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29. JUNI 2020 – Montag

29.06.2020 | Tageskommentar

Dominique Meyer, Thomas Platzer. Foto: Michael Pöhn/Wiener Staatsoper

Wien/ Staatsoper
Staatsoperndirektor Meyer erhielt zum Abschied Ehrenmitgliedschaft
Dominique Meyer mit Galaabend „seines“ Ensembles gen Mailänder Scala verabschiedet – Altbundespräsident Fischer würdigte Elan und Begeisterung des scheidenden Opernchefs.
Kurier

Staatsoperndirektor Dominique Meyer verabschiedet sich
Ein bunter Vokalabend und die Ehrenmitgliedschaft des Hauses am Ring
Der Standard

Wien/Salzburg/ Franz Welser-Möst
„Lösen wir uns ein bisschen vom Tropf der Politik“
Dirigent Franz Welser-Möst über die Corona-Krise, die Salzburger Festspiele und seine Rückkehr an die Staatsoper.
Wiener Zeitung

Es war nicht alles schlecht… Betrachtungen zum Ende der Direktionszeit von Dominique Meyer.

Die Bestellung Dominique Meyers zum Direktor der Wiener Staatsoper erfolgte, wir erinnern uns, relativ spät. Als Folge davon, so dachten viele, sei es ihm für die ersten Saisonen nicht immer möglich gewesen, die besten Sänger ans Haus zu holen. Wir irrten. Julia Novikova beispielsweise, der viele »Fachleute« nach der Rigoletto-Verfilmung aus Mantua (mit Plácido Domingo, Vittorio Grigolo und Ruggero Raimondi) eine große Karriere weissagten, war 2012 schon wieder Geschichte. Auch viele andere kamen und gingen, versunken im Meer des Vergessens.

Das Ensemble wuchs von ca. 30 Mitgliedern in der Direktionszeit Holender bis auf 67 in der abgelaufenen Spielzeit. Von vielen hörte (und sah) man monatelang nichts. Von nicht wenigen hörte man auch dann nichts, wenn sie auf der Bühne standen…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=2C61C770-B971-11EA-9FAB005056A64872

Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

Daniela Fally, Marco Armiliato. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Gedränge auf der Bühne, als hätte es Corona nie gegeben. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Es gibt eine uralte „Faustregel“. Wenn im Zuschauerraum weniger Leute als auf der Bühne sind, sollte die Veranstaltung abgesagt werden. Nun, eine Absage stand wohl nie zur Diskussion, aber die „Corona-Fürchtigen“ müssen sich am Samstag echt „veräppelt“ vorgekommen sein. Maestro Armiliato, aus der Krisenregion Bergamo, begrüßte alle Künstler mit Handschlag und verabschiedete sie ebenso, bei den Damen kamen noch Handküsse dazu! Das alles ist dokumentiert.

Gestern um 21,3o querte ich mit meinem Hund die Meidlinger Fußgängerzone, die zwei „Hotspots“ aufweist. Herrliches Wetter, das „Platzl im unteren Bereich war gerammelt voll, die Menschen standen dort Wange an Wange. In „meinem“ Bereich vor der Hofer-Filiale Eck Zeleborgasse ( dort gibt es eine Begegnungszone, allerdings nicht für Wiener. Die werden dort ganz bös gemustert, wenn sie einen Sessel besetzen) musste ich auch einen Spießrutenlauf absolvieren, um überhaupt durchzukommen.

Niemand nimmt Verbote mehr ernst, die Leute haben genug. Einen zweiten Lockdown wird die Regierung unter allen Umständen vermeiden, denn der käme gar nicht gut an. Das Leben hat sich augenscheinlich völlig normalisiert, bis es im Herbst zu den Firmenpleiten kommen wird.

Und wer bleibt über: Der Sport und die Theater. „Der Sport“ wird sich zu helfen wissen, der ist nur mehr wenige Tage in Mitleidenschaft gezogen – im September geht es voll los – mit voller Zuschauerkapazität. Zudem gibt es dort nicht die „Muatterl“ und „Vaterl“, die voll der geschürten Angst folgen wie dressierte Hunderl!

An denen wird man demonstrieren, wie ernst die Situation noch ist und wie man dagegenhält. Dabei halten sich sogar „Staatsspitzen“ – zumindest ehemalige, die aber doch noch überall dabei sein wollen – gar nicht mehr dran (siehe Foto). Beim Galakonzert an der Staatsoper wurden die „Corona-Fürchtigen“ verhöhnt – und viele werden das womöglich gar nicht bemerkt haben bzw. bemerkt haben wollen.!

erlin
Statt Singverbot in Corona-Zeiten auf die Natur hören!
Komische Sachen passieren gerade in der Pandemie, besonders am Theater und in der Oper. Nicht systemrelevant, wir wissen das, deswegen sind auch fast alle zum Nichtstun verdammt, denn die Politik lässt sie nichts machen. Zumindest wenig bis kaum indoor. Als ob das Publikum dort sich so verhalten würde wie bei der Berliner Bootparty vor dem Urban-Krankenhaus oder der lemminghaften Massenwanderung hässlicher Briten an die Strände von Bournemouth
http://brugsklassiker.de/statt-singverbot-in-corona-zeiten-auf-die-natur-hoeren/

Wien/ Staatsoper
Der „Steinpilzsucher“ geht von Bord und hinterlässt Wien das beste Opern-Ensemble der Welt
Was ist die größte Hinterlassenschaft, die der Wiener Staatsoperndirektor Dominque Meyer seinem Nachfolger Bogdan Roščić übergibt? Das Galakonzert in der Wiener Staatsoper gab am Samstagabend eine ganz klare und beeindruckende Antwort: das Gesangsensemble. Leider durften nur 100 Zuhörer dabei sein. Die Sänger und Musiker hätten 10.000 verdient gehabt.
Klassik-begeistert

Der meist Begeisterte aus Hamburg vergisst bei seiner Hymne, dass es das „weltbeste Ensemble“ gar nicht mehr gibt. Das ist so „weltbest“, dass der neue Direktor es in weiten Teilen nicht übernimmt. Bei manchen wird er das vermutlich noch bereuen, wir werden das ja festellen können, wenn im September die neue Saison beginnt. Mit voller Kapazität rechne ich für die ersten beiden Monate noch nicht, aber das kann für den Direktor und die Quote, die er erreichen soll, nur ein Vorteil sein!

Linz: „DIE TÜR ZUR ZUKUNFT“ – Verabschiedung und Konzert am Musiktheater des Landestheaters, Großer Saal, 28. 06.2020

Sonntags“foyer“ der Freunde des Linzer Musiktheaters in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz und der Anton Bruckner Privatuniversität

Tommaso Lepore, Katharina  Müllner, Etelka Sellei, Rafael Helbig-Kostka, Svenja Isabella Kallweit, Florence Losseau, Timothy Connor. Foto: Petra und Helmut Huber

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber

 

Heute schon „Virtue gesignalt“?

Wir werden nicht nur andauernd mit neuen Entwicklungen überschüttet, wir müssen auch ganz schnell die damit verbundene neue Sprache kennen, natürlich auch benützen (in dem Sinn, wie es vorgeschrieben wird) – und danach handeln sowieso.

Das neue Modewort in den USA lautet „Virtue signalling“, also zu Deutsch: „Tugend bekannt geben“, sprich: Zur Schau stellen, dass man unbedingt zu den „Guten“ gehört. Jedem Empörungsschrei sofort mit der nötigen tremolierenden Anteilnahme zustimmen. Und wenn es auch noch so banal ist. Denn wer wird schon Rassismus befürworten? Und ich bin überzeugt, dass ihn ein Großteil der Menschen auch nicht lebt. Aber das reicht nicht: Wenn die Sozialen Medien wieder ihr Gebrüll anstimmen, ist man besser dabei – sonst wird man strafend gerügt, wie es so manchem Promi gegangen ist, der wagte, sich zu irgend einer der täglichen ideologischen Hetzjagden nicht zu äußern.

Natürlich, wenn viel Geld daran hängt… dann merkt sogar Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass er den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen kann. Denn es gibt (man muss sich schließlich vor genau den Geistern, die er mit „Facebook“ erfunden hat, ducken!) ganz schnell einen Ethik-Kodex der Werbewirtschaft. Und die hat beschlossen, Zuckerbergs Soziale Medien, wenn sie nicht „brav“ sind und die Meinung der „Hässlichen“ löschen (sicher, wer mag schon „Hate Postings“), einfach durch Geld-Entzug zu bestrafen…

Weiterlesen unter „Apropos“

München/ Nationaltheater
Fester Samstag im Nationaltheater: Pavol Breslik singt Janácek
Münchner Abendzeitung

München
Gärtnerplatztheater: Late Night – Swing-/Jazz – Klassiker
„Genial ist er noch nicht, der Maxímilian Mayer, auch nicht ausgebufft – aber sonst …!“
http://onlinemerker.com/muenchen-gaertnerplatztheater-late-night

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

VENEDIG WIEDER MIT TOURISTEN

 

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Buchbesprechung: Heinz Irrgeher: JOSEF „ANGELO“ NEUMANN
Wagners vergessener Prophet
272 Seiten, Leipziger Universitätsverlag, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Wer sich je intensiver mit der Biographie von Richard Wagner beschäftigt hat, kennt natürlich den Namen Angelo Neumann, der zu seiner Zeit etwas vollbrachte, was heute unvorstellbar ist: nämlich den „Ring des Nibelungen“ auf Tournee (!) zu schicken, womit er das Werk überhaupt erst europaweit bekannt gemacht hat. Theaterwissenschaftlern ist Angelo Neumann (1838 – 1910) überdies als langjähriger und verdienstvoller Direktor des „Deutschen Theaters“ in Prag und als einen der umtriebigsten Impresarii in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ein Begriff. Ein Wirbelwind-Leben, das nun von Heinz Irrgeher nacherzählt wird.

Irrgeher, jedem Opernfreund im Zusammenhang mit den Freunden der Wiener Staatsoper bekannt. ist nicht nur Jurist, sondern auch Musikwissenschaftler und hat seine Diplomarbeit über Angelo Neumann nun als Buch herausgebracht. Wobei dieser „Josef“ Neumann (Geburtstag am 18. August, wie der um acht Jahre ältere Kaiser Franz Joseph) sich vermutlich selbst den Namen Angelo zugelegt hat, um sich wirkungsvoll von den Tausenden und Abertausenden „Josef Neumanns“ zu unterscheiden, wie Heinz Irrgeher vermutet. Es ist ihm jedenfalls gelungen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Der Schlauberger 6: Jetzt darfste rumferkeln: Rächtschreibung ist bä!

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.
Das ist die Erlöhsung von allen Kwalen. Rächtschreibung brauchen wir nicht mehr. Hat der Baden-Württembergische Ministerpresident Winfried Kretschmann Anfang des Jahres gesagt. Ein Grundgerüst ja, meint er. Mehr aber auch nicht, „weil wir nur noch selten handschriftlich schreiben“.
https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-6-klassik-begeistert-de/

Lachnummer: Hamburger SV bleibt zweitklassig

 

 

Der Hamburger SV muss zumindest eine weitere Saison in der 2. deutschen Fußball-Liga verbringen. Die Hanseaten kassierten am Sonntag in der letzten Runde ein 1:5-Heimdebakel gegen Sandhausen und konnten damit aus der Schützenhilfe von Bielefeld kein Kapital schlagen. Die bereits als Aufsteiger feststehenden Arminen schlugen Heidenheim 3:0.

https://kurier.at/sport/fussball/fussball-lachnummer-hamburger-sv-bleibt-zweitklassig/400955204

Wer ist Sandhausen, besser gefragt, wo liegt Sandhausen: Der Sportverein 1916 Sandhausen e. V., kurz SV Sandhausen, ist ein Fußballverein mit 918 Mitgliedern aus dem kurpfälzischen Sandhausen in Baden-Württemberg. Die erste Mannschaft des Vereins spielt seit der Spielzeit 2012/13 in der 2. Fußball-Bundesliga, die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß.

In Sandhausen leben etwa 15 000 Menschen. Und der Fußballclub dieser Kleinstadt demoliert den Club der Millionenstadt Hamburg noch dazu in Hamburg mit 5:1.

Ich weiß nicht mehr, mit wem ich kürzlich gesprochen habe, aber mein Gesprächspartner aus der Fußballszene meinte, dass gegen den mir bis dahin völlig unbekannten SV. Sandhausen niemand gerne spielt, weil die Mannschaft eine etwas „unorthodoxe“ Spielanlage habe (damit ist nicht das Stadion mit einem Fassungsraum von 15 00 Personen, was der Einwohnerzahl Sandhauses entspricht, gemeint, sondern die Fußball-Philosophie der Clubführung bzw. des Trainers) . Dabei belegt Sandhausen in der zweiten Bundesliga nur Rang 10.

Und so eine Mannschaft vermasselt den stolzen Hamburgern das Millionengeschäft Fußball-Bundesliga!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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