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3. DEZEMBER 2019 – Dienstag

03.12.2019 | Tageskommentar


La Traviata-Premiere an der Komischen Oper Berlin. Natalya Pavlova als Violetta und Chorsolisten. Foto Iko Freese/drama-berlin.de

Nach zehn Jahren mal was Neues? Warum eigentlich nicht. Aber muss es denn unbedingt Verdis quasi überall gespielte „La Traviata“ sein? Gewiss, die ist ein Publikumsmagnet, aber wird es auch diese?

Denn von der an diesem Haus exemplarischen Lebendigkeit und Spielfreude ist am Premierenabend kaum etwas zu bemerken. Die erstmals an der Komischen Oper Berlin arbeitende Regisseurin Nicola Raab, die schon an anderen Häusern tätig war, scheint den Sängerinnen und Sängern das Schauspielern fast untersagt zu haben.

Stattdessen scheinen nun Rampen- und Imsitzen-Singen die erste Interpretenpflicht zu sein, was in der Intendanz von Barrie Kosky total in der Mottenkiste verschwunden war. Diese Bewegungsarmut, die auch Langeweile verursacht, kann sich eigentlich nicht mit dem Versuch von Nicola Raab und der Bühnenbilderin Madeleine Boyd erklären lassen, eine Brücke von der Verdi-Zeit in die Gegenwart zu schlagen…

Zum Premierenbericht von Ursula Wiegand

„La Traviata“ an der Komischen Oper Berlin
Regisseurin Nicola Raab überbewertet Smartphones, um durch sie „ihren“ Giuseppe Verdi misslingen zu lassen
https://www.freitag.de/autoren/andre-sokolowski/la-traviata-an
Berlin
Pasta, Traviata und die leiernde Leidenschaft
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2019/12/opernkritik-la-traviata-verdi-komische-oper.html

Kritik – Faurés „Pénélope“ an der Oper Frankfurt Saufen und Raufen auf Ithaka

Paula Murrihy (Pénélope) und Ensemble | Bildquelle: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt
Paula Murrihy. Copyright: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt

BR-Klassik
Gabriel Fauré: Eine Penelope-Musik
https://www.fr.de/kultur/theater/gabriel-faur-eine-penelope-musik-13264579.html

Zweifel und Sehnsucht
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/oper-frankfurt-penelope-01-12-2019/

STUTTGART: LE NOZZE DI FIGARO – Verwechslungen im Möbelhaus. Premiere. Premiere am 1.12.


Esther Dierkes (Susanna), Michael Nagl (Figaro). Foto: Martin Sigmund

Wie können wir zusammenleben? Diese Frage steht bei Christiane Pohles Inszenierung von Mozarts „Hochzeit des Figaro“ eindeutig im Mittelpunkt. Wir befinden uns in einem Verkaufsraum des schwedischen Möbelherstellers IKEA. Susanna und Figaro wollen heiraten…

So gab es zuletzt „Bravo“-Rufe für die Sänger, das Staatsorchester und den Dirigenten – aber auch für den Staatsopernchor. Das Regieteam musste jedoch „Buh“-Rufe einstecken.  

Zum Premierenbericht von Alexander Walther

Intrigenspiel im Bettenlager an der Stuttgarter Oper
https://www.stimme.de/heilbronn/kultur/artikel/Intrigenspiel-im
Man möchte lesbisch werden: So brisant kann eine Mozart-Oper sein
Suedkurier

MEININGEN/ Staatstheater: LA RONDINE  – Fliegen ohne Absturzgefahr – Puccinis „La Rondine“ am Meininger Staatstheater


Alex Kim (Ruggero), Elif Aytekin (Magda). Foto: © Marie Liebig

Hörbar Freude an diesem Ausflug in das Zwischenreich von Oper und Operette hatte man am Meininger Staatstheater. Ein lichterloh brennender Konzertflügel vor wogendem Meer und darüber hinwegziehenden Wolken bildet das poetische Schlussbild der Meininger Inszenierung von Bruno Berger-Gorski. Das Ensemble bediente das Pathos des letzten Meisters der ganz großen italienischen Gefühlsoper sowie die Leichtigkeit des Plaudertons, den er eben auch drauf hat, findet Joachim Lange in der Besprechung der Premiere.

Zum Premierenbericht von Joachim Lange

Wien/ Staatsoper: DON GIOVANNI am 1.12.

Den Abend des ersten Adventsonntags in der Oper bei „Don Giovanni“ zu verbringen, spricht vielleicht nicht gerade für einen christlichen Lebenswandel, aber wenigstens wird der böse Bube auf der Bühne vom Teufel geholt. Man muss an die derart ins Lot gebrachte Moral nur fest glauben, und schon ist man „absolviert“.

Dominik Troger berichtet auf www.operinwien.at
http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/adong33.htm

Die Frau ohne Schatten am Nationaltheater Mannheim

Prachtvolle fünfte Vorstellung der Wiederaufnahme am 1. Dezember 2019

„Oberaffengeil“ raunte mir mein Sitznachbar nach dem zweiten Aktschluss zu – trotz der Plumpheit beschreibt dieses Adjektiv aber genau die Wirkung dieser Aufführung der Mannheimer Frau ohne Schatten. Eine Darbietung der wohl komplexesten Strauss’schen Partitur ist immer ein Erlebnis, erst recht an diesem Abend mit diesem Orchester, diesem Dirigenten, diesen Sängern und dieser Inszenierung. Aber eins nach dem anderen…

Zum Bericht von Fabian Kropf

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: LOHENGRIN


Klaus Florian Vogt, Karita Mattlila. Foto: Wilfried Hösl

Die gedanklich wenig tiefschürfende Inszenierung von Richard Jones aus dem Jahr 2009 bewegt einen nicht unbedingt, eine Lohengrin-Vorstellung an der Bayerischen Staatsoper zu besuchen. Richard Wagners herrliche Musik und eine erstklassige Besetzung schon. So war auch diese Vorstellung ausverkauft und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Klaus Florian Vogt wurde seinem Ruf als einer der besten Interpreten der Titelpartie mehr als gerecht.

Johanni van Oostrum war für die erkrankte Anja Harteros eingesprungen undlöste ihre Aufgabe vortrefflich, Elsas Gegenspielerin Ortrud wurde an diesem Abend von Karita Mattila gesungen. Was für ein fulminantes Rollenportrait! Mattilas Ortrud war eine hoch attraktive, temperamentvolle, teuflische Frau, deren gefährlichem Reiz sich Telramund auf keinen Fall entziehen kann und die auch Elsa mühelos um ihren Finger wickelt…

Zum Bericht von Gisela Schmöger

Alexander Pereira, Erwecker von Mailand
Der scheidende Scala-Intendant zieht Bilanz über sechs Jahre.
Wiener Zeitung

Karlsruhe: Badisches Staatstheater möglicherweise bald ohne Operndirektorin
Das würde eine Besonderheit des Staatstheaters vorzeitig beenden, die noch im März 2018 als Pioniertat gepriesen wurde. Spuhler hob damals besonders hervor, dass nun sämtliche Sparten (außer Kinder- und Jugendtheater), sowie das Künstlerische Betriebsbüro von Frauen geleitet würden: „Wir richten den Blick in die Zukunft mit fünf starken Frauen und einem starken Mann.“
https://bnn.de/lokales/karlsruhe/badisches-staatstheater-moeglicherweise

Das ging ja wohl voll in die Hose – nachdem im letzten Jahr derartig überzogen getrommelt wurde, bzgl. Frauenquote etc.

Staatsoper Berlin: Die Zauberflöte
Mozarts Werk präsentiert sich in der Inszenierung von Shuval Sharon unverbraucht und frei vom Ballast der Rezeptionsgeschichte. So bunt die Farben schillern, so treffsicher verlassen die Bilder, die der Regisseur aus dem Hut zaubert, altgewohnte Pfade. Musikalisch steht man mit Sarastro René Pape, Tamino Julian Prégardien und der Königin von Albina Schagimuratowa auf der sicheren Seite. Leider gerät das Dirigat von Routinier Salemkour recht pauschal. 
Konzertkritikopernktitikberlin

„Konzertgänger in Berlin“
Graboffen: TRISTAN UND ISOLDE an der Deutschen Oper
Lachendes Löschen von Leuchte und Lebens Licht statt Adventskerzlein-Anzünden. Zum meteorologischen Winteranfang, Welt-AIDS-Tag und Jour des Heiligen Eligius, der widerspenstigen Pferden die Füße ausriss und fertig beschlagen wieder anheilte, nimmt die Deutsche O
https://hundert11.net/graboffen/

Wien/ Volksoper: Brigadoon. Musical. Von alter deutscher Romantik ins alte Broadway-Musicalland

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Es hätte auch in Texas sein können …. doch dieses „Brigadoon“ liegt in den Highlands von Schottland, ist ein verzaubertes wie versunkenes Dörfchen, und dessen friedliebenden Bewohner erwachen nur alle hundert Jahre bloß auf einen Tag. In Ludwig Bechsteins Thüringischem Sagenbuch heißt es „Das verwünschte Dorf“, in Friedrich Gerstäckers Erzählung „Germelshausen“ (1860) ist es eine elegische Parabel in romantischer Manier über unerfüllbare Liebe. Und Hit-Komponist Frederick Loewe und sein Erfolgsautor Alan J. Lerner haben dieses deutsche Gefühlstiefen–Melodram bestens berechnend für die US-Showszene modelliert.  ..

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Volksoper: Waren Sie schon in Brigadoon?
n einer halbszenischen Aufführung, die aber auch optisch nichts vermissen ließ, kam das erste Erfolgsstück des „My-Fair-Lady“-Duos Lerner & Loewe zur Erstaufführung.
https://www.diepresse.com/5732231/volksoper-waren-sie-schon-in-brigadoon
Brigadoon an der Volksoper: Wunschloses Musicalglück
Kurier
Volksoper: Hip Hip Horray!
In der Volksoper feierte das Broadway-Musical „Brigadoon“ österreichische Erstaufführung und entführte in eine schottische Märchenwelt.
Wiener Zeitung

KÖNIG KAROTTE – Volksoper, 2.12.2019 (3. Aufführung)

Jubiläums – und Gedenkjahre von Komponisten haben den Vorteil, dass man die Gelegenheit hat, auch eher unbekannte und selten gespielte Werke kennen zu lernen. Zwar ist es meist so, dass man danach feststellt, dass ein Werk zu Recht in der Versenkung verschwunden ist. Jacques Offenbach war ein Vielschreiber, womit klar ist, dass nicht jedes Werk ein  Meisterwerk sein kann und viel Konfektion, die oft dem jeweilige Zeitgeschmack geschuldet war, darunter ist…

Heinrich Schramm-Schiessl war bei der Premiere verhindert, er berichtet von der dritten Aufführung

Zum Bericht von H.S.S

Piotr Iljitsch Tschaikowski: Eugen Onegin, Theater Freiburg, Wiederaufnahme: 30.11.2019

 Eugen in der Party-Scheune

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Zum Glück schneit es nicht wie bei Wiens „Onegin“. Foto: Tanja Dorendorf

Intendant und Regisseur Peter Carp ist mit seiner Inszenierung von Tschaikowskis Lyrischen Szenen gelungen, dem Publikum sowohl einen kulinarischen wie intellektuellen Zugang zum Stück zu bieten. KasparZwimpfer hat ihm dafür einen scheunenartigen Bau als Einheitsbühnenbild geschaffen…
Zum Bericht von Jan Krobot

Musikermedizin – Hochleistungssportler am Instrument
Berufsmusiker sind körperlich und psychisch ähnlich belastet wie Profi-Sportler. Sie benötigen eine speziell auf sie abgestimmte Medizin. Dr. Petra Spelzhaus, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin in München, spricht im Exklusiv-Interview über die besonderen Behandlungsmöglichkeiten für diese Berufsgruppe.
Klassik-begeistert

Die Fußballer vom FC Bayern München haben selbstverständlich einen eigenen Arzt, mit dem sie bei körperlichen Beschwerden in engem Kontakt stehen. In der Sportmedizin erscheint das normal. Das ist bei professionellen Musikern und Tänzern nicht immer so. Dabei haben sie vergleichbare Belastungen. Das akute Verletzungsrisiko bei Musikern ist zwar geringer als bei Leistungssportlern. Aber die verschleißbedingten Risiken sind bei Profi-Musikern ebenfalls sehr hoch.

BESUCH IN MAUERBACH BEIM ADVENTMARKT

Gestern, am 1.Adventsonntag,  besuchte Mitarbeiter Christoph Karner Mauerbach, das direkt an Wien angrenzt. Ich bin, zumindest „meldemäßig, Mauerbacher, also Niederösterreicher. Von Meidling brauche ich zu verkehrsamen Zeiten (trotz Hadikgasse/Westausfahrt, bei Autobahnauffahrt Auhof dann nach Mauerbach abbiegen) etwa 20 Minuten, um zu meinem Domizil, das wierum direkt an den Wienerwald angrenzt und wobei einige Bäume des legendären Waldes auf meinem Grundstück stehen)  zu gelangen.

Die Karners nahmen an einer sehr interessanten Führung in der Kartause Mauerbach teil. Die barocke Kartause zählt zu den bedeutendsten ihrer Art, der Kreuzgang der Klosteranlage zählt zu den längsten Europas. Gestiftet wurde die Kartause durch „Friedrich dem Schönen“ im Jahr 1314.


Die Kartausenkirche. Foto: Christoph Karner

Angeblich soll Friedrich so schön gewesen sein, dass selbst George Clooney vor Neid erblasst wäre!


Friedrich der Schöne, 1289 bis 1330, ältester Sohn Albrechts, Deutscher König

Unmittelbar neben der Kartausenkirche steht die Pfarrkirche Mauerbach, in der ich meine Frau geheiratet habe, meine Tochter und meine Enkelkinder getauft wurden. Mauerbach hat übrigens noch eine dritte Kirche, nämlich Maria Rast im Unterort Steinbach. Wenn man Scheiblingstein dazurechnet, ist Mauerbach sogar mit einer vierten Kirche bestückt. Wie soll man in solch einem heiligen Ort überhaupt sündigen?

So nebenbei erwähnt: Mauerbach übertreibt und hat auch zwei Freiwillige Feuerwehren, die beide von der Gemeinde erhalten werden müssen, eine im Oberort (wo wir wohnen) und eine im Unterort (Steinbach). Als einmal an der „Feuerwehrgrenze“ ein Brand ausbrach, kam es zu tumultartigen Szenen, weil die Feuerwehren zuallererst die Kompetenzfrage untereinander klären mussten („Schleichst Euch, des is unser Brand“!)

Nach der Führung waren die Karners am Adventmarkt, wo Christoph Karners Neffe Vinzent Karner (Trompete) mit 4 Kollegen vor der stimmungsvoll beleuchteten Klosterkirche Weihnachtslieder unterschiedlicher Stilrichtungen spielte („Swinging Brass“).

Samstag fahre ich wieder nach Mauerbach, Sonntag früh allerdings schon wieder nach Meidling. Aber die Familie fühlt sich in Mauerbach (gehört zu den zehn reichsten Gemeinden Österreichs, was das Bruttoeinkommen der Bevölkerung betrifft)  sehr wohl! Beim Einkommen können wir freilich in diesen Dimensionen nicht mithalten.

Einen schönen Tag wünsche ich!

A.C.

 

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