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29. FEBRUAR 2020 – Samstag

29.02.2020 | Tageskommentar

Unverkennbar: Kurt Rydl. Copyright: Wiener Volksoper.

WIEN/ Volksoper: HEUTE PREMIERE „DER ZIGEUNERBARON“

Anschmiegsame Walzerklänge und feurige Csárdásmusik auf der einen Seite, Kriegsverherrlichung und Rassismus auf der anderen Seite. „Der Zigeunerbaron“ hat es als Stück – vor allem in Hinblick auf die Komposition schmerzlich zu Unrecht – in der heutigen Welt des Theaters schwer. Nach mehrjähriger Abwesenheit kehrt „Der Zigeunerbaron“ nun in einer Fassung des Regisseurs und Theaterautors Peter Lund an die Volksoper Wien zurück.  (Quelle: Volksoper)

Wir sind dran!

METROPOLITAN-OPERA NEW YORK: DER NEUE „FLIEGENDE HOLLÄNDER“. PREMIERE IST AM 2.3.

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WIEN/ Staatsoper: TURANDOT (27.2.)

Elena Pankratova als „Turandot – mit dem später geköpften Prinzen von Persien. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Thomas Prochazka schreibt von einem „Abend der Überforderungen“: Erstes Zeichen der Überforderung: Ramón Tebars Aufforderung an das Staats­opern­orchester, bereits im ersten Akt kräftig zu lärmen, ohne Rücksicht auf die Sänger und — ja, die gibt es! — die Lautstärke-Dramaturgie des Werkes. Denn diese sähe vor, daß die Kaiserhymne im Finale des zweiten Aktes die Climax darstellt. Und nicht die Eröffnungsszene (noch Franco Alfanos Beitrag). Tebars Version der Turandot kommt ohne Agogik aus. Zeigt sich wenig flexibel. Wie anders wäre es z.B. erklärlich, daß er taub war für Roberto Alagnas deutlich artikulierte Tempo-Vorstellungen in »Nessun dorma«? (Im Laufe der Begebenheiten wird das alles klar werden.)

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=4C0603C0-5A44-11EA-94E7005056A64872

Wien/ Staatsoper
Turandot“ an der Staatsoper: Weiß wie Jade
Das Fernost-Drama ist ins Repertoire zurückgekehrt.
Wiener Zeitung
Turandot an der Staatsoper: Stimmen gegen Orchesterwogen
Ramón Tebar wird der Wiener Staatsopernorden für Ausgewogenheit kaum zu verleihen sein
Der Standard

Experte fürs Französische: Benjamin Bernheim
Benjamin Bernheim wird als neuer Traumtenor gefeiert. Der gebürtige Pariser singt auf den großen Bühnen der Welt. Überragend ist er vor allem in einem Repertoire, das in Deutschland kaum einer kennt.
Die Welt.de

Genf: Packend – Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ am Grand Théâtre de Genève
Neue Musikzeitung/nmz.de

Brüssel: Ödipus der männlichen Dominanz
In Brüssel endet mit „Don Giovanni“ die Trilogie der Mozart-Opern nach den Libretti Lorenzo da Pontes.
Sueddeutsche Zeitung

ADAM PLACHETKA: VON DER BÜHNE DER NEW YORKER „MET“ („FIGARO“) AUF DIE SCHI-PISTE IN KITZBÜHEL

Adam Plachetka. Foto: Instagram – gefunden von Fritz Krammer

Zu Instagram

Lieses Klassikwelt 23: Rosenkavalier
Tatsächlich werde ich auch heute noch dann und wann bei einer Rosenkavalier-Aufführung wehmütig, allerdings weniger, weil mich die Sängerinnen so stark anrühren, sondern weil ich den goldenen Jahren nachtrauere, in denen Aufführungen dieses Stückes Dimensionen erreichten, von denen man sich wohl auf absehbare Zeit verabschieden muss.
Der Rosenkavalier ist eines meiner Lieblingswerke. Eine Strichliste habe ich zwar nicht geführt, ihn aber so oft gesehen wie keine andere Oper.
Kirsten Liese berichtet jeden zweiten Freitag aus ihrer Klassikwelt.
Klassik-begeistert

New York: Oropesa is an unforgettable Violetta in Met’s “Traviata” revival
https://newyorkclassicalreview.com/2020/02/oropesa-is-an-unforgettable

Eignet sich eigentlich nicht zum Kasperltheater: Wie geht es dem Coronavirus?

CORONAVIRUS-SITUATION: FOLGEN FÜR DIE VERANSTALTUNGEN DES OPERNHAUSES ZÜRICH
Der Kanton Zürich hat getagt. Der verantwortliche Kantonsarzt hat Veranstaltungen mit weniger als 1000 Personen im Kanton Zürich explizit erlaubt.

Die Veranstaltungen des Opernhauses Zürich finden bis auf weiteres wie geplant statt.

Der für den 14. März 2020 geplante Opernball wird aufgrund der Lage abgesagt. Die Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum der Traditionsveranstaltung werden 2021 nachgeholt.

Na, da haben wir noch Glück gehabt. Den Wiener Opernball mit 5000 Gästen (man stelle sich vor, das ist so viel, wie der Online-Merker an schwächeren Tagen Leser hat) durfte noch stattfinden. Was soll diese „Tausendergrenze“`? In einer anderen Veröffentlichung liest man gar von 900! Da pirscht man sich an die „Nuller-Patienten“ heran und setzt dann eine derart großzügige Grenze.

Die Politiker wie auch die sie beratenden Ärzte wissen eigentlich nichts, müssen sich mit Alibi-Aktionen wichtig machen, ihre Amtsberechtigung rechtfertigen. 

Die Situation könnte aber als politischer Segen empfunden werden. Endlich haben unsere Staatslenker die Möglichkeit der totalen Überwachung, ohne sich mit Menschenrechten und dergleichen herumschlagen zu müssen. In China werden die Menschen bereits auf Schritt und Tritt überwacht, müssen angeben, wo sie sich gerade befinden, was sie tun bzw zu tun gedenken! Das ist doch herrlich für manchen Politiker, weit griffiger als etwa die Abschaffung des Bargelds:

Coronavirus in China: Überwachung digital und analog
China überwacht sein Volk wie kaum ein anderes Land. Seit dem Coronavirus-Ausbruch hat das eine neue Dimension erreicht. Bürger müssen ihren Gesundheitszustand und Aufenthaltsort melden.
https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-apps-101.html

Frage: Können unsere Politiker das Schweizer Modell ignorieren? Wird in der Wiener Staatsoper kommende Woche noch gespielt? Unser Operhaus ist weit größer als das in Zürich. Oder sperren wir bloß die Stehplätze, damit es nicht heißt, wir haben geschlafen?

Rock/ Pop

Eurovision Song Contest
Deutscher Beitrag: Kann man mögen – kann man aber auch leicht wieder vergessen
Ben Dolic wird Deutschland beim Eurovision Songcontest 2020 in Rotterdam vertreten. Das Publikum darf bei der Vorentscheidung nicht mehr mitbestimmen, ansonsten ändert sich am Konzept des NDR wenig.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/esc-vorentscheid-unser-lied-fuer-rotterdam-1.4824859

WIEN / Volkstheater im Volx / Margareten: URFAUST / FAUSTIN AND OUT
Von Johann Wolfgang Goethe / Elfriede Jelinek
Premiere: 28. Februar 2020

© Christine Miess_Volkstheater

Ein ausverkaufter Premierenabend, Elfriede Jelinek zieht immer in Österreich, auch wenn es sich um ein acht Jahre altes Stück handelt, damals zum Fall Fritzl geschrieben – Österreich liefert der Jelinek genug Skandale und Abgründigkeiten, um ihre Wortströme in Gang zu setzen. Das „Sekundärdrama zu Urfaust“ käme in ihrem Text ganz ohne Goethe aus, aber hier entschied Regisseurin Bérénice Hebenstreit für ihre Fassung anders…

Die Jelinek sieht sich, wie sie selbst schreibt, als „kläffenden Hund“, die die Blöcke so männlichen Schaffens umkreist und das Bein hebt, um daran zu pinkeln (wenn das auch eher ein männlicher als ein weiblicher Hund wäre…). Es ist nicht besonders unterhaltsam, aber ja, die unterdrückten Frauen maulen auf, und man kann sagen, dass es Steffi Krautz sprachlich brillant tut, dass Sebastian Pass giftig für Nebenrollen zur Verfügung steht, und Nadine Quittner darf (nachdem einem geschilderte  Szenen aus dem Fritzl-Haushalt den Magen umgedreht haben) auch mit Goethe abrechnen. Kein Sinn, sagt sie (sagt die Jelinek), sich immer wieder mit dem alten Herren auseinander zu setzen. Das sind nicht unsere Themen. Das interessiert nicht mehr. Basta. Jelinek statt Goethe.

Trotzdem muss man sagen, dass der kräftige Goethe-Beitrag dem stürmisch akklamierten Abend nicht schlecht getan hat… Man kann schließlich keine starke Attacke reiten, wenn man keinen würdigen Gegner hat.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Schauspieler und Autor Burkhard Driest gestorben
Der Schauspieler und Autor Burkhard Driest ist tot. Driest starb am Donnerstag nach langer Krankheit in Berlin im Alter von 80 Jahren, teilte seine Familie am Freitag mit. Der 1939 in Stettin geborene Driest wurde unter anderem als Schauspieler in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff sowie in Inszenierungen des Regisseurs Peter Zadek bekannt.
Wiener Zeitung

GESTERN BEIM ONLINE-MERKER – erste Fotos. Ein ausführlicher Fotobericht über diese bestens besuchte und erst in den späten Nachtstunden endende Veranstaltung sehen Sie in den nächsten Tagen

Maryna Lopez (Mezzosopran) sang Schumanns Dichterliebe – und bis in die späte Nacht noch Mexikanisches mit zwei Freundinnen und später mit der ganzen Belegschaft! Copyright: Barbara Zeininger

Heute ist der „Schalttag – 29. Februar. Der Schaltag hat auch einen Schutzheiligen – einen „Teilzeitheiligen“. Santa Precaria also, die Beschützerin aller geringfügig Beschäftigten

Santa Precaria also, die Beschützerin aller geringfügig Beschäftigten. Ihr Gedenktag fällt auf den Schalttag, den 29. Februar. „Santa Precaria ist also eine echte Teilzeitheilige“, erklärt Angelika Fuchs, Betriebsseelsorgerin in der Erzdiözese Salzburg. Als Heilige mit 25 Prozent-Verpflichtung (der 29. Februar taucht ja nur alle vier Jahre im Kalender auf) trifft sie es wahrscheinlich schlechter als viele andere in minderbezahlten Arbeitsverhältnissen. Wie es eben im Wort prekär steckt, das aus dem Lateinischen übers Französische zu uns gekommen ist. Es bedeutet „unsicher, durch Bitten erlangt, widerruflich, schwierig“.

Im Jahr 2001 haben sich italienischen Aktivistinnen und Aktivisten den imaginären Heiligen San Precario als Schutzpatron für alle von Prekarisierung Betroffenen ausgedacht. Als Mann hat San Precario sogar eine Facebookseite. Die ist mit 2.656 Likes vielleicht nicht gerade der Renner in diesem Medium, aber auch die meisten anderen Heiligen haben klein angefangen. Die meisten sogar als unbedankte Einzelkämpfer… (Quelle: DrehpunktKultur)

Santa Precaria
Wir erzählen heute von einer katholischen Tagesheiligen, die eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat. Das ist durchaus ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Geschäftsfeld. Und es ist nicht das einzige.
DrehpunktKultur

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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