Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

13. FEBRUAR 2022 – Sonntag

13.02.2022 | Tageskommentar

 

War die Mozartwoche wirklich unrettbar?
… Intendant Rolando Villazón hat das Total-Storno Anfang Jänner mit düsteren Prognosen begründet: Die Omikronwelle würde sich bis Monatsende auf ein Höchstmaß türmen; pro Berufssparte könnten 20 Prozent ausfallen, strikte Maßnahmen drohen.
WienerZeitung.at

Nun, wir wissen dass es nicht ganz so schlimm gekommen ist. Nachträglich ist man zwar immer klüger, aber die Leichenbittermiene, mit der Villazon die Absage verkündete, schien angetan, uns in den kollektiven Selbstmord zu treiben.

Nun feiert er seinen 50 er – am Ort der Absage und terminlich gar nicht weit von ihr entfernt. Dazwischen liegen einige Politiker-Bocksprünge

WIENER STAATSOPER: ANNA BOLENA

Die Zeiten, in denen Renate Wagner ihre „Nachtkritiken“ unmittelbar nach dem Erlebten in den PC gehämmert hat, sind vorbei (zumindest vorerst, man weiß ja nie, was die Zeit für Veränderungen auch in den Theatern bringt), sie hat sich Staatsopern-Abstinenz auferlegt. Ich erwarte jedoch einen anderen Rezensentenbericht im Laufe des Tages und werde auch reagieren, sobald mir etwas zugetragen wird!

Der Bericht ist da!

 
Szilvia Vöros (Smeton) und Diana Damrau (Anna). Alle Fotos: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

WIEN / Staatsoper: ANNA BOLENA von Gaetano Donizetti – Wiederaufnahme

Über die bIsherigen Neuproduktionen der noch jungen, von der Pandemie in ihren Möglichkeite gewiss arg eingeschränkten Direktionszeit von Bogdan Roscic kann man geteilter Meinung sein. Geboten werden in erster Linie eingekaufte Inszenierungen aus dem Fundus des europäischen Regietheaters, die zum Teil schon recht museal wirken. Was vor 25 Jahren „modern“ und revolutionär war, ist heute oft schon überholt, wie man es etwa bei Die Entführung aus dem Serail des verdienten, jüngst verstorbenen Hans Neuenfels konstatieren konnte. Zu den Pluspunkten zählt hingegen die eindrucksvolle Zahl an Wiederaufnahmen in meist adäquaten bis hervorragenden Besetzungen: In letzter Zeit wurden u.a.  Pique Dame, Die Tote Stadt, Peter Grimes, Der Fliegende Holländer, Manon Lescaut u.a. aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Erfreuliche bis hinreißende, dankbar erlebte Wiederbegegnungen…

…Nun kommt Donizettis Tragedia lirica Anna Bolena an die Reihe, die zuletzt, wenn die Erinnerung nicht trügt, 2015 an der Staatsoper zu sehen war – mit Anna Netrebko und dann auch mit Gruberova in der Titelpartie. Damit liegt die Latte bei einer Wiederaufnahme schon sehr hoch.  Diana Damrau, die in dieser Rolle im Dezember 2021 in Zürich erstmals zu bewundern war, ist eine hochgeschätzte Sopranistin für das Belcanto-Fach, kann aber auch als Mozart- und Strauss-Sängerin auf eine erfolgreiche Karriere verweisen. Ihre Gestaltung der unglücklichen Königin, die zugunsten der Krone auf ihre große Liebe verzichtet hat und dafür mit dem Tod am Schafott bezahlen muss, ist darstellerisch packend und gesanglich in vielen Details fein ausgearbeitet, fällt aber insgesamt nicht so überwältigend aus, wie erwartet. 

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Dan Paul Dumitrescu, Pene Pati. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

WIEN/ Staatsoper: DIE TOTE STADT am 12.2.2022

Ein lohnender Abend, trotz manchen Einwands. Zum ersten: des Stückes wegen. Zum zweiten: der Musik wegen. Zum dritten: der Aufführung wegen.
Trotz manchen Einwands …

Jenem zum Beispiel, daß eine pausenlose Aufführung Pauls Traumwelt nicht unterbrochen, die Geschlossenheit des Abends gesteigert hätte. Oder jenem, daß Willy Decker (» natürlich «, ist man geneigt, festzustellen) sich mit der durch die Korngolds aufgespannten Ebene nicht zufrieden gab. Denn niemand anderer als Julius Korngold, des Komponisten Vater und einflußreicher Kritiker, verbirgt sich hinter dem Pseudonym Paul Schott. (Ich sagte dies — und anderes — bereits.) Oder jenem, daß die Sänger den an sie gestellten Anforderungen nicht gerecht wurden; — aus unterschiedlichen Gründen.

Die tote Stadt/ Finale des zweiten Bildes. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=55AB4949-B97E-3F14-F93C7F1057074157

Thomas Prochazka/www.dermerker.com

WIEN / Staatsoper: „DIE TOTE STADT“ –   11.02.2022 (Bericht Walter Nowotny)
(3. Vorstellung in dieser Serie)

Adrian Eröd, Klaus Florian Vogt. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Ich war bereits in der ersten Vorstellung der laufenden Serie. Da man aber von der Galerie aus leider von den Vorgängen im Bühnenhintergrund (fast) nichts sieht, habe ich beschlossen noch eine Aufführung, diesmal vom Parkett aus, zu verfolgen.

Der unglückliche Paul, der in Trauer um seine verstorben Frau Marie wie versteinert ist und durch die Begegnung mit der seiner Frau ähnlich sehenden Tänzerin Marietta zu neuem Lebensmut findet, ist bei Klaus Florian Vogt in besten Händen. Sein hell timbrierter und höhensicherer Tenor ist ideal für diese schwere Partie. Marietta und in den Traumsequenzen Marie ist die litauische Sopranistin Vida Miknevičiūtė. Mit Hingabe und all ihren Verführungskünsten spielt sie die Tänzerin und die verstorbene Ehefrau. Strahlend in den Höhen, dramatisch in den Ausbrüchen, aber auch wunderbar lyrisch in ihrem Lied im ersten Bild, ist auch sie eine Idealbesetzung. In dieser Produktion werden Frank und Fritz von einem Sänger verkörpert. Adrian Eröd ist sehr präsent als Pauls treu sorgender Freund Frank und singt als Fritz im zweiten Bild mit nobler Stimmführung das schwärmerisch-melancholische Lied des Pierrot. (Dass die Sänger in der dritten Vorstellung fast alle etwas müder klangen als in der ersten Vorstellung mag vielleicht auch daran gelegen sein, dass zwischen der zweiten und der dritten Vorstellung nur ein Tag Pause war.)…

Zum Bericht
von Walter Nowotny

Die tote Stadt – ein gefährlicher Tagtraum geht in einen langen Nachttraum über
https://klassik-begeistert.de/erich-wolfgang-korngold-die-tote-stadt-wiener-staatsoper-11-februar-2022/

Umbesetzungsprobleme überall – abei bei Stuttgarts TOSCA besonders

Udo Klebes berichtet: über „TOSCA“ 10.2.2021 – und schließlich war es die Fünfte!

Die Besetzung der Titelrolle dieser Vorstellung kam auf mehreren Umwegen zustande, weshalb Opernintendant Victor Schoner zur Erklärung vor den Vorhang trat. Viele hatten auf die ursprünglich für diese ganze Serie vorgesehene Catherine Naglestad (sie bestritt bereits die Premiere 1998) gewartet, doch die hier einst zum Publikumsliebling gereifte Sopranistin hat sich wohl in die USA zurück gezogen und meidet vorläufig weite Reisen. Als Ersatz war zunächst die bislang besonders als Salome gepriesene Newcomerin Elena Stikhina gemeldet – Probleme mit Reisedokumenten verhinderten aber offensichtlich ihre Mitwirkung. Daraufhin wurde mit Malin Byström eine Lösung gefunden, für diese eine Vorstellung gab es jedoch Terminüberschneidungen. Danach war auf der Homepage der Staatsoper Maria Agresta genannt, die eine Aufführungsserie im letzten Herbst bestritten hatte. Als ob dieses wiederholte Pech das künstlerische Betriebsbüro nicht schon genügend Nerven gekostet hätte, schlug diesmal das Pech in Form einer Erkrankung zu. Am Vortag schließlich löste sich das Problem in Gestalt von Carmen Giannattasio aus Neapel als rettendem Engel…

Zum Bericht von Udo Klebes

München/Nationaltheater
Belcanto-Festival in der Bayerischen Staatsoper: Clash der Kulturen in „Il turco in Italia“
Als ich zum ersten Mal von „Il turco in Italia“ gehört habe, musste ich unweigerlich an Stings „Englishman in New York“ denken. Sicher handelt es sich hier um ein komplett anderes musikalisches Genre, zeigt es aber, dass der Stoff der 1814 in der Mailänder Scala uraufgeführten Opera buffa nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Von Dr. Petra Spelzhaus
Klasssik-begeistert.de

„Il turco in Italia“: Wenn Funken fliegen
Rossinis komische Oper „Il turco in Italia“ neu besetzt im Nationaltheater.
Münchner Abendzeitung

GENOVA/ TEATRO CARLO FELICE : LA SERVA PADRONA von Giovanni Battista Pergolesi und TROUBLE IN TAHITI von Leonard Bernstein

Trouble in Tahiti: der entfremdete Mann. Foto: Teatro Carlo Felice

  Operneinakter sind immer schwer zu kombinieren, wenn man nicht gerade auf die klassische Paarung Cavalleria/Bajazzo zurückgreifen will. Die Oper in Genua hat es jetzt mit einer besonders ausgefallenen „double bill“ versucht und dazu Pergolesis „La serva padrona“ und Bernsteins „Trouble in Tahiti“ zusammengespannt, mit der durchaus einsichtigen dramaturgischen Begründung, dass es sich ja in beiden Fällen – wenn auch durch Jahrhunderte voneineinder getrennt – um komische Beziehungsdramen handelt…

...Man kann nicht oft genug bedauern, dass niemand Leonard Bernstein rechtzeitig (wie weiland Mozart) in ein Kammerl eingesperrt hat, um mehr mehr und viel mehr solche „Opern“ zu schreiben, bevor sich der Überbegabte endlos in pädagogische und andere Aktivitäten verzettelt hat. Und es schmerzt bis heute, dass seine Erben ein vollendetes Meisterwerk wie „1600 Pennsylvania Avenue“ noch immer nicht für Aufführungen freigeben. Aber vielleicht wird das ja noch was…

 Zum Bericht von Robert Quitta, Genova

Berlin: Brahms und Suk : Petrenko setzt auf Sprödes
Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, Sir András Schiff.
Für diesen winterlichen Abend hatte Kirill Petrenko ein Programm gewählt, das von gebrochenen Tönen gezeichnet war. Johannes Brahms“ wahrhaft monumentales 2. Klavierkonzert, vom Komponisten selbst erst zwanzig Jahre nach dem Misserfolg seines ersten in Budapest uraufgeführt, ist allein schon mit seiner Länge eine Herausforderung für den Solisten.
Mit Sir András Schiff war ein Interpret der Spitzenklasse aufgeboten, der selbst erst kürzlich eine hoch gelobte Einspielung beider Brahms-Konzerte als Solist und Dirigent vorgelegt hatte.
Klassik-begeistert.de

Berliner Philharmoniker: Ziemlich ferne Freunde
Chefdirigent Kirill Petrenko dirigiert bei den Berliner Philharmoniker Werke von Suk und Brahms. Pianist Andras Schiff ist der Solist des Abends.
Tagesspiegel.de

GRÜSSE AUS RUSSLAND VON GÜNTHER GROISSBÖCK UND DER PIANISTIN SASCHA GOLOUBITSKAIA

Spaziergang in Moskau (10 Fotos)


ZU INSTAGRAM mit 10 Fotos und zwei Videos

BONN: Mit dem Projekt FOKUS ´33 fragt die Oper Bonn nach verschwundenen und vergessenen Werken



Das Foto zeigt eine Szene aus Rolf Liebermanns „Leonore 40/45“. Foto: Thilo Beu

Ist das Bessere ein Feind des Guten? Das mag sein, aber was ist „das Bessere“? Sicher ist etwa Mozarts Meisterschaft unbestreitbar und ein Werk wie „Don Giovanni“ unerreicht. Aber ist, weil Mozart auf dem Feld der Komposition in seiner Zeit unschlagbar war, Antonio Salieris beißende politische Satire – etwa in dem in Würzburg vor fast 25 Jahren leider folgenlos entdeckten „Cublai, Gran Khan dei Tartari“ – auf ihre Art nicht auch unübertreffbar? Oder Salieris nachtschwarz-depressive Sicht auf Macht in „Axur, Re d’Ormus“? Gerade unter der multiperspektivischen Betrachtungsweise geistesgeschichtlicher Zusammenhänge im 21. Jahrhundert relativiert sich die Frage nach dem „Guten“ und dem „Besseren“ schnell…

Den gesamten Artikel von Werner Häußner finden Sie in unseren Infos des Tages

Deutsche Oper am Rhein: Junge Oper Urban präsentiert die zweite Uraufführung im UFO

„Als wir nicht wussten wer wir waren“, das neue Stück für alle ab 8 Jahren, kommt am Dienstag, 15. Februar 2022, 11.00 Uhr, im UFO in Düsseldorf-Garath zur Uraufführung.

Es gibt noch Karten für zwei Familienvorstellungen am 20. Februar.
Mehr darüber in den „Infos des Tages“

Theater
Wiener Rabenhof-Theater-Chef Gratzer: „Den Regierenden ist die Kultur völlig egal“
DerStandard.at

Semmering
Grand plaisir: Reichenau und Scharmützel rund um die Adlitzgräben Bezahlartikel
Trenklers Tratsch: Die Hotelbesitzer gehen in der Semmering-Region eine heilige Allianz mit den Kulturveranstaltern ein
Kurier.at

Berlinale: Großer Auftritt für den österreichischen Film
Von Ulrich Seidl bis Ruth Beckermann: Die Berlinale zeigt gleich fünf heimische Filme in ihren wichtigsten Sektionen.
WienerZeitung.at

Velden
Promischar bei Trauerfeier: Karl Spiehs beigesetzt
Zahlreiche Freunde aus der Welt des Films gaben am Samstag dem Wahlkärntner die letzte Ehre und tauschten Erinnerungen aus. Das Requiem zelebrierte Altbischof Egon Kapellari.
Kleine Zeitung

+++AUS DEM GEFÄHRLICHEN LEBEN DES HERAUSGEBERS (von Peter Bilsing/ www.deropernfreund.de )

Auch und besonders für Nichtopernfreunde zum amüsanten Lesen geeignet

Der Herausgeber des „Opernfreunds, Peter Bilsing

Teil 6 (Reihe wird fortgesetzt)

Anlässlich des Todes von Hans Neuenfels
BILSING IN GEFAHR – TEIL 6
TOD VOR DEM FERNSEHER bei Wagner
Weiterlesen in unseren „Infos des Tages“

Nach dem Tod von umstrittenen Personen schalten Zeitungen die Forumsdiskussion zum Thema ab. Das war bei uns nicht nötig, unsere Forumsteilnehmer haben Hans Neuenfels den gebührenden Respekt erwiesen.

Sein „Ratten-Lohengrin“, von „Opernfreund Peter Bilsing durchaus humorig verrissen, wurde später zum Kult. Warum Peter und ich diesese Kritik dennoch hervorkramen? Weil sie durchaus in Neuenfels Sinn war, der Mann hatte Humor! Schade um ihn!

Kriegstreiber Joe Biden: Der US-Präsident ist gefährlicher, als wir glauben. Wer stoppt ihn?
Alle Welt berichtete über Joe Bidens markige Ansage nach dem Treffen mit dem deutschen Kanzler: Falls Russland in die Ukraine einmarschiere, werde es keine Pipeline Nord Stream 2 geben.
Niemand erwähnte, was folgte: Eine Reporterin fragte, wie die USA das anstellen würden, handele es sich doch um ein deutsches Projekt unter deutscher Kontrolle.
Biden: «Ich verspreche Ihnen, wir sind in der Lage, das zu tun.»
Und Olaf Scholz? Stand daneben und grinste.
Weltwoche.de/daily

Angesichts dieser Zeilen vergeht mir der Humor!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

Diese Seite drucken