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29. JULI 2021 – Donnerstag

29.07.2021 | Tageskommentar

 

Die »Met« will ihre Türen nur für Geimpfte öffnen
Im September will die berühmte Metropolitan Opera in New York ihre Herbstspielzeit eröffnen – als »vollständig geimpftes Haus«. Auch für Kinder soll es keine Ausnahmen geben.

…Kinder unter zwölf Jahren – die derzeit nicht geimpft werden dürfen – dürfen das Haus nicht betreten, auch wenn die sie begleitenden Erwachsenen geimpft sind. Die Met beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter und ist damit die größte Organisation für darstellende Künste in den Vereinigten Staaten. Sie ist seit Pandemiebeginn im März 2020 geschlossen. Die Leitung hofft, Ende September wieder öffnen zu können…
Der Spiegel.de

Das nennt man „Nachwuchs-Werbeaktion“. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Neunjährige froh über dieses Verbot sind, wenn sie von den Eltern zum Parsifal geschleppt werden.

Aber an der „Nachwuchs-Werbeaktion“ scheitern praktisch alle Operndirektoren regelmäßig. In die Oper geht man offenbar erst ab einem gewissen Alter. Ob sich etwas ändert, wenn ein Auto aus dem Schnürboden donnert? Renate Wagner geht in ihrem „Apropos“ darauf ein

 

Ich begehre, nicht schuld daran zu sein

Es gibt Dinge, gegen die ist man machtlos, gegen die hat man den Kampf aufgegeben. Die ersten Premieren in Bayreuth (Tcherniakovs „Holländer“) und Salzburg (Castelluccis „Don Giovanni“) beweisen erneut, was man längst weiß: Der Anspruch an Regisseure heute lautet: „Mach was Dir einfällt, ganz egal, was, und kümmere Dich nicht im die Vorlage. Was immer Du erfindest, es ist egal, es kann dies sein oder auch ganz was anderes, jede Willkür erwünscht, jede Albernheit erlaubt, jeder Schwachsinn sanktioniert. Je schräger, desto besser. Die Presse wird jubeln und das Publikum auch (entweder, weil es so viel gezahlt hat, oder weil es stolz ist, dabei sein zu dürfen).“

Die Schöpfer der Werke sind Freiwild und spielen nicht mehr mit, die Inszenierungs-Interpreten sind (neben den Intendanten) die einzigen Könige der heutigen Bühnen. Die Sänger (und Schauspieler) halten besser den Mund und machen, was von ihnen verlangt wird, sonst haben sie demnächst keinen Job mehr.

Und das Publikum, so es einigermaßen jung ist, weiß gar nicht mehr, wie die Werke – die Opern, die Theaterstücke großer, großer Komponisten und Dichter – eigentlich „gehen“. Wenn es auf der Bühne genügend Krach gibt (und dass ein Auto aus dem Schnürboden knallt, das ist doch etwas), dann hat man doch einen Event-Effekt, über den man reden kann. Ich war dabei, ich hab’s gesehen. Und „Don Giovanni“? Ähhh, also, das weiß ich jetzt nicht…

Weiterlesen in APROPOS

„Konzertgänger in Berlin“ – auf Visite in Bayreuth
Bericht aus Bayreuth: Mama räumt auf in der Männer-Psychoküche

Seien wir ehrlich, der Holländer hat es redlich verdient, dass ihm endlich mal eine Jungfrau den Stecker zieht, statt sich um seine Erlösung zu bemühen. DER FLIEGENDE HOLLÄNDER als Besuch des alten Sohnes – nur die Frauen spielen nicht mit. Dirigentin Oksana Lyniv und Senta Eilish-Sängerin Asmik Grigorian prägen die Premiere. Aber der Regie von Dmitri Tcherniakov, an der es ziemlich viel Kritik gab, konnte ich einiges abgewinnen. Mein ausführlicher Bericht dazu ist jetzt im VAN Magazin zu lesen.
https://hundert11.net/bayreuth2021-i/

BAYREUTHER FESTSPIELE: SZENENFOTOS AUS „TANNHÄUSER (27.7.2021

Stephen Gould, Ekaterina Gubanova. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Bayreuth
Tannhäuser im Festspielhaus: der Lise-Davidsen-Tag in Bayreuth
Tannhäuser“ in Bayreuth – das ist die Oper der Zukunft! Die Inszenierung von Tobias Kratzer ist intelligent, bunt, gefühl- und humorvoll. Das ist cool, emotional, sexy und berührend. Es singen in ihren Rollen die überwiegend besten Sänger der Welt. Das Orchester ist eine Wucht, und Axel Kober zeigt mit seinem einfühlsamen wie energetischen Dirigat, dass man in Bayreuth auch getrost auf Valery Gergiev verzichten kann.
Klassik-begeistert.de

Musikalisch verdichtet, szenisch noch nicht abgeschlossen – „Tannhäuser“ in Bayreuth
Neue Musikzeitung/nmz.de

Kollegengespräch zur Wiederaufnahme des „Tannhäuser“ in Bayreuth (Podcast)
BR-Klassik.de

Bayreuther Festspiele: Nach dem Sonnenbad ins Festspielhaus: Der neue Wotan

„Beerbt“ in Bayreuth G.G. Tomasz Konieczny. Foto: Wiener Staatsoper

 https://www.kurier.de/inhalt.bayreuther-festspiele-nach-dem-sonnenbad-ins-festspielhaus-der-neue-wotan.6cced9dc-28f5-4cbf-88b0-fb5e72711e7d.html

Das ist eine pragmatische und eigentlich logische Lösung. Den Wotan hat Konieczny zu jeder Tages- und Nachtzeit drauf. Zudem ist er auch noch ein Freund von G.G., die „Machtübergabe“ geht also  freundschaftlich über die Bühne.

Die „Nitsch-Walküre“ hat heute Premiere

Und die Chefin ist auch niemandem gram. Das ist in dieser Situation ganz wichtig!

BAYREUTH: DIE CHEFIN IST IHM NICHT BÖSE – und für ein Selfie bereit

 

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

BAYREUTH: Genialer Doppel-Wagner. „Die Meistersinger von Nürnberg“ im letzten Jahr
Barrie Koskys Inszenierung von Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ läuft seit 2017 bei den Bayreuther Festspielen. Am Montagabend hatte die Wiederaufnahme Premiere. Kann sie auch nach vier Jahren noch überzeugen?
BR-Klassik.de

Bayreuth nimmt Abschied von Kosky
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/bayreuth-nimmt-abschied-von-koskys-meistersingern/

NEU: Tenor Giuseppe Giacomini gestorben

Der italienische Tenor Giuseppe Giacomini ist gestern im Alter von 80 Jahren gestorben. Das teilte die Stiftung der Arena von Verona mit. Der in Padua geborene Giacomini war seit längerer Zeit krank. Er hatte sich nach einer langen internationalen Karriere von der Bühne zurückgezogen. 1992 hatte er den Kammersängertitel der Wiener Staatsoper erhalten.

https://orf.at/stories/3222863/#:~:text=Der%20italienische%20Tenor%

Salzburg: ELEKTRAEine Oper für die Festspielgeschichte?

Ausrine Stundyte, Tanja Ariane Baumgartner. Foto: Salzburger Festspiele/Bernd Uhlig

Salzburg/ Elektra-Premiere
„Elektra“: Die Erinnyen fliegen wieder
Die Wiederkehr der Strauss-Oper in Salzburg wird zum Triumph für die Wiener Philharmoniker und Franz Welser-Möst.
Wiener Zeitung

Salzburg
„Elektra“ in der Felsenreitschule: Eine Oper für die Festspielgeschichte
Elektra“, die Oper von Richard Strauss, ist ein prachtvoller Edelstein der Salzburger Festspielgeschichte.
Salzburger Nachrichten

Fulminantes Debüt in Salzburg: Elektras kleine Schwester blüht auf
Die Presse.com

Jedes Mutterwort ein Stromschlag: „Elektra“ in Salzburg
Bei der Wiederaufnahme betört die Inszenierung von Krzysztof Warlikowski in der Felsenreitschule erneut
Der Standard.at

Dirigentin Joana Mallwitz verlässt Nürnberg: „Es wird Zeit für einen Fokuswechsel“
Es ist ein Schock für die fränkische Musikszene: Am Dienstagabend wurde bekannt, dass die Dirigentin Joana Mallwitz ihren Vertrag als Generalmusikdirektorin an der Staatsphilharmonie Nürnberg nach Ende der Spielzeit 2022/23 nicht verlängern wird. Eine Rolle spielt dabei ihre familiäre Situation.
BR-Klassik.de

Abschied aus Nürnberg
Kommentar: Joana Mallwitz – Ein Frau für die ganz große Bühne
Nordbayern.de

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 29. JULI – 4. AUGUST 2021

 

29.7. LE NOZZE DI FIGARO (aus Aix, Aufnahme v. 9.7.) BBC-15 Uhr
DIE WALKÜRE (Live zeitvers. aus Bayreuth) Bayern 4-18.05 Uhr
30.7. L’ANGELICA (Live aus Martina Franca) RAI 3-21 Uhr
31.7. TRISTAN UND ISOLDE (Live aus München) Bayern 4-17 Uhr
DER SCHUHU (aus Chemnitz, Aufnahme v. 18.5.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
DER FREISCHÜTZ (aus München, Aufnahme v. 13.2.) ORF Ö1-19.30 Uhr
DON GIOVANNI (aus Salzburg, Aufnahme v. 26.7.) HR 2,WDR 3,SWR 2-20.04 Uhr

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

WER WIR SIND UND WER WIR WAREN
Hoipe Gap  /  GB  /  2019
Drehbuch und Regie: William Nicholson
Mit: Annette Bening, Bill Nighy, Josh O’Connor u.a.

Ein nicht mehr junges Ehepaar, immerhin sind sie, wie man erfährt, 29 Jahre verheiratet. Sie wohnen in einem sehr schönen Haus bei den weißen Klippen von Dover, nahe am Meer. Edward ist Geschichtsprofessor und vergräbt sich in die Grausamkeiten des Rückzugs der Napoleonischen Armee aus Russland. Grace ist Fachfrau für Gedichte und fordert den Gatten immer wieder zu intellektuellen Diskussionen heraus. Mehr noch – sie mag seine ruhige, stille Verschlossenheit nicht, sie möchte ihn aus seiner Ruhe bringen, über die Beziehung reden, möchte Geständnisse seiner Gefühle – alles, was er aus seinem Wesen heraus nicht geben kann.

Was man ihm allerdings nicht zutrauen würde: Eines Tages geht er. Er hat einen Menschen gefunden, der ihm nicht dauernd das Gefühl gibt, an etwas schuld zu sein oder den provokant an ihn gestellten Anforderungen nicht zu entsprechen. Also nimmt er seinen Koffer und fährt weg. Lässt eine fassungslose Frau zurück und Jamie, einen Sohn im Studentenalter, der intelligent genug ist, sich nicht zwischen den Eltern zerreiben zu lassen, aber sensibel genug, um mit beiden zu leiden…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Sprechtheater
München: Theaterchef Pekny freigesprochen
»Kein Tatnachweis«: Ein Gericht hat den Münchner Theaterdirektor Thomas Pekny vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs freigesprochen.
Der Spiegel.de

Die Staatsanwaltschaft hat berufen, das letzte Wort ist demnach nicht gesprochen!

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Amerikanischer Senat schiebt Infrastrukturpaket von 550 Milliarden Dollar an: Präsident Joe Biden lobte den Kompromiss als Zeichen an die Welt, dass die amerikanische Demokratie weiter Grosses leisten könne. Die Mittel sollen für Strassen, Brücken, Häfen, Flughäfen, den Nahverkehr und die Bahn eingesetzt werden. Zudem sind Mittel für die Modernisierung der Stromversorgung und den Ausbau der Ladestationen für elektrische Autos vorgesehen.
Zum Bericht
Weissrussische Oppositionsführerin Tichanowskaja im Weissen Haus: Das Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Joe Biden wird als Zeichen der Unterstützung für die weissrussische Opposition gesehen. Tichanowskaja erklärte, sie habe Biden um Unterstützung gebeten, damit Weissrussland ein «erfolgreiches Beispiel für einen gewaltfreien Übergang zu einer Demokratie» werden könne.
Zum Bericht
USA und Russland loten neue Abrüstungsvereinbarungen aus: Hinter verschlossenen Türen haben sich in Genf ranghohe Vertreter Russlands und der USA getroffen, um seit langem wieder direkt über atomare Abrüstung zu sprechen. Die Gespräche waren beim Gipfeltreffen der beiden Präsidenten Joe Biden und Wladimir Putin im Juni vereinbart worden.
Zum Bericht
Dorfschullehrer Pedro Castillo als Präsident Perus vereidigt: Der marxistische Lehrer will Peru auf einen neuen Kurs bringen und ein «wohlhabenderes und gerechteres» Land aufbauen. In seiner Antrittsrede kündigte er die Schaffung von einer Million Arbeitsplätze in einem Jahr, staatliche Hilfen für arme Familien und Investitionen in den Bildungssektor an.
Zum Bericht
Am Todesberg K 2 kommen mehrere Bergsteiger ums Leben: Drei seit Anfang Februar in Pakistan am zweithöchsten Berg der Welt vermisste Bergsteiger sind tot aufgefunden worden. Wie gefährlich der K 2 ist, zeigte sich auch am Wochenende. Der schottische Ausnahmealpinist Rick Allen kam am Sonntag durch eine Lawine ums Leben.
Zum Bericht

GB/ Neues von den Royals
Queen ließ Ökogesetz heimlich ändern
Die britische Queen Elizabeth II. hat bei einem schottischen Ökogesetz heimlich für eine Ausnahme zu ihren Gunsten interveniert. Dabei nutzte sie ein jahrhundertealtes Privileg, das ihr gestattet, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Wie der „Guardian“ enthüllte, habe sie sich so als einzige Person Schottlands von der Nutzung erneuerbarer Energie entbinden lassen.
https://orf.at/stories/3222782/

Prinz Harrys Memoiren könnten einen Paukenschlag auslösen
Prinz Harry will in seinen Memoiren erneut über sein Leben auspacken. Doch wie weit wird er gehen? Diese Frage beschäftigt aktuell die Royal Family, (Ex-)Angestellte sowie Harrys Freundeskreis. Denn wenn er zu weit geht, werden auch sie ihr Schweigen brechen.
Gala.de

Sollte Harry tatsächlich den Mund zu voll nehmen (und nur dann kann sein Buch das offenbar unbedingt nötige Geld einspielen, denn eine Meghan kostet Geld), dann werden seine Freunde aus Jugendtagen sich ihrerseits erinnern! Vermutlich wird das auch nicht gratis erfolgen.

Dritte Olympia-Medaille für Österreich: Judoka Polleres eroberte Silber
Michaela Polleres sorgte am Mittwoch für die nächste rot-weiß-rote Olympia-Medaille in Tokio. Die Niederösterreicherin musste sich in der Klasse bis 70 kg lediglich im Finale der Japanerin Chizuru Arai geschlagen geben und gewann Silber.
Tiroler Tageszeitung

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Diese „Silberne“ kam nicht ganz überraschend, immerhin rangiert Fr. Polleres in der Weltspitze dieser Sportart!

Fußball: Rapid scheitert an Sparta Prag
Rapid muss den Traum von der Teilnahme an der Champions League begraben. Die Hütteldorfer verloren am Mittwoch im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde bei Sparta Prag mit 0:2 (0:1) und verspielten den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel. Rapid steigt damit in die Qualifikation zur Europa League um. Gegner dort ist in der dritten Runde am 5. (Heimspiel) und 12. August (auswärts) der zypriotische Club Anorthosis Famagusta.
https://sport.orf.at/stories/3081885

Rapid hat den Start verpatzt, Niederlage in der Meisterschaft, Ausscheiden in der Champions-League-Quali. Jetzt geht es in der Quali zur Europaliga gegen Zyprioten!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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