort im Webshop, telefonisch unter 030 343 84 343 und an der Kasse Karten für alle Vorstellungen der Saison 2019/20 erwerben.

Unter dem Motto Größe, Tiefgang, Leidenschaft spannen wir den Bogen von Britten über Meyerbeer bis hin zu Richard Wagners DAS RHEINGOLD. Es erwarten uns auf der großen Bühne insgesamt neun Premieren – darunter eine Uraufführung –, 32 Repertoirewerke und drei Sinfoniekonzerte. In unserer Tischlerei wird es eine Vielzahl von Neuproduktionen, Mitmach-Projekten und Kammerkonzerten geben. Wir freuen uns auf eine großartige, tiefsinnige und leidenschaftliche Spielzeit 2019/20 in Ihrer, unserer, Deutschen Oper Berlin.

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Genf: Neuer Genfer Intendant: «Eine Oper von heute muss auf Fragen von heute antworten»
Der gebürtige Zürcher Aviel Cahn übernimmt zur Saison 2019/20 die Leitung des Grand Théâtre. Nun hat er seine erste Spielzeit vorgestellt: Cahn will Oper und Tanz fest im 21. Jahrhundert verankern und das Haus programmatisch neu aufstellen.
Neue Zürcher Zeitung

Medea zwischen den Zeiten: In Genf wird die Mörderin zum Opfer
Die Premiere von Marc-Antoine Charpentiers «Médée» an der Genfer Oper verstört und überwältigt zugleich. Das liegt vor allem an der atemberaubenden Verwandlung der Titelfigur.
Neue Zürcher Zeitung

Münchens Gasteig-Generalsanierung: Irreführung und Kosmetik
Das Büro Auer Weber zieht sich aus dem Vergabeverfahren um die Gasteig-Sanierung zurück und poltert gegen die Verantwortlichen
Münchner Abendzeitung

WIEN/ KONZERTSAAL DER SÄNGERKNABEN: Das MuTh – Vielfalt pur

 

 Kammermusik, Kinderopern, Jazzabende, Performances oder die Konzerte der Wiener Sängerknaben – das vielfältige Programm des MuTh erfreut sich weiterhin eines regen Zuspruchs. Ein kurzer Rückblick auf die vergangene Spielzeit zeigt, dass das Konzept der Vielfalt nachhaltig funktioniert. Rund 70.000 Besucher konnten 2017/18 bei 268 Veranstaltungen begrüßt werden. Für die laufende Saison 2018/19 werden rund 71.000 Besucherinnen und Besucher bei 293 Veranstaltungen erwartet. Die Kampagne „Wir sind unser Publikum“ wird auch in der Saison 2019/20 weitergeführt
Die gesamten Informationen zur Saison 2019/20

Festspielhaus Bregenz: Kirill Petrenko mit Mahler und dem Symphonieorchester Vorarlberg vor ausverkauftem Haus

In Vorarlberg begann das „Auslandsabenteuer“ des Kirill Petrenko – und der Maestro erweist sich weiterhin als dankbar.

Copyright: Symphonieorchester Vorarlberg

Mahlers Achte als Höhepunkt zum Saisonabschluss – Restkarten für Generalprobe

Das Symphonieorchester Vorarlberg beschließt die Abo-Saison 2018/19 mit einem Ausnahmewerk und einem Ausnahmedirigenten: Auf dem Programm der beiden bereits ausverkauften Konzertabende am 16. und 18. Mai im Festspielhaus Bregenz steht Gustav Mahlers monumentale Symphonie Nr. 8. Das epochale Werk wird erstmals in Vorarlberg aufgeführt. Am Pult steht Maestro Kirill Petrenko. Der designierte Chefdirigent der Berliner Philharmoniker setzt damit seinen Mahler-Zyklus mit dem SOV fort.
Die Nachfrage nach Petrenko, Mahler und dem Symphonieorchester Vorarlberg ist größer denn je. Die beiden Abo-Konzerttermine sind längst ausverkauft. Für die öffentliche Generalprobe am 15. Mai sind noch Restkarten zu ermäßigten Preisen erhältlich.

Info: www.sov.at

Joana Mallwitz im Porträt: Maestra  (Bezahlartikel)

Joanna Mallwitz. Foto: Lutz Edelhoff/ Theater Erfurt

Mit 19 dirigiert sie ihr erstes großes Konzert, mit 27 wird sie Generalmusikdirektorin. Jetzt ist Joana Mallwitz 32 – und kann sich eigentlich nur noch selbst gefährlich werden.
Sueddeutsche Zeitung

London: An abdication of interpretative responsibility: Royal Opera’s Billy Budd reviewed
https://www.spectator.co.uk/2019/05/an-abdication-of-interpretative-responsibility

London: Man of La Mancha, London Coliseum review – historical work better left in the past
https://theartsdesk.com/theatre/man-la-mancha-london-coliseum-review

Man of La Mancha review – Kelsey Grammer quixotically cast in starry misfire
The Guardian

WIEN / Theater der Jugend im Theater im Zentrum: FRANKENSTEIN nach Mary Shelley von Clemens Pötsch
Premiere: 30. April 2019,
besucht wurde die Vorstellung am 2. Mai 2019

Es ist nicht das erste Mal, dass das Theater der Jugend einen klassischen Stoff hernimmt und ihn für sein Publikum so „heutig“ aufbereitet, dass das Original eigentlich auf der Strecke bleibt. So landete ja einst Oliver Twist in den Tiefen der Londoner U-Bahn… und dem Victor Frankenstein der Mary Shelley geht es derzeit nicht besser…

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt: DIE NIERE von Stefan Vögel
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 2. Mai 2019,
besucht wurde die Generalprobe

Foto: Theater in der Josefstadt.

Hoppla, Nierentransplantation, wer spendet wem – und spendet er überhaupt? Das klingt ja ganz ernsthaft. Da kann man an der Reaktion der Angefragten ganz gut Empathie und Distanz messen, kurz gesagt, da geht es ans menschlich Eingemachte. Und das bei Stefan Vögel, unserem Vorarlberger, der die Boulevard-Welt mit Komödien versorgt?

Mit „Arthur und Claire“ ist er dank der Verfilmung mit Josef Hader so richtig berühmt geworden – damals ging es ja auch erst ums Sterben. Am Ende allerdings war alles komödienhaft happy. Man kann sicher sein, dass es auch in den Josefstädter Kammerspielen genug zu lachen gibt, wenn „Die Niere“ von Vögel hier als österreichische Erstaufführung in Szene geht…

Aber das Stück ist nicht nur grottenkurz (eineinviertel Stunden), sondern auch geschmeidig und gefällig, solcherart von Folke Braband inszeniert und einem Quartett gespielt, das ausgezeichnet ist, aber eigentlich nicht den „Star“-Charakter hat, die Kammerspiele zu füllen. Immerhin, Martina Stilp verhandelt souverän über Gesundheit und Gefühle, und Pilar Aguilera, die man lange Jahre aus den „Kellern“ kennt, darf zeigen, wie gewandt sie josefstädtisch zu spielen versteht. Martin Niedermair ist der Verlierer der Geschichte und holt dafür das Maximum für sich heraus, während der Edelmensch (Oliver Huether) vergleichsweise am Rande bleibt. Wie ungerecht.

Und wie banal letztlich alles. Ein echtes Problem als Aufhänger für etwas, das in eine Eheschlacht mündet. Viel Glück beim Publikum, das sich vielleicht nicht unbedingt für die Nierentransplantationen anderer interessiert – selbst, wenn sie gar nicht stattfinden…

Zum Bericht von Renate Wagner

Fußball Deutschland: Die Schattenmänner des FC Bayern: Diese Trainer werden als Nachfolger von Niko Kovac gehandelt

So ungerecht geht es zu in der Fußballwelt. Da kann Niko Kovac noch Meister und Cupsieger werden (ich würde darauf wetten, dass die Bayern beide Titel schaffen, obwohl ich im Cup für Leipzig die Daumen drücke) – aber schon wird über seine Ablöse und mögliche Nachfolger spekuliert.  Das ist wirklich ein Sch…-Job!
Münchner Abendzeitung

Wien: Neue „Miss Vienna“-Wahl findet ohne Publikum statt
Nach den Ungereimtheiten bei der „Miss Vienna“-Wahl entschied man sich, die Beauty-Wahl neu durchzuführen. Nun wurde das Datum bekanntgegeben. (das neue Datum ist der 21. Mai, aber wenn ohnedies kein Publikum dabei sein darf, bräuchten Sie ihn gar nicht zu wissen).
Heute.at

Kasperltheater allerorten! Man sucht eine neue Jury. Also muss diese anders entscheiden als die Vorgänger-Jury, sonst hätte man keine neue gebraucht. Wird die geschasste Miss nun weiterhin mitmachen? Wenn Sie nur ein klein wenig Stolz hat, „haut sie den Hut drauf“ – sie kann nur verlieren! „Mist-Wahl“!

Aber was alteriere ich mich über diese Szene? Glauben Sie, dass es bei den Theaterpreisen anders zugeht? Das ist Kasperltheater zum Quadrat!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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