Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

3. APRIL 2020 – Freitag

03.04.2020 | Tageskommentar

 

Salzburg entscheidet bezüglich der Festspiele erst am 30.Mai. Warum?

Eines möchte ich vorausschicken: Gestern hatte ich diesbezüglich noch eine andere Meinung als heute. Was hindert mich daran, täglich klüger zu werden? Abends habe ich mir die Diskussion in „Servus-TV“ angesehen und nachher noch lange mit einem befreundeten Arzt telefoniert. Noch einige der moralinsauren Auftritte der momentan vier wichtigsten Lenker der Republik (die jeweilige Aufmarsch erinnert mich an die „Daltons“) wird es nicht mehr geben, die Stimmung kippt bereits. Den auflagenstärksten Zeitungen des Landes wurden gestern „Zuckerl“ versprochen, eine weiche Landung wird vorbereitet! Der „Kaufjournalismus“ wird mehr gebraucht denn je, denn wir sind ein eine Sackgasse gefahren worden, die keine Möglichkeit zur Umkehr bietet!

 

Pressekonferenz der Daltons. Zu viert marschieren sie auf!

So gesehen könnte die Rechnung der Salzburger Feststspiele sogar aufgehen. Ganz glaube ich nicht daran, denn der Großteil der Österreicher hat derzeit wirklich andere Sorgen als die Salzburger Festspiele. Der befreundete Arzt meinte: „Dann wären wir genau dort, wo wir begonnen haben! Wozu haben wir dann die Wirtschafts ins Koma befördert?“  Aber wer weiß, wie die Politiker entscheiden. Vielleicht unterschätze ich die Frau Präsident, das will ich gar nicht ausschließen:

Sandra Warnung macht sich so ihre Gedanken und stellt sie uns zur Verfügung:

Ich will kurz zur  Hinauszögerung der Absage der Salzburger Festspiele schreiben: Da geht es ja auch darum, wie lange vorher man die Hotelreservierung absagen kann bzw. wieviel die Festspiele aus den Kartenverkäufen lukrieren können, um überhaupt den Betrieb zu starten. Heute, 2. April 2020 kam ein Mail von den Festspielen, wo als Zahlungsziel der 30. Mai 2020 anberaumt ist. Ich habe nur zwei Karten für Lesungen bestellt, ist also nicht die Welt und ich muss jetzt wie ein Haftlmacher aufpassen, was Frau Rabl-Stadler am 30. Mai verkündet.

Bayreuth ist da insofern weiter, da die meisten ihre Karten schon bezahlt haben (ab Zuteilung 3 Wochen Zahlungsziel), die angeblich ihre Gültigkeit für 2021 behalten (da liegt das Geld schon mal 1 Jahr auf der Bank). Bei den meisten Hotels in Bayreuth fallen bei Absagen bis 2 Monate vor Termin keine Stornogebühren an, danach 90 % der Gesamtsumme oder mehr. Man kann also noch ohne Verluste sein Quartier stornieren!

In Salzburg ist es ähnlich, aber 30. Mai wird auch schon knapp, denn die wollen ja am 18. Juli starten. Und manche „Schnäppchen“ lassen sich möglicherweise gar nicht oder nur eingeschränkt stornieren. Es steht ja nirgends, dass mein Besuch unbedingt mit den Festspielen verknüpft ist! Nur so ein Gedanke eben.

Dann noch ein Kommentar von Daniela Strigl, der gut zu dem Interview von Herrn Groissböck im Münchner Merkur passt: Jetzt rächt sich die Verwechslung von Eventwesen und Kunst: Der Kulturjournalismus hat seiner eigenen Liquidation vorgearbeitet. Was ist in Zeiten der Krise notwendig, was ist überflüssig? Die aktuelle Lage bringt den Stellenwert der Kultur ans Licht, den sie in Wahrheit hat.

Corona, Kultur & Klopapier

https://www.furche.at/feuilleton/corona-kultur-and-klopapier-2589608

 Der Zeitpunkt 30.5. könnte auch einen versicherungstechnischen Grund haben. Ich mutmaße hier nur, aber möglicherweise gibt es eine Ausfallversicherung, die erst ab einem gewissen Zeitpunkt vor Beginn der Festspiele leistungspflichtig wird – das könnte zum Beispiel der 1. Juni sein. Daher die Entscheidung am 30.5.

Täglich stirbt ein Festival an Corona
Die Bayreuther Festspiele 2020 sind abgesagt. Und der neue „Ring“ ist auf 2022 verschoben. Das hat viele systemimmanente wie pandemiebedingte Gründe. Werden sich Salzburg und Luzern halten lassen? Und ist das überhaupt sinnvoll?
Die Welt.de

Die Münchner Opernfestspiele sind noch nicht abgesagt!

München
Bayerische Staatsoper verschiebt Opernprojekt von Marina Abramovic – Opernfestspiele weiterhin geplant
Neue Musikzeitung/nmz.de

Callas-Oper: „Es bleibt ein unerklärlicher Rest“
https://www.sueddeutsche.de/kultur/callas-oper-es-bleibt-ein

Polizei kontrolliert Training von Münchens Opernballett
Die Welt.de

AUSWIRKUNGEN DER CORONA-KRISE AUF DAS PROGRAMM DES OPERNHAUSES ZÜRICH

Mit grossem Bedauern muss das Opernhaus Zürich über die Auswirkungen der Corona-Krise auf das angekündigte Programm informieren. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen im Rahmen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus, ist der Probenbetrieb bis mindestens 19. April 2020 untersagt und alle Vorstellungen bis 30. April abgesagt. Durch das Gebot zur Kontaktvermeidung sind die notwendigen Prozesse und Arbeiten zur Premierenvorbereitung absehbar nicht zu leisten.

Mehr darüber in unseren Infos des Tages!

Ach ja, Ungarn hat das Parlament praktisch entmachtet. Die Ungarn haben bei uns den Ruf, dass sie es schaffen, hinter uns in eine Drehtüre reinzugehen, aber vor uns wieder rauszukommen! Aber so ganz sind wir auch nicht „auf der Nudelsuppe dahergeschwommen“. Unser Parlamentspräsident entwickelt seine eigene Strategie, die österreichisch und somit genial ist:

 

Wenn er die Masken schalldicht macht, hat er die Ungarn elegant überholt!

BERLIN: Programm der Spielzeit 2020/21 an der Staatsoper Unter den Linden

Copyright: Josef Lehmkuhl

Gerade in diesen schwierigen Zeiten möchte die Staatsoper Unter den Linden den Blick nach vorne richten und wir freuen uns, Ihnen heute das Programm der Saison 2020/21 vorstellen zu können. Ruhelosigkeit ist das Schlagwort, das über der Saison 2020/21 steht: Sie treibt die Menschen an und lässt sie nicht stillstehen. Durch Ruhelosigkeit entsteht Dynamik. Auch Ruhe ist von Bewegung nicht losgelöst. In-sich-Ruhen ist nicht mit Stillstand zu verwechseln. Ohne Bewegung ist keine Ruhe denkbar und umgekehrt. Verzögerung oder Langsamkeit können ebenso zu Fortschritt und Veränderung führen. Wer hätte gedacht, dass dieser Ausgangspunkt in der heutigen Situation aktueller ist denn je?

Das Staatstheater Augsburg heute im Live-Stream

Mit Natalie Hünig, Andrej Kaminsky und Marlene Hoffmann (Schauspiel) 
Moderation: Vera Gertz

Am kommenden Freitag (03.04.) bietet das Staatstheater Augsburg seinen ersten Theaterabend als Live-Stream an. Der Abend läuft im Rahmen des »Club & Kultur Streams«, den die Club & Kulturkommission Augsburg e.V. mit Unterstützung der Stadt Augsburg initiiert hat. Damit wird derzeit das breite und vielseitige Kulturprogramm aus Augsburg ins Netz und damit zu jedem und jeder Einzelnen nach Hause gebracht.

»ananas@home« lädt in diesem Rahmen am Freitag alle Theaterbegeisterten zu einem Wiedersehen mit den Künstler*innen des Staatstheater Augsburg ein – beim ersten Mal in einer Kombination aus Quarantänekonzert, Talk, Quiz-Duell und Lesung. Und natürlich darf sich das Publikum auch von zuhause aus beteiligen. Wie – das wird am Freitag, um 20.15 Uhr verraten, live aus der brechtbühne im Alten Gaswerk.

Fr 03.04.2020 20:15 | www.staatstheater-augsburg.de oder www.clubundkultur.tv/

Das nächste Streaming des Staatstheater Augsburg findet voraussichtlich am 18.04.2020 statt.

StuttgartBallet@Home geht in die zweite Runde – mit dem zeitgenössischen Ballettabend CREATIONS I – III, der ab dem 1. April um 18:00 Uhr bis zum 7. April um 22:00 Uhr online abrufbar sein wird.

Impuls-Ensemble. Copyright: Stuttgarter Ballett

https://www.youtube.com/c/dasstuttgarterballett

UNSERE JUBILÄEN APRIL 2020 SIND ONLINE!

 HEUTE, 3.4. Renate BEHLE wird 75

Zu den JUBILÄEN APRIL 2020

So früh hatten wir die Jubiläen noch nie: Der Mitarbeiter befindet sich auch in unfreiwilliger Quarantäne und hat deshalb mehr Zeit. Selten ein Schaden, bei dem nicht auch ein Nutzen dabei ist!

Berti Blockwardt passt auf – Eine Wiener Kwarantäne-Satire von Nikolaus Habjan

 

Freiheit der Kunst- berufe mich auf N. Habjan und den Falter

https://youtu.be/nRd6eR6PVfE

Berti Blockwardt passt auf – Nikolaus Habjans Geschichten aus der Wiener Kwarantäne
ZUM VIDEO

Bevor meine „Polit-Gegner“ nun aufjaulen, bedenken Sie bitte, dass diesem dem „Falter“ entnommen ist!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

DIE BECZALAS IN IHRER POLNISCHEN WALDHEIMAT – 5 Fotos

 

ZU INSTAGRAM mit 5 Fotos

Auch Ursula Wiegand aus Berlin meldet sich zu Wort:

Das Corona-Virus wird vielleicht auf Dauer so manches verändern und hoffentlich die Spreu vom Weizen trennen. Brauchen wir eigentlich so unglaublich viele Festspiele von nicht immer überzeugendem Niveau? Diese Frage drängt sich jetzt förmlich auf. – Und sollte ein Opernhaus nicht nur verstärkt auf die Qualität der Interpreten/Innen achten, sondern auch auf die der Inszenierung?  Wenn ein Regisseur oder eine Regisseurin im Programmheft seitenlang mit wohlgesetzten Worten erklären muss, was mit seiner/ihrer Inszenierung gemeint sei, ist das eine schlechte Arbeit und dem Publikum (für teuer Geld) eigentlich nicht zumutbar.

Ich habe garantiert nichts gegen modernes Regietheater anstelle von altertümlichem Plüsch, aber überzeugen muss der alte und der neue Ansatz! Musiktheater neu denken und neu mit perfekten Interpreten/innen auf die Bühne stellen – wäre das Gebot der Stunde, wenn Corona vorüber ist. Aber ich fürchte, das bequeme „Weiter so“ wird wieder die Oberhand gewinnen, so als wäre rein gar nichts geschehen, und das sollte sich das Publikum eigentlich nicht mehr bieten lassen.  Ursula Wiegand   

DIE HAMSTER(ER) HABEN HOCHSAISON

 

Und im übrigen hat die FAZ einkaufende Menschen auch als „Hamster“ bezeichnet (in Frankfurt wurden die Drogerieketten besonders für Milchpulver und Windeln gestürmt)

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/coronavirus-drogerie-kraefte-in-frankfurt-gegen-hamsterkaeufer-16684668.html

…. Ähnliche Hamsterkäufe soll den Angaben einer Neu-Isenburgerin auch ein Vater in der Hugenottenstadt versucht haben. Doch als er das zweite Mal mit zwei Paketen Milchpulver an der Kasse einer Drogerie stand, erkannte ihn die Verkäuferin und schickte den Mann mit leeren Händen fort. Sie habe sogar noch zum Telefon gegriffen und ihrer Kollegin im benachbarten Markt eine Personenbeschreibung des Hamsters durchgegeben, berichtete die Zeugin.

Also ich stelle mir mal die Personen-Beschreibung bildlich so vor: Klein, putzig, hellbraun, weiße Bauchseite und lange Schnurrbarthaare, aufgeblasene Backen und in den Pfoten einen Karton Milchpulver. Selbst die FAZ ist also nicht vor Stilblüten gefeit! (Sandra Warnung)

Na also, die Mitarbeit klappt bestens.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

Diese Seite drucken