Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

29. MÄRZ 2019 (Freitag)

29.03.2019 | Tageskommentar


Edita Gruberova: Der letzte Münchner „Vorhang“. Die Münchner Gruberova-Fans jubelten der Diva 58 Minuten zu! Foto: Wilfried Hösl

Eine der ganz Großen trat von der Opernbühne ab. Ein Abschied von der Bühne ist es ganz sicher nicht, denn Konzerte wird Edita Gruberova wohl weiter geben – zur Freude ihrer Fans.

Leicht hatten es wir von der Redaktion mit „der Gruberova“ wahrlich nicht. Mit Frau Gruberova selbst hatte ich nie persönlich zu tun, wohl aber mit ihren Fans, die so gar nicht „pflegeleicht“ waren (und wohl auch weiterhin nicht sein werden). Diese haben ihren Star selbst gegen leiseste Kritik mit Klauen und Zähnen verteidigt. Das ging so weit, dass sich bei uns nur der deklarierte Gruberova-Fan Dr. Peter Dusek bereiterklärte, über einen Gruberova-Auftritt zu berichten! Bei ihm waren keine bösen Mails zu befürchten.

Egal, wir waren stets um Fairness bemüht und haben anerkannt, dass Edita Gruberova eine der raren echten Größen der Opernbühne war, die sich ihre Fans „erarbeitet“ hat. Von selbst kommen diese nicht, die muss man sich verdienen.

Besonders aus München war das Echo immer groß – und so verlief der Münchner Bühnenabschied auch besonders emotional. Gestoppte 58 Minuten wurde Edita Gruberova gefeiert. Wir bieten Ihnen einige Minuten aus dem Schlussapplaus an, leider in bescheidener Qualität. Aber darum geht es wohl nicht – es geht um Erinnerungen an den letzten großen Münchner Opernauftritt eines ganz großen Stars:

EDITA GRUBEROVA: DER WOHL LETZTE MÜNCHNER OPERN- SCHLUSSAPPLAUS

Auszug aus Instagram: Eine unserer grössten Divas verabschiedet sich von der Opernbühne. Danke für all die grossartigen Vorstellungen, liebe Edita Gruberova

ZUM KURZVIDEO

58 Minuten Schlussapplaus (inklusive Bachler)

Weitere Videos von der Abschiedszeremonie. Die Amateuraufnahmen sind leider nicht von großer Qualität – aber was schert das die Gruberova-Fans. Es soll eine Erinnerung sein.

http://www.spirituelle-reisen.de/media/gruberova-abschied-1.mp4

http://www.spirituelle-reisen.de/media/gruberova-abschied-2.mp4

http://www.spirituelle-reisen.de/media/gruberova-abschied-3.mp4

Abschied von der Münchner Opernbühne
Edita Gruberova steht nach 49 Jahren letztmals auf der Opernbühne – vor Münchner Publikum, das sie so liebt. Man fragt sich, wer hier von wem Abschied nimmt
Münchner Abendzeitung
Edita Gruberova beendet ihre Opernkarriere
Mehr als 50 Jahre lang stand Edita Gruberova auf der Opernbühne. Königin der Koloratur, Meisterin des Belcanto, Diva und Primadonna assoluta, so wurde sie genannt. Mit dem Abschied der 72-Jährigen von der Oper endet eine Ära.
Hamburger Abendblatt
Die Abdankung einer Königin
Ganze 58 Minuten feiert das Opernpublikum im Münchner Nationaltheater eine Königin: Edita Gruberová. Erst seit drei Wochen ist bekannt, dass die slowakische Sopranistin an diesem Abend ihren Opernabschied in München gibt. Schon beim ersten Solovorhang steht das gesamte Parkett, von allen Rängen hängen bunte Banner mit „Edita – danke“ in verschiedenen Sprachen.
BR-Klassik

Es ist auch großartig, dass Edita Gruberova den Zeitpunkt ihres Abtretens von der Opernbühne selbst bestimmen konnte. Viele finden den Abgang schade – und das ist der exakt richtige Zeitpunkt. Es muss nicht sein, dass Operndirektoren in die Kritik kommen, weil sie – aus welchen Gründen immer – viel zu lange an einem Star festhalten. Diese Peinlichkeit hat Frau Gruberova ihren „Chefs“ erspart!

Wiener Staatsoper: Sonntag Premiere „Orest“

„Orest“ im Irrenhaus: Die Fortsetzung der „Elektra“ spielt sich mit Thomas Johannes Meyer, Thomas Ebenstein, Audrey Luna und Laura Aikin im Kopf des Titelhelden ab. (Regie und Bühne: Marco Arturo Marelli)
„Orest“ im Irrenhaus: Die Fortsetzung der „Elektra“ spielt sich mit Thomas Johannes Meyer, Thomas Ebenstein, Audrey Luna und Laura Aikin im Kopf des Titelhelden ab. (Regie und Bühne: Marco Arturo Marelli) – (c) Staatsoper/Pöhn

„Es hat sich recht bald abgezeichnet“, meint der Dirigent Michael Boder (der wohl auch für das Penderecki-Werk vorgesehen war) auf die Frage, ab wann man wissen musste, dass die geplante Uraufführung einer neuen Oper von Krzysztof Penderecki nicht zeitgerecht über die Bühne gehen würde. Da aber ein Opernhaus eine Quote betreffs zeitgenössischer Oper zu erfüllen hat (andernfalls reagieren weniger die Opernfans, aber Teile des Feuilletons hysterisch), kam Manfred Trojahn mit seinem „Orest“ zu Premieren-Ehren.

„Wir besuchen Orest in der Psychiatrie“
Dirigent Michael Boder über die Arbeit an der Staatsopern-Premiere von Manfred Trojahns „Orest“, der in einer Marelli-Inszenierung Ende März im Zuge der Feiern des 150. Geburtstags des Hauses am Ring herauskommt.
Die Presse

Wiener Staatsoper: „Der Rosenkavalier“ – Vorstellung am 27.3. mit einem „von der Ersatzbank kommenden Ochs“

Peter Rose, der die zweite Vorstellung absagen musste, hat es bei der dritten versucht – aber er nusste nach dem 1. Akt w.o. geben! Für solche Fälle hat die Wiener Staatsoper zum Glück Wolfgang Bankl, der vorerst auf die Ersatzbank gesetzt wurde, um dann von Rose zu übernehmen.

Unser „Merker vom Dienst“ , Dr. Manfred A. Schmid, berichtet: Peter Rose meldet sich, eben erst von einer schweren Erkältung genesen, als Ochs von Lerchenau zurück, lässt sich aber ansagen. Man ahnt nichts Gutes. Und in der Tat, er agiert zwar vortrefflich, scheint aber beim Singen stark zu markieren, wirkt stimmlich überfordert. Ob er sich für das Kommende schonen wolle? Kann das gut gehen? Nein, es geht nicht: Im 2. Akt übernimmt Wolfgang Bankl – wie schon in der Aufführung davor, diese Partie…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

MAILAND: MANON LESCAUT (31.3. – 27.4.2019)

Bildergebnis für teatro alla scala manon lescaut
Mancano pochissimi giorni al debutto di Manon Lescaut, attesa Nuova Produzione del Teatro alla Scala dal 31 marzo al 27 aprile.

Riccardo Chailly sceglie di proporre – per la prima volta al pubblico scaligero – questo amato capolavoro di Puccini nella versione originaria della Prima assoluta torinese nel 1893. Tra le numerose differenze rispetto alla versione corrente spicca il concertato del Finale primo, di sbalorditivo virtuosismo orchestrale. Chailly continua così il progetto di rilettura dei maggiori titoli pucciniani, alla luce delle ricerche musicologiche più aggiornate.
Il celebre regista britannico David Pountney firma la regia, carica di suggestivi echi vittoriani. Come per la sua recente Francesca da Rimini, l’allestimento curato assieme allo scenografo Leslie Travers sfrutta a pieno il potenziale tecnico del palcoscenico della Scala per ottenere il massimo impatto visivo.

Sul palco l’attenzione è tutta per la coppia di protagonisti, travolti da un’ardente quanto disperata storia d’amore: Maria José Siri torna eroina pucciniana dopo il successo di Madama Butterfly e trova al suo fianco Marcelo Álvarez in alternanza con Roberto Aronica. Il fratello Lescaut è impersonato da Massimo Cavalletti.

La Prima del 31 marzo verrà trasmessa in diretta radiofonica su RAI-Radio3 e la registrazione video dell’opera verrà trasmessa l’11 aprile su Rai5.
Biglietti da 14 a 276 euro inclusa prevendita.
Biglietti ScalAperta (24 aprile) da 7 a 127 euro.
www.teatroallascala.org

LÜBECK/ Musik- und Kongresshalle: DAS WUNDER DER HELIANE von Erich Wolfgang Korngold. Konzertante Aufführung


Cornelia Ptassek, Zurab Zurabishvili, Aris Argiris. Foto: MuK Lübeck/Patrik Klein

So manche musikalische Phrase stimmte mich schon nachdenklich, was dachte sich Korngold zur Komposition dieser absoluten Herausforderung an Sänger und Musiker? Denn der Tonsetzer setzte mit dieser Oper exzessiv kühne Maßstäbe in Sachen Tonalität, vereinte in seiner Partitur Expressives mit harmonischen Couleurs, Pathos, Leidenschaft schier an grenzwertige Möglichkeiten der musikalischen Umsetzung und forderte von Sängern und gleichwohl Orchester nahezu das Unmögliche.

Jedoch dem wurden ganz besonders die Hauptpartien in überreichem Maße gerecht. Zu eleganter attraktiver Optik betörte Cornelia Ptassek auch vokal in großartiger Manier. Kam aus dem Staunen nicht heraus, in welch vorteilhafte Dimensionen sich ihr Sopran (seit der Mannheimer Zeit) entwickelte…

...Auf besonders eindringliche Weise verstand es Zurab Zurabishvili dem Fremden, einer Art Erlöserfigur ins Reich eines autoritären Herrschers hereinbrechend vokale Glaubwürdigkeit und Größe zu schenken. Mit Noblesse durchlebte der georgische Sänger seine visionäre Botschaft und führte seinen strahlenden herrlich timbrierten Spinto-Tenor ohne jegliche Ermüdung durch die vokalen  Klippen der Partie…

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Tim Theo Tinn/ Dramaturgische Schriften Nr. 6 – zur Münchner „Fanciulla“
https://onlinemerker.com/stoffsammlung-fanciulla-zerbrechen-oder-ueberhoehen-werktreu-werkfremd-werkimmanent/

Samstag Premiere von Wagners „Der fliegende Holländer“ an der Oper Leipzig
https://www.leipziginfo.de/aktuelles/premiere-von-richard-wagners-der-fliegende

Lyon: The Enchantresse and Dido and Aeneas in Lyon
http://www.operatoday.com/content/2019/03/the_enchantress.php

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt: EINE FRAU – MARY PAGE MARLOWE
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 28. März 2019


Foto: Josefstadt © studio@prammer.com

Anfang der 90er Jahre schrieb Edward Albee ein bemerkenswertes Stück: „Three Tall Women“ (damals sogar 1991 in Vienna’s English Theatre uraufgeführt!). Da konfrontierte er eine alte Frau auf ihrem Totenbett (unvergesslich in der Londoner Aufführung: Maggie Smith) mit ihrem „mittleren“ und ihrem „jungen“ Ich – und hält Abrechnung. Mit dem eigenen Leben, mit den verschiedenen Frauen, die man einmal war, mit den Konzessionen, die man gemacht hat. All das auf höchster dichterischer Ebene, ausgezeichnet mit dem Pulitzer Prize for Drama im Jahre 1994.

Warum erinnert man sich daran? Weil auch Dramatiker Tracy Letts (ungeachtet des Namens keine Frau) seine Heldin, Mary Page (die Nachnamen wechseln) in vierfacher, eigentlich fünffacher Gestalt auf die Bühne bringt, wenn man das ein paar Monate alte Baby im Kinderwagen dazu rechnet. Dann ist sie ein Kind, eine Studentin, in ihren mittleren Jahren (die Hauptrolle) und schließlich die alte Frau im Krankenhaus, die sich mit ihrem nahen Ende abfindet. Hinweise auf einer Tafel sagen dem Publikum, in welchem Jahr man sich befindet und wie alt Mary Page gerade ist (sie ist Jahrgang 1946) – das erspart das Rechnen oder gar das Spekulieren, wo man mit der Handlung gerade sei…

Am Ende blieb das Kopfschütteln über so viel Aufwand für so wenig. So anspruchsvoll, wie sich die Föttinger-Josefstadt gibt, sollte sie über so schlichtes Gebrauchsstück-Material erhaben sein.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Wien/ Volkstheater: „Chronische Unterdotierung“ im Volkstheater: Suche nach Leitung gestoppt
Eine Neuausrichtung des Hauses sei nur mit mehr Geld möglich, teilte die Jury mit, die mit der Suche nach einer neuen Leitung betraut ist. Die Kulturstadträtin legt den Bewerbungsprozess vorerst auf Eis.
Die Presse
Volkstheater: Suche nach neuer Leitung gestoppt – wegen zu geringen Budgets
Die zuständige Findungskommission hat angekündigt, angesichts der budgetären Situation des Hauses keine Kandidaten vorzuschlagen, Kaup-Hasler stoppt Prozess.
Kurier
Stadträtin stoppt Bewerbung für Volkstheater
Wiener Zeitung

Das Volkstheater wird von einer Privatstiftung als GmbH geführt und wird von der Stadt Wien und der Republik Österreich gefördert. Offenbar zu wenig! Anderseits kann man nicht am Publikum vorbeispielen, wie das Anna Badora mit ihrem „Belehrungstheater“ getan hat. Diese Dame sind wir bald los, aber es ist richtig darüber nachzudenken, welche Position das Theater künftig einnehmen soll. So geht es jedenfalls nicht weiter, so ist es ein Hemmschuh. Offenbar hat man unter den 72 Bewerbern (neun davon kamen in die engere Wahl und durften in einem „Hearing“ ihre Pläne darlegen) niemand gefunden, dem zuzutrauen ist, die Scherben aufzuräumen. Ob es jedoch dem Steuerzahler gegenüber vertretbar ist, einen Theatermacher „mit Geld zu erschlagen“, nur damit er den maroden Laden übernimmt, ist eine andere Sache. Auf das läuft es nämlich hinaus: Mehr Geld, dann melden sich auch erstklassige Bewerber! So kann/darf es auch nicht sein, dagegen protestiere ich als Steuerzahler.

Bei mir in Meidling häufen sich die Insolvenzfälle. Das ist kein Wunder, zahlungsfähiges Klientel wurde gezielt vertrieben. Nun hat man den Irrweg erkannt und arbeitet an einer Trendumkehr. Ob man freilich einen Finanzpotenten findet, der für ein Penthaus in der Zeleborgasse (gegenüber der Online-Galerie) satte 1,3 Millionen Euro für 149 m2 Wohnfläche hinblättert, ist eine Frage, die ich klar mit nein beantworten möchte,

Warum führe ich das im Zusammenhang mit dem maroden Volkstheater an? Ein bekannter Meidlinger Geschäftsmann steht nun wegen fahrlässiger Krida vor Gericht, weil er sein immer schlechter florierendes Geschäft nicht rechtzeitig „zugedreht“ hat! Er hätte den Laden dichtmachen müssen – nicht bloß sollen. Fordert man solches für einen Musentempel, ist einem hysterisches Gezeter sicher!

London: Parlamentspräsident erlaubt dritte Abstimmung über Brexit-Beal
https://www.oe24.at/welt/Parlamentspraesident-erlaubt-dritte

Theresa Mays Kopf soll fallen
Ein (politisches) Blutopfer wird verlangt. Die Tories reden darüber, dass die Ultrabrexiteers dem Deal doch zur Mehrheit verhelfen könnten, aber unter einer ultimativen Bedingung: wenn die Premierministerin abtritt
Der Standard

Gibt es heute eine Klärung – oder braucht man eine vierte oder gar fünfte Abstimmung? Vor Theresa May ziehe ich meinen Hut, eine derartige Beharrlichkeit findet man nur bei Frauen. Nun will sie sich sogar selbst für ihren „Deal“ opfern!

Blicken wir gebannt nach London!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

Diese Seite drucken