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Die internationale Kulturplattform

28. DEZEMBER 2020 – Montag

28.12.2020 | Tageskommentar

Wann hat man so ein Foto je gesehen: Ein lächelder Riccardo Muti. Foto: Wiener Philharmoniker/ Terry Linke

Warum lächelt der Maestro? Vielleicht aus Vorfreude, weil keine Huster das Neujahrskonzert stören können/dürfen.

Morgen, Dienstag, geben die Philharmoniker ihre Pressekonferenz, bei der auch erklärt wird, wie das „System „Applaus von zu Haus“ funktionieren soll.

Wir bleiben dran! Das Neujahrskonzert ist ein derart im weltweiten Kulturbewusstsein verankertes Ereignis, dass es ganz einfach nicht entfallen darf. Zum Glück haben wir zwar eine Pandemie – und keinen Krieg. Nur ein Krieg wäre ein Absagegrund gewesen!

Böse Zungen behaupten freilich, dass das Neujahrskonzert ein derartiges Medienspektakel und damit Geschäft ist, dass es auf das Geld „der paar Hansln“ im vollbesetzten Saal gar nicht ankommt. Wir sind jedenfalls gespannt, wie die Grabesstimmung, die uns in letzter Zeit bei diversen Livestreams vor allem im Abspann mitgliefert wird, umgangen werden kann! 

Dazu liefert Matthias Rademacher einen Vorschlag:

Die Antwort dafür zeigen diverse Streams.

  1. B. „La Dame Blanche“ in Rennes (können Sie hier noch sehen: https://youtu.be/tDC0Avj6uWs ) : Wie bei Operetten üblich, spielt ein (dann zugespieltes) Orchester weiter, während die Ausführenden sich verbeugen.

Es ist zu fürchten, dass von zu Hause zugespielter Applaus beim Neujahrsskonzert nicht funktioniert, da der Applaus sicher etwa 10 – 20 s zu spät eintrifft. Das kann man nur verhindern, wenn man den Applaudierenden einen Stream gibt, der etwa 1 min vor dem öffentlichen Stream läuft.

THE METROPOLITAN-OPERA  STREAMS

 

AVAILABLE ON DEMAND: Bryn Terfel Live in Concert

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Legendary bass-baritone Sir Bryn Terfel’s special holiday program, featuring several special musical guests and transmitted via satellite from the historic Brecon Cathedral in Wales, is available on demand through December 30. Enjoy the concert now!

 

DECEMBER 31 AT 4 PM ET
Met Stars Live in Concert: New Year’s Eve Gala
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The Met rings in the new year with a gala performance featuring a dazzling quartet of Met stars—sopranos Angel Blue and Pretty Yende, and tenors Javier Camarena and Matthew Polenzani—live from the stunning Parktheater in Augsburg, Germany. Gala Committee packages with enhanced benefits are also available at a range of donation levels.

 

STREAM WIENER STAATSOPER: HEUTE: DIE ZAUBERFLÖTE

Montag, 28. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
DIE ZAUBERFLÖTE (Vorstellung vom 29. Dezember 2017)
Große Oper in zwei Aufzügen
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Mit u.a. Jörg Schneider, Olga Bezsmertna, René Pape, Hila Fahima, Thomas Tatzl

Thomas Tatzl, der Papageno der Zauberflöte am 29.12.2017, zwei Tage vorher beim „Online-Merker. Foto: Barbara Zeininger

Die Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar.

Silvester TV-„Fledermaus für Dirigent Meister heuer „die bestmögliche Variante“
„Wichtig, dass Kulturliebhaber sooft wie möglich etwas geboten bekommen“.
Wiener Zeitung

Auf das Jahr der Absagen folgt das Jahr der Fragezeichen
Keine reguläre Berlinale, Oscars erst im April und auch sonst vieles anders: Nach dem durcheinandergewirbelten Coronajahr soll 2021 dennoch etwas normaler werden.
Wiener Zeitung

Österreich
Kulturschaffende drängen in offenem Brief die Regierung
Elfriede Jelinek, Lukas Resetarits, Birgit Minichmayr und Chris Lohner unter den Unterzeichnern
Der Standard

Die so genannten „Kulturschaffenden sind die große Enttäuschung in dieser Zeit. Sonst meist den Mund sperrangelweit offen, kuschen sie gegenwärtig, dass es geradezu peinlich ist.  Mit offenen Briefen wird man keinen Politiker umstimmen können. Oben angeführte Unterzeichner sind auch nicht der großen Regierungspartei zuzuordnen (und für diese somit keine Hoffnungsträger) – wozu also gerade vor diesem Brief in die Knie gehen?

Die Ski-Verliebten haben gegen die Kultur-Verliebten eindeutig gesiegt

Echte „Ski-Verliebte“: Eine Hochzeit auf der Ski-Piste. Copyright: Pitztaler Gletscherbahn

Um bei der Diktion unseres Bundeskanzlers zu bleiben: Die „Ski-Verliebten“ durften sich gestern nach Lust und Laune austoben, die „Kultur-Verliebten“ hatten dafür Hausarrest

 

Die „Muatterl“ und „Vaterl“ aus der Kulturszene revoltieren nicht oder nur ganz schüchtern. Wozu also etwas ändern?

Österreich
Andrang zu groß: Zahlreiche Skigebiete mussten für weitere Gäste schließen
In der Steiermark waren am Sonntagvormittag die Kapazitätsgrenzen am Hauser Kaibling und in St. Jakob im Walde erreicht.
Kurier

Künftige Wiener Volksopern-Chefin: „Ich möchte das Publikum verführen“ Bezahlartikel
Lotte de Beer, die designierte Direktorin der Wiener Volksoper, wird im Herbst 2022 mit der Uraufführung einer Operette starten
Kurier

Beruhigend: Lotte de Beer wurde bei einem Besuch freundlich aufgenommen und Noch-Direktor Robert Meyer hat ihr sogar seinen Schreibtisch überlassen. Ich bin aber ganz sicher, dass es in der Volksoper noch einen weiteren Schreibtisch gibt.

Der Doktor und das hohe C
Der 1986 geborene Philipp Mathmann hat eine seltene Doppelbegabung: Der Opernsänger arbeitet auch als Facharzt für Stimmfragen.

Kurz vor Corona sorgte Philipp Mathmann noch am Essener Aalto-Theater in Alessandro Scarlattis Oper „Cain, overo il primo omicidio“ für Aufsehen: Die Sopran-Partie des Abel ist wie gemacht für Mathmanns außergewöhnlich hohe Stimme. Countertenöre sind ja längst nichts Ungewöhnliches mehr im Klassik-Betrieb, aber männliche Sopran-Stimmen gelten immer noch als exotisch.

An Philipp Mathmann ist aber nicht nur das Stimmfach ungewöhnlich, sondern sein ganzer beruflicher Werdegang. Denn der Gesang ist sein zweiter Beruf, im ersten Leben hat der 1986 geborene Mathmann Medizin studiert und arbeitet in der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Uniklinik Münster sowie in der dortigen Musikerambulanz. Wenn alles nach Plan läuft, wird er Mitte 2021 promovierter Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie sein…

Tagesspiegel

Zur Situation der wohl für die Opernbesucher auffälligsten Mitarbeiterin des „ARCADIA-SHOPS“ in der Wiener Staatsoper nach dessen Schließung


Esther Hatzikonstantinos (von Freunden genannt Esther Hatzi)

Vielen Dank!

Ein Brief an Esther Hatzi, der auch als Bewerbungsschreiben Verwendung finden kann:
Liebe Frau Hatzi,

am Ende eines Jahres, das wohl keiner von uns je vergessen wird, will ich mich bei Ihnen bedanken. Sie haben mich kürzlich über organisatorische Veränderungen in der Wiener Staatsoper informiert, die zur Schließung des Arcadia-Shops führen und damit auch Ihren Arbeitsplatz betreffen.
Ich denke mit meiner Feststellung nicht zu übertreiben, dass Sie, die den Verkaufskiosk im Pausenfoyer der Wiener Staatsoper maßgeblich verantwortete (und vermutlich auch eine Schlüsselrolle hinsichtlich seines wirtschaftlichen Erfolges spielte), ein großer Verlust für einen Opernfreund, aber auch für einen Kunden sind. Mit Ihrem beispiellosen Engagement und Ihrer gewinnenden Persönlichkeit waren Sie nämlich ein Fixpunkt für viele Gäste der Wiener Staatsoper; Sie gehörten mit Ihrem „Repertoire“ einfach dazu und werden sicher sehr vermisst werden.

Als Verantwortliche des Arcadia-Kiosks im Pausenfoyer habe ich Sie immer auch als ein Sprachrohr der Wiener Staatsoper gesehen – nicht, dass Sie selbst sich so bezeichnet hätten; sondern weil Ihr enormes Wissen über Musik und deren Akteure, die Aktualität Ihres Wissensstandes, Ihre verbindende und verbindliche Art sowie die absolute Loyalität zum Opernhaus diesen Eindruck formten. Als Kundin des Kiosks habe ich mich überdies stets auf das Beste beraten gefühlt, ob ich mich nur informierte oder kaufte. Ihre Serviceorientierung und Ihre Managementqualitäten sind erstklassig…

Durch die Schließung des Arcadia-Shops hat Esther Hatzi nicht nur ihren Beruf, sondern in erster Linie ihre Berufung verloren. Sie war und ist hoffentlich auch weiterhin beim Online-Merker sehr präsent, hat für uns viele Kontakte aufgemacht. Gerade in dieser Branche findet man nicht leicht einen Job. Esther hofft aber dennoch, denn ihr Tatendrang ist unbebrochen.

<hatziesther@gmail.com>

https://estherhatzi.wordpress.com/

Mehr darüber in unseren Infos des Tages

Komponisten und ihre Erwerbstätigkeit: An der Quelle der Musik
Beethoven konnte als erster freischaffender Tondichter von seiner Musik leben. Wie kommen Komponisten heutzutage über die Runden?
https://www.concerti.de/reportage/komponisten-und-ihre-erwerbstaetigkeit/

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 20
Zum Abschluss der Weihnachtsfeiertage und zur Überleitung auf das neue Jahr verlosen wir erneut im Rahmen unseres Quiz“ zwei CDs „Aveu Passioné“ von Boris Bloch/Piano.
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-20/

Ausstellungen/ Kunst: Wie man das störrische Volk zum Impfen treibt Bezahlartikel
„Masken und Seuchen am Wiener Hof“: Ab Freitag zeigt die Wagenburg in Schönbrunn eine reduzierte, aber geschickt aus dem Boden gestampfte Ausstellung über die Freiheit des Verhüllens und die Habsburger als Impfpioniere.
Die Presse

TV – Das bringt Silvester 2020: Eine Fledermaus und viel Michael Niavarani
Die rauschende Ballnacht, der festliche Opernbesuch, das edle Diner in ebensolcher Garderobe – alles gestrichen am Silvesterabend 2020. Aber immerhin bemühen sich die Fernsehsender, Radiostationen, Streamingportale, Theater- und Konzerthäuser redlich, den kasernierten Jahreswechsel künstlerisch zu untermalen. Meist mit Humor und hier meist mit Michael Niavarani. Aber nicht immer. Im Folgenden ein Überblick, was man am 31. Dezember auf der heimischen Couch alles erleben kann.
Wiener Zeitung

Im Schatten der Pandemie.
125 Jahre Kino: Droht jetzt das Ende?
https://www.fr.de/ratgeber/medien/125-jahre-kino-droht-jetzt-das-ende-zr-90152198.html

TV-Quoten zu Weihnachten
Helene Fischer schlägt Beethoven
Frankfurter Allgemeine

WHO: Aktuelle Pandemie wird nicht die letzte sein
Die aktuelle Coronavirus-Krise wird nach den Worten von des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, nicht die letzte Pandemie sein. Alle Versuche, die Gesundheitssituation in der Welt zu verbessern, seien zum Scheitern verurteilt, solange der Mensch nicht wirksam gegen den Klimawandel und für den Tierschutz eintrete, warnte er gestern.
https://orf.at/stories/3195137/

Soll es also so weitergehen? Pandemie und Klimaschutz in einem Aufwasch? Dann sollten wir uns tatsächlich bereits über eine andere Nutzung für unsere Kulturtempel Gedanken machen. Impfzentren etwa, der große Publikumsbereich könnte zum Raum für Pressekonferenzen umgewidmet werden!

 ORF / ORF III am Montag: Auftakt für neuen ORF-III-Dreiteiler „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Geschichte des österreichischen Kabaretts“

 Außerdem: „Was lachen Sie?“ in zwei Teilen und „Otto Schenk – Alte Hüte aus Wien“

Wien (OTS) – Ein viertägiger Kabarettschwerpunkt in ORF III Kultur und Information stimmt bereits ab Montag, dem 28. Dezember 2020, auf den Jahreswechsel ein. Als humoristischen Höhepunkt präsentiert die „zeit.geschichte“ im Hauptabend die erste Folge der dreiteiligen ORF-III-Neuproduktion „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Geschichte des österreichischen Kabaretts“. Darin spannen die Regisseure Daniel Popovic und Valentin Badura den inhaltlichen Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Mitte der 1970er Jahre – kommentiert von aktuellen Szenegrößen wie Michael Niavarani, Angelika Niedetzky, Lukas Resetarits, Andreas Vitásek, Andrea Händler, Joesi Prokopetz, Florian Scheuba, Werner Sobotka und Erwin Steinhauer. Produziert wird die Reihe von der Neulandfilm und Medien GmbH…

Mehr darüber in den „Infos des Tages

Wrestling-Star Luke Harper stirbt mit 41 Jahren an Lungenkrankheit

Es ist heute offenbar der dezidierte Hinweis nötig, dass jemand nicht an Corona gestorben ist. Immer mehr Hinterbliebebene wehren sich gegen Vereinnahmungen – aus welchen Gründen immer. Jonathan Huber alias Luke Harper ist an einer Lungenkrankheit, die mit Corona nichts zu tun hatte, gestorben.

 

Tiefe Trauer in der Wrestlingwelt! Jonathan Huber alias Brodie Lee alias Luke Harper ist am Samstag an den Folgen einer Lungenkrankheit gestorben. Er wurde nur 41 Jahre alt.
https://www.krone.at/2306401

Die Wrestling-Welt trauert um Luke Harper
Nun stirbt der zuletzt bei All Elite Wrestling (AEW) unter Vertrag stehende Jonathan Huber (bürgerlicher Name) an den Folgen einer Lungenkrankheit. Bei dieser soll es sich nicht um Corona gehandelt haben. Huber hinterlässt seine Frau Amanda und zwei Söhne. Hubers Ehefrau überbrachte der Welt via Instagram die traurige Nachricht.
https://www.oe24.at/sport/sportmix/wrestling-welt-trauert-um-luke-harper/459072322

„Guten Rutsch“ – welch ein Blödsinn!

Da hammer den Salat. Die ganze Welt ist eine einzige Rutschbahn. Aber zum Glück nur am Jahresende, wenn es glitschig, laut und hochprozentig wird. Böller, Sekt und Schnaps. Wir verschießen unser Geld und betäuben uns mit Alkohol, um das Elend nicht mit anschauen zu müssen. Da bekommt der Wunsch nach einem guten Rutsch und Gesundheit eine völlig neue Bedeutung.

Meine größte Freude aber sind die vielen bunten Online-Bildchen, die mir zu jedem Jahreswechsel zugeschickt werden. Höchst originell zum Beispiel ist die Flasche Sekt mit zwei Gläsern und allerlei Luftschlangen. Auch die Feuerwerkfotos sind äußerst witzig. Der Einfallsreichtum kennt selbst beim Glücksklee mit Schornsteinfeger keine Grenzen. Und die Veganer unter uns erschrecken wir mit einem Glücksschwein. Niedlich, gell?…

Der Schlauberger 31: Achtung, es wird glitschig! Stilfragen zum Jahresanfang – nicht nur für Fortgeschrittene

https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-31-achtung-es-wird-glitschig/

Ich wünsche einen guten Start in die letzte Woche eines Jahres, das die meisten von uns gerne vergessen wollen (aber vermutlich nicht so bald vergessen werden können)!

A.C.

 

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