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Die internationale Kulturplattform

28. JÄNNER 2022 – Freitag

28.01.2022 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: „Peter Grimes“. Bryn Terfel, Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Auszug aus dem „Standard“: Startenor Jonas Kaufmann feierte an der Staatsoper sein internationales Rollendebüt in der Titelpartie von Benjamin Brittens „Peter Grimes“…

Es sei für ihn schwierig, den Charakter von Peter Grimes zu verstehen, räumte der singende Sympathieträger Jonas Kaufmann vor seinem internationalen Rollendebüt in einem Interview ein. Aber ob der Fischer schuldig im Sinne der dorfgemeinschaftlichen Anklage sei? Das wisse er nicht. Sehr wohl wusste der Tenorstar die technische Schwierigkeit der Titelpartie von Benjamin Brittens Oper zu beurteilen: Wahnsinnig fordernd fand sie der Teilzeitwiener aus München nicht…

Wien
Jonas Kaufmann an der Staatsoper: schwieriger Charakter
Startenor Jonas Kaufmann feierte an der Staatsoper sein internationales Rollendebüt in der Titelpartie von Benjamin Brittens „Peter Grimes“.
Der Standard.at

Ein Ereignis für sich allein: Lise Davidsen. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Jonas Kaufmanns erster Peter Grimes
Benjamin Brittens „Peter Grimes“, fast durchwegs neu besetzt und mit Jonas Kaufmanns Rollendebüt als gebrochener Titelheld: Jubelstürme für ihn, Bryn Terfel, Lise Davidsen und Simone Young am Pult.
https://www.diepresse.com/6091427/jonas-kaufmanns-erster-peter-grimes

„Peter Grimes“: Ein Charmeur schlüpft in die raue Seebärenhaut
Jonas Kaufmann gab an der Staatsoper sein internationales Debüt als Peter Grimes: eine Attraktion, aber kein überragender Abend.
Wiener Zeitung.at

Jonas Kaufmann wird in „Peter Grimes“ überstrahlt (Bezahlartikel)
Kleine Zeitung

Das „Grimes-Team“ nach der Vorstellung: Bryn Terfel, Lise Davidsen, Jonas Kaufmann, Simone Young. Foto: privat

HEUTE IM TV: TOSCA aus dem Theater an der Wien

Thema verfehlt! – Warum ich über Kusejs Tosca-Inszenierung keine Kritik schreibe

Von Manfred A. Schmid

Foto: Monika Rittershaus/ Theater an der Wien

Der Gipfel des Regietheaters?

Überspitzt könnte man sagen: Ein Gespenst geht um in Europas Opernwelt, das Regietheater. Mit Martin Kusejs Tosca-Inszenierung im Theater an der Wien hat dieser Spuk nun, wie es scheint, seinen eiskalten Gipfel erreicht. Da oben in der Ödnis wird die Luft lebensbedrohlich dünn. Gleichzeitig damit ist die Verpflichtung, die ein Regisseur gegenüber dem Werk und seinem Schöpfer haben sollte, an der Talsohle des Zu- und Erträglichen angelangt. Tiefer geht’s nicht. (Möchte man wenigstens hoffen dürfen!) Der kindisch-trotzig zur Schau getragene Hochmut des Regisseurs kann kaum noch gesteigert werden. Sein zufriedenes Grinsen beim Buhorkan nach der Premiere bekundet seine unverhohlene Freude darüber, dass es ihm gelungen ist, das Publikum ordentlich zu verschrecken.

Weiterlesen im Feuilleton

Anders sieht es unser Mitarbeiter Dr. Harald Lacina

Martin Kušej brach mit dieser Tosca in einer regelrechten „Tour de Force“ brachial mit den Sehgewohnheiten einer Margarethe Wallmanns Inszenierung von 1958 an der Wiener Staatsoper. Vieles ist in seiner Inszenierung Antonin Artauds (1896-1948) „Theater der Grausamkeit“ geschuldet, wiewohl Folter, versuchte Vergewaltigung, Mord und Hinrichtung schon im Libretto und ihm folgend in Puccinis genialer Musik enthalten sind. Kušej wandelt also auf der Fährte von Artauds Theatertheorie, indem er die Aufführung zugunsten des Textes, dem ein geringerer Stellenwert zukommt, in den Vordergrund rückte. Mögen manche Puristen hier die Nase rümpfen, der zeitlose Kern der Handlung, nämlich die Dreiecksbeziehung zwischen Tosca, Cavaradossi und Scarpia bleibt erhalten…

Zum Bericht von Harald Lacina

MÜNCHEN/ Gärtnerplatztheater

Tim Theo Tinn, Nachthaltiges nach der Premiere:  Hoffmanns Erzählungen, Gärtnerplatztheater,  Premiere 27.01. 2022
Hoffnungen zuvor: Wunsch als Vater der Gedanken!
Entrückte Menschenbilder, finstere Melancholie  –  traumhaft traumatisch!
       

„Hoffmanns Erzälungen“ in München.  © Marie-Laure Briane

Allfällige Allgewalt Aller in Allem! Schweben im bitteren Sehnen, Melancholie überschreitende Grenzen zu Traum, Trauma bis zum Phantasma schwermütiger Sinnlichkeit und Glut – im Rausch von Klang und Bild (werkimmanenter Emotionsrahmen, der psychosoziale Folgerungen intendiert, in denen man Hoffmanns Erzählungen inszenieren müsste/sollte, nach TTT)!

Das sind nur allererste Eindrücke. Ein genauerer Bericht folgt. Die Sache will überschlafen werden

Gedanken in diesem Zusammenhang:

Und dann der erste Abend mit neuen Pandemie  – Lockerungen. Das Theater war mit der 50 % Regel ausverkauft. N. m. E. wirkt das bei massivst steigender Infektionslage verwunderlich, bzw. zielführend zum  politschen Willen der Bevölkerungsdurchseuchung.

Mich hat niemand gefragt, ob ich verseucht werden will. Nur so zum Rekapitulieren: wer sich nicht impfen lassen will, wird gesetzlich (bald ?) verfolgt, weil er u. A. Mitmenschen schädigen könnte. Politiker haben nun offensichtlich entschieden, dass ich mich gesundheitlich beschädigen lassen muss, durch Verseuchung! Ist das keine Körperverletzung, Beschädigung meiner Persönlichkeit? Ich will mich nicht verseuchen lassen – wie entscheiden denn da Richter, schlüssig erscheint das als Unrecht.

Und niemand erklärt mir, wo die todbringende Delta-Variante geblieben ist. Nun infiziert nur noch Omnikron? Ist Delta eliminiert, infiziert doch nicht mehr, durch Omnikron? Dann ist Omnikron Gegenmittel zu Delta? Oder? Wieso ist das weltinfizierende Delta-Virus nicht mehr existent bzw. untergegangen, einfach so verschwunden? Verarscht mich da jemand? (TTT)

Visionen und neue Spielstätte für den Kultur.Sommer.Semmering

Der Kultur.Sommer.Semmering befindet sich derzeit kurz vor einem äußerst erfreulichen Vertragsabschluss mit den Investoren des Grandhotel Panhans, welches in den letzten Jahren liebevoll nach historischen Maßstäben renoviert wurde und als weiteres großes Jahrhundertwende-Juwel die Geschichte des Semmerings maßgeblich beeinflusst hatte. Letzte Details bezüglich der noch zu tätigenden Instandsetzungen, um kulturinteressiertes Publikum hier empfangen zu können, werden in den kommenden Tagen finalisierend geklärt werden. Der Kultur.Sommer.Semmering ist unglaublich dankbar für das entgegengebrachte Wohlwollen, die Flexibilität und die Aufgeschlossenheit gegenüber einer gemeinsamen Vision, die kulturelle Sommerfrische am Semmering mit dem dichten Programm der unzähligen hochkarätigen KünstlerInnen für das zahlreiche Publikum wohl doch noch ermöglichen zu können. Diesbezüglich steht derzeit auch der Aussichtsplatz des Grandhotels mit einem der schönsten Ausblicke des gesamten Höhenluftkurortes zur Verfügung. Ob es möglich sein wird, dort etwa einen auf- und abbaubaren gläsernen Panoramakonzertsaal zu errichten, um in Verschmelzung von Landschaft und Kultur und umringt von einer faszinierenden Bergkulisse Veranstaltungen genießen zu können, wird jedoch unter anderem noch von der Findung möglicher Sponsoren abhängen… (Zitat Ende)

Die Veranstalter wollen bereits etwas viel. Wie lautet das Sprichwort mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand? Zu gönnen ist ihnen und den in der Krise so arg gebeutelten Künstler, dass sich am Semmering „Sommerkünstlerisches“ etabliert – nun in doppelter Ausführung mit Konkurrenzierung. Da der Semmering vom „Großmarkt Wien“ aus in einer guten Auto Stunde (mit gutem Auto) zu erreichen ist, könnte die Rechnung aufgehen.  Freilich, man soll den Bogen nicht überspannen – das ist aber eine Weisheit für unser gesamtes Leben!

Kultur.Sommer.Semmering findet heuer im Hotel Panhans statt
Nach verkündetem Aus im Südbahnhotel wurde Ersatzspielstätte gefunden.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/

„Konzertgänger in Berlin“: Entgelsend

Foto: Monika Rittershaus
Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko spielen Zimmermann, Lutosławski, Brahms
https://hundert11.net/entgelsend/

Berliner Philharmoniker Am Wörthersee scheint keine Sonne
Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker in einem dichten Klangfarbengemälde von Bernd Alois Zimmermann – und enttäuscht bei Brahms.
Tagesspiegel

Petrenko dirigiert Zimmermann, Lutoslawski und Brahms
Zum Bericht von Ursula Wiegand

Paris /Opera Comique: Der seltsame „Hamlet“ des „komischen Kauzes“ Ambroise Thomas

Hamlet (Stéphane Degout) auf der Vorderbühne der Opéra Comique und, als Projektion Ophélie (Sabine Devieilhe). © Vincent Pontet

Ambroise Thomas (1811-1896) war einer der Pfeiler der Opéra Comique im 19. Jahrhundert. Von den 16 Opern, die er dort uraufgeführt hat, wurde „Mignon“ (1866, nach Goethes „Wilhelm Meister“) so erfolgreich, dass Thomas 1894 bei der 1.000en Vorstellung (!) auf der Bühne vom Staatspräsidenten die „grand croix de la Légion d’honneur“ bekam – eine Würdigung, die bis heute kein anderer Komponist in Frankreich bekommen hat. Doch außer „Mignon“ wird heute in den meisten Opernführern – wenn A. Thomas überhaupt vorkommt – kein anderes Werk mehr erwähnt. Dafür gibt es viele Gründe. Thomas wurde in jungen Jahren sehr geschätzt, auch z.B von dem überaus kritischen Hector Berlioz, der ihn 1846 „un de nos compositeurs les plus distingués“ nannte. 1856 wurde er Kompositionslehrer am Conservatoire und dort durch seinen Schüler Jules Massenet sehr geliebt. Doch ab 1870 galt er als Direktor des Konservatoriums für die neue aufblühende Generation als reaktionär. Claude Debussy, Gabriel Fauré und César Franck mochten ihn nicht und Emmanuel Chabrier schrieb den berühmten Satz: „Es gibt drei Arten Musik: die gute, die schlechte und die von Ambroise Thomas“. Dieser hämische Ausspruch klebt bis heute an ihm.

Ambroise Thomas war musikalisch (und anscheinend auch persönlich) ein „komischer Kauz“. Man wird (heute) nicht schlau aus ihm. In seinem „Hamlet“ (1868) gibt es wunderbare Momente und andere, die erschreckend konventionell sind…

Zum Bericht von Waldemar Kamer

WIEN / Unteres Belvedere / Orangerie: DALI – FREUD. EINE OBSESSION
Vom 28. Jänner 2022 bis zum 29. Mai 2022

Freud und Dali –
eine Therapie

 

Mit Ausnahme von Werken aus der Frühzeit ist Salavdor Dali nicht gerade für seine Porträts bekannt. Doch im Jahre 1938 zeichnete der nervöse 34jährige in London das Bild eines alten, fast glatzköpfigen Mannes mit runder Brille und verwitterten Gesichtszügen. Dennoch erkennt man Sigmund Freud sofort. Was es damit auf sich hat, zeigt das Belvedere nun in der Ausstellung „Dalí – Freud. Eine Obsession“. Ausstellungen zu machen, bedeute, „Geschichten zu erzählen, von Menschen zu erzählen“, sagt Belvedere-Direktorin Stella Rollig. Seit 2014 arbeitet sie schon an dem Thema, das nun endlich, mit pandemiebedingter zweijähriger Verspätung, an den Start geht. Und dabei wird das Untere Belvedere (in diesem Fall die Orangerie) nach längerer Pause wieder zugänglich gemacht.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Demokratin Nancy Pelosi will noch einmal für den US-Kongress kandidieren: Während «Madam Speaker» mit 82 Jahren erneut zu den Wahlen im November antritt, geben 21 Demokraten die Politik auf. Sie sehen offenbar keine Chance, ihren Wahlkreis zu gewinnen. Die Mehrheit der amtsmüden Abgeordneten ist zudem über 60 Jahre alt. Progressive Kandidaten dürften für sie nachrücken, was den Linksrutsch innerhalb der Partei beschleunigen dürfte.
    Zum Bericht
  • Xiomara Castro als erste Präsidentin von Honduras vereidigt: Vor einem Publikum von Tausenden von Menschen und in Anwesenheit ausländischer Gäste, unter ihnen die amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris, nahm eine Richterin Castro den Amtseid ab. In den Tagen zuvor hatte es eine politische Krise in ihrer eigenen Partei um die Wahl des Kongressvorsitzenden gegeben. Castro ist die Ehefrau des 2009 aus dem Amt geputschten Ex-Präsidenten Manuel Zelaya.
    Zum Bericht
  • Fifa-Präsident Gianni Infantino wandelt auf populistischen Abwegen: Infantinos Aussagen über Bootsflüchtlinge lösen einen Sturm der Entrüstung aus. Er hatte dafür geworben, die Fussball-Weltmeisterschaft künftig im Zweijahresrhythmus stattfinden zu lassen. Dies würde «den Afrikanern Hoffnung geben, dass sie nicht über das Mittelmeer kommen müssen, um hier vielleicht ein besseres Leben vorzufinden oder – was wahrscheinlicher ist – den Tod im Meer.» Die Fifa veröffentlichte wenig später eine Relativierung.
    Zum Bericht
  • Menschenrechtler fordern diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking: «Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking werden inmitten von Gräueltaten und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen durch die chinesische Regierung eröffnet», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von 243 Menschenrechts- und anderen Nichtregierungsorganisationen. Die chinesischen Behörden hätten massive Übergriffe gegen Uiguren, Tibeter, andere ethnische Gruppen und Anhänger aller unabhängigen Glaubensrichtungen verübt.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Warnung vor staatlicher Regulierung zugunsten eines gesünderen Lebensstils: Der Think-Tank Avenir Suisse warnt vor Paternalismus beim Thema ungesunde Lebensmittel. Statt höhere Steuern auf Genussmittel zu erheben, sollte der Staat seine Subventionen für die Produktion von potenziell ungesunden Produkten wie Käse, Alkohol, Fleisch, Zucker oder Tabak einstellen. Diese Subventionen beliefen sich auf 355 Millionen Franken jährlich.
    Zum Bericht

Österreich
Politischer Tiergarten
„Schulaufsatz“: Forscherin zerlegt Skandal-Studie. Sebastian Kurz ein „hinterfoziger (sic) Pfau“, Matthias Strolz, der „wie ein Affe herumspringt“ – die am Mittwoch vom Finanzministerium veröffentlichten inkriminierenden Studien der Meinungsforscherin Sabine Beinschab bringen einen durchaus humoristischen Ansatz mit sich. Dass es aber auch mit der wissenschaftlichen Qualität dieser vermeintlichen Studie nicht weit her ist, offenbart nun die Kommunikations- und Sozialwissenschaftlerin Andrea Schaffar. Der Text erinnere sie an einen Schulaufsatz, geht sie mit der Arbeit hart ins Gericht.
https://www.krone.at/2612999

Wenn Frau Beinschab sich das von der „Kronen Zeitung“ sagen lassen muss, ist das bereits die Höchststrafe. Bitte das Verfahren einstellen oder zumindest vorliegende Wertung als strafmildernd berücksichtigen!

Berlin
Wegen Dauer-Einsätzen bei Corona-Leugnern: Polizei muss immer öfter Jagd auf echte Kriminelle abblasen!
Bei immer mehr Polizeieinsätzen dreht es sich um Demonstrationen. Vor allem Proteste von Corona-Leugnern binden die Kräfte der Einheiten. Das geht zulasten der Kriminalitätsbekämpfung. Ganoven haben es so immer leichter, warnen Polizei-Insider.
Berliner Kurier.de

Die echten Kriminellen freuen sich natürlich. Auch in einer Krise gibt es Gewinner, mehr als man glaubt! Nicht nur Kriminelle, auch Virologen, Pharmazeuten und manche Politiker zählen dazu (nicht zur Gruppe der Kriminellen, sondern zu den Gewinnern) !

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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