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29. JULI 2022 – Freitag

29.07.2022 | Tageskommentar

 

SALZBURGER FESTSPIELE: HEUTE PREMIERE „IL TRITTICO

Franz Welser-Möst Musikalische Leitung
Christof Loy Regie
Etienne Pluss Bühne

Asmik Grigorian in „Suor Angelica). Foto: Monika Rittershaus/Salzburger Festspiele

Mit Asmik Grigorian, Karita Mattila, Enkelejda Shkosa, Juliette Mars; Misha Kiria, Roman Burdenko, Joshua Guerrrero, Alexey Neklyudov u.a.

TV: Übertragung zeitversetzt am 13.8.

„Leise ist immer schwerer als laut“
Heute hat Giacomo Puccinis Il trittico Premiere. Nie zuvor wurden diese drei Einakter aus Puccinis Spätzeit – Uraufführung war 1918 – bei den Festspielen produziert. Es ist auch die erste gemeinsame Arbeit des Regisseurs Christof Loy und des Dirigenten Franz Welser-Möst zusammen.
DrehpunktKultur.de

„Il trittico“: Franz Welser-Möst und Christof Loy über das Inferno und eine Stiege ins Paradies

Giacomo Puccini nahm für sein Opern-Triptychon „Il trittico“ Anleihe bei einer Höllenfigur aus Dantes „Göttlicher Komödie“.
SalzburgerNachrichten

Ich mache, was ich will – Currentzis ändert Orffs Instrumentation in Salzburg
Mich interessierte vor allem, was mit Carl Orffs Musiktheater passieren wird. Musikalisch. Ich verfolgte die Aufführung mit Partitur in der Hand. Natürlich begann es nicht sofort mit den Instrumenten und Chören der Partitur, sondern mit Soundscapes, die immer wieder eingestreut wurden. Nachdem sowieso Orff schreibt „Die Herstellung der Tonbänder erfolgt durch den Veranstalter oder die Interpreten“ ist das vielleicht sogar in seinem Sinne bald 50 Jahre nach der Uraufführung auf den damaligen Salzburger Festspielen. Der Hut ging mir allerdings dann ganz am Ende hoch. Es war wie ein 2021er Déjavu, als Currentzis die Fuge des Don Giovanni-Finales mit einem Chor statt Solisten besetzte. Ärgerlich, da nicht von Mozart so vorgesehen, vielleicht aber szenisch begründbar. Doch was haben Chor-Ahhs oder „bocca chiusa“ am Ende von Orffs „Endzeitspiel“ zu suchen?…
blogsNeueMusikzeitung/nmz.de

Salzburg
Ein noch immer aktueller Scheiterhaufen: Jeanne d’Arc au bûcher bei den Salzburger Festspielen
bachtrack.com.de

Salzburg
Regula Mühlemann, voll Tatendrang als Pamina
DiePresse.com

BAYREUTH/Festspiele: TRISTAN UND ISOLDE – Premiere am 25. Juli 2022 – Premierenbericht von Dr. Klaus Billand

Guter Start mit Potential zur Steigerung

Stephen Gould. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

So stellt man sich den Wellnessbereich eines der ganz großen neuen Kreuzfahrtschiffe vor, die ja mit immer verrückteren Einfällen aufwarten, natürlich in der 1. Klasse: Ein eleganter ellipsenförmiger Pool mit schicken weißen lederbezogenen Ruhesesseln drum herum und, durch einen großen Ausschnitt im Oberdeck, freier Blick zunächst auf den blauen Himmel mit Schäfchenwolken und später auf den präzedierenden schwarzen Sternenhimmel wie aus einem Raumschiff, und so alles Mögliche zwischendurch. Immerhin sind wir mit Tristan und Isolde auf der für sie nicht ganz freiwilligen Überfahrt von Irland nach Cornwall, sodass die quirlenden blauen Video-Wassermassen (Luis August Krawen), die zunächst die Ellipse füllen, durchaus Sinn machen. Heiner Müller hatte seinerzeit zwei schmale, wässernde Lichtstreifen links und rechts des Geschehens, schon damals eindrucksvoll aufgrund der reduzierten Symbolik…

Für Schwab ist das „singuläre Kapitel des Stückes“, was auch den Enthusiasmus des Publikums erkläre, wie er in einem Gespräch mit Dramaturg Christian Schröder darstellt, dass man mit ihm der Welt abhanden komme und sich von ihr loslöse, „eine zelebrierte Weltflucht“. Das ist ganz sicher richtig, aber dafür bedarf es in einem Einheitsbühnenbild wie es sich in dieser Produktion darstellt – lediglich die Hängepflanzen von oben werden von Aufzug zu Aufzug länger – einer äußerst fein ausgefeilten Personenregie, eigentlich ein Gesetz, um der vergleichsweisen Langeweile des Enheitsbühnenbildes entgegenzuwirken. Man muss aber konzedieren, dass das leading team nur sehr wenig Zeit hatte, diesen „Tristan“ zu entwickeln, der als Joker eingesetzt werden soll, wenn wegen Corona Aufführungen der chorintensiven Opern der Festspiel-Saison ausfallen sollten.

Und an Personenregie fehlt es in dieser Neuinszenierung…

...Alles in allem eine gute „Tristan“-Premiere auf dem Grünen Hügel von Bayreuth, die Potential für gesteigerte Intensität bietet. Allein das Premieren-Publikum war schon jetzt völlig zufrieden. Man klatschte gleich schon die Schlusstakte hinein, besonders schlimm bei diesem Werk Richard Wagners, und begann sofort mit dem irren Trampeln auf den Holzboden im Sinne des von mir hier schon einmal detailliert geschilderten Pawlowschen Applauses…

Zum Premierenbericht von Klaus Billand

BAYREUTH/ Richard Wagner-Museum/ Siegfried Wagner-Haus: Symposium „Tendenzen und Perspektiven der Wagner-Regie“

am 2. und 3. August 2022

Während der Festspielsaison 2022 veranstaltet das Richard Wagner Museum ein Symposium zum Thema „Tendenzen und Perspektiven der Wagner-Regie“. Das Symposium findet am 2. August (10.00 bis 16.30 Uhr) und 3. August 2022 (10.00 bis 12.30 Uhr) im Siegfried Wagner-Haus statt. Der Besuch des Symposiums ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Teilnehmer:
Prof. Dr. Udo Bermbach
Dr. Klaus Billand
Dr. Sven Friedrich
Jasmin Solfaghari
Prof. Dr. Susanne Vill
Klaus Florian Vogt

Link zur Veranstaltungsankündigung

„DISKURS BAYREUTH“

 

Ausführlicher in unseren „Infos des Tages

Bayreuth
Warum auf den Bayreuther Spielplan auch Meyerbeer gehört
Giacomo Meyerbeers Werke gehören ins Bayreuther Festspielhaus. Das fordert der Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov. Er sagt: Meyerbeer war maßgeblich am Erfolg Richard Wagners beteiligt, hat ihn und seine Werke bekannt gemacht.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/meyerbeer-bayreuth-nemtsov-wagner-100.html

HEUTE: 80. Geburtstag von KS Bernd Weikl am 29. Juli 2022

 

Am 29. Juli 2022 wird Kammersänger Professor Bernd Weikl (Hamburg) seinen 80. Geburtstag begehen. Der nicht selten als „Jahrhundert-Sachs“ gerühmte Bariton hat während einer rund drei Jahrzehnte währenden glänzenden Bühnenkarriere an allen namhaften Opernhäusern der Welt Triumphe gefeiert, dabei bestachen sowohl seine ungewöhnlich einprägsame Stimme, die erstaunliche Vielfalt des von ihm beherrschten Repertoires sowie sein Vermögen, die stets umjubelten Interpretationen scheinbar mühelos in den jeweiligen Originalsprachen zu offerieren. Herausragend sind unter anderem die in Jahrzehnten erworbenen Verdienste am Gelingen der Bayreuther Festspiele; seine Verkörperungen selbst schwierigster Wagner-Rollen haben einen bis heute nicht verblassenden Nachhall gefunden.

Neben dieser künstlerischen Laufbahn gewann Bernd Weikl einen durch namhafte Auszeichnungen im In- und Ausland beglaubigten öffentlichen Respekt ebenso durch sein Auftreten als im besten Sinne des Wortes „homo politicus“. Klarsichtig zu erkannten Phänomenen und Problemen in der Gesellschaft, in der Politik und in der Kunst Stellung zu nehmen gehörte für ihn trotz aller Belastungen des Künstlerdaseins zum Verständnis vom Dasein eines Citoyens – wobei er deutliche Worte auch dort nicht scheute, wo ihm solche Kritik angebracht erschien. Sowohl seine Interviews wie die weitgefächerten publizistischen Äußerungen und die akademischen Analysen und Bestandsaufnahmen, zu denen er sich durch mannigfache künstlerische, aber ebenso alltägliche Erfahrungen inspiriert fühlte, lösten zuweilen ein heftiges Echo aus – und dies war ihm mindestens genauso wichtig wie die öffentliche Reaktion auf sein künstlerisches Schaffen.

Das Zusammenspiel einer aus ganz unterschiedlichen Quellen begründeten hohen Autorität und der ihn dabei dennoch begleitenden Aura, mit ihm einen stets integren und verlässlichen Freund an der Seite zu haben, mit dem nunmehr zu begehenden Jubiläum mündete – man möchte sagen: folgerichtig – in eine ihm gewidmete Publikation, die vielstimmig die Verbundenheit von Freunden, Kollegen, Weggefährten und Bewunderern mit Bernd Weikl bekundet. Der repräsentative Band „Wahn, Wahn, überall Wahn …“ vereint rund 80 Gratulanten, hier seien mit Plácido Domingo, Edda Moser, Kiri Te Kanawa, Zubin Mehta oder Christian Thielemann einige dieser Persönlichkeiten auch namentlich genannt.

Kammersänger Professor Bernd Weikl gelten herzlichste Gratulationen zum 80. Geburtstag, die vom Wunsch nach vollständiger Wiederherstellung seiner Gesundheit bis zur Hoffnung reichen, dass er uns noch lange in der ihm eigenen noblen Art mit seinem Wissen, seinen Erfahrungen und seinem künstlerischen Können beschenken möge.

Eine lebende Legende: Grace Bumbry im Gespräch
Grace Bumbry ist eine der großen Stimmen ihrer Generation – und unterrichtet auch noch mit 85 Jahren. Sie war die erste Schwarze Opernsängerin in Bayreuth. Oliver Cech spricht mit ihr über ihr Leben und das Unterrichten.
WDR.de.mediathek

Die Wiener Staatsoper im Sommer beim Filmfestival auf dem Wiener Rathausplatz

Sylvia. Ballett von Léo Delibes. Foto: Ashley Taylor/ Wiener Staatsoper

Das Programm beim Film Festival am Rathausplatz

Sonntag, 31. Juli: Manuel Legris – Léo Delibes Sylvia (2018) Ballett
Beginn: 21.15 Uhr

OPERETTE LANGENLOIS: Weiter geht es wieder ab heute!

 

  • FR, 29.07.2022

  • SA, 30.07.2022

  • SO, 31.07.2022 – Frühabendvorstellung

  • Vorstellungsbeginn: 20:30 Uhr (ausgenommen Frühabendvorstellungen, Beginn 18:30 Uhr)

    Ehrung eines außergewöhnlichen Menschen mit großem Herzen und Benzin im Blut – Michael Schumacher erhält den Staatspreis NRW 2022

     

    Hendrik Wuest, Corinna und Gina Maria Schumacher, Jean Todt. Foto: Andrea Matzker

    Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

    Das Bundesland Nordrhein-Westfalen verleiht seit 1986 alljährlich den Staatspreis des Landes an Persönlichkeiten für herausragende kulturelle oder wissenschaftliche Leistungen oder weitere bedeutende Innovationen in anderen Lebensbereichen.

    In diesem Jahr wurde der Preis an Michael Schumacher verliehen in Würdigung seiner herausragenden internationalen sportlichen Leistungen als Rennfahrer von Weltrang und in Anerkennung seines vorbildlichen sozialen Engagements sowie für die Verdienste um sein Heimatland Nordrhein-Westfalen.

    OriginalerRenn-Wagen Michael Schumachers. Foto: Andrea Matzker

    Aktuelles „Neue Zürcher Zeitung“

    Xi Jinping warnt Joe Biden davor, beim Taiwan-Konflikt «mit dem Feuer zu spielen:  Stolze zwei Stunden und 17 Minuten sprachen die zwei mächtigsten Staatschefs der Welt, Joe Biden und Xi Jinping, am Donnerstagabend miteinander. Bei dem zentralen Streitthema Taiwan warnte Xi den amerikanischen Präsidenten: «Diejenigen, die mit dem Feuer spielen, werden nur verbrannt. Wir hoffen, dass die amerikanische Seite dies einsieht.» Xis Aussage bezieht sich auf den potenziellen Taiwan-Besuch der Vorsitzenden des amerikanischen Repräsentantenhauses Nancy Pelosi im August. Selbst das amerikanische Militär hat Pelosis Reisepläne als «derzeit keine gute Idee» eingestuft.
    Zum Bericht
    Argentiniens neue Wirtschaftsministerin schon wieder entlassen: Inmitten einer schweren Wirtschafts- und Regierungskrise wird Wirtschaftsministerin Silvina Batakis nach wenigen Wochen abgelöst. Sergio Massa, Präsident der Abgeordnetenkammer, wird neuer Superminister für Wirtschaft, produktive Entwicklung, Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei sowie für Beziehungen zu internationalen Finanzinstitutionen.
    Zum Bericht

    Mindestens acht Tote bei Überschwemmungen in Kentucky: Gouverneur Andy Beshear erwartet, dass die Zahl der Toten steigen werde. «Ich erwarte zweistellige Todesfälle bei dieser Überschwemmung. Das ist etwas, was wir selten sehen.» Der Regen werde in Teilen der betroffenen Bezirke im Osten des Gliedstaates weitergehen, es handle sich um eine anhaltende Naturkatastrophe.
    Zum Bericht
    Sebastian Vettels Wandel vom Zwölfzylinder-Fan zum Klimaaktivisten: Am Donnerstag hat der 35-Jährige per Video seinen Rücktritt aus der Formel 1 angekündigt – eine bedeutende deutsche Sportlerkarriere geht zu Ende. Von Ende November an soll sich zunächst alles um die Familie und die Umwelt drehen. Leicht fällt ihm der Abschied nicht: «Ich liebe diesen Sport. Aber Rennfahrer zu sein, war nie meine einzige Identität.»
    Zum Bericht
    Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“
    Deutschlands Ex-Nationalkeeper Lehmann: Bericht über bizarre Kettensägen-Attacke
    Dem Bericht zufolge hat er bei der Aktion versucht, nicht gefilmt zu werden – indem er „die Überwachungskamera manipulierte“, wie die dpa schreibt. Laut Bild hat er genau genommen deren Stromkabel aus der Verankerung gerissen. Die Kamera habe aber einen Akku gehabt und den Berserker trotzdem gefilmt. Er soll auf den Aufnahmen gut zu erkennen sein.
    SWR3,de

    Auch dazu habe ich im Laufe meines doch schon langen Lebens Erfahrungen gesammelt: Es kommt immer auf das Verhältnis der Nachbarn zueinander an. Ist das gut, wird sich wohl kein vernüftiger Mensch aufregen, wenn in luftiger Höhe ein Balken einige Zentimeter in das Nachbargrundstück ragt. Ist das Nachbarschaftsverhältnis gestört, darf rein rechtlich nicht einmal 1 cm „Luftraum“ in Anspruch genommen werden. Manche von uns werden ja das Problem von Ästen, die in das Nachbargrundstück ragen, kennen. Zur Selbstjustiz greifen und ein Kettensägenmassaker anrichten, darf man freilich nicht. Man muss den Nachbarn auffordern, die überragenden Teile zu entfernen! Tut er das nicht, bleibt nur der Weg zum Gericht!

    In meiner politischen Tätigkeit war ich in Mauerbach mit so einem Nachbarschaftsstreit befasst, der als Präzedenzfall mehrere Gerichte beschäftigt hat. Es handelte sich um knapp drei Zentimeter, die von einer Pergola in des Nachbars Garten ragten. Um das überhaupt festzustellen, benötigten wir ein Senklot. Die Nachbarn waren unrettbar zerstritten, in allerletzter Instanz und nach vielen kostspieligen Gerichtsterminen wurde letztlich angeordnet, dass diese drei Zentimeter abzuschneiden sind!

  • Herr Lehmann ist formal im Recht, die Kettensäge hätte er freilich nicht einsetzen dürfen. Allein, dass dieser „Stein des Anstosses“ aber kameraüberwacht war, wirft ein bezeichnendes Licht auch auf den Nachbarn! So dumm wie der Nationaltorwart darf man sich freilich nicht anstellen. Nun ist er, der sein Recht durchsetzen hätte können, plötzlich in der Defensive, eigentlich bereits „im Kriminal“.

    Ich habe einige direkte Nachbarn, habe ein korrektes Verhältnis zu denen, kenne aber deren Vornamen nur aus dem Wählerverzeichnis (so ein Wählerververzeichnis ist übrigens eine spannende Lektüre, auch die Geburtsdaten scheinen darin auf, es kann also nicht einmal beim Alter leicht geschummelt werden. ). An das Wählerverzeichnis kommt man aber nur als wahlwerbende Partei ran!

Ich wünsche einen schönen Tag – und bleiben sie friedlich. Wir werden doch keine Kettensäge zur Durchsetzung des Rechts brauchen!

A.C.

 

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