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29. DEZEMBER 2019 – Sonntag

29.12.2019 | Tageskommentar

HEUTE VORMITTAG ALS STREAM AUS DER WIENER STAATSOPER: PERSINETTE von Albin Fries. 11,30 h bis 12,30 hFoto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Persinette war die Urform eines französischen Volksmärchens, das durch die Brüder Grimm im deutschsprachigen Raum als Rapunzel bekannt und beliebt wurde. Im Auftrag der Wiener Staatsoper schufen der Komponist Albin Fries und die Librettistin Birgit Mathon eine dreiaktigen Märchenoper, die inhaltlich im Wesentlichen diesem populären Märchen vom Mädchen auf dem Turm mit den langen Haaren folgt.
Albin Fries, der mit seiner Oper Nora 2018 in Budapest den renommierten Bartók-Kompositionswettbewerbschreibt gewann, schreibt Musik in tonal-spätromantischem Stil.

https://www.staatsoperlive.com/

Für Abonnenten der Staatsopern-Streams ist Persinette noch bis zum Jahreswechsel abrufbar.  Die ABO-Gebühr für die Streams beträgt monatlich etwa 17 Euro, dafür sehen Sie zwischen 4 und 7 Opern! Zu buchen ist das Abo über Cultural.

Mein Enkel Raffael, mittlerweile fünf Jahre alt, sitzt gerne vor dem Fernsheapparat und sieht dort Kindersendungen. Mit „Persinette“ werde ich es heute erstmals mit einer Kurzoper versuchen, ich fürchte aber, dass er dafür noch nicht bereit ist. Gestern ist er sogar im Circus Safari (Wien Auhof, sehr zu empfehlen) unangenehm aufgefallen, weil er auf dem Sitz turnte und durch die Sitzreihen lief. Meine Tochter wollte mit ihm schon in die Volksoper zu „König Karotte“ gehen, weil die Plakate so „kinderfreundlich“ aussehen. Zum Glück hat Sie mich vorher um meine Meinung gefragt und ich habe dringend abgeraten. Auszug aus unserem Forum: „Chenier“ sagt: 
Ich war übrigens in der VO bei Offenbachs „König Karotte“, auch etliche Kinder, aber sehr ruhig, nur ist das ein politisches Gleichnis mit ziemlich grauslichem Inhalt und eigentlich nichts für Kinder.
Von Musik und Inszenierung übrigens empfehlenswert.   

Genau genommen ist auch „Hänsel und Gretel“ nichts für Kinder, denn bei einem Tötungsdelikt (sagen wir, es ist Überschreitung der Notwehr) zu jubeln, ist erzieherisch mehr als bedenklich.

Ab wann soll man Kinder auf die Oper loslassen? Ich denke, sicher nicht vor Vollendung des sechsten Lebensjahres. Ich höre oft von „Wunderkindern“, die bereits mit 4 Jahren von der Vorstellung begeistert gewesen sein sollen. Gratulation – oder auch nicht! Unseren Rabauken lasse ich vor dem siebenten Geburtstag in kein Theater, das (auch) für Erwachsene bestimmt ist!

Wiener Neujahrskonzert mit Andris Nelsons: „Die Welt um uns ist so verrückt!“
Er dirigiert am 1. Jänner die Philharmoniker. Vorab ein Gespräch über die heilsame Kraft der Musik und das Verhältnis von Kampfsport und Dirigieren
Der Standard

Dieses Traditionskonzert – oft kopiert und nie erreicht (das ist wie bei der Originalrezeptur für Coca-Cola) wird uns in den nächsten Tagen zwar nicht in Atem halten, aber sicher stark beschäftigen!

HEUTE ZWEIMAL OFFENBACH AUF „ARTE“

16,35 h „Die schöne Helena“

23,50 h „Die Großherzogin von Gerolstein“

Details in unseren „Infos des Tages“

WIENER STAATSBALLETT. GABOR OBEREGGER IM RUHESTAND. FOTOS VON DER ABSCHIEDSVORSTELLUNG „COPPELIA“ IN DER VOLKSOPER

Kritik „COPPELIA“ an der Wiener Volksoper am 27.12.2019

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Gabor Oberegger (Coppélius) & Nikisha Fogo (Swanilda). Foto Copyright: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Der gebürtige Wiener Gabor Oberegger, seit 26 Jahren äußerst verdienstvolles Mitglied des Wiener Staatsballetts, ging per 30. November 2019 in den Ruhestand. Er begeisterte sowohl in der Wiener Staatsoper und auch in der Volksoper Wien vor allem in Charakterrollen, etwa als Lorenzo und Gamache in Rudolf Nurejews „Don Quixote“, als Gremin in John Crankos „Onegin“ und als Tybalt in dessen „Romeo und Julia“, als Zettel/Pyramus in Jorma ElosShakespeare Ballett „Ein Sommernachtstraum“ oder als Coppélius in Lacottes „Coppélia“ zuletzt an der Volksoper Wien. In dieser Rolle nahm er nun am 27. Dezember 2019 auch von der Bühne Abschied. Ballettdirektor Manuel Legris bedankte sich in Anwesenheit des Ensembles bei Gabor Oberegger ebenfalls und gratulierte ihm zu seiner erfolgreichen Karriere. Zudem war Oberegger im Betriebsrat des darstellenden künstlerischen Personals der Wiener Staatsoper jahrelang aktiv. Das Wiener Staatsballett wünscht ihm alles Gute für seine  weitere Zukunft!

Manuel Legris und das Ensemble bedanken sich bei Gabor Oberegger. Foto Copyright: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Einige Fotos mehr finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“

MET- NEUJAHRSGALA: Jetzt hat Anna Netrebko auch einen Video Clip von der Probe auf Instagramm gestellt.

 

ZUM VIDEO

Pavarotti-Film: Die Rosenkriege sind vergessen, jetzt erinnern sich seine Frauen

Luciano Pavarotti als Kind – mit seinen Eltern

König der Oper, Kaiser der Regenbogenpresse: Die Kinodokumentation „Pavarotti“ erzählt das öffentliche und private Leben des Klassikstars. Sie ist jedoch zu nah dran, um eine kritische Analyse dieses Sangesphänomens zuzulassen.
Die Welt.de

München: “The Snow Queen” von Hans Abrahamsen – Bayerische Staatsoper Entzaubertes Märchen

Wer ein die Herzen wärmendes, poetisches Weihnachtsmärchen erwartet hat, wird von dieser Snow Queen, der Schneekönigin, sicher enttäuscht sein. Ebenso, wer eine psychoanalytisch tiefschürfende Interpretation des Stoffes nach dem Kunstmärchen von Hans Christian Andersen erwartet hat. Regisseur Andreas Kriegenburg entzaubert das Märchen indem er es in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung eines ziemlich heruntergekommenen Krankenhauses spielen lässt. Sein zentraler Gedanke: Die Heilung eines schwer psychisch kranken Mannes – Kay – durch die Liebe einer Frau. „Wir sehen an diesem Abend die Geschichte einer Frau, die ihr eigenes Leben für ihren Partner opfert. Die ihn tagtäglich besucht, obwohl er nicht mehr reagiert…

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Düsseldorf: Liebe in Zeiten des Krieges
„I puritani“ von Vincenzo Bellini in der Deutschen Oper am Rhein
https://www.theaterkompass.de/beitraege/liebe-in-zeiten-des-krieges-53751

St. Gallen: Marie-Claude Chappuis: «Bevor ich auf die Bühne gehe, bete ich»
Tagblatt

Interview: Dirigent Ádám Fischer: „Ungarn wird nie eine Demokratie!“
Der Standard

„Konzertgänger in Berlin“
Begegnungen in Teheran
Gebrochene Biographien, trotzige Zuversichten – jede Seele eine unsichtbare Stadt. Bericht von einer Reise im Herbst 2019, in unruhigen Zeiten.
https://hundert11.net/begegnungen-in-teheran/

Metropolitan Opera: WOZZECK

Wozzeck an der Met. Foto: Marty Sohl

Metropolitan Opera 2019-20 Review: Wozzeck
https://operawire.com/metropolitan-opera-2019-20-review-wozzeck/

Langsam, Wozzeck, Langsam
http://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=14330

FILM: Lolita-Darstellerin Sue Lyon gestorben

Für ihre Rolle in Stanley Kubricks Film „Lolita“ über die pädophile Faszination eines Mannes für eine Zwölfjährige wurde Sue Lyon mit einem Golden Globe ausgezeichnet.
Die US-Schauspielerin Sue Lyon, die als 14-Jährige als „Lolita“ in Stanley Kubricks Film berühmt wurde, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Lyon starb am Donnerstag in Los Angeles, wie die „New York Times“ am Samstag unter Berufung auf einen Freund der Schauspielerin berichtete.
https://www.diepresse.com/5744633/lolita-darstellerin-sue-lyon-gestorben

Vom Wind verweht: Kein Rassismus und auch kein „e“ mehr
Die erste deutsche Übersetzung seit 80 Jahren versöhnt mit dem US-Bestseller.
Kurier

Ob das klug ist, nämlich das E wegzunehmen, wage ich zu bezweifeln. Mit E klingt doch viel besser.

„Oma ist ’ne alte Umweltsau“: WDR löscht satirisches Kinderchorlied
Der Westdeutsche Rundfunk hatte mit einem Lied seines Kinderchores über die Umweltsünden „meiner Oma“ eine Welle der Empörung ausgelöst.
Die Presse
„Oma ist ’ne alte Umweltsau“: WDR-Intendant entschuldigt sich
Verballhornung des Liedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Kurier

Das ist ein wirklicher Skandal und die Entschuldigung kann sich der Intendant sparen. Da gibt es nur eine  logische Konsequenz: Die oder der dafür Verantwortliche gehört sofort aus ihrem/seinen Aufgabengebiet abgezogen. Für eine „Fristlose“ wird es nach der Gesetzeslage wohl nicht reichen, aber es liegt sicher ein befristeter Arbeitsvertrag vor. Der darf nicht mehr verlängert werden!

Noch besser wäre, wenn der Intendant selbst zurücktritt. Kinder gegen Eltern aufhetzen, hatten wir das nicht schon? Das brauchen wir aber nicht mehr!

Reaktion auf Wut-Rede vor UNO.
Offener Brief an Greta Thunberg: Wir lassen uns nicht länger beschimpfen!
Mit Tränen in den Augen beschuldigst Du „Uns“ pauschal, wir hätten Dir Deine Träume, Deine Kindheit gestohlen, Du solltest gar nicht hier stehen, sondern in der Schule sein. Du wirst „Uns“ das nicht durchgehen lassen und „Uns“ im Auge behalten. Wow! Deine aufgestachelten Worte entspringen einer grenzenlosen Ahnungslosigkeit. Denn, ist es nicht gerade Deine Generation, die diese Wegwerfgesellschaft am Leben erhält? Du und Deine Altersgenossen leben in einem nie dagewesenen, materiellen Überfluss, den ihr wie selbstverständlich beansprucht und Euren Eltern abverlangt.
Wochenblick

Rauchfangkehrer!

Freude haben die wenigsten, wenn sie der schwarzen Frau/ des schwarzen Mannes ansichtig werden. Was haben diese Rauchfangkehrer früher Russ hinterlassen! Heute arbeiten sie fast klinisch sauber, dafür sekkieren sie mit Verordnungen, Befunden etc. Ehrlich, da habe ich lieber den Dreck als die Bürokratie.

Früher hat man an einen Hosenknopf gegriffen – das soll angeblich Glück bringen. Das traut man sich in diesen Zeiten nicht mehr: Eigentlich müsste man unterdessen zwingend gendern: In Wien stellen Rauchfangkehrer-Meisterinnen (19 von 88) schon fast ein Viertel dieser Berufsgruppe. Auf Österreich gerechnet gibt es 13 Prozent Rauchfangkehrerinnen. Es sind keine negativen Auswirkungen aufs Glücksbringen bekannt.

Wussten Sie, dass die ersten Rauchfangkehrer bei uns Italiener waren? Wenn nicht, dann wissen Sie es, wenn Sie nachstehenden Feuilleton-Beitrag gelesen haben!

 

Feuilleton Rauchfangkehrer: Beschliefen und patschokieren. Eine Jugenderinnerung
Selbstverständlich hing einst in der Küche der Großeltern der jeweils aktuelle Rauchfangkehrer-Kalender. Einer der Gesellen oder gar der Meister selbst hatten ihn zu Jahreswechsel vorbei gebracht, Glück gewünscht – und man ist natürlich nicht ohne Trinkgeld fort gegangen.
DrehpunktKultur

Ich wünsche einen schönen Tag.

A.C.

 

 

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