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3. AUGUST 2020 – Montag

03.08.2020 | Tageskommentar

Foto: Salzburger Festspiele/ Monika Rittershaus

SALZBURG: PREMIERE „COSI FAN TUTTE“. Die ersten Premierenberichte

Es war von den beiden Opernproduktionen zweifelsohne die heiklere. Schließlich dauert das Werk, wenn man es weitgehend strichlos spielt, knapp 3 Stunden. Für Salzburg, wo es ja coronabedingt keine Pause geben darf, musste also eine Fassung gefunden werden, die nicht viel länger als zwei Stunden dauern durfte. Nun hatte man früher, gerade bei dieser Oper immer schon den Rotstift verwendet – ich erinnere an den „Böhm-Strich“ im 2. Akr, also ohne Dorabella- und ohne Ferrando-Arie – aber in Zeiten in denen in den meisten Opern faktisch fast jede Note gespielt wird, ist das ziemlich problematisch. Nun, man ging hier relativ klug vor. Man reduzierte die Rezitative auf ein Mimimum und strich Despina ihr erste und Ferrando und Guglielmo jeweils ihre zweite Arie, sowie das Mittelterzett in der 1. Szene. Die beiden Damen durften beide Arien singen.

Natürlich ist das künstlerisch anfechtbar, aber was wäre die Alternative gewesen?

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Leider hat arte die Moderatorin Annette Gerlach nicht weggespart, die Dame ist das beste Argument für „unsere“ Barbara Rett. Was die Gerlach in wenigen Sätzen an Blödsinn verpackt, hat schon Kultcharakter und so bin ich nicht sicher, ob sie nicht Teil einer Inszenierung ist!

Joanna Mallwitz bei den Festspielen gefeiert

http://www.musik-heute.de/21342/dirigentin-mallwitz-bei-salzburger-festspielen-gefeiert/

Verwirrung gibt es um den Arte-Stream. Zuerst waren die Österreicher wieder einmal ausgeschlossen, dann kam H.S.S doch rein (siehe Kritik)- und mittlerweile ist der Stream für alle Interessenten offen.

Salzburg: ELEKTRA. Die gesammelten Kritiken

Vorweg, die Kritiker sind sich weitgehend einig. Musikalisch annehmbar bis sehr zufriedenstellend, szenisch eher fragwürdig. Von einer Sternstunde spricht niemand, einen Bauchfleck attestiert auch keiner der Schreiber:

Die Rache muss ein Wiener sein
Ihren ersten Mann hat er abgeschlachtet, ihr Söhnchen auch. Die Frau hat er vergewaltigt. Dennoch wurde Klytämnestra zur Ehe mit dem Monster Agamemnon gezwungen. Alsbald hat er die erste gemeinsame Tochter den Göttern geopfert, für nichts als guten Wind zum Krieg-Spielen. Was Wunder, dass Klytämnestra diesen Mann mehr und mehr und bis zum Gattenmord hassen musste. Seine Kinder sehen den Schlachtmord in der Badewanne freilich anders. Besonders Elektra.
DrehpunktKultur

„Elektra“ als starkes Lebenszeichen der Kulturnation
Die Jubiläumssaion der Salzburger Festspiele ist eröffnet: mit einer musikalisch packenden, szenisch matten Interpretation von Richard Strauss‘ „Elektra“.
Wiener Zeitung

„Elektra“-Premiere: Arien der Vergeltung
Die erste und schon vorletzte Opernpremiere brachte vokalen und instrumentalen Glanz. Die Regie vermag ihr hohes Niveau aber nicht durchgehend zu halten
Der Standard

Salzburgs erste Opernpremiere: Elektrafizierend
Großer Festspiel-Erfolg zum Auftakt mit Richard Strauss: sängerisch, musikalisch und szenisch
Kurier

„Elektra“ bei den Salzburger Festspielen Endlich wieder Oper!
Es gab strenge Hygienekontrollen beim Auftakt der Salzburger Festspiele. Los ging es am Samstagnachmittag mit der mythischen Oper „Elektra“ von Richard Strauss. Als Einakter ohne Pause ein ideales Corona-Format – und ein Volltreffer mit begeisternden Sängerinnen, der die Erwartungen noch übertraf.
BR-Klassik.de

Eröffnung in Salzburg
Im Wellnessbad der mörderischen Schwestern
Triumph einer Partitur über alle Schlaumeiereien: Der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski inszeniert die „Elektra“ von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal zur Eröffnung der Salzburger Festspiele.
Die Welt.de

Salzburger Festspiele – Teenagerleid statt Antikendrama
Die Spiele haben begonnen: Nach wochenlangem Zittern und akribischer Vorbereitung, sind am Samstagmittag die Salzburger Festspiele 2020 in ihre von der Coronapandemie überschattete Ausgabe gestartet. Wir informieren Sie mittels Live-Blog.
Oberösterreichische Nachrichten

Kultur und Corona in Österreich: «Das Schlimmste kommt noch»
Von Albertina bis Wiener Philharmoniker, Austropop bis Kabarett: Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich leistet sich eine reiche Kulturlandschaft. Die Corona-Krise bedroht ihre Vielfalt.
Die Wiener Sängerknaben sind von der Corona-Krise bedroht. Dem ein halbes Jahrtausend alten Kinderchor – Habsburger Erbe, das auf Konzerten weltweit die «Kulturnation Österreich» verkörpert – geht nach eigenen Angaben im Herbst das Geld aus. Bis Weihnachten fallen zwei Millionen Euro Einnahmen weg. «Bei uns ist die Situation wie bei vielen anderen Kulturinstitutionen, dass seit Anfang März alle Konzerte abgesagt werden mussten», sagt Vereinspräsident Gerald Wirth. Vor ähnlichen Problemen stehen Off-Bühnen, Veranstalter und andere Kulturbetriebe. Die Jungen im Matrosendress dürfte vermutlich ihre Rolle als kulturelle Botschafter der Alpenrepublik retten. Anderswo sieht es finsterer aus.

Die Corona-Pandemie macht Österreichs Kulturszene, die das Land so sehr ausmacht, schwer zu schaffen – und das Schlimmste, so sagen viele, steht erst noch bevor. Flaggschiffe wie Staatsoper und Burgtheater blicken – trotz Staatsmillionen – mit Unwohlsein in Richtung Jahreswechsel. Viele Kleinere starren in den Abgrund…

Neue Musikzeitung/nmz.de

Das große Problem: Die Menschen haben Angst. Die bekommt man nicht weg! Nach Gesprächen mit Menschen, denen ich ein gesundes Einschätzungsvermögen attestiert habe, bin ich erschüttert. Dabei bedarf es keiner Helden, nur einer gesunden Risikoabwägung.

Allzu optimistisch sehe auch ich dem Staatsopernstart nicht entgegen! Da müssen wir zusammenhalten und bieten auch – wie jahrelang praktiziert – Unterstützung an. Was bisher aus der Staatsoper kam, klang nicht sehr interessiert. Ich hoffe, dass es sich nur um den Ausritt einer Einzelperson handelt!

HEUTE IN WIEN/ THEATER IM PARK: SIEGFRIED AUF ABWEGEN (3. AUGUST um 20 h)

 

 

Foto: Markus Wache

Am 3.8.2020 um 20 h

Er wäre 2020 der erste österreichische Siegfried (!) in Bayreuth gewesen! Covid19 hat Heldentenor Andreas Schagers Siegfried in der neuen Ring-Produktion verhindert. Im Theater im Park begibt er sich gemeinsam mit seiner Frau, der Geigerin Lidia Baich und Helmut Deutsch am Klavier, auf eine musikalische Zeitreise mit Wagners Nibelungen-Helden.

Hoffentlich hält das Wetter. Tagsüber kann es ja regnen, aber abends sollte der Regen pausieren. Als Helfer könnten auch die relativ dichten Bäume im Park dienen (siehe Beweisfoto)!

Theater im Park am Belvedere
Prinz-Eugen-Straße/Ecke Plößlgasse
1030 Wien

Nächster Termin: 11.8.2020 um 20 h Camilla Nylund & Helmut Deutsch – „Liederabend“

 http://www.agentur-hoanzl.at/resources/files/2020/6/25/4484/nylund-deutsch-pressetext.pdf 

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

10 VERONA-PICS VON SAMSTAG

 

ZU INSTAGRAM mit 10 Fotos/einem Video

 

TARANTO: DER MELI – SALSI-ABEND

 

ZU INSTAGRAM

 

NEAPEL: JONAS KAUFMANN MIT SOHN UND EINIGEN „AIDA“-MITWIRKENDEN

ZU INSTAGRAM

DIE MET-STREAMS – WOCHE 21

Renate Wagner hat sie für uns zusammengestellt und kommentiert:

Achtung: Das ist die Butterfly-Inszenierung, die wir in Wien sehen werden (und in der an der Met Kristine Opolais so sensationell war).

Achtung: Welch ein Jammer, dass die „bösen“ metoo-Buben wie Vittorio Grigolo, Placido Domingo und Jimmy Levine an der Met so präsent waren, dass man in der Backlist nicht ohne sie auskommt!

Achtung: Endlich die herrliche Agrippina mit der sensationellen DiDonato!!!

Achtung: Die schönen alten Wagner-Aufführungen mit den klassischen Besetzungen, Waltraud Meier, „die“ Kundry von mehr als einer Generation, Bernd Weikl, „der“ Wagner-Bariton seiner Zeit!

Danke, Peter Gelb. Wenn Du auch die Met zusperrst und damit schrecklichen Schaden anrichtest, Du schenkst der Welt wenigstens die Errungenschaften von Jahrzehnten an diesem Haus!

Week 21 (das Programm der Stream-Woche finden Sie in unseren Infos des Tages)

Waidhofen/ Ybbs: Wahn! Wahn! Überall Wahn! Günther Groissböck und die Trachtenmusikkapelle Windhag
„Klangraum im Herbst“ eröffnet am 13. August 2020, um 20.00 Uhr, im Alpenstadion in Waidhofen an der Ybbs.
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200801_OTS0003

Bregenz: K(l)eine Festspiele in Bregenz
Langzeitbeobachtung
Was tun mit Festspielen in Corona-Zeiten? Auch in Vorarlberg hat sich diese Frage heuer schmerzhaft gestellt. Eine Langzeitbeobachtung
https://www.derstandard.at/story/2000119079027/kleine-festspiele-in-bregenz

Mode statt Oper für Thomas Gottschalk in Salzburg: „Bin kein Gesichtsvermieter“
Die Entertainer-Legende macht in Salzburg modisch auf Bergfex. Gottschalk zeigt sich als Luis-Trenker-Testimonial.
Kurier

Salzburg: Jahrhundert-„Jedermann“ mit Monroe-Buhlschaft
Im Großen Festspielhaus servierte Neo-Buhlschaft Caroline Peters dem Jubiläums-„Jedermann“ einen lasziven Geburtstagsgruß à la Marilyn Monroe
Der Standard

Dieser „Jedermann“ bleibt garantiert unvergessen
Eine Gewitterfront erzwang die Übersiedlung ins Festspielhaus in letzter Minute.
Die Presse

Österreich/ Burgenland/ Commerzialbank

Im Burgenland musste ein Landesrat zurückreten, weil er sich vom Fußballclub Mattersburg zum 60. Geburtstag einen Goldtaler im Wert von 3.400 Euro schenken ließ. Ich habe die Reaktion als übertrieben empfunden, bis mir meine Tochter erzählt hat, dass sie sich – wenn sie einer Baukommission angehört – von der Baufirma nicht einmal einen Cafe zahlen lassen darf! Dafür gibt es eine klare Weisung!

Was nun das Burgenland betrifft, erscheinen die 3.400 Euro möglicherweise ein „Feigenblatt“ sein. Denn 2 Stunden vor Schliessung der Bank, um 22 h, wurden noch rasch ein Millionenbetrag abgehoben/umgebucht. Wer wurde gewarnt – und vor allen, von wem? Die Untersuchungen sind im Gang!

Auto-Rennsport
Silverstone: Hamilton gewinnt Crash-GP mit kaputten Reifen
https://www.krone.at/2203359

Wenn Hamilton nun bereits mit kaputten Reifen gewinnt, dann läuft der Autorennsport Gefahr, völlig uninteressant zu werden. Seriensieger untergraben jede Spannung, wenn sie so gar kein Charisma haben!

Haben Sie eine schöne Woche
A.C.

 

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