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28. OKTOBER 2021 – Donnerstag

28.10.2021 | Tageskommentar

 

Nach dem Stream: DIE NASE in Müchen.Der russische Bariton Boris Pinkhasovich hier als Kowaljow in „Die Nase“ an der Bayerischen Staatsoper. | Bildquelle: Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper

Bemerkungen von TTT

das war ein netter Abend. Musikalisch mit Vladimir Jurowski großartig, gut bis ….  gesungen, szenisch unterhaltsam. Das passt, um ein weitgehend unbekanntes Werk kennenzulernen.

Will man mehr? Man will mehr! Ob ständige Großaufnahme im Stream  tatsächliche Qualität in Totale für die Bühnenwirklichkeit und das Publikum eröffnet, bleibt nach Presseberichten unklar. Verstanden bzgl. einer strukturierten Handlung, insbesondere angeblicher Regimekritik habe ich nichts – haben wohl manche Schreiber hineingezwängt.

Aber sei es drum: große Empfehlung mit dem Stream im gesamten November „Die Nase“ auf unterhaltsame Weise kennenzulernen. Eine Nase, die immer als fehlend besungen wird in ständiger Anwesenheit, dilletantische Masken angeblicher Vielnasiger, Szenen in mancher Drollerie mögen sein – schmälern einen netten Abend wenig. Bzgl. zeitgemäßem, zukunftweisendem Musiktheater lasse ich mich puristisch in Kürze aus.

TTT

Putins Polizei und menschlicher Makel
Mutig startet das neue Leitungsteam der Bayerischen Staatsoper: Für seine erste Premiere als Generalmusikdirektor hat sich Vladimir Jurowski „Die Nase“ von Dmitrij Schostakowitsch ausgesucht, ein selten gespieltes Frühwerk. Inszeniert hat die wilde Operngroteske der Regisseur Kirill Serebrennikov, der von der russischen Regierung verfolgt wird. BR-KLASSIK-Redakteur Bernhard Neuhoff saß im Publikum.
BR-Klassik.de

salzburg
Intendant Nikolaus Bachler: „Die Krise war zu gering für wirkliche Veränderung“ (Bezahlartikel)
Der neue Leiter der Osterfestspiele über den Kulturbetrieb nach Corona, Unschuldsvermutungen und den Zustand der ÖVP.
Kurier.at

Wiener Staatsoper: EUGEN ONEGIN: Drei Online-Merker-Lritiken von der letzten Vorstellung der Serie online!

Elena Guseva als Tatjana. Foto: Wiener Staatsoper/Michael

Kurt Vlach vermerkt in seiner Besprechung: Schon bei der Premierenserie wurde vielerorts festgestellt, dass es für Besucher der Galerie und auch von einem Großteil des Balkons unmöglich ist das Geschehen auf der Bühne halbwegs korrekt zu verfolgen, da der „Kasten“, in dem die Handlung stattfindet, einerseits zu weit nach unten abgedeckt ist und zusätzlich noch wichtige Handlungsstränge eher im Hintergrund stattfinden. Für Besucher auf den (nicht mehr ganz so) billigen Rängen ist das eine Zumutung. Wäre der Direktion eine Perle aus der Krone gefallen, wenn man den riesigen Tisch in der 1., 2., 3. und 5. Szene um 5 Meter nach vorne platziert? So bleibt einerseits ein schaler Beigeschmack, da berechtigte Bitten des Publikums ignoriert wurden, andererseits wird man um die wirklich gute Personenführung von Regisseur Dmitri Tcherniakov gebracht. Wer wie ich die DVD dieser Produktion zu Hause hat weiß, wie viele Nuancen hier erarbeitet wurden, sei es jetzt für den Chor oder auch natürlich für die Hauptdarsteller. Es ist eine vertane Chance…

Zur Besprechung von Kurt Vlach

Karlheinz Schöberl geht auf die Tatjana ein, die diese Rolle planmäßig nach Asmik Grigorian übernommen hat: Neu in der Besetzung dieses Abends ist die 35-jährige russische Sängerin Elena Guseva – sie wurde für den Golden Mask Award for Opera vorgeschlagen – als Tatjana. Sie beginnt den Abend eher schwächer, mit einigen Schärfen in den Ensembles. Im Laufe des Abends kann sie sich aber kontinuierlich steigern und singt eine inspirierte Briefszene mit sehr schönen Piani, wie man sie bei diesem Herzstück der Oper oft vermisst. Die Klangfarbe der Stimme ist eine typisch slawische und daher auch wesentlich dunkler als die mancher Rollenvorgängerinnen. Erfreulich auch die Textverständlichkeit in der Mittellage. Von der Darstellung her bietet Guseva eher eine sehr introvertierte Tatjana, was gut zur Rolle passt. Zur Zeit der Handlung war es doch eine mutige, ungewöhnliche Art für ein Mädchen, einem Mann Briefe in dieser Offenheit zu schreiben…

Zur Besprechung von Karlheinz Schöberl

Elena Guseva. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Auszug aus der Sicht von Walter Nowotny: …Andrè Schuen bringt einen vokal ganz ausgezeichneten Onegin auf die Bühne, sein Bariton ist warm timbriert, schön geführt und besticht mit einer breiten Palette an Farben in der Stimme. Sein Onegin ist sehr nah an Puschkins Original: arrogant und von weltmännischer Kühle. Dieser Mann bleibt liebesunfähig bis zum Schluss, ein narzisstischer Schnösel. Bogdan Volkov ist als Lenski hinreißend. Wie er seine von Todesahnung geprägte Abschiedsarie mit halber Stimme singt, vom Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Tomáš Hanus in bebendem Pianissimo getragen, das beeindruckt schon sehr. Elena Guseva, bereits die zweite Einspringerin für die erkrankte Nicole Car, gestaltet die Figur der von Onegin erst abgewiesenen und später heiß begehrten Tatjana mit jugendlicher Frische, emotionaler Tiefe und szenischer Präsenz. Ihr schlanker dramatischer Sopran entfaltet sich nach und nach, ist fein dunkel timbriert, verfügt aber auch über lyrische Farben. Anna Goryachova ist stimmlich und darstellerisch eine idealtypische Olga. Dimitry Ivashchenko ist in dieser Inszenierung als Fürst Gremin kein alter Mann. Wie er Herzenswärme und die Leichtigkeit des Konversationstons zu verbinden weiß, das nötigt Respekt ab…

Zur Besprechung von Walter Nowotny

Dr. Ingobert Waltenberger zum Ende der Tonträger: Nicht innerhalb unserer Lebenserwartung

Anmerkung zur Schließung des EMI-Geschäfts in der Wiener Kärntnerstrasse: Der Anteil der klassischen Musik am gesamten Musikmarkt inkl. Streaming beträgt aktuell nur noch 2,2 Prozent. Also totale Nische, ob mit oder ohne CD.

Mit CDs lässt sich zwar kaum noch Geld verdienen. Dafür nutzen viele Musiker sie im Streamingzeitalter als Marketinginstrument, analysierte Georg Rudiger am 3.2. 2021 im Tagesspiegel 

Das Ende der Tonträger werden daher weder Sie noch ich erleben. Vinyl erlebt sogar einen regelrechten Boom gerade bei jungen Menschen… Hier steigen die Verkaufszahlen. In Deutschland wurden im Jahr 2020 rund 4,2 Millionen Schallplatten (Vinyl-LPs) verkauft. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einer Zunahme um rund 800.000 verkaufte Einheiten. Die Absatzzahlen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, so wurden 2011 insgesamt nur rund 700.000 Exemplare verkauft…

Ausführlicher in den heutigen „Infos des Tages“

Wien
Vom Musical-Fan zum Opern-Helden (Bezahlartikel)
Der junge Wiener Bass Stefan Cerny debütiert als Ochs auf Lerchenau im neuen Volksopern-„Rosenkavalier“. Im Gespräch erzählt er, wie er sich die schwierige Partie im Lockdown erarbeitet hat.
https://www.diepresse.com/6052792/vom-musical-fan-zum-opern-helden

Wien/ Kammeroper heute und morgen
The Lighthouse“ – Drei Mal Zlabinger Bezahlartikel
„The Lighthouse“ von Peter Maxwell Davies in der Wiener Kammeroper bringt erstmals die Brüder Georg, Martin und Michael Zlabinger in einer Produktion zusammen.
https://www.diepresse.com/6052543/the-lighthouse-drei-mal-zlabinger

Österreich
Corona: Verfassungsgericht weist Künstlerbeschwerde ab
Nicht die künstlerische Tätigkeit war Gegenstand der Verbote, sondern die Ansammlung von Menschen, erklärt der VfGH
Der Standard.at

Künstler blitzen beim Verfassungsgericht ab
Der Antrag der „Florestan“-Initiative wird vom Verfassungsgerichtshof zurückgewiesen.
Salzburger Nachrichten

NEUES VON DEN BÜHNEN GRAZ

Copyright: Oper Graz

„Clivia“ – viva la Diva!
Die Leinwanddiva Clivia Gray kehrt in Nico Dostals Operette ab 30. Oktober 2021 nach Graz zurück, um die Oper Graz zum Kinosaal zu machen.

1933 in Berlin uraufgeführt und mit weit über 90 Produktionen der große Erfolg in der Karriere des österreichischen Komponisten Nico Dostal, wurde „Clivia“ in Graz zuletzt 1953 in Graz gespielt. In seiner Autobiographie fasst Dostal die Handlung prägnant in wenigen Worten zusammen: „Der Stoff handelt von einer jungen Filmschauspielerin, die ein Opfer politischer Wirren zu werden droht.“

Mehr in den „Infos des Tages“

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 28. OKTOBER – 3. NOVEMBER 2021

 

30.10. DIE NASE (aus München, Aufnahme v. 27.10.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
TANNHÄUSER (aus Bayreuth, Aufnahme v. 27.7.) BBC 3-19.30 Uhr
LA CALISTO (Live aus Mailand) RAI 3-20 Uhr
31.10. LEAR (aus München, Aufnahme v. 30.5.) RAI 3-20.30 Uhr
2.11. ORFEO ED EURIDICE (aus Fürth, Aufnahme v. 16.9.) Bayern 4-20.05 Uhr
4.11. PORGY AND BESS (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr

New York
VIDEO: Act III Quintet From DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG at the Metropolitan Opera
broadwayworld.com/videoplay

Former Operalia Winner Yali-Marie Williams Dies at 45
In a statement from her husband Arturo said, “Yali would want me to let you know that after 14 months of giving a hell of a fight against pancreatic cancer, even though her spirit was into it, her body couldn’t take it any longer. She spread her angel wings last night, October 22nd, 2021 for the first time
https://operawire.com/obituary-former-operalia-winner-yali-marie-williams-dies-at-45/

Oper Frankfurt: Fotos vom Liederabend Peter Mattei/ David Fray

Peter Mattei. Foto: Barbara Aumüller

Peter Mattei singt Schubert: Da war es kalt und finster
Frankfurter Rundschau

Wiener Theatermacher Herbert Lederer gestorben
36 Jahre lang führte der Schauspieler und Autor die Ein-Mann-Bühne Theater am Schwedenplatz
Der Standard.at

Kabarettistin Monika Gruber plant baldigen Bühnenabschied
Ihr aktuelles Bühnenprogramm „Ohne Worte“ soll ihr letztes sein, verkündete die Kabarettistin aus Bayern.
Kurier.at

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • In Chinas Machtanspruch sieht Taiwans Präsidentin eine stetig wachsende Gefahr: Die Bedrohung «nimmt jeden Tag zu», sagte Tsai Ing-wen dem Sender CNN in ihrem ersten internationalen Interview seit fast zwei Jahren. Sie vertraue darauf, dass die USA Taiwan im Falle eines chinesischen Angriffs beistehen würden. Zugleich rief sie demokratische Partner in der Region dazu auf, die Inselrepublik zu unterstützen.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Belgien gelingt ein Überraschungscoup gegen die organisierte Kriminalität: Die Polizei hat einen Drogenring ausgehoben, hinter dem vor allem die albanische Mafia gesteckt haben soll. Es gab 114 Hausdurchsuchungen und 64 Festnahmen. Sichergestellt wurden 67 Luxusfahrzeuge und Dutzende Tonnen von Kokain.
    Zum Bericht
  • Drohender Machtverlust war ein wichtiger Grund für den Putsch im Sudan: Das Militär hat Angst, für vergangene Verbrechen zur Verantwortung gezogen zu werden und sein Geschäftsimperium zu verlieren. Als Zukunftsmodell könnten die Generäle Präsident al-Sisi in Ägypten vor Augen haben.
    Zum Bericht

Google und Facebook sollen den Wettbewerb im digitalen Werbemarkt massiv behindert haben: Die spektakulären Wachstumszahlen des Google-Konzerns Alphabet werden von einer Kartellklage überschattet. Laut neu veröffentlichten Details aus Gerichtsunterlagen hat Google mit seinem grössten Konkurrenten Facebook Absprachen zum Nachteil kleinerer Wettbewerber getroffen. Der Schaden ist beträchtlich – auch falls nur ein Teil der Vorwürfe stimmen sollte.
Zum Bericht

Die Schulden der Schwiegermutter

 

Dr. Ulrike Messer-Krol  bringt Licht ins Dunkel der finanziellen Probleme, die die Hochzeit der japanischen Prinzessin auslösen hätten können:

Liebe Merker-Leser: Als ehemalige Seitenblicke-Chefin wollte ich  von Ihrem Kommentar angeregt, wissen, wie Streitigkeiten um Geld und Hochzeit zusammen hängen : Die Schwiegermutter hat sehr viele Schulden bei einem Mann, den sie einmal heiraten sollte. Da fürchteten die Japanischen Steuerzahler, dass mit der vom Staat finanzierten Mitgift der Prinzessin, ca eine Million, diese Schulden bezahlt werden sollten . Jetzt wurde auf die Mitgift verzichtet. Das muss wirklich eine große Liebe sein  und  es ist zu hoffen, dass in Japan Schulden nicht vererbt werden,  denn sonst – das Paar wird  vielleicht einmal die Schulden haben , oder auch nicht … (Zitat Ende)

Nun, Schulden erbt man auch Österreich, soferne man ein Erbe antritt (man kann es auch ablehnen). Auch ich musste die Steuerschulden meines tödlich verunglückten Bruders gemeinsam mit dessen Witwe übernehmen – und die waren keine Kleinigkeit. Aber als aufrechter Staatsbürger schädige ich die Steuerzahler nicht, also wurde alles bezahlt – und letztlich blieb sogar noch etwas übrig!

Was nun die Schwiegermutter mit den hohen Schulden betrifft, kann ich mir ausmalen, was mein Vater dazu gesagt hätte: „Bua, in so eine Familie heiraten wir (!) nicht ein“. Der „Bua“ hätte vermutlich auch zu rechnen begonnen und wäre dem Ratschlag gefolgt. „Romeo und Julia“ hätte es bei mir vermutlich nicht gespielt!

Medien/ TV

Der Fall Julian Reichelt :Das Verhältnis zwischen Mathias Döpfner, Julian Reichelt und Jan Böhmermann
Berliner Zeitung.de

Der Jan Böhmermann wird mir schön langsam unheimlich, der treibt „die Szene“ vor sich her. „Wissen ist Macht“ – das Sprichwort ist allerdings etwas anders gemeint, als es von Jan Böhmermann praktiziert wird. Generelles Wissen (wie es gelehrt wird) mag gut sein, spezielles Wissen (das man recherchiert) ist besser!

Wandel des Politischen? Die Wahrheit über Postfaktizität
Gefunden von TTT
Selten scheint ein Begriff den Zeitgeist und die kollektive Befindlichkeit einer Gesellschaft so auf den Punkt zu bringen wie „postfaktisch“, den die Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres wählte. Innerhalb weniger Monate erlangte eine Wirklichkeitsdeutung in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft – der Politik, den Feuilletons, der Wissenschaft, aber auch der allgemeinen Öffentlichkeit – so breite Akzeptanz, dass von einer neuen „großen Erzählung“ gesprochen werden kann
https://www.bpb.de/apuz/258506/die-wahrheit-ueber-postfaktizitaet

WHO-Chef wird deutlich:
„Pandemie endet, wenn Welt sich dazu entscheidet“
Zum Auftakt des Weltgesundheitsgipfels in Berlin hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, gefordert, Corona-Impfstoff weltweit fairer zu verteilen. Regierungen und Hersteller müssten „viel mehr Impfdosen vor allem an die am stärksten gefährdeten Länder liefern“, sagte er. Man wisse von fast 50.000 registrierten Todesfällen pro Woche – damit sei die Pandemie noch lange nicht vorbei. „Die Pandemie wird enden, wenn die Welt sich entscheidet, sie zu beenden“, so Ghebreyesus
https://www.krone.at/2539751

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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