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10. AUGUST 2021 – Dienstag

10.08.2021 | Tageskommentar

Heute Lostag für Dr. Alexander Wrabetz. Erklimmt er nach (möglicher) Abwahl gar den Präsidentensessel der Salzburger Festspiele? Foto: Wikipedia

Das ist natürlich noch reine Spekulation, aber das Gerücht hält sich hartnäckig. Die SPÖ-Nähe des ORF-Generals würde dabei weniger stören als der Anspruch der Salzburger, die Präsidentin/den Präsidenten aus den eigenen Reihen zu küren, mit Lodenmantelträger oder Dirndlmodell aus der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Aber noch ist es nicht soweit. Zuerst muss Wrabetz erst einmal abgewählt werden (dagegen wette ich sicher nicht).

Salzburg
Übernimmt Wrabetz die Salzburger Festspiele?
Seine Zukunft könnte nun in der Kultur liegen. Aus ÖVP-Kreisen ist zu hören, dass er Helga Rabl-Stadler als Präsident der Salzburger Festspiele nachfolgen will. Die 73-Jährige tritt heuer nach 26 Jahren ab. Die Bewerbungfrist startet schon im September.
https://www.heute.at/s/uebernimmt-wrabetz-die-festspiele-100156837

Ein Thatergeher ist er schon, der Dr. Wrabetz. Er wurde schon in der Oper gesichtet, als er dort keinen Pflichttermin zu absolvieren hatte.

Politisch kann ein Salzburger Festspielpräsident wenig anstellen. Meinen Segen hätte er!

NEU: Mitteilung des ORF

Mag. Roland Weißmann zum ORF-Generaldirektor bestellt
Wien (OTS) – Mag. Roland Weißmann wurde heute, am Dienstag, dem 10. August 2021, in der Plenarsitzung des ORF-Stiftungsrates mit einer Mehrheit von 24 Stimmen zum ORF-Generaldirektor bestellt. Die fünfjährige Funktionsperiode beginnt mit 1. Jänner 2022 und endet am 31. Dezember 2026.

Bleiben wir gleich in Salzburg. Unsere Nachbarn aus Deutschlandschießen ungewöhnlich scharf gegen die diesjährigen Festspiele

Besonders Teodore Currentzis erweist sich als Reibebaum, aber auch Castelluccis „Don Giovanni“ kommt nur bei den „heimischen Claqueuren“ gut an – findet zum Beispiel Brüggemanns „Crescendo“

Dirigent Teodor Currentzis: Der Mozart-Zerstörer
Teodor Currentzis ist ein Superstar der Klassik-Szene. Doch nach den Salzburger Festspielen hat seine Entzauberung endlich begonnen. Zu Recht: Denn die Jagd nach Extremen ist auf Dauer öde.
Der Spiegel.de

Crescendo: Klassik mach Dich locker
Unser Ranking letzte Woche hat für allerhand Reaktionen gesorgt, besonders die Kritik an „Don Giovanni“-Dirigent Teodor Currentzis und am aktuellen Kurs der Salzburger Festspiele als oberflächliches Glamour-Klassik-Event, das in diesem Jahr weniger von Touristen als von den einheimischen Claqueuren zu zehren scheint…

…Danke für all die Zuschriften (die positiven wie die kritischen) und die rege Debatte auf Facebook. Aber, hey – wenn es nun schon „kriminell“ sein soll, Currentzis in einer Kritik einen „Klassik-Scharlatan“ zu nennen, dann weiß ich auch nicht mehr (siehe dazu auch den nächsten Punkt über die „Brüste der Buhlschaft“). Letztlich ist es wohl so: Currentzis hat genau das geschafft, was Exzentrik so schaffen kann – Aufmerksamkeit! Schade, weil es auch in diesem Sommer so vieles anderes gäbe, über das man begeistert berichten könnte. 

https://crescendo.de/klassikwoche32-2021-currentzis-netrebko-altenberger-1000083258/

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Verlauf der Diskussion in unserem Forum. Da wird bei einem der „Reaktionären“ sogar bedauert, dass er nicht in die Wolfsschlucht gestürzt ist.  Brrr!

Die meisten Menschen durchleben mehrere Phasen, wenn sie Aufmerksamkeit erregen, sich von der „tumben Umwelt“ abgrenzen wollen. Das war bei mir nicht anders. Doch davon vielleicht einmal bei anderer Gelegenheit! Mit der (nie bewiesenen) „Weisheit des Alters“ sehe ich manches ganz anders als ich es in der Profilierungsphase gesehen habe. Bei mir hat die Profilierungsphase so um den 50er herum geendet, andere Zeitgenossen brauchen länger.

Bayreuthdown to earth

Das ist ein hochinteressanter Einblick in die Welt der Statisten

Langjährige Komparsen/ Statisten bei den Bayreuther Festspielen

 

ZUM VIDEO (5 Minuten)

Bayreuth
Christian Thielemann: „Derzeit geht es nicht um Titel“
Seit Jahresbeginn ist Thielemann nicht mehr Musikdirektor der Wagner-Festspiele, Verhandlungen gibt es keine.
Wiener Zeitung

Placido Domingo bereits in Taormina auf Sizilien. Konzert mit der Mezzosopranistin Anastasia Boldyreva am 11. und 13. August

Nein, ich bin kein Domingo-Fan, zum Fan eigne ich mich überhaupt nicht. Aber wenn ich von seinem körperlichen Zustand auf meinen schließe (etwas jünger bin ich doch), dann muss das bei mir Bewunderung erwecken.

Man kommt an Domingo nicht vorbei, auf Instagram ist er präsent wie kaum ein anderer Sangeskünstler.

Er ist ein Getriebener – von einem Termin zum nächsten. Treibt er sich selbst? Wird er getrieben? Ich kann da nicht mitreden, denn meine Familie war von mir nie abhängig. Meine Frau hat ganz gut verdient – und meine Tochter hat mich kein einziges Mal um Geld angeschnorrt! So gesehen bin ich ein glückler Mann und Vater.

ZU INSTAGRAM

Opernausgrabung bei den „Innsbrucker Festwochen der Alten Musik“:

„Idalma“ von Bernardo Pasquini (Vorstellung: 8. 8. 2021)

Szenenfoto der Oper „Idalma“: Foto: Birgit Gufler

Auch in diesem von der Corona-Pandemie stark betroffenen Jahr warteten die „Innsbrucker Festwochen der Alten Musik“ mit einer besonderen Opernrarität auf: „L’Idalma overo Chi la dura la vince“ („Idalma oder Wer durchhält, gewinnt“) von Bernardo Pasquini. Die im Jahr 1680 in Rom uraufgeführte Oper verzeichnete einen großen Erfolg und wurde daraufhin in ganz Italien nachgespielt. Inzwischen gilt „Idalma“ als Höhepunkt im Opernschaffen Pasquinis. Auf Grundlage der Handschrift V.m. 4.19 der Bibliothèque nationale de France erstellte Alessandro De Marchi, der seit mehr als zehn Jahren Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ist, gemeinsam mit Giovanna Barbati eine Neuedition der Oper, die im Innsbrucker Haus der Musik in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln (Einrichtung: Christian Steinbock) aufgeführt wurde…

Zum Bericht von Udo Pacolt

Innsbruck
Alte Musik in Innsbruck : Wehe, du baggerst meine Irene an!
Frankfurter Allgemeine

Podcast: Idalma in Innsbruck
BR-Klassik.de

Jubiläum
Hommage von Clemens Unterreiner an „die Legende der Oper“ Renate Holm
Kurier.at

Ihre Mühle hat die Tierfreundin an eine Tierärztin verkauft, die sie im Sinne Holms weiterführen soll. In diesem Alter darf man sich schon Nachfolgegedanken machen!

Renate Holm feiert heute den Neunziger. Peter Dusek ist natürlich dabei und wird berichten!

Mit Beethovens „Ode an die Freude“ endete das „Lech Classic-Festival“

Leah Gordon (Sopran), Martina Gmeinder (Alt), Dirigent Michael Güttler, Ferdinand von Bothmer (Tenor) und Levente Páll (Bass). Foto: Susanne Lukas

Zum Bericht von Susanne Lukas

TORRE DEL LAGO / 67. Festival Puccini: LA BOHÈME

 

Ettore Scola, der in den siebziger und achtziger Jahren viel bewunderte italienische Filmregisseur, hat zwei Jahre vor seinem Tod (am 19. Januar 2016) zum 60. Puccini-Festival in Torre del Lago „La Bohème“ in Szene gesetzt. Mit den Augen des genau beobachtenden Filmemachers hat er die Atmosphäre und die Menschen aus Henri Murgèrs „Scènes de la vie de bohème“ vor Klischees zu bewahren versucht, zu denen der historisierende Blick auf das Paris der Aufbruchszeit des 20. Jahrhunderts gerne tendiert. Auch in der Wiederaufnahme durch Marco Scola di Mambro ist diese fast zärtliche Annäherung an die Personen des Stücks erhalten geblieben. Eine sympathische Erzählung, die sich dezidiert von dem Versuch fernhält, Puccinis „Verismo“ zu transzendieren oder mit den Augen unserer Gegenwart neu zu lesen.

New York
Début de saison encore menacé au Metropolitan Opera de New York
https://www.olyrix.com/articles/actu-des-operas/5010/un-debut-de-saison-menace

Es ist also gar nicht sicher, wann die Met wieder aufsperrt. Auch aus der Wiener Staatsoper hört man nichts: Es ist unmöglich, seriös zu planen.

Sonya Yoncheva’s Arena di Verona “Traviata’ to be Broadcast
Performances will be held on August 7 and 19 and then broadcast on ZDF Sept. 5 and then on 3sat on Sept. 11.
https://operawire.com/sonya-yonchevas-arena-di-verona-traviata-to-be-broadcast/

Pesaro
Moïse et Pharaon in Pesaro: the Rossini Opera Festival is back!
bachtrack.com

Hofmannsthal: DAS BERGWERK ZU FALUN – Salzburger Festspiele, 9.8.2021

Andre Jung, Marcel Kohler. Foto: Ruth Walz

Das dramatische Werk von Hugo v. Hofmannsthal ist sehr umfangreich. Einem grösseren Kreis wirklich bekannt sind jedoch mit Ausnahme des „Jedermann“ und den Librettis für einige Opern von Richard Strauss nur „Der Schwierige“ und „Der Unbestechliche“.

Aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens haben die Salzburger Festspiele jetz eines der fast unbekannten Werke eines ihrer Gründungsväter auf das Programm gesetzt, nämlich „Das Berwerk zu Falun“. Der Titel wird Freunden von Opernraritäten vielleicht bekannt vorkommen, denn der siebenbürgische Komponist Rudolf Wagner-Regeny schrieb nach diesem Stück eine Oper, die 1961 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde.

Das Stück basiert auf einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann…

Dem Applaus nach zu schliessen, wusste das Publikum mit dem Stück – zumindest in der Version von Jossi Wieler – nicht wirklich etwas anzufangen.

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Moskau
Droht Russlands Theatern Zensur?
Wer sind die „Scheißkerle“? Die Kontroverse über eine mutmaßliche Beleidigung von Kriegsveteranen in einem Theaterstück hat in der Moskauer Szene Angst vor Zensur ausgelöst. Aus Moskau Juri Rescheto.
https://www.dw.com/de/droht-russlands-theatern-zensur/a-58780441

Journalismus: Es gibt kein System Fellner!

 

Dazu ein Interview mit Raphaela Scharf. Sie fühlt sich mitunter einsam und verlassen. Auch dass sie nicht mehr Unterstützung von ehemaligen Kolleginnen und Kollegen erhält, bedrückt sie.
An einen Rückzieher denkt sie nicht.
Zur Leseprobe

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Chaos am amerikanischen Markt für Wohnimmobilien: Der amerikanische Traum vom Eigenheim ist für viele unerschwinglich geworden, weil die Preise wegen der Pandemie zuletzt um bis zu ein Viertel gestiegen sind. Die Preisexplosion dämpft inzwischen den Boom etwas, aber die Lage ist verzwickt.
Zum Bericht
Saudiarabien «schockiert» die Hamas mit Verurteilungen ihrer Mitglieder: Ein saudisches Gericht hat Dutzende von palästinensischen Mitgliedern der Hamas zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt. Riad handelt damit im Interesse Israels und setzt ein Zeichen gegen militante Widerstandsbewegungen.
Zum Bericht
In China wirkt Apples Selbstverständnis als Datenschützer wie eine Farce: Apples neuer Filter gegen Kinderpornografie könnte von autoritären Staaten missbraucht werden, um etwa Dissidenten zu verfolgen, warnen IT-Experten. In China kooperiert der Tech-Konzern bereits eng mit den Machthabern. So verschwinden Tausende Apps aus Apples App Store in China.
Zum Bericht
Zivilklage gegen Prinz Andrew wegen sexuellen Missbrauchs in den USA eingereicht: Der Prinz soll in den Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein verwickelt sein. Laut der Zivilklage beschuldigt das Epstein-Opfer Virginia Giuffre den zweiten Sohn der britischen Königin Elizabeth, sich an ihr vergangen zu haben.
Zu den neusten Entwicklungen
Italienische Feuerwehrleute als Brandstifter verdächtigt: Italien leidet unter Wald- und Buschbränden im Süden des Landes sowie auf den Inseln Sardinien und Sizilien. Doch nicht immer ist «das Klima» dafür verantwortlich. Die weitaus meisten Waldbrände werden von Menschen verursacht, fahrlässig oder absichtlich. Selbst Feuerwehrleute sollen Brände legen, um ihre Arbeitsstellen zu erhalten.
Zum Bericht
Nordkorea droht den USA und Südkorea wegen Militärübungen: Vor geplanten Sommer-Militärübungen der USA und Südkoreas verschärft Nordkorea den Ton. Die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong, warf den USA eine feindselige Politik und Südkorea «heimtückisches Verhalten» vor. Nordkorea werde seine Fähigkeiten für «einen machtvollen Präventivschlag» erhöhen.
Zum Bericht
Wer Möbel zum Mitnehmen hinstellt, macht sich strafbar: Wer Gegenstände mit dem Verweis «gratis zum Mitnehmen» vor die Haustüre stellt, muss mitunter teuer dafür bezahlen. Dies ist laut dem Zürcher Abfallgesetz verboten und kann mit einer Busse bis 50 000 Franken geahndet werden.
Zum Bericht

Heute ORF-Wahl

Auszug aus dem „Profil“: Aller Voraussicht nach wird das Rennen wohl der ÖVP-Wunschkandidat Roland Weißmann machen. Denn wie mein Kollege Gernot Bauer hier analysiert, bestimmt nach wie vor der Bundeskanzler die Chefin oder den Chef des ORF. Die öffentliche Empörung über diesen Zustand hält sich auch dieser Tage in Grenzen. „Business as usual“ eben. Verfassungsjurist Heinz Mayer fände laute Kritik an dem Wahlmodus freilich mehr als angebracht. Warum, das können Sie hier nachlesen.

Berliner Senatorin: „Habe leider keine Idee, wie man Männer besser integrieren kann“
Der tragische Tod der 34-jährigen Afghanin Maryam H. erschüttert Berlin. Sie wurde von ihren zwei jüngeren Brüdern ermordet – davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Nun hat sich Berlins Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) zu dem Fall geäußert.
Berliner Zeitung

Das Traurige ist, dass die Senatorin mit ihrem Latein am Ende zu sein scheint.Was macht sie dann noch in ihrem Amt?

Ab 1. Oktober: Dänemark verkündet Ende aller Corona-Maßnahmen
eine Masken und Tests: Worüber hierzulande noch heftig diskutiert wird, wird in Dänemark schon bald Realität. Das skandinavische Land hebt im Oktober alle Corona-Regeln auf. Schon ab September sind weitreichende Lockerungen, etwa fürs Nachtleben und die Gastronomie, vorgesehen. Möglich macht dies vor allem das enorme Impftempo der Dänen – und die Entscheidung der Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, auch die 12- bis 15-Jährigen und Schwangere impfen zu lassen.
https://www.krone.at/2481182

Hochansteckend, keine Behandlung: Marburg-Virus in Guinea ausgebrochen
Es ist der erste Fall einer Virus-Infektion in Westafrika, berichtet die WHO. Das Virus wird von Fledermäusen auf Menschen übertragen.
https://www.diepresse.com/6019074/hochansteckend-keine-behandlung-marburg-virus-in-guinea-ausgebrochen

Das sind tolle Aussichten!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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