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29. NOVEMBER 2021 – Montag

29.11.2021 | Tageskommentar


BERLIN / Komische Oper „KATJA KABANOVA“ – Premiere; 27.11.
2021. Annette Dasch in der Titelrolle. Foto: Jaro Suffner/Komische Oper Berlin

Wer sich in Familie begibt, kommt darin um!. Dieses Zitat von Heimito von Doderer könnte Pate für die Neuinszenierung von Leoš Janáčeks sechster Oper “Katja Kubanova” an der Komischen Oper Berlin stehen. Draussen Schneeregen, drinnen eine sich spiralförmig drehende Familientragödie rund um Katja, tödlich unglücklich in das Kaufmannshaus der Kabanov eingeheiratet. 

Für Regisseurin Jetske Mijnssen geht es in dieser Oper nach einem Schauspiel “Das Gewitter” des russischen Dramatikers N. Ostrowski weniger um das Dorf, die Natur als gewaltigen Spiegel der Seele und ihrer Verwandlungen, sondern um eine dysfunktionale Familie. Julia Katharina Berndt hat dazu ein Bühnenbild von klaustrophobischer Enge geschaffen. Das Publikum sieht für den gesamten Verlauf der Oper braun-dreckige Wände und graue Lambris von drei untiefen Innenräumen, die sich nach recht und links fahren lassen. Nur ein Esstisch samt Stühlen, an dem sich die familiären Dramen, die täglichen Beleidigungen und Erniedrigungen abspielen, dient als szenische Einrichtung. 

Eng ist es da, lieblos und hart, spießig und unerträglich. Kein Wunder, dass Katja bei der stets stutenbissigen Schwiegermutter und ihrem Schwachmaten und Muttersöhnchen Tichon als Ehegespons in so einer Situation innerlich verdorrt, final aufgibt…

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Anmerkung: Die Komische Oper muss jetzt nach der Vorgabe 2G plus verfahren. Das ist in Berlin kein striktes Muster “Geimpft, Genesen plus Test”. Sondern die Veranstalter haben die Wahl. Wenn sie ihr Publikum für die gesamte Dauer der Aufführungen Maske tragen lassen, dann entfällt die Testpflicht. Wird zusätzlich zu 2G die Option Test gewählt, dann muss drinnen keine Maske getragen werden. Die Komische Oper hat gut daran getan, sich für Maske zu entscheiden, wenn ich mir die langen Schlangen vor den Testzentren anschaue…. (Dr. Ingobert Waltenberger)

Berlin/ Komische Oper
„Katja Kabanowa“ in Berlin: Wir hören gemeinsam, wir sehen gemeinsam – wir leiden gemeinsam, wir feiern gemeinsam
Berlins neue „Katja Kabanowa“ an der Komischen Oper Berlin hat das Publikum so in den Bann geschlagen, dass der Jubel über diesen in jeder Hinsicht (und jedem Hinhorch) gelungenen Abend sich erst nach und nach einstellen will. Barrie Kosky, der seine Premierenrede in diesen Zeiten nicht im Foyer halten kann, fasst es am Ende von der Bühne sprechend so zusammen: „In the Theater, it’s a Wir.“
Von Sandra Grohmann
Klassik-begeistert.de

Glücklich geunglückt: Premiere „Katja Kabanowa“ an der Komischen Oper
Sie scheinen gar kein Ende zu nehmen, die so hohen wie engen Räume mit ihren so riesigen wie erschlagenden Türen, wie sie sich da langsam über die Bühne schieben und die verzweifelte Katja davonläuft und immer am selben Ort bleibt. Dabei sind es bloß drei Räume oder so, die die Bühnenbildnerin Julia Katharina Berndt da hingestellt hat.
https://hundert11.net/gluecklich-geunglueckt/

„Katja Kabanowa“ an der Komischen Oper: das Drama eines Ehebruchs
BerlinerZeitung

Anrührend, aber nicht mitreißend: Katja Kabanova in der Komischen Oper (Podcast)
https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur/202111/28/645698.html

Nach solchen Abenden kann man beruhigt feststellen: Die Oper lebt!
Leoš Janáček, Katja Kabanowa
von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

HAMBURG: Foto vom Schlussapplaus für „ELEKTRA“

Schlussbeifall. Elektra im typischen Tcherniakov-Ambiente. Man könnte auch den „Rosenkavalier“ gespielt haben (Akt 1 und Akt 2)

Premiere „Elektra“ am 28.11.
Wie Violeta Urmana der Klytämnestra darstellerisch innere Glaubwürdigkeit verleiht und zudem noch stimmliche Kompetenz zeigt, ist bewunderungswürdig. Ihr steht aber auch eine nicht minder beeindruckende, aggressiv-neurotische Elektra gegenüber, die mit Aušrinė Stundytė herausragend besetzt ist.
Staatsoper Hamburg, 28. November 2021 (Premiere)
von Dr. Ralf Wegner
http://klassik-begeistert.de/richard-strauss-elektra-staatsoper-hamburg-28-november-2021-premiere/

Dmitri Tcherniakov über „Elektra“

ZUM VIDEO

Berlin/ Staatsoper: Uraufführung von Peter Eötvös‘ “ Sleepless“

Copyright: Gianmarco Bresadola/ Staatsoper Berlin

Staatsoper Berlin: gemischte Gefühle bei der Uraufführung von Peter Eötvös‘ Sleepless

Jubel und Standing Ovations am Ende der Uraufführung von Sleepless. Die Inszenierung von Kornél Mundruczó bietet spektakuläre Bilder. Aber sie verheddert sich zusehends in Widersprüchen, die auch die interessante, aber nicht durchweg fesselnde Musik von Eötvös nicht auflösen kann. Erfreulich die Leistungen Linard Vrieling und Victoria Randem als „Helden“-Paar. Gut, teils sehr gut auch die übrigen Sänger, unter ihnen Tómas Tómasson als Man in Black und Hanna Schwarz als Old Woman.
konzertkritikopernkritikberlin/Schlatz

Es ist etwas los – nur nicht bei uns in Wien. Die Wiener Staatsoper bereitet sich derzeit auf die besucherlose „Don Giovanni-Premiere am kommenden Sonntag vor (auf ORF III zu erleben)

Ansonsten schaut es in Wien traurig aus:

Wien
Geschlossen und abgesagt: Lage der Kultur im Lockdown IV
Vor welche Herausforderungen stellt das die einzelnen Branchen? Welche Strategien gibt es? Und wie sieht eine längerfristige Prognose aus?
Der Standard.at

Testpflicht für Geimpfte und Genesene: Wiens Pläne nach dem Lockdown
Auf die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene werden strenge Regeln folgen, um einen erneuten Kontrollverlust zu verhindern.
DiePresse.com

Ist meine Frage berechtigt, warum ich mich dreimal impfen habe lassen? Stehe ich mit dieser Frage allein?
Warten wir ab, was heute für Entscheidungen seitens der Regierung getroffen werden!

Deutschland/ Corona und kein Ende – Experte fürchtet Kahlschlag in der Kultur
NeueMusikzeitung/nmz.de

MAILAND /TEATRO ALLA SCALA: PROBENFOTOS ZU „MACBETH“

Gefunden von Fritz Krammer

 

INSTAGRAM mit 7 Probenfotos

ZU INSTAGRAM – weitere Fotos und Videos

LONDON: NACH DER AUFFÜHRUNG „MACBETH“ AM 26.11.

Daniele Rustioni, Anna Pirozzi, Günther Groissböck

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und Videos

WIEN: MuTh bleibt auch im aktuellen Lockdown aktiv

Das MuTh bleibt auch im aktuellen Lockdown in Form von Live-Streamings sowie durch die jüngst vorgestellte, neue Partnerschaft mit der Klassikplattform myfidelio mit dem Publikum im Austausch.

Live aus dem MuTh ist am 3. Dezember 2021 um 19.30 Uhr Matthias Bartolomeys „Tribute to Beethoven #3“ (gemeinsam mit Benjamin Schmid, Violine, und Ariane Haering, Klavier) im Konzert-Stream zu erleben: https://muth.at/livestream/

Bereits seit 20. November 2021 ist das MuTh auf myfidelio präsent; bis Jahresende werden hier mehr als zehn Produktionen mit rund 20 Stunden Programm zur Verfügung stehen: www.myfidelio.at/das-muth/collections/565

WIEN MODERN: Komplettes Abschlusskonzert im Stream

Das Abschlusskonzert von Wien Modern am 30.11.2021 um 19:30 Uhr wird live per Stream aus dem Wiener Konzerthaus auf www.wienmodern.at zu verfolgen sein (Bezahlung freiwillig / pay as you wish). Es ist der lang erwartete Moment, bei dem Ilya Gringolts an der Sologeige und Beat Furrer am Pult erstmals gemeinsam Furrers Violinkonzert musizieren. Bei Furrers Debüt als Dirigent der Wiener Symphoniker stehen kurz nach der Donaueschinger Uraufführung auch die erste Interpretation der neuen Tableaux I–IV für Orchester durch den Komponisten auf dem Programm sowie Milica Djordjevićs Quicksilver von 2016 und zum Abschluss Edgar Varèses Déserts von 1950–1954.

Nordhausen
Doppeluraufführung am Theater Nordhausen: „Kain und Abel“ und „Verklärte Nacht“
Das Theater Nordhausen kombiniert die Uraufführung der Oper „Kain und Abel“ von Christoph Ehrenfellner mit der Uraufführung von Ivan Alboresis Ballett „Verklärte Nacht“. Das ist mal ein Zeichen: In den Wochen vor Weihnachten des zweiten Coronajahres, die sich in den Opernhäusern, die noch spielen, anfühlen wie ein düsterer Vorabend, stemmt Nordhausen eine Uraufführung!
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wien
Niavarani verlängert Theater im Park
Das aus der Pandemie heraus gegründete Theater im Park ist gekommen um zu bleiben. Eigentümer Michael Niavarani und Georg Hoanzl kündigten eine dritte Saison für kommenden Sommer an – mit Stars aus dem Bereichen Kabarett, Musik und Literatur.
https://wien.orf.at/stories/3132090/

Niavarani und Hoanzl habes es anscheinend geschafft, das Konzept geht auf. Wieso schaffen das Mitbewerber (und dazu gehören auch Theater) nicht?

Buchbesprechung:

 

Anna Netrebko: DER GESCHMACK MEINES LEBENS
Mit Fotos von Vanessa Maas
160 Seiten, Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria, 202

Rund um ihren „50er“ sind die Aktivitäten, ist die Unternehmungslust von Anna Netrebko ungebrochen. Auftritte überall (eine Schulteroperation wirft sie kaum aus der Bahn), inklusive die diesjährige Scala-Eröffnung (als Lady Macbeth in ihrer x-ten Inszenierung), eine neue CD (mit hoch dramatischem Cover) – und ein Buch.

So selbstverständlich unkonventionell wie die ganze Frau ist auch „Der Geschmack meines Lebens“, nun reich bebildert  im Molden Verlag erschienen. Allerdings nicht nur mit Fotos, die Anna zeigen, sondern auch zahlreiche Speisen, die aus dem Buch gewissermaßen ein Kochbuch machen (die überbordende, aber zweifellos appetitanregende Foodfotografie stammt von Vanessa Maas). Gleich im ersten Satz des Vorworts lässt Anna Netrebko ihre Leser wissen, dass das Kochen für sie in den letzten Jahren zu einem auftregenden Thema geworden ist. Und darum bezieht sie es so prominent in ihr Buch ein, dass es eigentlich den Hauptakzent setzt. Schon das Titelfoto zeigt sie nicht in einer Opernrolle, sondern fast folkloristisch wie eine festlich geschmückte russische Bäuerin, die dem Betrachter eine Schale Erdbeeren anbietet…

Opernfreunden sei gesagt: Es ist auch am Rande eine Lebensgeschichte, in Ich-Form erzählt, von dem kleinen Mädchen in Krasnodar, das sich schon als Kind so gerne verkleidet hat. Dabei gibt es anfangs Privatfotos (auch von Essensorgien…), später Rollenfotos…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • EU will härter gegen Schleuser am Ärmelkanal vorgehen: Bei einem Krisentreffen zur Migration über den Ärmelkanal haben Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland einen härteren Kampf gegen Schleuser beschlossen. Grossbritannien, welches das Ziel der Flüchtlinge ist, wurde zur Schaffung legaler Migrationswege aufgerufen.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Londons Underground steckt finanziell in der Krise: Die Pandemie hat die älteste U-Bahn der Welt so gebeutelt, dass Transport for London noch mehr Staatshilfe benötigt. Es droht ein «kontrollierter Abbau» («managed decline») des Betriebs, bei dem im Extremfall nur noch die Sicherheit garantiert werden kann, in Stosszeiten ein Viertel weniger Züge fahren, alle neuen Investitionen ausfallen und Rollmaterial nicht ersetzt wird.
    Zum Bericht
  • Linke Oppositionskandidatin steht in Honduras vor Wahlsieg: In einem der ärmsten Länder Lateinamerikas bahnt sich ein Machtwechsel an. Die linke Kandidatin Xiomara Castro, die eine Zentrum-Links-Allianz anführt, führt nach ersten Auszählungen deutlich vor dem Kandidaten des seit zwölf Jahren regierenden Partido Nacional, Nasry Asfura. Anders als bei den letzten Wahlen 2017 verlief der Urnengang friedlich.
    Zum Bericht
  • Auch dritte Partie der Schach-WM endet mit Remis: Der Titelhalter Magnus Carlsen aus Norwegen und der russische Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi trennen sich nach weniger als drei Stunden im 41. Zug erneut mit einem Remis. Obwohl er der eindeutige Underdog ist, erweist sich der Herausforderer Nepomjaschtschi damit weiterhin als ebenbürtig.
    Zum Bericht
  • US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin egalisiert Uralt-Rekord im Ski alpin: Wie einst Ingemar Stenmark hat auch Shiffrin 46 Rennen in einer Disziplin gewonnen. Bei Stenmark war es der Riesenslalom, bei Shiffrin ist es der Slalom. Die Schweizerin Wendy Holdener kommt bei dem Slalom-Rennen im amerikanischen Killington erstmals in diesem Winter auf das Podest. Sie klassiert sich hinter Petra Vlhova als Dritte. Zum Bericht
  • Designer Virgil Abloh 41-jährig an Krebs gestorben: Abloh war zuerst für das Design der Modeartikel von Kanye West, dem einflussreichsten Rapper der Gegenwart, verantwortlich. Dann kreierte er Mode nach seinem eigenwilligen Stil für internationale Modekollektionen seiner eigenen und anderer etablierter Marken. Vor drei Jahren erkor ihn das «Time Magazine» zu einer der hundert einflussreichsten Personen.
    Zum Nachruf

Ideengenerierung: Divergentes vs. konvergentes Denken
Problemlösung, Ideengenerierung, Kreativität: WAS IST ABWEICHENDES DENKEN? Neugier, Nonkonformität, Beharrlichkeit und Risikobereitschaft. Offenheit analysiert intellektuelle Neugier, künstlerisches Interesse, Originalität, liberale Einstellungen und Vorstellungskraft. WAS IST KONVERGENTES DENKEN? … alle Menschen … konvergente Denkweise …
Gefunden von TTT
https://www.affde.com/de/idea-generation-divergent-vs-convergent-thinking.html

„Licht ins Dunkel“
Politiker-Stadl im ORF machte sie zu Kasperln!

Jeden Sonntag vergeben wir den Kasperl der Woche, Preisträger sind Persönlichkeiten, die durch besondere Blödsinnigkeiten aufgefallen sind. In dieser Woche war es nicht besonders schwer: Die „Licht ins Dunkel“-Schunkel-Gala im ORF – während alle anderen im Lockdown sitzen müssen – bietet sich als ideale Bühne dafür an: Alle Politiker, die dort tanzten, lachten und feierten sind unsere Kasperln.
https://www.krone.at/2566498

Ich kenne kein Medium außer den Veranstalter ORF, der positive Worte über diese Auftritte in einer an sich sehr positiven Aktion gefunden hat!

Die Formel 1 trauert um legendären Frank Williams
79jährig gestorben
https://www.krone.at/2567189

Die schlechtesten Kunstlied-Interpretationen aller Zeiten (Eine Liebeserklärung) – Folge 39
blog/nmz.de

Ich wünsche einen guten Start in eine Woche, in der positive Nachrichten überwiegen!

A.C.

 

 

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