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28. SEPTEMBER 2021 – Dienstag

28.09.2021 | Tageskommentar

HEUTE Premiere an der Wiener Staatsoper: Der Barbier von Sevilla. Ildar Abdrazakov, Paolo Bordogna. Foto: WienerStaatsoper/ Michael Pöhn

Ich gehe davon aus, dass der neue „Barbiere“ geteilt aufgenommen wird. Regisseur Herbert Fritsch blödelt gerne (zum „Barbiere“ passt das, es muss ja nicht gerade „Parsifal“ sein) – aber Humor wird unterschiedlich aufgenommen. Mir könnte es gefallen, da ich nie im Leben etwas wirklich ernstgenommen habe (was ist schon wichtig?), aber wer weiss, wie Rezensenten und vor allem die Besucher reagieren. Die Einführungsmatinée mit Fritsch war für mich pures Vergnügen, ich habe aber auch andere Meinungen gehört.  Warten wir ab!

Graf Almaviva Juan Diego Flórez
Bartolo Paolo Bordogna
Rosina Vasilisa Berzhanskaya
Don Basilio Ildar Abdrazakov
Figaro Étienne Dupuis
Ambrogio Ruth Brauer
Fiorello Stefan Astakhov
Berta Aurora Marthens
Offizier Alejandro Pizarro-Enríquez

Weiterführende Informationen

Besetzung und Handlung
Interview mit Michele Mariotti
Interview mit Juan Diego Flórez, Paolo Bordogna und Ildar Abdrazakov
Artikel Herbert Fritsch: »Eroberer von unbekannten Räumen«
Artikel »Juan Diego Flórez über Rossini«

Herbert Fritsch: „Die Musik von Rossini fetzt einfach“ (Bezahlartikel)
Heute hat Herbert Fritschs Inszenierung von „Il barbiere di Siviglia“ Premiere. Der „Presse“ erzählte er, dass es ihm dabei nicht ums Blödeln gehe, sondern um Extreme des Ausdrucks. Und dass er keine Noten lesen kann.
https://www.diepresse.com/6039233/herbert-fritsch-die-musik-von-rossini-fetzt-einfach

Hinweise auf andere Vorstellungen in nächster Zeit

LE NOZZE DI FIGARO ab 30.9.
L’INCORONAZIONE DI POPPEA ab 6.10.
„Kinder-Wanderoper „DIE ENTFÜHRUNG INS ZAUBERREICH ab 3.10 (11. h)

Wir weisen noch zeitnäher darauf hin!

SALZBURG / Mozarteum: Wenn wir schon beim Blödeln sind: Rolando Villazon war auch ein „Humorist“, nun aber macht er auf ganz seriös. Viele seiner Fans haben sich nach dem de facto-Abbruch seiner Sängerkarriere um ihn Sorgen gemacht. Unberechtigt, denn er hat die Kurve wunderbar „gekratzt“ und ist nun ein Chef!

Salzburg
Villazóns erstes Programm für die Stiftung Mozarteum
Seit dem Sommer hat Rolando Villazón die volle künstlerische Leitung der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg inne. Damit hält der bisherige Intendant der jährlichen Mozartwoche zusätzlich die Gesamtverantwortung für den laufenden Konzertbetrieb. In dieser Funktion informierte der Sänger und Regisseur am Montag über das Programm seiner ersten Konzertsaison 2021/22. Und diese startet als Folge der Corona-Krise unter herausfordernden Vorzeichen.
Salzburger Nachrichten

Stiftung Mozarteum: Villazóns Programm für die Saison 2021/22
Konzertreihe trotz angespannter finanzieller Lage auf die Beine gestellt.
WienerZeitung

New York/ Metropolitan Opera
Saisonauftakt der Metropolitan Opera: Erste Oper eines Afroamerikaners in 138 Jahren
Nach anderthalbjähriger Pause in der Corona-Pandemie öffnete die renommierte New Yorker Metropolitan Oper wieder ihre Türen – mit einer Oper von Terence Blanchard. Es ist die erste Oper eines afroamerikanischen Komponisten in der 138-jährigen Geschichte des Hauses.

„Fire Shut Up in My Bones“ heißt die Oper des afroamerikanischen Komponisten Terence Blanchard, mit der am 27. September 2021 die neue Saison der Metropolitan Opera in New York eröffnet wurde. Das Stück basiert auf den Memoiren von Charles M. Blow, einem US-amerikanischen Journalisten der New York Times und Moderator des Black News Channel. Das Libretto dazu stammt von Kasi Lemmons und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Stimme erst findet, nachdem er sich mit seiner traumatischen Vergangenheit auseinandergesetzt hat.
BR-Klassik.de

ORF RSO Wien im Oktober
Das ORF-RADIO-SYMPHONIEORCHESTER WIEN eröffnet im Oktober die Saison im MUSIKVEREIN WIEN mit Gustav Mahlers „Titan“ (1.10.) und im WIENER KONZERTHAUS mit der Uraufführung der Jazz-Komposition „And now the news in different languages“ von CHRISTOPH CECH (8.10.) – beide Konzerte werden live in Ö1 übertragen. Das ORF RSO WIEN spielt im Oktober zwei Opern: Die Premiere von BENJAMIN BRITTENS „Peter Grimes“ (16.10.) – auch live in Ö1 – und „Der Waffenschmied“ von ALBERT LORTZING (21.10.).
musicaustria.at

Wien/ Musikverein
Unübertrefflich: Philharmoniker-Saisonstart im Wiener Musikverein
Dirigent Alain Altinoglu und den Wiener Philharmonikern wurde beim Eröffnungskonzert über die Maßen applaudiert
Der Standard.at

 

FIRST LADY GESUCHT! WHAT ABOUT FIRST MAN?

Die Salzburger Festspiele haben heute die Ausschreibung für „die Funktion der Präsidentin/des Präsidenten“ in die Welt geschickt. Also kein Dreh in letzter Minute von Helga Rabl-Stadler, „Ja, wenn Ihr mich so schön bittet, bleib ich noch ein bisserl“. Sie und Frau Merkel, zwei Frauen, zwei Worte, sie gehen.

Die Nachfolgerin, der Nachfolger: Sie oder er müssen künftig mit dem Intendanten und dem Kaufmännischen Direktor das Direktorium der Salzburger Festspiele bilden und sind zuständig – für alles? Der Intendant macht Spielplan und Besetzungen, der Kaufmann rechnet, und „Präsident“ (welchen Geschlechts auch immer) repräsentiert nur? Nein, von den dreien heißt es, sie seien „in künstlerischer, kaufmännischer und organisatorischer Hinsicht verantwortlich“. Da bleibt „Präsident“ die Organisation?…

Zum Apropos von Renate Wagner

Uraufführung im Musiktheater Linz: „Lachesis“ von Marijn Simons (Premiere: 26. 9. 2021)

Matthäus Schmidlechner. Foto: Herwig Prammer

Die Handlung: Ein Detektiv sucht in den Aufzeichnungen der Überwachungskameras nach Indizien für ein Verbrechen, das auf der Bühne erst noch stattfinden wird. Im Salon über einem unterirdischen Forschungslabor heißen die beiden Wissenschaftlerinnen Potone und Chloris den Krieger Haimon willkommen, der nach sieben Jahren aus dem Dritten Weltkrieg heimgekehrt ist. Sie informieren ihn über die Ereignisse während seiner Abwesenheit: Abschaffung der Demokratie, Verfeinerung der Züchtung künstlicher Wesen, Unsterblichkeit scheint in Reichweite. Potone berichtet ihm von der Trennung des Geschlechtsverkehrs und Fortpflanzung, wobei sie die mangelnde Qualität der Roboter beim Sex gegenüber den Autochthonen und Hybriden beklagt…

Zum Bericht von Udo Pacolt

Missy Mazzoli: Breaking the Waves • Theater St.Gallen im UM!BAU • Vorstellung: 26.09.2021

 Europäische Erstaufführung
 «She tried to be a good girl»

Foto © Edyta Dufaj

Der neue Operndirektor von Konzert und Theater St.Gallen beginnt seine Amtszeitmit einem Ausrufezeichen. Als erste Produktion hat er nicht ein populäres Repertoirestück ausgesucht, sondern bringt die am 22. September 2016 in der Opera Philadelphia uraufgeführte Oper in drei Akten «Breaking the Waves» der zeitgenössischen amerikanischen Komponistin Missy Mazzoli (*1980) als Europäische Erstaufführung. Der Vorschlag, aus dem Film Lars von Triers eine Oper zu machen, stammt vom Librettisten Royce Vavrek. Als Missy Mazzoli Composer in Residence der Philadelphia Opera war, schlug ihr Vavrek das Projekt in einer New Yorker Bar vor…

Zum Bericht von Jan Krobot

Winterthur/ Schweiz: Wolfgang Amadeus Mozart: La clemenza di Tito•
Theater Magdeburg und Musikkollegium Winterthur im Theater am Stadtgarten Winterthur• Vorstellung: 26.09.2021(2. Vorstellung • Premiere am 24.09.2021)

Fulminanter Saisonstart: Mit dem Gastspiel von «La clemenza di Tito» aus dem Theater Magdeburg ist der Musiktheatersparte des Theater Winterthur ein fulminanter Saisonstart gelungen. Szene wie Musik begeistern das noch spärlich erschienene Publikum

Zum Bericht von Jan Krobot

Bayerische Staatsoper, 26. September 2021. Giuseppe Verdi, La forza del destino
Publikumsliebling war mit Abstand die Sopranistin Anja Harteros, die in der Rolle der Donna Leonara in weiten Teilen zu überzeugen wusste. Ich bin ein großer Fan von Anja Harteros, sie ist eine Ausnahmekünstlerin, die mir schon viele schöne, sinnliche und berauschende Opernabende geschenkt hat. Nicht aber an diesem Abend. Auch nicht als Isolde in Richard Wagners Oper „Richard und Isolde“ während der diesjährigen Münchner Opernfestspiele.
Klassik-begeistert.de

Interview: Jakub Józef Orliński: Die Menschen haben exotische Vorstellungen von Countertenören

Jakub Józef Orliński. Foto: Jyiang Chen

Der erst dreißigjährige Jakub Józef Orliński zählt zu den bedeutendsten Gesangstalenten der Gegenwart, nicht nur durch seinen brillant beherrschten Countertenor, sondern auch als hervorragender Breakdancer macht er auf sich aufmerksam. In Tschechien tritt er zum ersten Mal am Samstag, 2. Oktober, als Protagonist des Eröffnungskonzerts des 6. Musikfestivals Lednice|Valtice auf.

ZUM VIDEO

Mit der französischen Formation Ensemble Matheus unter der Leitung des Geigers Jean-Christophe Spinosi ist das Programm auf einen Komponisten ausgerichtet, dem der gesamte Festivaljahrgang gewidmet ist – Antonio Vivaldi mit seinem 280 Jahre zurückliegenden Todestag. In der Schlossreithalle Valtice werden, gesungen von Jakub Józef Orliński, Arien aus Vivaldis Opern LOlimpiade, Il Giustino, Farnace, Orlando finto pazzo und Andromeda liberata sowie aus der Kantate Cessate, omai cessate erklingen.

ZUM INTERVIEW (Text: Helena Havlíková)

NEW YORK: Steppdecke der Uroma sorgt für Aufsehen bei Met Gala

 

Der 32-Jährige, Freund von Superstar Rihanna, kam im Frack, darüber trug er eine bunt gemusterte Steppdecke. Zusammengestellt hat das Outfit der Designer Eli Russell Linnetz, bekannt als ERL. Die „Vogue“ lobte die Kombination. Sie fange die „Essenz amerikanischer Mode“ ein, so die einflussreiche Modezeitschrift.

Steppdecke der Uroma sorgt für Aufsehen bei Met Gala
Von Kim Kardashians schwarzer Ganzkörperverhüllung bis zu Grimes’ Fantasy-Outfit: Die Met Gala in New York war nicht arm an schrägen Kostümen. Vielleicht nicht den wildesten Look, aber jenen mit der vermutlich entzückendsten Geschichte stellte US-Rapper ASAP Rocky zur Schau.
https://orf.at/stories/3230179/

Wiener Raimund Theater: Wiedereröffnung …. auf der Flucht in Musical-Träume (26.9.2021)

Ob es tatsächlich so notwendig gewesen sein könnte, das Wiener Raimund Theater derart aufwendig durch und durch zu renovieren? Die Stadt Wien als Geldgeber taumelt dabei: Auch in das Volkstheater ist zur Renovierung sehr viel Geld gesteckt worden – und jetzt hat das nun vom Dortmunder Theater importierte neue Führungs-Team seine ganz, ganz großen Probleme, mit ihren auf den deutschen Stil der letzten Jahre getrimmten Produktionen auch das Wiener Publikum anzusprechen.

Ensemble. Foto: Stefanie Steindl

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Wien/ Raimundtheater
Frischsaniertes Raimund Theater mit Musicalmix eröffnet
Mehr als zwei Jahre lang blieb das Raimund Theater geschlossen, und das nicht nur wegen des Coronavirus. Nach Abschluss der Generalsanierung empfing man am Sonntagabend mit der Gala „We are Musical“ erstmals wieder Publikum. Mit Ausschnitten aus bekannten Stücken, die das Wiener Theater in seiner 128-jährigen Geschichte beheimatete, entführt ein energisches Ensemble sein Publikum in die glitzernde Welt des Musicals.
Salzburger Nachrichten

Buchbesprechung

 

FÜR SICH SEI:  EIN ATLAS DER EINSAMKEITEN von Johann Hinrich Claussen und Ulrich Lilie
248 Seiten, Verlag C.H.Beck, 2021 

Die Pandemie währt inzwischen lange genug, dass man ihre Analysen nicht Journalisten und Hobbytheoretikern überlassen muss. Die in den Anfängen, vor der Impfung nötigen Lockdowns haben das Thema der Einsamkeit – der unfreiwilligen Trennung von den Mitmenschen –  besonders aktuell gemacht. Johann Hinrich Claussen und Ulrich Lilie, beide hohe Funktionäre der Evangelischen Kirche Deutschlands, legen nun Erkenntnisse dazu vor.

Sie arbeiten dabei auf mehreren Ebenen – auf jener der aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen, mit historischen Beispielen, mit Ausflügen in die Literatur.

Was vor allem amerikanische Universitäten zur „Einsamkeit“ erforscht haben, scheint großteils auf der Hand zu liegen. Nämlich, dass Menschen ganz unterschiedlich, je nach ihrer persönlichen Disposition, darauf reagieren. Dass die Umstände, unter denen man Einsamkeit erleidet, einen entscheidenden Faktor darstellen. Jedenfalls ist Isolation eine extreme Erfahrung, weil man davon ausgehen kann, dass der Mensch als soziales Wesen geprägt ist – von dem Augenblick an, da eine Mutter ihr Baby an sich drückt und ihm damit „Nähe“ vermittelt…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Japan und Südkorea berichten von Raketentest Nordkoreas: Nordkorea habe am Dienstagmorgen mindestens ein Rakete in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Laut Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums handele es sich möglicherweise um eine ballistische Rakete.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Londoner Polizei nimmt Mann wegen Mord an junger Lehrerin fest: Nach dem gewaltsamen Tod einer 28 Jahre alten Lehrerin in London ist ein 36-jähriger Verdächtiger wegen Mordes angeklagt worden. Nach dem erneuten Femizid hatte der britische Premier Boris Johnson zu mehr Engagement im Kampf gegen Gewalt aufgerufen.
    Zum Bericht
  • Jury spricht R. Kelly in Missbrauchsprozess schuldig: Die Geschworenen haben den früheren Pop-Superstar in allen neun Anklagepunkten für schuldig befunden. Der 54-Jährige war unter anderem wegen sexueller Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung angeklagt. Nun droht ihm eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.
    Zu den neusten Entwicklungen

Der neuste 007-Thriller feiert am Dienstag endlich Weltpremiere: Wegen der Corona-Pandemie ist der Kinostart von «No Time To Die» mehrfach verschoben worden. Für Daniel Craig, der den britischen Geheimagenten 007 fünfmal verkörperte, war es sein letzter Auftrag. Bei Drehschluss sei er sentimental geworden, sagt der 53-Jährige. Mit dem Resultat sei er «sehr happy».
Zum Bericht

Wahl in Deutschland: Armin Laschets Schicksal hängt an einem Bündnis mit Grünen und FDP
Nach den Sitzungen der CDU-Gremien am Montag musste der gescheiterte Kanzlerkandidat zeigen, dass er noch immer Herr im eigenen Haus ist. Noch dürfen Armin Laschet und mit ihm die Union auf ein sogenanntes Jamaica-Bündnis mit Grünen und FDP hoffen. Entscheiden sich Grüne und FDP allerdings für eine Ampelkoalition mit der SPD, brechen für die Union und vor allem Laschet schwierige Tage an. Dann wird für ihn der Tag der Abrechnung kommen. Die CSU bleibt derweil in Lauerstellung.
Zum Bericht

Deutschland
Die wirtschaftspolitische Bilanz der GroKo: „Der Standort Deutschland ist in keinem sonderlich guten Zustand“
Überregulierung, marode Infrastruktur, ineffiziente Verwaltung, explodierende Energiepreise. Die wirtschaftspolitische Bilanz der Ära Merkel ist dürftig. Spitzenökonomen fordern eine Auflösung des Reformstaus nach der Wahl.
wiwo.de/Politik deutschland

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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