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3. DEZEMBER 2020 – Donnerstag

03.12.2020 | Tageskommentar

Der erste Schnee des Jahres in Wien – jetzt haben wir auch noch den Flockdown

Die Regierung wird vermutlich wieder als Quartett, diesmal als „Meteorologisches Quartett“,  aufmarschieren und zum Flockdown via Pressekonferenz Stellung beziehen. Was dürfen wir machen, was nicht? Ich harre mit Spannung der Anordnungen!

 

Darf mein Enkel Rafael nun heute rodeln oder nicht? Ich habe ihm geraten, den Bundeskanzler oder den Innenminister anzurufen – beide würden sich sicher über den Anruf freuen! Er aber fragt lieber den Opa – und weiß wohl, warum.

 

München/ Bayerische Staatsoper: FALSTAFF. Erste Meinungen zur Premiere legen vor:

Falstaff (Wolfgang Koch) und Statisterie. Foto: Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper

Christian Konz und Tim Theo Tinn sind unsere ersten Berichterstatter:

Christian Konz rezensiert die „Premiere ohne Publikum“:

Die Bayerische Staatsoper stellt ihren Spielbetrieb nicht ein, sondern zeigt Verdis Falstaff als Online-Premiere gestreamt ohne Publikum.

Die slowenische Regisseurin MATEIJA KOLEZNIK , die in Deutschland an manchen Schauspielbühnen Arbeiten gemacht hat, führt Regie. Ihre Lesart spielt in einem schicken Hotelambiente unter Leuten der Upper-Class. Schiebbare Wände und Türen in schwarz- braun geben den Raum (LARS ORFEO VOIGT), ANNA SAVIC-GECAN hüllt die Damen und Herren in opulenten, aber auch hohlen Chic. Die Handlung wird direkt erzählt ohne dramaturgische Eingriffe. Handwerklich bleibt aber vieles brav an der Oberfläche des eigentlich tiefgründigeren Stückes. Richtige plastische Portraits gelingen den wenigsten Darstellern,- es scheint ihnen auch nicht sehr geholfen worden zu sein…

Eine Internet-Premiere kann überbrücken, ersetzen kann sie jedoch jedes Live-Erlebte in keinem Moment. Und für alle ist zu hoffen, in einigen Monaten ihr Erarbeitetes real vor Publikum aufführen zu dürfen.

Zum Premierenbericht via Internet/ Stream von Christian Konz

Tim Theo Tinn liefert erste Eindrücke und kündigt Ausführlichers an:

Bayrische Staatsoper macht beim Falstaff auf Billigheimer

Im Spielcasino fahren 16 Türen im Kreis.

Eine Regisseurin, die noch nie szenisch Oper machte, weist dies nach: weiß nichts, kann nichts, will wohl auch nichts wissen.

Ein Dirigent, der noch nie Falstaff dirigierte, weist dies nach (soll Petrenko ersetzen): uninspiriert wird bedient, schreitet man erdschwer voran 

Quickly und Ford ragen aus der durchaus inspirierten Sängerriege etwas hervor, es bleibt bei ordentlichem Durchschnitt, Niveau in erwarteter Weltklasse bleibt aus.

Das Bühnenbild ist nachtdunkle Katastrophe: lässt nur Rampensingerei zu

und, und, und – macht traurig – warum will sich Musiktheater abschaffen?

Meine ausführliche Rezension mit Beleuchtung der wesentlichen dramaturgischen Notwendigkeiten folgt.
TTT

Staatsoperndirektor Roscic gratuliert seinem besten Freund zur Museumsöffnung

 

Wien/ Staatsoper
Roščić gratuliert den Museen zum Dreier in der Corona-Lotterie
Im Gespräch mit dem KURIER kommentiert der Staatsoperndirektor die Entscheidung der Regierung, die Theater geschlossen zu halten
Kurier

Beste Freunde werden Bogdan Roscic und Klaus Albrecht Schröder wohl nie sein – sie sind aber Nachbarn – und die kann man sich – wie auch Verwandte – nicht aussuchen.

Nun darf Herr Schröder das tun, was er vor einigen Monaten gefordert hat: Er darf seine Albertina aufsperren, während die Staatsoper geschlossen bleibt.

Herr Roscic stellt sich auch artig als Gratulant ein – zum „Dreier ohne Zusatztzahl“. Tatsächlich hat sich Herr Schröder mit seinen im Dauersinkflug befindlichen Besucherzahlen schon einmal kräftig blamiert – und will nun in ein Da Capo gehen. Es sind keine Touristen in Wien – wer soll da schon kommen?

Selbiges gilt natürlich für den Staatsoperndirektor. Auch der würde keine Bäume ausreissen, selbst wenn er den Schröder-Bonus nutzen könnte. So gesehen hat er einen „Sechser“ gemacht. Er macht, was er kann – aber ohne den ORF würde er „lieb ausschauen“. Durch die verordnete Besuchersperre erspart er sich die wohl unvermeidliche Blamage!

Österreich
Vor 7. Jänner ist hier keine Perspektive“
Nur in zwei Bereichen gibt’s eine gute Botschaft: Die Museen dürfen ab kommendem Montag (7.12.) wieder öffnen. Auch Bibliotheken und Büchereien wird man wieder besuchen dürfen. Alle anderen hat Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler im Pressegespräch heute Dienstag (2.12.) nach dem Ministerrat wissen lassen: „Es geht halt im Moment noch nicht.“
DrehpunktKultur

Der Stellenwert, den die Theater genießen, wurde durch die Verordnung dokumentiert. Das trägt vielleicht auch zur Demut bei – auch das ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Vielleicht geht es weniger „von Oben herab“! „Bedungen ist – wohl bedacht, Deine Macht“! Das sagt zwar ein angeblich nach Meinung der „Chefpartie“ dummer Riese im „Rheingold“ – aber blöd ist der nicht!

Wien/ Staatsballett
Ballett-Uraufführung – nur im Fernsehen

Am Freitag wird Martin Schläpfers erste Wiener Choreografie uraufgeführt. Die Probenzeit war wegen Corona hart, erzählt er: „Es ist keine schöne Zeit, um Direktor zu sein.“
https://www.diepresse.com/5906277/ballett-urauffuhrung-nur-im-fernsehen

Ist es ein Trost, wenn der Scala 26 Millionen fehlen?

Eine finanzielle Krise steht der Staatsoper vorerst nicht ins Haus, der Eigentümer zahlt und erhält! Freilich, in angemessener Zeit wird die Oper ihren Stellenwert bestätigen müssen. Leicht wird das nicht sein, aber das habe ich bereits vor Monaten gesagt – und bin dafür im engsten Mitarbeiterkreis milde belächelt worden. Es gibt „Opernnarren“, und „Normalos“ – zweitere sind klar in der Überzahl!

Mailand
Der Scala fehlen 26 Millionen Euro
Der Kultur-Lockdown in Italien stürzt das bedeutendste Opernhaus des Landes in die Krise.
Wiener Zeitung

Mailänder Scala: 26 Millionen Euro fehlende Einnahmen
Intendant Dominique Meyer: „Die Unsicherheit ist unser größtes Problem.“ Noch ist unklar, wann das italienische Opernhaus wieder öffnen kann
Der Standard

Köln
Oper Köln streamt Premiere zu „Die tote Stadt“
Genau 100 Jahre nach der Uraufführung kehrt Erich Wolfgang Korngolds Stück zurück an die Oper Köln – als Livestream mit „pay as you wish“.
https://kulturnews.de/oper-koeln-streamt-premiere-zu-die-tote-stadt/

BETRIFFT OPER KÖLN: EIN MERKWÜRDIGER BRIEF DER „DEUTSCHSPRACHIGEN OPERNKONFERENZ“

Michael S. Zerban

„O-Ton“ hat uns folgenden Kommentar zur Veröffentlichung geschickt:

Missglückte Seilschaft (von Michael S. Zerban)

Vor kurzem fand in Köln ein normaler Verwaltungsakt statt. Die Oberbürgermeisterin teilte der Intendantin der Oper mit, dass ihr Vertrag nach zehn Jahren nicht verlängert werde. Jetzt überrascht die Deutschsprachige Opernkonferenz mit einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin. Diese Aktion ist alles andere als normal. Da lohnt dann doch ein Blick in den Brief und auf die Begleitumstände.

ZUM KOMMENTAR „O-TON“

HEUTE ERÖFFNUNG EINES NEU ERBAUTEN KONZERT-KOMPLEXES IN ANKARA

Und wer eröffnet? Angela Gheorgiu, die sich immer noch hervorragend vermarktet!

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

Die neue Konzert-Anlage

 

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OPER LEIPZIG: Premiere »Il trovatore« findet online statt
Oper Leipzig streamt am 6. Dezember 2020 zum ersten Mal live!

Foto: Oper Leipzig/ Kirsten Nijhof

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 3. – 9. DEZEMBER 2020

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

3.12. THE SNOW QUEEN (aus München, Aufnahme v. 28.12.2019) BBC 3.-15 Uhr
FALSTAFF (aus München, Aufnahme v. 2.12.) Bayern 4-20.05 Uhr
5.12. PADMAVATI (aus Amsterdam, Aufnahme v. 15.1.1989) Radio 4Hilversum-19 Uhr
GIULIO CESARE (aus d’Ambronay, Aufnahme v. 29+.9.2019) RNE Classica Madrid- 19 Uhtr
FIDELIO (aus München, Aufnahme v. 30.1.1978) Bayern 4-19.05 Uhr
ZAZA (aus Wien, Aufnahme v. 18.9.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
MARIENVESPER (aus Utrecht, Aufnahme v. 4.9.2011) ORF Ö1-19.30 Uhr
KRIEG UND FRIEDEN (aus New York, Aufnahme v. 2.3.2002) BBC 3-19.30 Uhr
COSI FAN TUTTE (aus Salzburg, Aufmnahme v. 2.8.) RAI 3-20 Uhr
KRIEG UND FRIEDEN (aus New York, Aufnahme v. 2.3.2002) France Musique- 20 Uhr
L’ORFEO (aus Kopenhagen, Aufnahme v. 10.3.) HR 2-20.04 Uhr
7.12. GALAKONZERT (Live aus Mailand) RAI 3-17 Uhr
8.12. GALAKONZERT (aus Mailand, Aufnahme v. 7.12.) Bayern 4-19.05 Uhr

Sommereggers Klassikwelt 64. Wilhelmine Schröder-Devrient – Richard Wagners Dresdner Muse
Die am 6. Dezember 1804 in Hamburg geborene Wilhelmine Schröder ist bis heute in der Geschichte der Oper das Urbild einer deutschen Primadonna. Ihr bewegtes Leben, obwohl mit 56 Jahren bedauerlich kurz, enthält Stoff genug für mehrere Dramen- oder eine Oper.
Als Kind eines Schauspieler-Ehepaares schien für sie der Weg auf die Bühne vorbestimmt. Sie erhielt anfangs Ballettunterricht, trat bereits mit fünf Jahren erstmals auf, nach der Übersiedlung der Mutter nach Wien wurde sie dort Mitglied eines Kinderballetts. Parallel wurde sie zur Schauspielerin ausgebildet und debütierte mit nur 15 Jahren am Wiener Burgtheater, entschloss sich aber, Sängerin zu werden. Nach ihrer Gesangsausbildung debütierte sie als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“, bald darauf sang sie mit 17 Jahren Beethovens Leonore im „Fidelio“. Der Komponist soll von ihrer Rollengestaltung sehr beeindruckt gewesen sein.
Klassik-begeistert

Konzertveranstalter und Agentur-Chef Christian Buchmann (Wien) ist im Advent seit Jahren auch künstlerisch tätig und illustriert seinen eigenen Adventkalender

Dritter Dezember (heute)

Copyright: Christian Buchmann

Vorstellungsbetrieb an der Deutschen Oper am Rhein frühestens wieder ab 8. Januar 2021

 Digitales Angebot gibt Einblicke in die Probenarbeit während des Lockdowns

Die Deutsche Oper am Rhein wird ihren Vorstellungsbetrieb im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg frühestens am 8. Januar 2021 wieder aufnehmen. Das hat die Theaterleitung gemeinsam mit den kommunalen Verantwortlichen in Folge der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vor dem Hintergrund der pandemischen Entwicklung entschieden.

Österreich/ Handel
Im gesamten Handel: Einigung auf längere Öffnung vor Weihnachten
Die Sozialpartner haben sich auf eine Verlängerung der Öffnungszeiten im Handel am 8., 12. und 19. Dezember geeinigt, um nach der Lockerung des Corona-Lockdowns die Kundenströme etwas zu entflechten. Am Feiertag Mariä Empfängnis (8. Dezember) können die Händler ausnahmsweise von 9 bis 19 Uhr öffnen, bisher waren die Öffnungszeiten am 8. Dezember auf 10 bis 18 Uhr begrenzt.
https://www.krone.at/2289705

Österreich
Zwischenruf von SPÖ-Fraktionsführer: Sobotka während U-Ausschuss eingeschlafen
Am Mittwoch kam es im Ibiza-U-Ausschuss zu einem Eklat: Der Vorsitzende Sobotka war während der ÖVP-Befragung von Novomatic Manager Stefan Krenn eingeschlafen. Der SPÖ-Fraktionsführer Krainer bemerkte dies und machte rief: „Kann jemand den Vorsitzenden aufwecken?!“.
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/sobotka-waehrend-u-ausschuss-eingeschlafen/456151031

Politiker haben es speziell in dieser Zeit nicht leicht. Jeder von uns ist schon einmal eingenickt, mir passiert das in der Oper meist während des ersten Aktes. Nach einigen Sekunden (oder waren es Minuten?) bin ich dann wieder voll da!

Einen Vorsitzenden bei einem Untersuchungausschuss sollte das aber nicht passieren, da sollte er einen „Aufwecker“ an seiner Seite haben! Der Herr Vorschlafende möge das überdenken.

Und in dem Wie, da liegt der ganze Unterschied!

Vorweg, ich bin 74, mehrfacher „Risikogruppler“, daher können meine Worte nicht als Verhöhnung empfunden werden. Außerdem ist es meine Meinung, der ja niemand folgen muss. Jeder schütze sich, wie er kann, jeder liebe sich, wie er will!

Ein Freund des Online-Merker und von mir hat mir folgende Sätze zum Nachdenken geschickt:

Wie kann man den Leuten nur in ihrem verzweifelten Materialismus endlich erklären, dass wir irgendwann sowieso alle gehen müssen!?! Es geht um die Qualität der Zeit, die ja laut Hofmannsthal bekanntlich ohnehin ein “sonderbar Ding” ist und nicht nur um die Quantität! Oder, um wieder beim ROSENKAVALIER zu bleiben:”…und in dem Wie, da liegt der ganze Unterschied…

Also ich habe lieber ein paar gute Jahre als Freilandhuhn als ein längeres Leben in der geschützten Legebatterie. Am besten natürlich als Hahn und ganz frei….eh kloa

Ob die Hennen mit mir allerdings eine große Freude hätten?

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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