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28. JULI 2019 – SONNTAG

28.07.2019 | Tageskommentar

Salzburg/ Idomeneo: Nicole Chevalier (Elettra), Ying Fang (Ilia), Paula Murrihy (Idamante). Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

Vormittags hielt Peter Sellars die Eröffnungsrede – über den Klimaschutz. Diese können wir Ihnen im vollen Wortlaut anbieten

Das Meer und die Idomeneos unserer Tage
IM WORTLAUT / FESTREDE PETER SELLARS
DrehpunktKultur

Danach erwies sich, dass er – was zu erwarten war – den Mund natürlich übermäßig voll genommen hat. Seine „Mülloper“ war altvaterisches Bewegungstheater und entlockte dem Publikum eher höflichen Applaus – was den ORF natürlich pflichtschuldigst  sofort jubeln ließ. Die ersten Kritiken haben wir hier zusammengefasst – unzählige werden noch folgen. Das Feuilleton wird diese Premiere zum Erfolg schreiben – weil es ganz einfach ob des Themas eines Erfolgs bedarf.

Salzburg/ Festspiele: Viel Applaus für Eröffnungspremiere  „Idomeneo“
Nach dem offiziellen Eröffnungsakt gestern Vormittag sind die Salzburger Festspiele am Abend mit der ersten Opernpremiere in die Saison gestartet. Unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis inszenierte Peter Sellars das Werk als zeitgenössischen Reflexion mit dem durchaus heiklen Anspruch, einen der drängendsten Konflikte unserer Zeit in den Fokus zu rücken: Die Klimakrise.
https://orf.at/stories/3131770/

Erste Salzburger Festspiele-Premiere: Eine Plastikmülloper
Mozarts „Idomeneo“ in der Felsenreitschule: Rührendes Weltumarmungstheater. Die Nachtkritik.
Kurier

HEUTE BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: ADRIANA LECOUVREUR (konzertant)

Anna Netrebko. Foto: Vladimir Shirokov.

28. juli (15 h). 31. Juli (20 h), 3. August (15 h)

  • Anna Netrebko Adriana Lecouvreur
  • Yusif Eyvazov Maurizio, conte di Sassonia
  • Anita Rachvelishvili La principessa di Bouillon
  • Nicola Alaimo Michonnet
  • Mika Kares Il principe di Bouillon
  • Andrea Giovannini L’abate di Chazeuil
  • Alina Adamski Mlle Jouvenot
  • Valentina Pluzhnikova Mlle Dangeville/Teilnehmerin des Young Singers Project
  • Ricardo Bojórquez Quinault/Teilnehmer des Young Singers Project
  • Josh Lovell Poisson/Teilnehmer des Young Singers Project
Ensembles
  • Philharmonia Chor Wien, Walter Zeh Choreinstudierung
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Bayreuth-Gerücht: Angeblich soll am Montag Anette Dasch anstelle von Camilla Nylund die „Elsa“ in der zweiten Lohengrin-Aufführung singen!
BAYREUTH: „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“ – Wiederaufnahme am 27.7.
Dankenswerter Weise lässt uns Albrecht Selge, der „Konzertgänger aus Berlin“, an seinen Bayreuth Erlebnissen (ermöglicht durch die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, teilhaben. Unser offizieller Berichterstatter ist er im dritten Durchlauf dabei – dann, wenn das Interesse schon deutlich abgeflaut ist. Ein anderer „Merker“ hetzt von Meeting zu Meeting (oder was man so nennt) , da bleibt nicht viel Zeit!
 
Johannes Martin Kränzle, Michael Volle, Günther Groissböck und andere Meister. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

In ihrer Fokussierung auf die Person Wagner und dessen Judenhass mag Barrie Koskys eindrucksvolle Inszenierung der MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, die am dritten Tag der Bayreuther Festspiele wiederaufgenommen wird, angreifbar sein. Aber sie packt einen und lässt nicht mehr los – und sie gewinnt noch, wenn man sie zum zweiten Mal sieht, anders als der Lohengrin am Vortag. Riesentheater ist das, ein Meilenstein, wie man es auch, aus ganz anderen Gründen, vom neuen Tannhäuser sagen wird, diese Prognose sei mal gewagt (mehr dazu in der heutigen FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGZEITUNG

„Konzertgänger in Berlin“/Albrecht Selge

Albrecht Selge sagt:  Am 3. Tag wars etwas kühler. Jetzt noch zwei Opernbesuche in München, wenn ich schon mal da bin. Sie dürfen mich dieser Tage den Gergiev der Opernbesuche nennen.

Wenn ich richtig verstanden habe, ist ab nun in Bayreuth unser Kommunikationsfreund gefordert!

Riesentheater? Meilenstein? Was trifft auf den „Tannhäuser zu? Schön langsam erheben sich auch etwas kritischere Stimmen (siehe auch TTT in den „Themen zur Kultur/ Feuilleton bzw. im heutigen „Aktuelles“.

Also ich habe diesen „Tannhäuser“ in keiner Sekunde langweilig empfunden – aber das darf weder ein Kriterium noch ein Kompliment für die Inszenierung sein. Ich bin für jeden halbwegs gehobenen Klamauk zu begeistern, das Leben ist ernst genug. Imponiert hat mir die Personenführung, besonders jene der Elisabeth (Lise Davidsen ist ein Glücksfall, wenngleich keine Bayreuther Entdeckung. Sie hatschon an der Wiener Staatsoper gesungen).

Aber ging der Trash nicht etwas zu weit? Die Drag-Queen war als Provokation gedacht (durchaus in Ordnung), nur hätte auch der Travestiekünstler auf diesen Gedanken aufmerksam gemacht werden müssen, um nicht so zu reagieren, wie er kontern zu müssen glaubte. Fakt ist: Drag Queen Le Gateau Chocolat wurde als einziger Solist leicht ausgebuht – von einer Besuchergruppe, die nicht weit genug gedacht und ihren Unmut falsch adressiert hat. Wenn schon, dann bitte den Regisseur ausbuhen, nicht den Darsteller, der nur das gemacht hat, was ihm Herr Kratzer anbefohlen/zugemutet hat – und das sogar ganz ausgezeichnet!

Fakt ist aber auch, dass ein Valery Gergiev viel heftigere Buh-Rufe locker weggesteckt hat (in Bayreuth würde ich an seiner Stelle nur mehr die folgenden fünf Tannhäuser-Vorstellungen, aber nachher nie mehr dirigieren) – und dass auch der Regisseur – an Buh-Rufe berufsbedingt gewohnt und diese aus Imgegründen geradezu herbeisehnend, das Publikum nachher als „Nazis“ bezeichnet hat.

Wie sonst ist dieser Satz zu verstehen: Einen Tag nach der geglückten „Tannhäuser“-Premiere bei den Bayreuther Festspielen geht der schwarze Travestiekünstler „Le Gateau Chocolat“ mit dem Publikum ins Gericht. „Dass ich der EINZIGE Charakter war; Le Gateau Chocolat als Le Gateau Chocolat (keine Sprech- oder Singrolle), der auf dieser Bühne ausgebuht wurde, sagt viel darüber aus, wer ihr (immer noch) seid“, schrieb er am Freitag auf Englisch auf Twitter und Facebook…

Travestiekünstler nennt Buh-Rufe „elende Schande“
Nach „Tannhäuser“-Premiere: Die Drag Queen Le Gateau Chocolat wurde in Bayreuth ausgebuht. Jetzt kritisiert der Künstler das Publikum scharf.
https://www.tagesspiegel.de/kultur/bayreuther-festspiele-travestiekuenstler-nennt-buh-rufe-elende-schande/24843640.html

Jetzt sind meiner Meinung nach die Festspiele gefordert, denn diese Worte sind – vorsichtig ausgedrückt – unprofessionell. Zumal sie sich gegen „das Publikum“ – nicht gegen die Buh-Rufer allein richten. Ich wüsste, was ich täte – aber es sind ja noch fünf Vorstellungen, die eingeschobenen Filmszenen sind fertig – also geht das nicht. Aber eine Klarstellung ist fällig – liebe Festspielleitung!

Was die Lobeshymnen angeht, möge Herr Kratzer an den Regisseur der Vorjahreseröffnung „Lohengrin“ denken. Der wurde damals hofiert bis zum „Geht nicht mehr“ (die Journalisten sind in allen Ländern der Welt gleich gepolt), um heuer auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden:

Zauberhafter Wagner-Klang bei schwacher Regie
Am 26. Juli feierte Wagners „Lohengrin“ in der Inszenierung von Yuval Sharon seine Wiederaufnahme bei den Bayreuther Festspielen. Überzeugen konnte er mit seinem Regiekonzept noch immer nicht. Trotz der lähmend statuarischen Regie wurde es ein musikalisch erfolgreicher Abend, was vor allem an dem wunderbaren Dirigat von Christian Thielemann lag.
BR-Klassik
Bayreuth: Ein Schwan kann ganz schön fest zubeißen

Die Wiederaufnahme des „Lohengrin“ geriet nur musikalisch erstklassig. Bald muss Netrebko in die Grottenbahn.
Kurier
Bayreuther Festspiele: Lohengrin bei den Hautflüglern
Christian Thielemann ließ bei den Bayreuther Festspielen musikalisch alle Farben spielen. Obwohl Künstlerpaar Neo Rauch/Rosa Loy den »Lohengrin« sonst ganz in Blau tunkten.
Die Presse

100 Jahre Wolfgang Wagner: Diese Opern-Alt-Stars sind in der Stadt
In diesem Jahr, am 30. August, wäre Wolfgang Wagner 100 Jahre alt geworden. Am Mittwochabend gibt es zu Ehren des langjährigen Festspielleiters und Enkels Richard Wagners einen Festakt. Dazu sind in den vergangenen Tagen bereits viele Alt-Stars der Opernwelt nach Bayreuth gekommen. Das Bayreuther Tagblatt hat sie am Grünen Hügel und in der Gaststätte Wolfenzacher gesichtet.
Bayreuther Tagblatt

BayreuthBrugs Klassiker: Habt Ihr Bock auf „Meistersinger“?
Die Kinderoper als Bayreuther Juwel in der Opernkrone. Aber auch der WoWa-Festakt konnte sich sehen und hören lassen
Die Welt.de

Belcanto Opera Festival in Bad Wildbad: „Romilda e Costanza“ von Giacomo Meyerbeer (konzertant: 26. 7. 2019)

Immer wieder wartet das Belcanto Opera Festival in Bad Wildbad im Schwarzwald mit sehenswerten Ausgrabungen auf. In diesem Jahr waren es zwei Opern von Zeitgenossen Rossinis: „Romilda e Costanza“ von Giacomo Meyerbeer und „I tre gobbi“  („Die drei Buckligen“) von Manuel Garcia, die das Festival bereicherten und das Publikum begeisterten.

Giacomo Meyerbeer

Zum Bericht von Udo Pacolt

BAD WILDBAD / „Rossini in Wildbad“: Festkonzert 30 JAHRE DEUTSCHE ROSSINI GESELLSCHAFT mit Alternativ-Musik von GIACHINO ROSSINI 25.7.2019

Das enztückende Kurtheater in Bad Wildbad ist einer der Spielorte des Festivals „Rossini in Wildbad“. Foto: Werner Häußner

Zum Bericht von Werner Häußner

Feuilleton: KULTURPOLITIK . ein Dramolett von Thomas Prochazka

 

Von Thomas Prochazka

(Ein Dramolett.)

Ein Alt-Wiener Kaffeehaus, in welchem bereits Peter Altenberg und Sigmund Freud verkehrten. Spä­ter Nachmittag. Ein sehr wichtiger Kulturkritiker und ein typischer Vertreter eines Medien­hau­ses sitzen an einem abseits gelegenen Fenstertisch…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=73335F40-AD7B-11E9-9B1E005056A611EB

Tanzpionier Johann Kresnik im Alter von 79 Jahren verstorben

Kresnik gilt als einer der Pioniere des Tanzes im 20. Jahrhundert. Erst am 18. Juli war das laufende ImPulsTanz-Festival mit seiner „Macbeth“-Deutung eröffnet worden.
Die Presse

Katharina Wagner: „Ins Bett darf bei uns keiner“
Richard Wagner war immer umgeben von Hunden: Mit Bruno setzt Urenkelin Katharina Wagner die langjährige Hunde-Tradition der Familie fort. Beim gemeinsamen Spaziergang berichtet sie über die Macken der englischen Bulldogge – und ihren Kultstatus in Bayreuth
Die Welt.de

Gemeint ist der Hund!

Frankreichs Kulturbetrieb: Der Präsident spielt gern auf Zeit
Die mit Ruhm, Macht und Privilegien verbundenen Spitzenpositionen bei den kulturellen Institutionen gehören zu den begehrtesten Pfründen Frankreichs. Jetzt dreht Präsident Macron das Personalkarussell. Für die Pariser Oper will er einen Deutschen.
Frankfurter Allgemeine

Den Deutschen hat er nun auch bekommen/ selbst ausgesucht. Nach diesen Kriterien werden Opernchefs bestellt!

Österreich/Autobahnen: Tempo 140: Test teils positiv
Das Pilotprojekt für Tempo 140 auf der A1 habe laut Asfinag zu weniger Unfällen und nur „marginal“ mehr Emissionen geführt.
Die Presse

Wir leben in einer total hysterischen Zeit. Als das Pilotprojekt 140 kmh auf Autobahnen gestartet wurde, erklärten sogenannte Experten, dass wir nun bald aus Österreich ausziehen könnten (wohl auch, um Platz zu schaffen).

Nun liegen erste Ergebnisse vor: Die Unfälle sind zurückgegangen und der Umwelt ist rein gar nichts passiert.

Ich glaube ohnedies keinen Experten. Viele von denen sind politisch verankert und somit „His Masters Voice“.

Ich besitze zwei Autos, beide älteren Jahrgangs. Mit einem bin ich schon mit 200 kmh über die (deutsche) Autobahn gebrettert, dieser Kübel steht gut vertaut in einer Garage und wird nur einmal im Jahr für das „Pickerl“ auf die Straße losgelassen  (wichtig: bevor Sie einen Wagen zur Abgasmessung geben, fahren Sie mindestens 30 km, sonst sind die Werte schlecht). Mein Gebrauchsauto, das Galeriefahrzeug, gleichzeitig der Hundetransporter, ein Renault Kangoo, ist bereits bei 120 kmh  am Limit angelangt. Ich musste bereits wegen  Langsamfahrens auf der Autobahn Strafe zahlen, weil ich nicht auf der ganz rechten Spur, sondern auf der mittleren gefahren bin. Dass das politisch gemeint war, wurde nicht zur Kenntnis genommen!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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