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3. FEBRUAR 2020 – Montag

03.02.2020 | Tageskommentar

Wien/ Staatsoper: Verbrennen oder Schreddern? Don Pizarro entschied sich für das Feuer und vernichtet ihn  belastende Akten! Einhellige Meinung der Kritiker über „Fidelio“: Das war wohl nichts!. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

So einen müden Premierenapplaus habe ich noch nie gehört. Nach wenigen Minuten war alles vorbei – einschließlich eines Buh-Konzerts (einen „Orkan“ heben sich die Wiener für einen wirklichen Skandal auf – aber zu dem hat es bei weitem nicht gereicht).  Eigentlich peinlich – und doch wieder bewunderswert: Eine Handvoll Applausfreudiger (vielleich 5-7- Applausprofis) „erzwangen“ noch einen Schlußvorhang, nachdem der Großteil des Publikums bereits geflüchtet war. Und die Sänger kamen tatsächlich, sie konnten ein derartiges Des-Interesse nach einer Premiere offenbar gar nicht glauben.

Dominik Troger (www.operinwien.at) lieferte die dritte Merker-Eigenrezension:

Die dritte Premiere der laufenden Spielzeit an der Wiener Staatsoper galt Ludwig van Beethovens. „Fidelio“-Erstfassung aus dem Jahr 1805. Das Haus am Ring gönnte sich sogar den Luxus einer szenischen Produktion und den Programmzettel schmückte der Hinweis: „Erstaufführung an der Wiener Staatsoper“. „Fidelio“ (Urfassung) an der Wiener Staatsoper

http://www.operinwien.at/werkverz/beethov/afidelio18.htm

Auch zwei leonoren retten diesen Fidelio nicht
Beethovens Ur-„Fidelio“ scheitert: Wegen unzulänglicher Stimmen für Leonore und Pizarro, aber auch wegen Amélie Niermeyers überambitionierter, zugleich uninspirierter Regie. Tomáš Netopil am Dirigentenpult ist das größte Plus.
Die Presse
Das doppelte Leonorchen Bezahlartikel
Der Staatsoper-Fidelio ist ein Desaster
Kurier
Wiener Staatsoper: Beethovens Fidelio als Todestraum von Freiheit
Die Urfassung von Beethovens „Fidelio“ erntete in der Regie von Amelie Niermeyer einen ziemlichen Buhorkan
Der Standard

Staatsoper: Fidelio-Experiment löst Buh-Orkan aus
https://www.krone.at/2090193

Freundlicher ging es in München zu: JUDITH: KONZERT FÜR ORCHESTER / HERZOG BLAUBARTS BURG. Premiere am 1.2.

Konzert für Orchester in fünf Sätzen (1944) / Oper in einem Akt (1918)
Komponist Béla Bartók · Libretto von Béla Balázs

John Lundgren, Oksana Lyniv, Nina Stemme. Foto: Instagram

Zum Premierenbericht von Tim Theo Tinn

Es gibt aber auch Kritiken, die durchaus positiv klingen:

Filmnahe Verbrecherjagd – Bartóks „Blaubart“ und „Konzert für Orchester“ im Münchner Nationaltheater
Neue Musikzeitung/nmz.de
Der Bartók-Abend „Judith“ von und mit Katie Mitchell und Oksana Lyniv
Belá Bartóks Einakter „Herzog Blaubarts Burg“ und das Konzert für Orchester als Thriller von Katie Mitchell und Oksana Lyniv.
Münchner Abendzeitung

Deutsche Oper Berlin: Meyerbeers Die Hugenotten

In Februar und März feiert die Deutsche Oper Giacomo Meyerbeer mit 7 Vorstellungen und 3 Opern. Den Anfang macht das fast ungekürzt auf die Bühne gebrachte Riesen-Opus Les Huguenots in einer ansprechenden Besetzung und in der recht ordentlichen Inszenierung von David Alden. Besonders die Frauen – Olesya Golovneva als emotionale Valentina und Liv Redpath als Königin von elegischer Tonschönheit – überzeugen, aber auch der Raoul von Anton Rositskiy punktet mit geschmeidiger Höhensicherheit und feinen Dynamiknuancen. Am Pult führt Alexander Vedernikov kompetent und umsichtig durch die Partitur und macht sowohl große Bögen als auch die aufregend komplexen Ensembles und Aktschlüsse schlüssig hörbar.
konzertkritikopernritikberlin

NEU EINGETROFFENE KRITIKEN

AUGSBURG/ Martini-Park: DER KONSUL von Gian Carlo Menotti. Premiere am 1.2.

Elene Khonelidze (Eine ausländische Frau), Stanislav Sergeev (Agent der Geheimpolizei), Irakli Gorgoshidze (Assan), Roman Poboinyi (hinten mitte als Nika Magadoff), Sally du Randt (Magda Sorell), Susanne Simenec (Anna Gomez), Natalya Boeva (Die Sekretärin) – Foto: Jan-Pieter Fuhr

Zum Premierenbericht von Werner P. Seiferth

 

MÜNSTER: DER UNTERGANG DES HAUSES USHER (mit veränderter Handlung) von Philip Glass. Premiere am 1.2.

Foto: Oliver Berg

Zum Premierenbericht von Sigi Brockmann

GRAZ: KÖNIGSKINDER von Engelbert Humperdinck – am 1.2.

Markus Butter (Spielmann). Foto: Werner Kmetitsch/ Oper Graz

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

MANNHEIM/ Nationaltheater: DON PASQUALE, Premiere am 31.1.2020

Norina wehrhaft. Foto: Hans Jörg Michel

Zum Premierenbericht von Christian Konz

 

BERLIN/ Deutsche Oper: A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM am 1.2.

„Ein Sommernachtstraum“. Foto: Bettina Stoess

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Dr. Klaus Billand hat seine Kurzberichte über „Parsifal allerorts“  aus der Vorwoche nun ergänzt und im Detail besprochen. Diese ausführlichen Berichte finden Sie unter nachstehenden Links:

TOULOUSE: PARSIFAL Neuinszenierung – am 28. Januar 2020


Peter Rose (Gurnemanz), Matthias Goerne (Amfortas). Foto: Cosimo Mirco Magliotta

Zum Bericht von Klaus Billand

STRASBOURG/ Opera national du Rhin: PARSIFAL. Premiere am 26.1.

Parsifal, 3. Akt. Foto: Klara Beck

Zum Premierenbericht von Klaus Billand

Thema Semperopernball: Die Achse Putin/ Gergiev/ Frey

Auszug aus Crescendo: Auch das ZDF hat Ende letzten Jahres übrigens eine investigative Reportage über den Einfluss Wladimir Putins auf die internationale Klassik-Szene (und die Rolle von Hans-Joachim Frey und Valery Gergiev) auf Grund von „Budget-“ und „Sendeplatzschwierigkeiten“ kurzerhand abgesagt. ….“

Wiener Opernball soll ab 2021 keine Chefin mehr haben
Mit Maria Großbauer könnte an der Staatsoper eine Ära zu Ende gehen. Gerüchteweise geht mit ihr die letzte Opernball-Gastgeberin in Pension.
https://headtopics.com/at/opernball-soll-ab-2021-keine-chefin-mehr-haben-opernball-heute-at-11049160

Das klingt nicht nach einem freiwilligen Rückzug der „Noch-Chefin“ (ist der Vertrag etwa ausgelaufen?). Bogdan Roscic scheint tatsächlich die Staatsoper total umkrempeln zu wollen.

Frankfurt und die offene Theatergesellschaft
Was Frankfurt künftig für ein Theater braucht, tritt im Ringen um die Standortsuche in den Hintergrund. Es liegt aber auf der Hand, dass es anders aussehen wird als bisher.
Frankfurter Allgemeine

Tristan und Isolde in Bologna
http://www.operatoday.com/content/2020/02/tristan_und_iso.php

Den Haag: Seductively morbid – The Fall of the House of Usher in The Hague
http://www.operatoday.com/content/2020/01/seductively_mor.php

Hamburg: Das ist klassische Musik!
Darf man in einem Blog, der sich „klassik-begeistert“ nennt über das Konzert einer Rockband berichten? Man darf nicht nur, man muss!
Der Rezensent liebt die Oper, insbesondere diejenigen Werke des Bayreuther Meisters. Danach kommt (zeitlich) der ebenfalls höchst geschätzte Richard Strauss. Aber dann wird es eng. Sicherlich sind die Opern von späteren Komponisten wie z.B. Henze oder Rihm interessant. Aber so richtig vom Hocker hauen diese dissonanten Schöpfungen allenfalls eine intellektuelle Minderheit. Zudem ist das Wort „interessant“ als Beschreibung eines Werkes eher eine Beleidigung.
Ulrich Poser berichtet aus Marias Ballroom in Hamburg-Harburg.
Klassik-begeistert

Filme der Woche

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Die Atmosphäre ist beklemmend. Eine hoch verstörte Mutter (Alicia Silverstone) bringt ihre beiden Kinder, der Sohn vielleicht 16, die Tochter vielleicht 13, zu dem Mann, von dem sie getrennt lebt. Der teilt ihr mit, dass sie die Scheidung nun endlich finalisieren sollten, denn er möchte seine Freundin heiraten. Und dann die Katastrophe…

Sechs Monate später leben die Kinder beim Vater, der nun endlich Nägel mit Köpfen machen will. Beim Winterurlaub in einem einsamen Haus sollen Grace, die Neue, und Aidan und Mia einander endlich näher kommen. Papa fährt zurück zur Arbeit, am Wochenende ist er wieder da. Allein sollen sich die drei besser kennen lernen.

Klar, das ist eine Horrorfilm-Situation, zumal wenn das fragliche Haus – die titelgebende „Lodge“ – ein so prächtiger, riesiger und notabene furchterregender Holzbau ist. Und so, wie die Kamera durch leere Flure fährt, ist schon klar: Man soll sich recht, recht fürchten…

Super Bowl: Chiefs nach 50 Jahren zurück auf NFL-Thron
Der Meister der 100. Saison der National Football League (NFL) heißt Kansas City Chiefs. Die Mannschaft rund um Jungstar Patrick Mahomes setzte sich am Sonntag in der 54. Ausgabe der Super Bowl in Miami mit einem 31:20-Sieg über die San Francisco 49ers erstmals seit 50 Jahren die Krone auf. Kansas City benötigte zum Triumph allerdings erneut ein Comeback.
https://sport.orf.at/stories/3059161/

Eigentlich hat mich diese Super Bowl nie wirklich interessiert, ich kenne die Spielregeln dieser Sportart gar nicht. So kompliziert können diese nicht sein, sonst würde dieses Event in den USA keine derartige Begeisterung auslösen. Gestern geriet ich durch Zufall in die Fänge der Super-Bowl. Bei der vorangegangenen TV-Sendung bin ich nämlich eingeschlafen – und bei der Eröffnungszeremonie zur Super-Bowl wieder aufgewacht! Eines muss man neidlos anerkennen: Inszenieren können die Amerikaner, da läuft es einem eiskalt über den Rücken. Das begann bereits bei der Hymne, die Halbzeit-Show war sowieso unübertroffen. Wer gewinnt, hat mich eigentlich nicht interessiert und die Regeln kenne ich immer noch nicht!

Die Quote laut Google Analytics der vergangenen Woche

 

Sie sehen unten das Datum, rechts die Tausenderstufen. Gestern – nach der Staatsopernpremiere – besuchten über 8000 Leser die Website! Für heute Montag erwarten wir ein ähnliches Ergebnis – weil der Montag der besucherstärkste Tag der Woche ist.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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