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28. OKTOBER 2019 – Montag

28.10.2019 | Tageskommentar

Das ist kein beleuchtetes Haus, sondern eine Datenbank. Unsere ist gestern plötzlich niedergegangen

Die Datenbank ist niedergegangen, der Server hat 2 Stunden an der Reparatur/ Wiederherstellung gearbeitet. Dabei hatten wir noch Glück, weil unmittelbar vorher eine Datensicherung stattgefunden hat!

Mit der Arbeit sind wir nun einen Tag hintennach, heute finden Sie nur ein Notprogramm. Früher bin ich bei solch einem Ausfall im Kreis gegangen , hatte eine schlaflose Nacht. Diesmal blieb ich fast beängstigend ruhig, es gibt auch für mich wichtigere Dinge. Egal was ich mache, ich werde sowieso kritisiert, mal von dieser Seite, dann wieder von der anderen. Meine Vision ist die der freien, vielfältigen, unterschiedlichen Meinung. Solange ich diese hier leben kann, macht es auch Spaß. Unter meiner Leitung wird der Online-Merker nie eine „Blattlinie“ haben, diese überlasse ich anderen Medien, die den Lesern vorgefasste Meinungen in geballter Form aufs Auge drücken wollen.  „Höre Dir mehrere Seiten an und glaube überhaupt niemand, bevor Du es überprüft hast“ – das habe ich gelernt und das will ich auch noch an meine Enkel weitergeben!

Ich habe natürlich nachgedacht, wie wir derartige Ausfälle in Zukunft verringern können. Diese ganz auszuschalten ist unmöglich:

Die Website hat viel zu viel Inhalt, bereits zurückreichend bis 2011. Als begonnen wurde, ganz alte Beiträge zu löschen, wurde ich mit dem Vorwurf „Diebstahl geistigen Eingentums“ konfrontiert.

Jetzt habe ichaber  genug! Wer von den Mitarbeitern auf Diebstahl geistigen Eigentums pocht, mögen sein Eigentum bitte nicht mehr bei uns abladen. Ich kann keine Gewähr für  unbeabsichtigte Ausfälle übernehmen.

Der „Online-Merker“ ist eine stundenaktuelle Informationsquelle – und kein Archiv. Wer sich mit dieser Philosophie nicht anfreunden kann, ist bei uns falsch und möge sich an ein Druckwerk wenden. Papier ist bekanntlich nicht nur geduldig, es ist auch von der Technik unabhängig!

Wir müssen jedenfalls damit beginnen, Inhalte älteren Datums abzubauen.

 

Stuttgart/ Staatsoper: DON CARLO. Premiere am 27.10.)

Ksenia Dudnikova (Eboli), Goran Juric (Philipp). Copyright: Matthias Baus

In der Regie von Lotte de Beer konzentriert sich das Geschehen ganz auf Don Carlos und Elisabeth. Dies zeigt sich auch bei der mit Lichtkegeln und Schiebebühne aufwartenden Ausstattung von Christof Hetzer. Trotzdem bleiben bei dieser Inszenierung Fragen offen

….Die Regisseurin Lotte de Beer stellt die Kinder hier in den Mittelpunkt. Sie sind der Inbegriff von Unschuld – und auch dafür, wie sehr die Menschen in unserer Gesellschaft unterdrückt werden. Dennoch befinden sich nicht viele Utensilien auf der Bühne. Der Mensch erscheint klein in einem großen Raum, vor allem beim Erscheinen des Großinquisitors. Da läuten dumpf gewaltige Glocken. Manches wirkt verfremdet und nicht immer gelungen. König Philipp mutiert zu einem jähzornigen Greis, dessen Emotionen auf die ihn umgebenden Menschen übergehen. Imaginäre Traumzustände beherrschen das Bühnengeschehen…

…Es gab viele „Bravo“-Rufe, aber auch „Buhs“ für das Regieteam.  

Zum Premierenbericht von Alexander Walther

EIN VIDEO (4,25 Minuten)

Placido Domingo an der Wiener Staatsoper stürmisch gefeiert
WIEN. Placido Domingo wird derzeit von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht – in der Wiener Staatsoper am Freitag aber einzig in der Rolle des ruchlosen Macbeth.
Oberösterreichische Nachrichten
Rückendeckung für einen Giganten
Demonstrativer Applaus, vereinzelte Buhs bei „Macbeth“.
Kurier

RT-Exklusivinterview mit Plácido Domingo (Video)
https://deutsch.rt.com/gesellschaft/93911-rt-exklusivinterview-mit-placido-domingo/

Dirigentin Marin Alsop: „Die #MeToo-Bewegung hat sicher geholfen“
Die US-Dirigentin ist die erste Frau am Chef-Pult des RSO. Ein Gespräch über ihren steinigen Karriereweg
Der Standard

Zubin Mehta Abschiedskonzert beim Israel Philharmonic – Trailer

Zubin Mehta. Foto: Youtube

ZUM VIDEO MEDICI-TV – Trailer

Zürich/ Opernhaus: Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte Vorstellung: 26.10.2019
(2. Vorstellung seit der Wiederaufnahme am 20.10.2019)

Vom Aufwärmen. Bei Sängern und bei Regisseuren.

Foto: Monika Rittershaus

…Wesentlich zur Langeweile tragen leider die Sänger bei. Ruzan Mantashyan als Fiordiligi und Anna Goryachova als Dorabella quälen sich mit schrillen Stimmen durch den Abend. Sie müssen immer wieder Haut zeigen – fürs Ohr bleibt leider kaum etwas übrig. Konstantin Shushakov als Guglielmo und Alexey Neklyudov als Ferrando bewältigen ihre Partien stimmkräftig mit mehr oder weniger angenehmen Vibrato. Rebeca Olvera als Despina braucht Anlauf um zu gewohnter Form zu finden. Der Applaus nach ihrem ersten Auftritt bleibt aus. Michael Nagy singt einen beliebigen Don Alfonso.

Keine der drei Arbeiten Serebrennikovs („Nabucco“ in Hamburg, „Il Barbiere di Siviglia“ aus Berlin in Basel und „Cosi fan tutte“) vermochte zu überzeugen. Der Hausarrest füllt die Häuser, nicht die Qualität der Arbeit.

Weitere Aufführungen: Mi. 30. Okt, 19.00; Sa. 02. Nov, 19.00; Fr. 08. Nov, 19.30.

Zum Bericht von Jan Krobot

„Konzertgänger in Berlin“
Weltrettend: Premiere von „Albirea“ im Atze-Theater
Wenn der böse Geist die Menschheit in der Pfeife raucht, muss ein Mädchen ran!
Grand opéra fantastique im Atze! Jeder, der in Berlin Kinder hat, kennt das Musiktheater im Wedding: Mit seinem Dreijährigen geht man zu Oh wie schön ist Panama oder Ferdi und die Feuerwehr, mit der Zehnjährigen zu Rico, Oscar und die Tieferschatten oder dem Stück über die Mädchenrechtlerin Malala, mit dem Teenager dann zu dem preisgekrönten dreieinhalbstündigen Biopiece über Johann Sebastian Bach
https://hundert11.net/weltrettend/

WEIMAR/ „Mon Ami“: Giordano Bruno do Nascimento fünfte Oper “Die Wahrheitsschwester wurde in Weimar am 25. Oktober 2019 uraufgeführt


Eszter Johanna Barta (Regisseurin)  & Giordano Bruno do Nascimento (Komponist) ©Olaf Schnürpel

 Giordano Bruno do Nascimento ist in Weimar wohlbekannt, aber es lohnt sich ein tieferer Blick auf seine Werke. Seine Werke wurden in mehreren Festivals in verschiedenen Ländern gespielt: unter anderem im Pan Music Festival in Seoul, im DCMF in Daegu. „Il Suono“ in Italien, in der Klangwerkstatt Berlin. in Paris, in Libanon und in der Berliner Pyramidale. Außer dem DAAD Preis erhielt er zwei Mal das Thüringer Graduiertenförderstipendium, die Studienabschlussforderung der HfM ,,Franz Liszt‘ Weimar. gewann die Ausschreibung „Klänge hinter Mauern“ der Kammerakademie Potsdam,  den ersten Preis des Sondershäuser Kompositionswettbewerbs und war einer der Finalisten der International Competition „Città di Udine“ und der Valentino Bucchi Competition in Rom…

...Das überwiegend junge Premierenpublikum dankte mit nur freundlichem Applaus, was angesichts der Komposition und des Librettos sehr schade ist. Daher möchte ich den Intendanten und Operndirektoren der deutschsprachigem Theaterlandschaft zu rufen, gibt diesen jungen Künstler eine größere Chance – das Publikum wird es euch danken.

Zum Premierenbericht von Olaf Schnürpel

Linz: Ein Operetten-Abend, der Angst machte
Herbert Lipperts „Operette Made in Austria“ im Brucknerhaus war ein Reinfall.
https://www.nachrichten.at/kultur/ein-operetten-abend-der-angst-machte;art16,3179369

„Lohengrin“ wird in der Jungen Oper Dortmund zu „Neverland“
https://www.waz.de/kultur/lohengrin-wird-in-der-jungen-oper-dortmund

Staatstheater Mainz: „Boris Godunow“ in Mainz: Blanke Not sieht sich stets ähnlich
Frankfurter Rundschau

WIEN / Kasino des Burgtheaters:  WIE VERSTECKT MAN EINEN ELEFANTEN? von Joel Horwood
Nach dem Roman „The Great Elephant Chase“ von Gillian Cross
Premiere: 26. Oktober 2019

 Foto: Barbara Zeininger

Mit den Kinderstücken hat das Burgtheater des Martin Kusej mehr als Glück. „Wie versteckt man einen Elefanten?“ wird im Kasino nicht nur für ein kindliches, sondern auch ein erwachsenes Publikum zum großen Vergnügen – und zum vollinhaltlichen Theaterabend. Man fühlt sich fast in die Welt des Huckleberry Finn versetzt, wenn man da (es muss 1861 sein, denn der Amerikanische Bürgerkrieg hat gerade begonnen) durch trostlose kleine Städte zieht, schließlich an einem Fluß landet, von Bösewichtern verfolgt wird – und das alles rund um einen Riesenelefanten, der geradezu als Wunderding auf der Bühne steht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

John Cleese, Monty Pythons bekanntester Komiker, wird 80
80! Ich kann es nicht glauben. Ich fühle mich wie 43. Ich wünschte, ich wäre 43“, sagte John Cleese in der Fernseh-Show „Lorraine“. Kein Wunder, mit 43 war er auf dem Höhepunkt seines Erfolgs: Der Monty-Python-Film „Der Sinn des Lebens“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes ausgezeichnet, „Das Leben des Brian“ und „Die Ritter der Kokosnuss“ wurden Kult. Am 27. Oktober feiert Cleese seinen 80er.
Tiroler Tageszeitung

Filme der Woche

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Normalerweise wirken Blumen schön und beruhigend, denn wir sind immer noch geneigt, die Natur großteils positiv zu besetzen. Nicht so in Jessica Hausners in englischer Sprache gedrehtem Film „Little Joe“, wo die Pflanzen, die da im Glashaus unter Laborbedingungen gezüchtet werden, von Anfang an gelinde seltsam, ja bedrohlich wirken.

Eine davon, die die Wissenschaftlerin Alice (Emily Beecham) so besonders fasziniert, dass sie sie (unerlaubt) auch nach Hause mitnimmt, soll sogar besondere Eigenschaften haben: Ihr Duft würde glücklich machen, sagt man. Alice weist ihren jungen Sohn Joe (Kit Connor) an, die Pflanze, die sie „Little Joe“ nennt, zu lieben und mit ihr zu reden…

Von Anfang an wirkt weniges an diesem Film real. Man kennt Jessica Hausner schließlich – sie hat es nicht so mit der harten Wirklichkeit. Schon die unheimliche Familiengeschichte „Lovely Rita“ (2001) hob ganz schön vom Boden ab, „Hotel“ (2004) war reiner Horror, „Lourdes“ (2009) eine Seltsamkeit, „Amour Fou“ (2014), die Selbstmord-Geschichte von Kleist, die reine Entfremdung. So ist die Autorin / Regisseurin sich in „Little Joe“ gänzlich treu geblieben. Und wenn sie etwa in Interviews erzählt, es ginge ihr um die Geschichte einer Frau, die ihre Arbeit so leidenschaftlich liebt wie ihren Sohn (mit der üblichen Zerrissenheit), so ist das eigentlich nicht, was man in erster Linie aus der Geschichte herauslesen würde…

Mit Verspätung habe ich diesen Tageskommentar auch noch geschafft. Wie gesagt, die Technik macht mit uns (zumindest mit mir Technikmuffel), was sie will. Zum Glück habe ich zu meinen Experten ein gutes Klima aufgebaut, deshalb werden wir bei Reparaturen vorzüglich vom Server „Time warp“ behandelt.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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