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3. AUGUST 2018

03.08.2018 | Tageskommentar

Daniele Gatti vom „Concertgebouw“ entlassen. Foto Youtube

Unter zivilisierten Menschen – und damit meine ich die außerhalb dieses sich immer tiefer in den Sumpf manövrierenden Genres –  würde so eine Trennung anders gehandhabt. Nicht mit derartigem Theaterdonner, nicht mit einem zu erwartenden nachfolgenden Rattenschwanz an Klagen (dass sich Maestro Gatti die Vorverurteilung gar nicht gefallen lassen kann, ist wohl logisch), nicht mit einen wohl nun unvermeidlichen „Rosenkrieg“. Im Strafrecht gibt es den Begriff einer „Milieubedingten“, daher nicht oder minder strafbaren Äußerung – die kommt aber meist in untersten Schichten zur Anwendung (Beispiel: „I stich Di o“ ist in gewissen Kreisen eine gebräuchliche Redewendung, keine Drohung). Nun aber werden sich jene, die diese Meldung so überfallsartig vom Stapel gelassen haben, auf „milieubedingt“ ausreden müssen. Damit begeben sie sich auf eine sehr untere Stufe. In der Wirtschaft wäre ein solcher Schnellschuss der Anfang vom Ende eines Unternehmenssprechers.

Im Klartext: Die Kommunikation im „Fall Gatti“ ist nicht nur vom rechtlichen Standpunkt her sehr ungeschickt, sie wird auch teuer kommen.

Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden flatterte in unsere Redaktion die Ankündigung des Gatti-Anwalts, dass sich der Dirigent mit allen möglichen Mitteln gegen bisher noch unbewiesene Beschuldigungen zur Wehr setzen wird.

Daniele Gatti spielt in einer anderen Liga als etwa Gustav Kuhn, deshalb traf diese Mitteilung die Branche wie ein K.O.-Schlag. Dem Vernehmen nach soll er den nächsten Bayreuther „Ring“ (2020) dirigieren. Ob sich Katharina Wagner das nun traut?

Renate Wagner hat dazu ein weiteres „Apropos“ verfasst, ZUM „APROPOS“.

„Hände falten, Goschn halten“ ist nicht so unser Ding!

Chefdirigent Gatti wegen sexueller Belästigung entlassen
Das renommierte Concertgebouw-Orchester hat seinen Chefdirigenten Daniele Gatti gefeuert, nachdem ihm zahlreiche Musikerinnen sexuelle Belästigung vorgeworfen haben.
Die Presse
Daniele Gatti und das Concertgebouw-Orchester: Trennung nach Missbrauchsvorwürfen
BR-Klassik
Concertgebouw Orchestra entlässt Chefdirigent Gatti
Musik heute

Dass am selben Tag das „Cleveland-Orchestra“ des in Salzburg weilenden Franz Welser Möst seinen Konzertmeister wegen ähnlicher Vorwürfe gefeuert hat, rundet das Bild noch ab.

Gustav Kuhns Dissertation kein Plagiat. Die Kuhn-Gegner wollten auch die Dissertation in Frage stellen.

Gustav Kuhns Gegner sind fleißig, das muss man ihnen lassen! Nun haben sie seine Dissertation (Philosophie, Psychologie und Psychopathologie) von der Uni Salzburg untersuchen lassen, sind aber „abgeblitzt“

Gustav Kuhn, langjähriger Leiter der Tiroler Festspiele Erl, hat seine Dissertation nicht plagiiert. Das betont jetzt die Universität Salzburg, nachdem eine eigene Kommission die Arbeit Kuhns aus dem Jahr 1969 überprüft hat.

In Erl selbst herrscht ob des Kuhn- Rücktritts Verunsicherung.

Viele Fragezeichen bei den Festspielen Erl

Obwohl Kuhn seine Leitungsfunktion nur ruhend gestellt hat und ein Interimistischer Leiter bestellt wurde, haben sich bereits am ersten Tag 20 Bewerber für die Kuhn-Nachfole angemeldet

So sieht es in der Branche aus, zumindest diese 20 freuen sich über den Fall des Festspielleiters, wollen ihn beerben, bevor er noch „begraben“ ist. Der interimistische Leiter ist nicht dabei, der will „den Sessel für Kuhn warmhalten, aber nicht daran sägen“. Inzwischen zeichnet sich aber eine andere Lösung ab: Erl bekommt einen neuen Festspielleiter, der aber Gustav Kuhn als Chefdirigent akzeptiert und belässt. Das schlägt zumindest Hans-Peter Haselsteiner vor, der ein ganz gewichtiges Argument ins Treffen führen kann: Sein Geld!

„Ohne Geld ka Musi“ – auch nicht in Erl!

WAS WEISS MANUEL BRUG ÜBER DIE PLÄNE VON BOGDAN ROSCIC?

Liest Manuel Brug aus dem Kaffeesud oder ist er tatsächlich in die Pläne von Bogdan Roscic eingedrungen? Jedenfalls hat Manuel Brug einen Artikel für das  „Profil“ verfasst, in dem er auch „Roscic‘ Erzählungen“ an uns Leser weitergibt. Inwieweit es klug ist, sich den hierorts nicht unumstrittenen Deutschen Manuel Brug als Vertrauten  „anzulachen“, statt es sich mit der hiesigen Presse gut zu stellen, werden wir ja sehen – wenn es soweit ist. Roscic wird Direktor der Wiener Staatsoper, dazu kann er sicher gerade Manuel Brug auf gar keinen Fall brauchen.

Jedenfalls nennt er Regisseure, die – meiner bescheidenen Meinung nach – eigentlich an jedes große Opernhaus gehören. Ich meine Dmitri Tcherniakov und Calixto Bieito. Vor allem ist die Idee, fertige Produktionen einzukaufen , die sich bereits durchgesetzt haben und bei denen man kein Überraschungsei kaufen muss, eine brauchbare Option. Der Nachteil: Der Direktor kennt die Produktion hoffentlich, bevor er sie kauft, hat deswegen überhaupt keine Ausrede mehr.

Lesen Sie Auszüge aus dem Profil -und wenn Sie mehr wissen wollen, kaufen Sie die Zeitung:

 

ZUM THEMA BOGDAN ROSCIC

FUNDSTÜCK AUS DEM JAHRE 1996

 

BAYREUTHER PODCAST: PARSIFALS NEUE VATERFIGUR (mit Eleonore Büning, Manuel Brug und Günther Groissböck)

Irre! Bei der Hitze mit Perücke und Mütze im Bayreuther Festspielhaus. Günther Groissböck verwandelt sich zum „Gurnemanz“. Foto: Youtube

Eleonore Büning, Manuel Brug und Günther Groissböck zum Bayreuther „Parsifal“

ZUM VIDEO

Neo Rauch und Rosa Loy, Ausstatter des neuen Bayreuther „Lohengrin“, bei der Mitgliederversammlung der „Freunde von Bayreuth e.V.“

Im Rahmen der jedes Jahr während der Premieren-Serie der Bayreuther Festspiele stattfindenden Mitgliederversammlung der „Freunde von Bayreuth e.V.“, die die Festspiele jährlich mit einem sehr bedeutenden Betrag zwischen zwei und  drei Millionen Euro unterstützen, waren die Festspielleiterin Katherina Wagner und das Künstlerehepaar Neo Rauch und Rosa Loy auf dem Podium. Bekanntlich sind sie für die Ausstattung dieser Neuinszenierung verantwortlich, die nicht zuletzt deshalb auch mit großer Spannung erwartet wurde. Für mich fand am Premierenabend ein Primat der Ausstattung über die Regie statt, für die der junge US-Amerikaner Yuval Sharon verantwortlich ist, der aber nicht zur Mitgliederversammlung gekommen war.

Neo Rauch und Rosa Loy. Foto: Youtube

Er habe fast nichts gelesen, keine Literatur zum Werk, sich dem „Lohengrin“ nur über das Hören genähert. Das Textbuch war ihm nicht so wichtig, wie er auf Anfrage sagte, aber er habe es natürlich gelesen um zu wissen, worum es geht. Er wollte sich auf die Musik konzentrieren…

Zum vollständigen Bericht im „Feuilleton“ (Bericht Dr. Klaus Billand

Bayreuth: Kinderoper „Der Ring des Nibelungen“

Klaus Billand, mittlerweile in Savonlinna, berichtet:

Immerhin läuft die Kinderoper in Bayreuth schon seitdem Katharina Wagner die Festspielleitung übernommen hat. Und noch nie habe ich eine erlebt. Seit mittlerweile neun Jahren gibt es diese lobenswerte Initiative nun schon, und sie ist eine Institution geworden, und zwar eine sehr erfolgreiche! Anders als bei manchen Aufführungen im Festspielhaus reißt man sich hier auf der Probebühne II um die Karten wie vor einiger Zeit, als es auch oben nicht genügend davon gab.

Vincent Wolfsteiner (Siegfried). Copyright: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Zum Bericht Bayreuth-Kinderoper von Dr. Klaus Billand

„Die Walküre“ in Abu Dhabi (Markenzeichen Bayreuth“) dürfte in semikonzertanter Form stattfinden. ich habe vermutet, dass Placido Domingo dirigieren wird – das schafft allerdings nicht einmal „der Umtriebige“. Am 30. Januar steht er nämlich in London auf der Bühne – mit Übertragung in die Kinos.

Jetzt verstehe ich überhaupt nicht mehr, warum diese zwei „Einschübe“ in das Programm aufgenommen wurden!

Placido Domingo: Straucheleinheiten
Plácido Domingo versuchte sich bei den Bayreuther Festspielen als Dirigent der Wiederaufnahme von Richard Wagners „Walküre“. Ohne Erfolg.
Was das Wünschen und Träumen angeht, haben sie etwas gemeinsam. Er, die Legende, und sie, seine Verehrer. Einmal Plácido Domingo livehaftig erleben, früher als Tenorissimo, jetzt eine Etage tiefer als Bariton, diese Sehnsucht ließ sich in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten durchaus befriedigen – vorausgesetzt, das Einkommen stimmte und das Kartenglück war hold. Die andere Seite, der umschwärmte Star, hat es ungleich schwerer. Einmal das Wiener Neujahrskonzert leiten, einmal im Bayreuther Festspielhaus Wagner dirigieren, das sind, so wird erzählt, die beiden Lebenswünsche des offiziell 77-Jährigen
Münchner Merkur

Neujahrskonzert in Wien? Philharmoniker, aufgepasst!

Dazu weiss – wie fst immer – Heinrich Schramm-Schiessl Näheres: Auf das Neujahrskonzert spitzt Domingo schon lange. Noch in seiner Tenorzeit hat er mehrfach angefragt ob er nicht mitwirken könnte und der ORF hat das durchaus auch unterstützt, aber die Philharmoniker haben im freundlich aber bestimmt mit den Worten „Die Sträusse haben nichts für Tenor geschrieben“ abblitzen lassen.

Und ich glaube kaum, daß sie sich ihn als Dirigent antun werden, dazu kennen sie ihn aus der Oper zu gut und auch bei seinem Auftritt auf einem Philharmonikerball hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Und wenn man ein Konzert 6x spielen könnte und dann immer noch ausverkauft ist – man widersteht der Versuchung einer 3. Aufführung am Dreikönigstag eisern – braucht man diese „billige“ Werbung nicht.

Bayreuth: Weiß ist eine kühle Farbe
Premierenwoche bei den Bayreuther Festspielen: Placido Domingo enttäuscht als Dirigent in der „Walküre“, Günther Groissböck begeistert im „Parsifal“
„Die Walküre“ unter Placido Domingo bei den Bayreuther Festspielen und andere Veranstaltungen rund um den „Ring“
Neue Musikzeitung/nmz.de

„Die Callas hat recht: Oper ist ein Schlachtfeld“
Mit Bühnenkunst zu überwältigen sei nicht nur Hochleistungssport, sondern „Krieg“, findet die Mezzosopranistin Renate Spingler.
Hamburger Abendblatt

Chorgemeinschaft Neubeuern löst sich auf
Knapp zwei Monate nach dem Tod ihres langjährigen Leiters Enoch zu Guttenberg hat die Chorgemeinschaft Neubeuern ihre Selbstauflösung beschlossen. Das von der Familie zu Guttenberg organisierte Gedenkkonzert am 24. September im Münchner Herkulessaal unter Kent Nagano werde der letzte Auftritt des Ensembles sein, sagte Gertrud Dürbeck vom Musikbüro Guttenberg, das gleichfalls zum Jahresbeginn 2019 abgewickelt wird. Guttenberg hatte den Chor, dessen Leitung er 1967 übernahm, zu einem Ensemble von Weltgeltung gemacht. Mit ihm gastierte die Chorgemeinschaft beim Papst, in der Carnegie Hall und vielen international bedeutenden Sälen. Was aus der Klangverwaltung, dem Guttenberg eng verbundenen Orchester wird, ist noch nicht entschieden. Die Planungen für die von Guttenberg gegründeten Herrenchiemsee-Festspiele 2019 laufen einstweilen weiter.
Sueddeutsche Zeitung

Enoch zu Guttenberg Die Chorgemeinschaft Neubeuern löst sich auf
Münchner Abendzeitung

Tanztheaters Wuppertal: Gekündigte Intendantin klagt
Nach anhaltenden Querelen hatte der Beirat des Tanztheaters Wuppertal die Vertragsauflösung beschlossen. Die gekündigte Intendantin kämpft nun vor Gericht
Hamburger Abendblatt

Sprechtheater/ Salzburg/ Festspiele: Veruntreute Werke?
Annäherungen an einen hybriden Terminus, der bei den diesjährigen Salzburger Festspielen wieder einmal für Irritationen sorgt
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst: Salzburg: Festspielzeit im Museum
Abseits vom hohen C und dramatischen Monologen: die Ausstellungen in der Festspielstadt Salzburg
Wiener Zeitung

NÄCHSTER SCHWEIZER „TATORT“ AM KOMMENDEN SONNTAG MIT DEM JEWISH CHAMBER ORCHESTRA MUNICH

Ich werde Sie noch daran erinnern!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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