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28. SEPTEMBER 2018

28.09.2018 | Tageskommentar

Joyce DiDonato stand gestern Wiens Kulturjournalisten Rede und Antwort. Copyright: Simon Pauly

JOYCE DIDONATO: „Didon verschafft mir eine Gänsehaut!“

Joyce DiDonato ist zum ersten Mal „richtig“ in Wien. Zwei Stippvisiten an die Wiener Staatsoper, einige kurze Auftreten im Theater an der Wien – ausführlich haben Wiens Opernfreunde den Weltstar (und Joyce die Stadt Wien) noch nie genießen können. Das ändert sich nun mit der Premiere der „Trojaner“, wo sie die karthagische Königin Didon singt – erstmals übrigens auf einer Bühne.

Renate Wagner sprach mit ihr in der Wiener Staatsoper

ZUM INTERVIEW Joyce DiDonato / Renate Wagner

Paris: Stéphane Lissner: Kein Zurück zur Nostalgie-Oper

Stephane Lissner ist jener Intendant, der sich bei einen Quiz unsterblich blamiert hat, weil er „Carmen“ in Musikbeispielen nicht sofort erkannt hat.

Interessant ist, dass es in Paris nicht nur ein ungeschriebenes Gesetz ist/ war, dass ein Intendant mit 65 reif für die Pension ist, zumindest was den Pariser Musentempel betrifft. Dieses Alter hat Lissner bereits erreicht, nun wurde eigens für ihn dieses Statut geändert. Mit 68 ist dann aber endgültig Schluss. Soll man sich freuen! Ich schon, denn in Wien bei den Festwochen ward er kaum gesehen – bei voller Gage!  Und auch sonst scheint er Wien nicht sonderlich zu lieben. Auszug aus dem Interview: Die Menschen, die nach Wien kommen, kommen wegen der Musik. Nach Paris kommt man wegen der Stadt.

Zumindest gibt Herr Lissner zu, dass wegen ihm niemand nach Paris kommt.

Der Chef der Pariser Oper über die Zukunft des Genres, Stars und das jüngste Publikum der Welt
Kurier

LONDON: Die Walküre“ – “welcome revival’

Nina Stemme mit ihrem Speer. Copyright: Bill Cooper

Die Walkure review at Royal Opera House, London – “welcome revival’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2018/die-walkure-review
Skelton and Anger set the scene for Stemme in Covent Garden’s superb Walküre
bachtrack

Linz/ Landestheater: LAZARUS – Musical von David Bowie. Gestern war Premiere

Riccardo Greco. Copyright: Reinhard Winkler/Landestheater Linz

Musical nach dem Roman „The Man Who Fell to Earth“ von Walter Tevis, Bühnenfassung von Enda Walsh, Gesangstexte und Musik von David Bowie

Premierenbericht von Petra und Helmut Huber: Der britische Universalkünstler David Robert Jones (1947 – 2016), ab 1967 „David Bowie“, hatte, inspiriert durch Stanley Kubrick’s „2001“, im Frühjahr 1969 eine Ballade über einen im Weltraum (freiwillig?) verloren gegangenen Astronauten geschrieben – „Space Oddity“. Obwohl das sicher ein recht unkonventionelles Stück zwischen Rock, Pop und Richard Strauss‘ „Zarathustra“ war, entwickelte es sich rasch zu seinem ersten Erfolg. Dieser war neben dem eigenwilligen Talent Bowies und einem neuen Produzenten auchdem timing zu verdanken, daß die Mondlandung von Armstrong und Aldrin 9 Tage nach Verkaufsbeginn der Single stattfand…

Ein Auszug aus der Kritik fiel mir besonders auf: Newton ist Riccardo Greco; mit großem, oft berührendem und jedenfalls beeindruckendem Einsatz stellt er den Verzweifelten, Ziellosen dar. Und er singt gepflegt, technisch erstklassig, schön – zu schön: es fehlen Brüchigkeit und Doppelbödigkeit, die Bowies eigene Interpretationen auszeichnen: alles ist gepflegt und glatt, wie ein guter Wein, dem zur Perfektion aber das gewisse Bißchen Säure oder Tannin fehlt, mit dem er sich am Zungengrund festkrallt und Charakter zeigt. Natürlich wäre es verfehlt, eine Bowie-Kopie zu verlangen – aber so klaffen Stimmung/Text und Höreindruck doch zu weit auseinander…

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Mit dieser Beschreibung des Weines kann ich nicht mithalten – in diesem Punkt – wenngleich auch wirklich nur in diesem – halte ich es mit dem abgetretenen Wiener Bürgermeister Häupl: „Der Spritzer hat immer Saison“.  Den von Dr. Helmut Huber beschriebenen Wein darf man nie aufspritzen, das wäre eine Todsünde. Ich kann auch nicht einen „trockenen Wein“ erkennen. Neulich hörte ich einen Witz:“Der Gast zur Kellnerin: „Einen trockenen Wein, bitte“. Die Kellnerin bringt den Wein. Der Gast: „Ist der auch wirklich trocken“. Darauf die Kellnerin: „Und wie, ich hätte ihn bald nicht aus der Flasche gebracht“!

 

Reich, tief, lang oder adstringierend sind Wörter, die den Geschmack eines Rotweins beschreiben können.

Wenn die Hubers (Dr. Huber ist Oberarzt im Linzer AKH, nicht Winzer) einmal nach Wien kommen, kaufe ich beim Hofer (Aldi) am Eck  die teuerste Flasche Rotwein und lasse mir in unserer Galerie erklären, wie ich mit Fachwissen glänzen kann – ohne eines zu besitzen.

Fürs erste tut es auch Youtube:

Wie glänze ich mit Weinwissen

Weitere Kritiken:

In Wien/ Theater an der Wien ging die „Alcina-Serie zu Ende

Marlis Petersen. Copyright: Herwig Prammer

Dr Harald Lacina berichtet von der Derniere. Zum Bericht

LOHENGRIN-Neuinszenierung in Gent
Jochen Rüth vom „Opernfreund berichtet

Zum Bericht „Lohengrin“

Frankfurt: TOSCA (vom gestrigen Abend)

…Nach ihren großen Erfolgen als Salome in London und Amsterdam als Salome, war es interessant Malin Byström als Floria Tosca zu erleben. Eine schöne Stimme von besonderer Qualität. Mit einem ungewöhnlich dunklen Timbre versehen, war Byström meistens in der Lage, ihre Partie mit geradezu leuchtenden Höhen zu krönen. Allerdings kam sie hie und da auch an sängerische Grenzen, wie etwa im Höhepunkt des Gebets. Hier verlor ihre Stimme den Fokus und der gewollte Pianoton blühte nicht auf, rutschte kehlig weg…

Zum Bericht von Dirk Schauß

WIEN/ „Reaktor“: sirene-Operntheater mit neuer Produktion: „Jeanne & Gilles“ von François-Pierre Descamps

Vor der Schlacht. Copyright: Armin Bardel

Zum Bericht von Udo Pacolt

Köln/ Staatenhaus: MARE NOSTRUM von Mauricio Kagel. Neuinszenierung

Kai Wessels, Miljenko Turk. Copyright: Hans-Jörg Michel/ Oper Köln

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Hamburg:  Was wird aus der guten alten Laeiszhalle?
Jeder will in die Elbphilharmonie. Doch viele vergessen, dass Hamburg seit 110 Jahren einen sehr klassischen Konzertsaal hat.
Hamburger Abendblatt

Der ganze Wirbel um die Elbphilharmonie macht sich nun bezahlt: die Leute sind neugierig und wollen rein. Was gespielt wird, ist Nebensache!

Sollen sich die Künstler freuen?

Burgschauspieler Ignaz Kirchner ist tot
Er war einer der ganz Großen der deutschsprachigen Theaterbühnen: Ignaz Kirchner. Er spielte in Berlin, Stuttgart und über 30 Jahre lang am Burgtheater in Wien. Jetzt ist Kirchner mit 72 Jahren gestorben.
Der Spiegel

Auszug aus „Sueddeutsche Zeitung“: Zur Welt kam Kirchner am 13. Juli 1946 in Wuppertal. Über seine Kindheit redete er nicht besonders gern. Seine Mutter war lesbisch, sein Vater schwul. „Ich habe bis zum Tod meiner Eltern auf die Frage, wie ich entstanden bin, keine Auskunft bekommen“, sagte er einmal. Seine Mutter war sehr streng. Als er seine erste, deutlich ältere Freundin nach Hause brachte, wies sie ihn in die Psychiatrie ein. 
Lieber in der zweiten Reihe: Ignaz Kirchner ist tot
Sueddeutsche Zeitung

WIEN / Freie Bühne Wieden: REIGEN von Arthur Schnitzler


Eine Produktion der Sommerspiele Schloß Hunyadi
27.September 2018

Schnitzlers „Reigen“ steht für zweierlei: Für den Mut eines Autors, der in der Welt des Fin de Siècle den Beischlaf auf die Bühne brachte – heute nicht einmal ein Achselzucken, damals ein Skandal, der auch noch in den zwanziger Jahren, als das Stück endlich auf die Bühne kam, explodierte. Und er steht für eine brillante Sozialstudie dieser Epoche, von den Tiefen der Gesellschaft (Prostitution) bis zu deren Höhen (Adel) wandelnd, verbunden durch die Allmacht von Erotik und Sex.

Darüber hinaus hat Schnitzler die Psychologie des Geschlechtsakts geschrieben, die verbal und in den Aktionen je nach Gesellschaftsschicht differenziert, aber im Grunde ein- und demselben Muster folgt: Möglichst schnell hin – und nachher möglichst schnell weg. Und das mit einer Illusionslosigkeit, die umso deutlicher ist, weil Schnitzler kein Ritual und keine Verhaltensschäbigkeit fremd ist… Ein berühmtes Meisterwerk. Gar nicht so oft gespielt. Und seit langem nicht wirklich überzeugend…

...Dass man aus diesem „Reigen“ noch einiges mehr herausholen könnte, steht außer Frage. Aber das Stück ist so stark, dass es auch funktioniert, wenn man es einfach nur – spielt.

Zum Bericht von Renate Wagner

ZÜRICH FILM FESTIVAL: 29. September 2018:
„Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“

 

Einer der meist erwarteten Schweizer Filme des Jahres feiert am 29. September 2018 seine Weltpremiere am ZFF.
Regisseur Michael Steiner, der bereits mit seinem Mystery-Thriller „Sennentunschi“ vor rund acht Jahren seine Weltpremiere am Zurich Film Festival gefeiert hat, zeigt nun mit „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ eine Geschichte, die unter orthodoxen Juden in der Schweiz spielt. Eine der Hauptrollen verkörpert die Österreicherin Inge Maux.

Fußball: Mütter prügeln sich

Vor knapp zwei Wochen flogen beim U-15-Match zwischen ASKÖ Ebelsberg und Donau Linz die Fäuste. Zwei Mütter lieferten sich eine wilde Schlägerei. Schon während der Partie sollen sie sich verbal attackiert haben. Nach Schlusspfiff gingen die Frauen dann aufeinander los. Eine der Kontrahentinnen blieb sogar bewußtlos am Boden liegen, musste ins Spital (wir berichteten).

Vergangenes Wochenende kam es erneut zu einem unrühmlichen Zwischenfall. Bei einem U-11-Match zwischen Oftering und Ebelsberg liefen Linzer Eltern erbost aufs Spielfeld.

Als ehemaliger Schiedsrichter kann ich dazu schon etwas beitragen, wenngleich ich Spiele dieser Altersklasse weitgehend für mich zu verhindern musste. Mit dem Spielern gab es keine Probleme. Unrühmliche Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder, wie bei einem 17jährigen Spielleiter, der ein U11-Spiel leitete. Einer der Knirpse ballt die Faust uns sagte „wart bist auße kummst“. Besagter Schiedsrichter ging nicht „auße“, sondern rief seine Mama an, die ihn abholte.

Das Problem sind die Eltern – und dabei weniger die Väter. Die wissen meist, um was es geht. Das Problem sind die Mütter, die haben in vielen Fällen null Ahnung von den Regeln. Im Fußball ist fairer Körperkontakt durchaus erlaubt, aber so eine Fußballmutter bewertet jede Berührung ihres „Bubi“ als Attacke auf Leib und Leben und rastet aus! Nein danke, das habe ich nie gebraucht, wenngleich so ein U 11-Spiel im Normalfall leicht verdientes Geld ist (meist hat man da drei Spiele hintereinander, das summiert sich)

Prügelnde Fußball-Eltern müssen zu Benimm-Kurs
Prügelnde Mütter in der U-15, Eltern, die in der U-11 aufs Feld laufen – diese Skandale bestimmten zuletzt den OÖ-Nachwuchsfußball. Jetzt reagiert ein Klub.
Heute.at

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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