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28. JULI 2018

28.07.2018 | Tageskommentar

Heute Premiere in Salzburg: Asmik Grigorian als „Salome“. Copyright: Ruth Walz

 „Es ist das absolut schockierendste Stück der Opernliteratur“, meinte Intendant Markus Hinterhäuser bei der Präsentation seiner diesjährigen Salzburger Festspielsaison. Tatsächlich verspricht Richard Strauss‘ Oper „Salome“ als zweite Premiere der Festspiele eine höchst interessante Interpretation in der eigens dafür umgebauten Felsenreitschule zu werden. Immerhin hat man für die Inszenierung den italienischen Regisseur Romeo Castellucci und für die musikalische Leitung Franz Welser-Möst gewonnen. Für die Bildregie der live-zeitversetzten ORF-Übertragung mit zehn Kameras zeichnet am Premierenabend, am Samstag, dem 28. Juli, um 21.55 Uhr in ORF 2, Henning Kasten verantwortlich, der für den ORF zuletzt u. a. das Neujahrskonzert 2018 in Szene gesetzt hat. Das Rahmenprogramm – u. a. mit einem filmischen Beitrag zum Mythos Salome von Barbara Pichler-Hausegger – moderiert ORF-Kulturexpertin Barbara Rett. Eine Aufzeichnung der Oper ist am Samstag, dem 11. August, um 20.15 Uhr in 3sat zu sehen.

Gestern wurde der Salzburger Premierenreigen mit „Die Zauberflöte“ eröffnet:

Die“Luzerner Zeitung“ zeigt sich so überhaupt nicht begeistert, bezeichnet Matthias Goerne (Sarastro) als Fehlbesetzung – und selbst Mauro Peter, selbst Schweizer, kommt nicht ungeschoren davon. Die Inszenierung der Amerikanerin Lydia Steier wird sicher nicht als Glanzpunkt in die Geschichte der Festspiele eingehen. Die Festspielpräsidentin hat übrigens das Publikum in Neugierige“ (das sing die Guten, Aufgeschlossenen) und als „Altgierige“ (das sind sinngemäß die Deppen) eingeordnet

„Die Zauberflöte“ begeisterte nicht alle Zuschauer
Es gab auch Buhs gegen das Regieteam
Salzburger Nachrichten

Märchen-Opa als Strippenzieher
„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Karl Valentins Bonmot hat selten so viel Gültigkeit wie bei Mozarts „Zauberflöte“. Die Sorge, mit und an dem beispiellos populären und zugleich ewig rätselhaften Stück zu scheitern, war bei Regisseurin Lydia Steier im Vorfeld der Salzburger Premiere, wie sie im Interview sagt, durchaus vorhanden.
BR-Klassik

Viel Effekt, wenig Wirkung
DeutschlandfunkKultur

HIER EINIGE SZENENBILDER

Heute werden wir also mit Oper im TV „überfüttert“. 3Sat zeigt ab 20,15 h den Bayreuther Lohengrin

Rechtzeitig dazu ist die ausführliche Besprechung von Dr. Klaus Billand online gegangen:

Zum Bericht von Klaus Billand

Bayreuth: Tristan und Isolde – mit anschließender Mondfinsternis

Stephen Gould und Petra Lang. Copyright: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Der Bayreuther Festspiele dritter Tag: Nach zwei Tagen Bullenhitze regnets ein bisschen. Zu Tristan und Isolde radelt der Konzertgänger durch die Mottlstraße von der Seite an den grünen Hügel ran, aus Gründen:

Heut Abend dirigiert der Mottl den Tristan / Hört Euch doch nicht von dem Trottel den Mist an / Schafft Euch viel lieber ein Drittel Most an / Und sauft Euch mit dem Mittel Trost an.

Doch bei Christian Thielemann gilt, besser erst Tristan, dann Most ran. Denn der Konzertgänger wird in Bayreuth glatt noch zum Thielemann-Fan.

Konzertgänger auf Reisen: “Tristan und Isolde”

Bayreuth: PARSIFAL – mit Brisanz im Hintergrund

Ein Freund von mir besucht die Festspiele, schreibt aber keine Kritiken – denn diese Verantwortung möchte er nicht tragen. „Was ist, wenn ich mit meiner Meinung völlig daneben liege? Nein, dann besser nur zuschauen und den Mund halten“. Mitbekommen hat er freilich schon, dass Uwe Eric Laufenberg seinen „Parsifal“ heuer „politisch“ gestalten wollte. Nun, die Laufenberg-Inszenierung ist übrigens alles, aber nicht wirklich politisch. Klar, die Location und die Sache mit den Flüchtlingen etc sind vielleicht oberflächlich politsch zu sehen, aber es hat keine tiefere Bedeutung.  Der Regisseur hat pflichtgemäß seine Stimme in der gegenwärtigen Situation erhoben.

Parsifal (Andreas Schager) und die Blumenmädchen. Copyright: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

Als Österreicher war er natürlich auf die Österreicher besonders gespannt. Der durch das „Lohengrin“-Engagement unabkömmliche, von den Bayreuther Festspielgästen ungemein geschätzte Georg Zeppenfeld musste in der Riesenrolle des Gurnemanz ersetzt werden – von Günther Groissböck – und diese „Stabübergabe“ wurde – wie man so hinter vorgehaltener Hand erfuhr –  nicht von allen Besuchern goutiert. Nun, dem begeisterten Getrampel nach Schluss der Vorstellung war zu entnehmen, dass das Publikum sehr wohl erkannt hat, dass ein Weltklasse-Bassist durch einen anderen Weltklassebassisten vertreten wurde. Bayreuth ist heuer unbestritten der Treff der Bass-Weltklasse! 

Mein Freund in Bayreuth:  Umso mehr freut‘s mich daher, dass sozusagen die Vertreter des korrekten „vegetarischen“ Stimm- Geschmacks, wie ich sie in diesem Zusammenhang gerne nenne, die Leistung  zweier vokaler Mostviertler Zuchtrinder, eben auch in Hinblick auf Gesangs-und Gestaltungskultur, nicht schlechtreden können.

Mit dem Begriff „Vokale Mostviertler Zuchtrinder“ können sowohl Günther Groissböck wie auch Andreas Schager leben – der stammt nämlich von ihnen selbst (beide sind aus Niederösterreich und eben aus dem Mostviertel)

Hier die gesammelten „Parsifal-Kritiken:

Bayreuther „Parsifal“ wird immer politischer
Sueddeutsche Zeitung
Ein Hoch auf die Werkstatt Bayreuth: Parsifal
2016 wurde Uwe Eric Laufenbergs „Parsifal“-Neuproduktion, die den Clash der Kulturen zwischen Christentum und Islam allzu klischeehaft abhandelt, verrissen. Im dritten Jahr der Inszenierung gelingen dem Regisseur einige Verbesserungen. Ganz schlüssig und logisch ist das Konzept aber immer noch nicht.
BR-Klassik
In Schönheit erstrahlt – „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen
Neue Musikzeitung/nmz.de
Viel Licht
Der Nah-Ost-„Parsifal“ von Regisseur Uwe Erik Laufenberg geht in sein drittes Jahr in Bayreuth.
Wiener Zeitung
Parsifal-Inszenierung bleibt problematisch
Auf den unpolitischen Lohengrin folgt der hochpolitische Parsifal – zweiter Tag der Richard-Wagner- Festspiele in Bayreuth
Hamburger Abendblatt
Uwe Eric Laufenbergs „Parsifal“ im dritten Bayreuth-Jahr

Donaukurier
Bayreuth „Parsifal“ in Bayreuth: ein Triumph der Solisten

https://m.focus.de/regional/bayern/bayreuth-parsifal-in-bayreuth

Oper findet aber nicht nur in Salzburg oder Bayreuth statt – auch bis Monatsende noch in München

München: „Orlando Paladino“. Adela Zaharia als Angelica. Copyright: Wilfried Hösl

Für Regisseur Axel Ranisch und seinen Bühnen- und Kostümbildner Falko Herold geht es in dem Stück hauptsächlich um Sehnsucht und so verlegten sie das Stück an einen Sehnsuchtsort, nämlich in ein plüschiges Programmkino, das von dem Ehepaar Gabi und Heiko Herz (Gabi Herz und Heiko Pinkowski) mit ihrer Tochter Alcina betrieben wird und in dem Stummfilme aus den 20iger Jahre laufen, zum Beispiel der Film „Angelica und Medoro“. Im Laufe des Abends treten die Schauspieler aus dem Film in die Realität, Tochter Alcina verwandelt sich in die Zauberin Alcina und Heiko Herz wird auf die Leinwand versetzt und versucht dort Frieden zwischen dem von ihm erotisch verehrten Rodomonte und Orlando zu stiften. Die Rahmenhandlung macht das Ganze nicht einfacher, aber durchaus unterhaltsam, jedoch vielleicht auch nicht ganz so spritzig und witzig, wie es sich das Produktionsteam gedacht hatte…

Zum Bericht von Gisela Schmöger

München/ Bayerische Staatsoper. Und dann ist es ganz, ganz große Oper! („Vespri“)
Das Finale ist der Wahnsinn. Ganz, ganz große Gefühle. Mehrere Figuren singen um ihr Leben, singen um alles, was ihnen etwas bedeutet. Der große Saal des Nationaltheaters ist dicht gefüllt mit ganz verschiedenen Emotionen. Die Luft brennt, man ist elektrisiert. Das Orchester spielt, als gäbe es kein Morgen. Man wünscht sich, dass dieses faszinierende Spektakel niemals aufhören möge und trauert und leidet in höchstem Glück bereits ein wenig, da man ahnt, dass auch dieses Opernglück endlich ist.
Sebastian Koik berichtet von den Münchner Opernfestspielen aus der Bayerischen Staatsoper.
Klassik begeistert

Große Stimmen: Damrau, Castronovo und Piazzola begeistern in „La Traviata“ bei den Münchner Opernfestspielen
Damrau, Castronovo, Piazzola: Wunderbare Sänger machen Verdis „La Traviata“ bei den Münchner Opernfestspielen am 25. Juli 2018 im Nationaltheater zu einem musikalischen Feinkostabend.
Sebastian Koik berichtet von den Münchner Opernfestspielen.
https://klassik-begeistert.de/giuseppe-verdi-la-traviata

Gars am Kamp/ NÖ: TOSCA

Intendant Johannes Wildner dirigiert (unter schützendem Dach). Foto: Reinhard Podolsky

Wie man mit beschränkten räumlichen Möglichkeiten – allerdings in einer berückend schönen Naturkulisse – und, ausgestattet mit wohl eher kargen finanziellen Mitteln, dennoch Großartiges zustande bringen kann, wird einem begeisterungsfähigen, treuen Publikum seit Jahren von der Oper Burg Gars vor Augen (und Ohren) geführt. Seit 2014 ist dort Johannes Wildner als Intendant und musikalischer Leiter tätig. Man spürt in jeder Minute, wie er mit ansteckender Leidenschaft und großer Erfahrung seine Truppe inspiriert, motiviert und zu höchst respektablen Leistungen anspornt. Ein dynamisches Kraftzentrum mit schier unerschöpflicher Ausstrahlungskraft.

Wie bei Open Air Veranstaltungen gewohnt, bleibt stets die bange Wetterfrage aktuelles Thema. Sie ist – besonders im heurigen Sommer – ein bis zuletzt unkalkulierbares Risiko…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Es scheint ihr wieder gut zu gehen: ANNA N., DEREN YUSEF UND DER VIRUS

Was es mit dem Virus auf sich hatte, ist mir nicht ganz klar. Pünktlich zur angesetzten zweiten Baden – Baden Vorstellung erschien Anna N wieder in den „ sozialen Netzwerken“ – aus Wien, kochte am Franziskanerplatz, fuhr Rad in Orth an der Donau, war mit dem Buben im Prater und gestern Abend in Mörbisch, beim Heurigen und in der Seevorstellung, mit Yvonne Kalman. Quelle ihr Instagram Konto!

Donnerstag in Mörbisch: Peter Edelmann, Yvonne Kálmán, Anna Netrebko u.a. Foto: Facebook

Also alles gut!. Ob Baden Baden ein diplomatischer Ausstieg war? Wann die nach Santiago / Chile zur Südamerika Tour abfliegen immerhin 6 Stunden Zeitunterschied aufzuarbeiten….

Und noch etwas: In Südamerika ist Winter, an der Westküste in Santiago bloß 6 Grad plus Celsius

Gruss vom Badeteich! FK

Elena Habermann ist ständig „auf Achse“ – diesmal ging es nach Bologna zu einem Gesangswettbeberg

 

Carlos Fernandes, Adriana Banasova, Maria Christina Bellantuondo (Gewinnerin des „Merker-Preis“), Luisa Tambaro, Rocio Ardizu, Pedro Arroyo, Keely Futterer, Irina Khruleva, Anthony Massetto, Themba Mvula, Alianna Whitaeker. Foto: Competition for Young Opera Singers

Die Meinung der Beobachterin ist sicher nicht immer ident mit jener der Juroren, somit wurde auch der „Merker Kunstsalon Preis“ aus dem Hut gezaubert. Maria Cristina Bellantuono darf sich künftig als  Gewinnerin des „Merker-Kunstsalon-Preises“ in ihrer Vita bezeichnen. Wann das „Krönungs-Konzert“ genau stattfinden wird, wird erst im September entschieden, aber Maria Cristina Bellantuono wird sicher im Merker Kunstsalon zu hören sein! 

Zum Bericht von Elena Habermann

Bei dieser Hitze nach Italien zu fahren, fiele mir nicht im Traume ein. Aber offenbar verträgt die Dame die Hitze besser. Ich habe mich ja als „Regenfreak“ bereits geoutet, Regenwetter ist für mich keineswegs Schlechtwetter!

Vergessen Sie nicht auf die beiden Opernausstrahlungen im TV (3SAT und ORF 2)

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C

 

 

 

 

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