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28. MÄRZ 2020 – Samstag

28.03.2020 | Tageskommentar

 


„CORONA, CORONA“ mit Jonas Kaufmann – für „Sängerhilfe.de“

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und

INSTAGRAM – Video

Jonas Kaufmann hat sicher keine Existenzsorgen und stellt sich in den Dienst der Hilfe für Kollegen, die schon bisher nicht zu den Großverdienern gezählt haben. Das ist ehrenwert!

Sorgen müssen sich jedoch alle Berufssparten machen. Meine Friseurin zum Beispiel, die ihre Miete nicht mehr zahlen kann, mein Maurermeister, der bei mir arbeiten soll – aber an kein Material herankommt. Sogar mein Nachbar, ein Psychotherapeut, lag gestern bei mir sinnbildlich auf der Couch, weil ihm seine Praxis monatlich 2000 Euro Miete kostet, er aber auch noch eine Sprechstundenhilfe und einen Assistenten zu bezahlen hat. Von ihm erfuhr ich den Unterschied zwischen Psychiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeuten. Wir haben uns lange und mit gebotener Distanz unterhalten. Manchmal ist auch der gesunde Menschenverstand gefragt – der ist bei mir gratis zu holen!

In diesem Zusammenhang einige Worte in eigener Sache. Natürlich ist die Quote gesunken, aber nicht so sehr wie anderswo. Wir haben unsere Infoschiene, andere vergleichbare Medien konzentrieren sich auf Kritiken – und da herrscht natürlich Ebbe. Es ist nicht einfach, für diesen Kommentar täglich neue und halbwegs interessante Themen zu finden. Natürlich werde ich auch kritisiert. Wäre das nicht so, würde ich etwas falsch machen. Da stehe ich also drüber. Wenn ich aber an die Corona-Zeit denke, die noch vor mir liegt, wird mit angst und bange.

Ich biete meinen persönlichen Kritikern an, selbst an diesem Kommentar mitzuwirken, selbst die eine oder andere Ausgabe zu übernehmen. Ich garantiere, dass Sie alles schreiben dürfen, was das Gesetz erlaubt, soferne sie mit ihrem Namen dazu stehen. Bei mir gilt das freie Wort, sie werden niemand finden, der mir Zensur vorwerfen kann. Sie können selbst Ihre Presseartikel einbringen und kommentieren, die von mir (mit Helfern) zusammengestellte tägliche Presseschau finden Sie bereits am Abend vor deren Erscheinen ab etwa 21 h unter www.der-neue-merker.at unter Aktuelles. Zeigen Sie mir, was es besser zu machen gilt. Wann, wenn nicht jetzt, können wir einen derartigen Versuch starten!

Wir werden zugestreamt!

Ein zu 100 Prozent gutes Gefühl habe ich nicht, wenn ich ständig auf die Streams hinweise. Erstens dienen diese dazu, von Problemen abzulenken, uns vom Denken abzuhalten – und das ist haben schon andere mit unlauteren Absichten mit Erfolg gemacht. Zweitens könnte man sich langsam daran gewöhnen – und das ist auch nicht gut. Sigi Brockmann aus Münster, wie ich ein altersbedingt Gefährdeter, schreibt:

Lieber Herr Cupak, gestern sah ich aus Wien La Cenerentola , vor allem deshalb, weil bei allen trüben Nachrichten mich Rossini´s Opeern immer in beste Laune versetzen – so war es auch hier. Das Publikum bestand, soweit sichtbar, aus Besuchern, die wegen ihres Alters heute zum grossen Teil zur Risikogruppe gehören – ob die wohl irgendwann trotzdem wieder Operaufführungen live besuchen, die ja durch Streams nicht zu ersetzen sind? Für einen Opernbesucher wie mich, der häufig sogenannte Provinz-Opernhäuser besucht, ergibt sich natürlich die Frage, ob deren Besucher durch die Streams an solche hohe Qualitätsmaßstäbe gewöhnt werden, daß die Aufführungen der Stadttheater noch kritischer beurteilt werden. Vielleicht stellen sie ja auch fest, daß in den grossen Häusern häufig auch nur „mit Wasser gekocht wird“ Das wünscht aus Münster S. Brockmann

Die Wiener Staatsoper spielt online weiter: Das Programm auf www.staatsoperlive.com vom 3. bis 13. April 2020

 Die Wiener Staatsoper öffnet während der Covid-19-bedingten Schließung (bis vorläufig inkl. 13. April 2020) ihre umfangreichen Online-Archive und zeigt seit 15. März 2020 täglich eine Aufzeichnung einer früheren Opern- oder Ballettvorstellung – weltweit und kostenlos.

Bildergebnis für wiener staatsoper live stream

Das Programm für den Zeitraum von 3. bis 13. April 2020 ist ab sofort auf der Website der Wiener Staatsoper www.wiener-staatsoper.at sowie in Kürze auf der Streaming-Plattform www.staatsoperlive.com abrufbar: Musikfreundinnen und Musikfreunde können u. a. Aufführungen von Le nozze di Figaro, La Bohème, Elektra, Ariodante, A Midsummer Night’s Dream, Parsifal und Der Rosenkavalier, die Kinderopern Cinderella und Die Feen sowie das Ballett Sylvia (wieder) erleben.

SONNTAG ALS STREAM DER METROPOLITAN OPERA NEW YORK: „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“ MIT LEVINE; DASCH, VOLLE, BOTHA, KRÄNZLE u.a.

Inszenierung: Otto Schenk

Schuster, bleib bei deinen Leuten, sagt er immer. Und mit dem Grundsatz ist er gut gefahren.
Karen Cargill, Paul Appleby, Michael Volle, Johan Botha und Annette Dasch. Foto: Ken Howard/ Metopera

unter www.metopera.org)

Der Stream läuft am Sonntag ab den Vormittagsstunden praktisch den ganzen Tag.

Bitte vormerken: Montag TANNHÄUSER

Heute können Sie übrigens die „Blech-Götterdämmerung“ sehen. Steigen Sie ein, wann Sie wollen!

Kunst in der Krise: Was es bedeutet, alle Konzerte abzusagen
Opernsängerin Simone Kermes hat durch Konzertabsagen viel Geld verloren. Sie fürchtet, die Coronakrise könnte die Kulturlandschaft dauerhaft schädigen.
Tagesspiegel

Bericht: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die deutschen Musikwirtschaft
Neue Musikzeitung

A Paris Opera Conductor Comes Full Circle
Philippe Jordan talks about his new role in Vienna and his farewell to Paris: a new staging of Wagner’s “Ring,” which he conducted there in 2010.
The New York Times

Kirsten Lieses Klassikwelt Nr. 28: Fidelio
Tatsächlich habe ich aber Jonas Kaufmann einmal als Florestan live erlebt, das war 2000, also vor 20 (!) Jahren beim Luzern Festival in einer konzertanten Aufführung unter Claudio Abbado. Damals stand der Tenor im Zenit seines Könnens, ließ seinen ersten Ton in seinem „Gott, welch Dunkel hier“ gefühlt fünf Minuten lang auf einem Crescendo anschwellen, dass es einem kalt den Rücken herunter lief. So habe ich das nie wieder gehört. Ob er das heute auch noch so bringen kann?  Seinen jüngsten Florestan können nur die beurteilen, die in einer der Londoner Aufführungen waren.
Kirsten Liese berichtet jeden Freitag aus Ihrer Klassikwelt.
Klassik-begeistert

Die Spielzeit 2020–21 der Wiener Symphoniker ist nun online

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Die kommende, 120. Spielzeit der Wiener Symphoniker steht als erste Amtszeit des neuen Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada gleichermaßen im Zeichen von Neubeginn und Rückbesinnung auf die historischen Wurzeln des 1900 während der Wiener Moderne ins Leben gerufenen Klangkörpers…

Alle Abonnements der Wiener Symphoniker sind ab sofort im Verkauf und können über das Ticket- und Service-Center des Wiener Konzerthauses unter 01/242002 und die Website www.wienersymphoniker.at gebucht werden, wo auch weitere Details zu den Programmen zu finden sind.

Die Saisonbroschüre findet sich online unter www.wienersymphoniker.at/de/saison-2020-21 und kann bei Interesse unter office@wienersymphoniker.at bestellt werden. Auf Grund der aktuellen Situation wird es bei der postalischen Zusendung leider zu Verzögerungen kommen.

Das Hamburger Thalia-Theater öffnet seine Schatztruhe und bietet uns Streams an:

Aber es gibt auch eine erfreuliche Stream-Meldung: Das Thalia-Theater Hamburg bietet alles auf, was in den letzten Jahren gut und teuer war und dazu noch Neues (Jens Harzer mit einem Hölderlin-Programm).

Mehr in den heutigen „Infos des Tages“

Nikolaus Harnoncourt: ÜBER MUSIK
Mozart und die Werkzeuge des Affen
Herausgegeben von Alice Harnoncourt
144 Seiten, Residenz Verlag, 2020

Nikolaus Harnoncourt zählt zu jenen Persönlichkeiten, die mit ihrem Tod absolut nicht aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden sind. Zu lange hat er das Musikverständnis eines Teils der Musikfreunde geprägt – mit einem Modewort könnte man ihn einen „Influencer“ nennen. Keine Frage, dass seine treuen Anhänger zu einem Buch greifen werden, das von seiner Witwe Alice Harnoncourt herausgegeben wurde und den schlichten Titel „Über Musik“ zu dem aggressiven Untertitel „Mozart und die Werkzeuge des Affen“ trägt.

Es handelt sich um eine Sammlung von Artikeln und Reden, die sich im Nachlass des Künstlers gefunden haben, der „ständig über Musik und Musizieren nachgedacht“ hat, wie Alice Harnoncourt schreibt, der ebenso Theoretiker war wie Praktiker. Es ist ein weit gespanntes Repertoire von Themen, das sich da findet, von der Aufführungspraxis, zu der er so viel zu sagen hatte, bis zu jenem Mann, der das Schwergewicht des Buches bedeutet, nämlich Mozart…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Placido Domingo bedankt sich für die vielen Wünsche und die Zuneigung seiner Fans  anlässlich seiner Corona-Erkrankung (von der wir nicht wüssten, wenn er sie nicht selbst publik gemacht hätte!)


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Jeder schützt sich, wie er kann: Adam Plachetka + Tochter

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Bericht vom Franziskanerplatz: Anna Netrebko dekoriert eine alte Lampe  – und stellt ihr Kunststück ins Netz. Bisher haben ihr schon 50 000 Besucher dabei zugeschaut!


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Hintergrund Alltagssprache: Todesröcheln des Dialekts?
„Dialekte vermitteln ein Heimatgefühl. Dialekt ist die Sprache der Nähe. Aber auch Eltern, die das so empfinden, reden mit ihren Kindern meist irgendeine Art von Hochdeutsch.“ So der Dialektforscher Hannes Scheutz. Doch Kinder, die Dialekt sprechen, haben keine Nachteile. Im Gegenteil: „Je mehr Sprachvarietäten ein Kind kennen lernt, desto besser ist dies für seine sprachliche und kognitive Entwicklung
Drehpunkt Kultur

Kommentar: Wenn Bargeld zum Risiko wird
Wiener Zeitung

Und da wird es für mich schon wieder gefährlich und meine Kritiker scharren in den Startlöchern. Ich fürchte mich nämlich nicht vor Bargeld und wem ich einen Gefallen damit mache, der kann mir gerne sein gesundheitsgefährdendes Bargeld schenken. Ich befreie ihn davon und wasche es – für mich!

Ich erkenne, wie leicht es durch das „Plastikgeld wird, die Menschen zu überwachen. Aber meine Kritiker aus dem Forum stört das nicht. Vermutlich lebe ich doch in einer anderen Welt.

Einen schönen Samstag wünscht

A.C.

 

 

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